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Veranstaltung: Agrarökologie stärken! Für eine zukunftsgerichtete Politik und Praxis

Anlässlich der Internationalen Grünen Woche und dem Global Forum for Food and Agriculture 2019, lädt der World Future Council am Freitag, den 18. Januar 2019, zu einer Paneldiskussion nach Berlin ein.

Berlin begrüßt den World Future Council in den Bundestag

Die ehemalige Ministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Renate Künast, lud unser Ratsmitglied Vandana Shiva und Direktorin Alexandra Wandel in den Bundestag ein, um über den 100%-Biolandbau-Staat Sikkim zu sprechen

Am Donnerstag, dem 29. November, schenkte Berlin nach einer Woche ungemütlichen Wetters ein Stück Wintersonne, um das Ratsmitglied des World Future Council und weltbekannte Umweltaktivistin Vandana Shiva und unsere Direktorin Alexandra Wandel im Bundestag zu begrüßen. Sie wurden von der ehemaligen Ministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Renate Künast, MdB, eingeladen, um über die agrarpolitische Situation in Indien, den ersten 100%-Bio Staat der Welt und den Gold-Gewinner des Future Policy Awards 2018, Sikkim, und die Zukunft der globalen Landwirtschaft zu sprechen.

„Sikkim ist ein gutes Bespiel dafür, dass wir die Welt verändern können, wenn wir den agrarökologischen Weg gehen.”

Vandana Shiva

In einem schlichten aber eleganten Konferenzraum begrüßte Künast ihre Gäste und 30 Zuschauer aus dem Deutschen Bundestag, europäischen Umweltinstituten und der Öffentlichkeit. Schnell wandte sich das Gespräch der Landwirtschaft in Indien zu: ein Land, dessen landwirtschaftliches Gesicht während der Grünen Revolution Mitte des 20. Jahrhunderts tiefgreifend verändert wurde. Es ist ein bemerkenswertes Beispiel für die extremen Konflikte und Kontraste im gegenwärtigen globalen Nahrungsmittelsystem. Ratsmitglied Shiva beschrieb die Schrecken der ressourcen-intensiven Landwirtschaft in dem Land, auf die sie im Laufe ihrer vier Jahrzehnte Umweltaktivismus immer wieder gestoßen ist. Eine fortlaufende Selbstmord-Epidemie von Hunderttausenden verschuldeter Landwirte, ein cancer train („Krebszug“) aus dem Punjab, dem Rajasthan, und eine aus der Landwirtschaft und in den Drogenmissbrauch vertriebene Jugend, waren einige der Bilder, auf die sie sich berief. Aber die alten Techniken, die auf der reduktionistischen „Lego-Logik“ gentechnischer Methoden basieren, sind als falsch erkannt und von vielen Menschen haben begonnen, diese durch Bio-Agrikultur zu bekämpfen.

 

„Ein neues Verständnis eines alten Wissens wird die Zukunft der Menschheit sein.”

Renate Künast

In den letzten 45 Jahren hat der Bundesstaat Sikkim im indischen Himalaya den Übergang zur 100% Bio-Landwirtschaft vollzogen. Modellbauernhöfe, Farmer Field Schools und ein generelles Verbot nichtökologischer Lebensmittelprodukte haben dazu beigetragen, dass über 65.000 Landwirte auf 75.000 Hektar zu nachhaltigen, vollständig biologischen Methoden ausgebildet wurden. Die Direktorin der Stiftung World Future Councils, Alexandra Wandel, beschrieb, wie die beispiellose und absolut erfolgreiche Transformation der Region unzählige Vorteile für ihre Landwirte und die Gesundheit und das Wohlergehen der Menschen vor Ort gebracht hat. Außerdem hat sie für einen Tourismus-Boom um 50% und Anerkennung auf globaler Ebene gesorgt. Für diese unermüdliche Arbeit im ökologischen Landbau wurde Sikkim bei der Zeremonie vor 170 Staatsoberhäuptern in Rom mit dem Future Policy Award 2018 in Gold ausgezