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Veranstaltung: Agrarökologie stärken! Für eine zukunftsgerichtete Politik und Praxis

Anlässlich der Internationalen Grünen Woche und dem Global Forum for Food and Agriculture 2019, lädt der World Future Council am Freitag, den 18. Januar 2019, zu einer Paneldiskussion nach Berlin ein.

Berlin begrüßt den World Future Council in den Bundestag

Die ehemalige Ministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Renate Künast, lud unser Ratsmitglied Vandana Shiva und Direktorin Alexandra Wandel in den Bundestag ein, um über den 100%-Biolandbau-Staat Sikkim zu sprechen

Am Donnerstag, dem 29. November, schenkte Berlin nach einer Woche ungemütlichen Wetters ein Stück Wintersonne, um das Ratsmitglied des World Future Council und weltbekannte Umweltaktivistin Vandana Shiva und unsere Direktorin Alexandra Wandel im Bundestag zu begrüßen. Sie wurden von der ehemaligen Ministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Renate Künast, MdB, eingeladen, um über die agrarpolitische Situation in Indien, den ersten 100%-Bio Staat der Welt und den Gold-Gewinner des Future Policy Awards 2018, Sikkim, und die Zukunft der globalen Landwirtschaft zu sprechen.

„Sikkim ist ein gutes Bespiel dafür, dass wir die Welt verändern können, wenn wir den agrarökologischen Weg gehen.”

Vandana Shiva

In einem schlichten aber eleganten Konferenzraum begrüßte Künast ihre Gäste und 30 Zuschauer aus dem Deutschen Bundestag, europäischen Umweltinstituten und der Öffentlichkeit. Schnell wandte sich das Gespräch der Landwirtschaft in Indien zu: ein Land, dessen landwirtschaftliches Gesicht während der Grünen Revolution Mitte des 20. Jahrhunderts tiefgreifend verändert wurde. Es ist ein bemerkenswertes Beispiel für die extremen Konflikte und Kontraste im gegenwärtigen globalen Nahrungsmittelsystem. Ratsmitglied Shiva beschrieb die Schrecken der ressourcen-intensiven Landwirtschaft in dem Land, auf die sie im Laufe ihrer vier Jahrzehnte Umweltaktivismus immer wieder gestoßen ist. Eine fortlaufende Selbstmord-Epidemie von Hunderttausenden verschuldeter Landwirte, ein cancer train („Krebszug“) aus dem Punjab, dem Rajasthan, und eine aus der Landwirtschaft und in den Drogenmissbrauch vertriebene Jugend, waren einige der Bilder, auf die sie sich berief. Aber die alten Techniken, die auf der reduktionistischen „Lego-Logik“ gentechnischer Methoden basieren, sind als falsch erkannt und von vielen Menschen haben begonnen, diese durch Bio-Agrikultur zu bekämpfen.

 

„Ein neues Verständnis eines alten Wissens wird die Zukunft der Menschheit sein.”

Renate Künast

In den letzten 45 Jahren hat der Bundesstaat Sikkim im indischen Himalaya den Übergang zur 100% Bio-Landwirtschaft vollzogen. Modellbauernhöfe, Farmer Field Schools und ein generelles Verbot nichtökologischer Lebensmittelprodukte haben dazu beigetragen, dass über 65.000 Landwirte auf 75.000 Hektar zu nachhaltigen, vollständig biologischen Methoden ausgebildet wurden. Die Direktorin der Stiftung World Future Councils, Alexandra Wandel, beschrieb, wie die beispiellose und absolut erfolgreiche Transformation der Region unzählige Vorteile für ihre Landwirte und die Gesundheit und das Wohlergehen der Menschen vor Ort gebracht hat. Außerdem hat sie für einen Tourismus-Boom um 50% und Anerkennung auf globaler Ebene gesorgt. Für diese unermüdliche Arbeit im ökologischen Landbau wurde Sikkim bei der Zeremonie vor 170 Staatsoberhäuptern in Rom mit dem Future Policy Award 2018 in Gold ausgezeichnet. Obwohl 51 andere Nominierungen für den Preis ausführlich recherchiert wurden und andere Politiken aus Dänemark, Ecuador und Brasilien eine Silberauszeichnung erhielten, erwiesen sich Sikkims Bemühungen bei weitem als vorbildlich.

 

„Ein wirklich visionärer und ganzheitlicher Ansatz in der Landwirtschaft.”F

Alexandra Wandel

Im Rahmen ihrer Arbeit als Bundestagsabgeordnete hatte Künast kürzlich die Gelegenheit, Sikkim zu besuchen, um die bahnbrechende Arbeit mit eigenen Augen zu sehen. Sie sei sehr beeindruckt davon gewesen, wie der Staat öffentliche Gelder einsetzt, um seinen Bürgerinnen und Bürgern im biologischen Landbau Chancen auf ein Leben in Selbstbestimmung, Gesundheit und Würde zu bieten. Dort verschmilzt Wertschätzung von traditionellem Wissen mit der Kompetenz der Menschen in einer Atmosphäre des Respekts vor einander und der Erde.                                                                                      

 

„Sikkim ist das Licht. Der Kampf muss weitergehen. “

Vandana Shiva

Nachdem alle Redner ihre Erfahrungen und ihr Wissen mit Leidenschaft geteilt hatten, konnte das Publikum seine Fragen stellen. Die Chancen und Risiken der Digitalisierung der Landwirtschaft standen an erster Stelle, und Ratsmitglied Shiva betonte den Unterschied zwischen dem Recht auf Technologie und dem freien Internet auf der einen Seite, und der erzwungenen Digitalisierung der Landwirtschaft auf der anderen. Es sei nötig angesichts der Gefahren einer Kommerzialisierung landwirtschaftlicher Daten zur Verwendung durch große Unternehmen vorsichtig zu sein. „Die Festlegung des Gemeingutes in diesem neuen Kontext”, sagte Prof. Dr. Shiva, “ist äußerst wichtig.”

Eine zweite Person fragte, wie Sikkim auf nationaler Ebene wahrgenommen wurde. Sei dies der Beginn eines Indiens des Biolandbaus? Es gäbe sicherlich andere positive Beispiele, zum Beispiel Bemühungen im Norden des Bundesstaates Ladakh, Biolandbau zu etablieren, so Shiva. Auf nationaler Ebene bestünden jedoch nach wie vor große Hindernisse. Entscheidend sei hier das anhaltende Bekenntnis aller Gesellschaftsschichten zu einer Vision von Nachhaltigkeit.

 

„Wir brauchen eine echte Debatte in allen unseren Gesellschaften, sonst ist die Zukunft eine Sackgasse. Nur Ernährungsdemokratie wird uns im Jahr 2050 ernähren. ”

Vandana Shiva

Die Veranstaltung im Deutschen Bundestag fand einen Tag nachdem die Stiftung World Future Council und Ratsmitglied Shiva ins Deutsche Theater eingeladen wurden, um das 60. Jubiläum von Brot für die Welt zu feiern. Am gleichen Tag der Gesprächsrunde im Bundestag fanden zwei weitere spannende Veranstaltungen im historischen Babylon Cinema in Berlin statt. Die erste – “Vision for Agriculture 2050” [1] [2] – war eine Debatte zwischen Ratsmitglied Shiva, Norbert Lemken, Direktor der Agrarpolitik von Bayer, und Prof. Dr. Sonoko Dorothea Bellingrath-Kimura vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF). Während der Debatte brachte das Publikum seine Unterstützung für Biolandbau und seine Empörung über die Kommerzialisierung von Landwirtschaft zum Ausdruck: es tobte eine Debatte über die Wissenschaftlichkeit von Einsatz von Chemikalien, die Fähigkeit, die Welt zu ernähren, und die Moral hinter dieser monumentalen Aufgabe. Nach einer kurzen Pause, in der sich die Zuschauer mit der Literatur von Vandana Shiva informieren und mit Liam Innis über die Stiftung World Future Council und den Future Policy Award sprechen konnten, ging die Nacht mit der Vorführung von „Unser Saatgut: Wir ernten was wir säen”  weiter. Der Film, in dem Ratsmitglied Shiva eine Protagonistin ist, verfolgt die reiche Geschichte des 12.000 Jahre alten Kulturguts Saatguts, das heute wegen der Aktivitäten der Agrarindustrie vom Aussterben bedroht  ist – und von manchen Menschen mit Leidenschaft geschützt wird.

 

„Ich denke, es ist an der Zeit, die Pflege, Liebe, Miteinander und unsere Gehirne wieder der Landwirtschaft zu zuwenden.”

Vandana Shiva

 

[1] https://www.2000m2.eu/de/vandana-shiva-visions-for-agriculture-2050/

[2] https://theworldnews.net/de-news/aktivistin-streitet-mit-konzern-vandana-shiva-vs-bayer-lobbyist

Veranstaltung: Vandana Shiva im Gespräch mit Mitgliedern des Deutschen Bundestags

Am Donnerstag den 29. November 2018 lädt Renate Künast, Mitglied des Deutschen Bundestages, die Bundestagsabgeordneten der Ausschüsse Umwelt, Landwirtschaft und Forschung, sowie die Parlamentsgruppe Indien zum Gespräch mit unserem langjährigem Ratsmitglied und weltbekannten Aktivistin Vandana Shiva und unserer Direktorin Alexandra Wandel nach Berlin ein.

Future Policy Award 2018 Policy Broschüre

Würdigung der besten Gesetze zur Stärkung von Agrarökologie

In dieser Broschüre präsentieren wir die Gewinner des Future Policy Awards 2018. Gemeinsam mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO)  und IFOAM – Organics International zeichnet der Future Policy Award 2018 Gesetze aus, die Argrarökologie umfassend fördern, die Lebensgrundlage von Kleinbauern und -bäuerinnen schützen, sich für nachhaltige Nahrungsmittelsicherung einsetzen und klimaschonende landwirtschaftliche Methoden anwenden. Unser Ziel ist es, mit diesen preisgekrönten Gesetzen und Maßnahmen Gesetzgeber weltweit zu inspirieren und deren Kernelemente in den nächsten Monaten und Jahren verbreitet und umgesetzt zu sehen.

Allianz „Wälder für Menschen“ in Afrika

Wir starten eine Initiative für engagierte Parlamentarier, Politiker und Experten, die sich für die nachhaltige Bewirtschaftung und Erhaltung der Wälder in Afrika einsetzen.
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Regional Forum für Asien und den Pazifik

Regionalforum für Asien und den Pazifik:

Group Picture first dayMehr als 100 Experten und Entscheidungsträger aus 17 asiatischen und pazifischen Länden trafen vom 27. – 30. Mai 2014 in Cebu auf den Philippinen aufeinander, um Erfahrungen und Lösungen für ein nachhaltiges Meeres- und Küstenmanagement zu teilen und voneinander zu lernen. Veranstaltet wurde das Forum vom Büro für Artenvielfalt und Management der Abteilung Umwelt und Natürliche Ressourcen der Philippinen. Organisiert wurde das regionale Forum für Ozeane und Küsten vom World Future Council, in enger Zusammenarbeit mit der Blue Solutions Initiative und unterstützt durch die Lighthouse Foundation. Besprochen wurden Themen wie lokales Marinenmanagement und Verwaltung, Ökosystem-Ansätze für das Management von Ozeanen und Fischerei und Strategien zur Reduzierung des Katastrophenrisikos. Der WFC rückte erfolgreiche Meerespolitiken aus der Region in den Fokus, indem er die Gewinner des Future Policy Awards 2012 zum Thema Ozeane und Küsten vorstellte. Am letzten Tag besuchten die Teilnehmer Meeresschutzgebiete auf Olango Island and Hilutungan Island, wo erfolgreiche Lösungen für Meeres- und Küstenmanagement bereits umgesetzt wurde.

Future Policy Award 2012 geht an Palau

In den Meeresgebieten der mikronesischen Republik werden Haie konsequent geschützt /
Beispielhafte Politiken aus Namibia und von den Philippinen gewinnen Silber

New York, 26. September 2012 – Gewinner des Future Policy Award 2012 ist die Republik Palau. Der mikronesische Inselstaat erhielt den Preis des World Future Council als Anerkennung für zwei herausragende marine Politiken, den 2003 initiierten Protected Areas Network Act und den Shark Haven Act aus dem Jahr 2009. Der Preis in Silber ging an Namibia für den Marine Resources Act (2000) und die Philippinen für den Tubbataha Reefs Natural Park Act (2010). Laut der internationalen Jury leisten die vier prämierten Politiken den effektivsten Beitrag zum nachhaltigen Management von Meeren und Küsten zum Wohle heutiger und zukünftiger Generationen. Die Gewinner wurden am 26. September 2012 im Rahmen einer Pressekonferenz im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York bekannt gegeben.

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Future Policy Award 2012: Internationale Jury gibt Shortlist bekannt

Meeresschutz-Gesetze aus fünf Ländern in der engeren Wahl für den renommierten Politik-Preis

Hamburg/Montreal/Washington D.C./Rom, 4. September 2012 – Sechs Gesetze aus fünf Ländern sind noch im Rennen um den Future Policy Award 2012. Der vom World Future Council seit 2009 verliehene Future Policy Award ist der einzige Preis, mit dem auf internationaler Ebene Gesetze ausgezeichnet werden, die bessere Lebensbedingungen für heutige und zukünftige Generationen fördern. 2012 feiert er die weltbesten Politiken zum Schutz von Meeren und Küstengebieten. In die engere Wahl haben es Kalifornien, Namibia, Palau, die Philippinen und Südafrika geschafft.

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Costa Rica gewinnt Future Policy Award 2010

Stehende Ovationen für Costa Ricas Biodiversitätsgesetz auf UN-Konferenz in Nagoya /
Australiens Gesetz zum Schutz des Great Barrier Reef mit dem zweiten Preis ausgezeichnet

Nagoya/ Hamburg/ Montreal, 26. Oktober 2010Wie das Biodiversitätsgesetz von Costa Rica beweist, kann beispielhafte Gesetzgebung zum Schutz der Artenvielfalt erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden. Am 25. Oktober 2010 versammelten sich Delegierte, Minister, Entscheidungsträger, Medien und Spender bei der Verleihung des Future Policy Award 2010, um die Verleihung des Preises an Costa Rica mitzuerleben und das Costa Ricanische Biodiversitätsgesetz als Meilenstein auf dem Weg hin zu den Zielen der UN Konvention über Biodiversität zu feiern. Die Erfolge des Gesetzes sprechen für sich: Indem es 26 % seiner Landfläche zu geschützten Gebieten erklärte, schaffte es Costa Rica als einziges Entwicklungsland, die Abholzung nicht nur zu stoppen, sondern eine signifikante Wiederbewaldung zu erreichen. Im Ergebnis belegt das lateinamerikanische Land den ersten Platz des Happy Planet Index 2009 und ist als Pionier des Ökotourismus anerkannt.

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Future Policy Award 2010 ehrt die besten Gesetze zum Schutz der Biodiversität

World Future Council vergibt den Preis auf der UN-Biodiversitätskonferenz in Japan

Nagoya/ Hamburg/ Montreal, 21. Oktober 2010Um die weltbesten Biodiversitätspolitiken zu würdigen, versammeln sich am 25. Oktober Minister, Entscheidungsträger, Medien und Sponsoren zur Verleihung des Future Policy Award 2010 in Nagoya, Japan. Der Future Policy Award, der vom World Future Council ins Leben gerufen wurde, zeichnet Gesetze mit besonders positiver Wirkung für Lebensbedingungen gegenwärtiger und zukünftiger Generationen aus. Es ist der erste Award, der auf internationalem Niveau besonders gelungene Gesetze auszeichnet. Sein Ziel ist es, hervorragende politische Lösungen bekannt zu machen, andere Länder und Regionen zur Nachahmung anzuregen und so politische Aktivitäten zu fördern, die gerechte, nachhaltige und friedliche Gesellschaften schaffen. Gastgeber der diesjährigen Preisgala wird als Kooperationspartner des World Future Council das Sekretariat der Konvention über die Biologische Vielfalt sein. Der Award wird prominent auf der 10. Vertragsstaatenkonferenz der Konvention vergeben, die vom 18. bis 29. Oktober in Nagoya stattfindet.

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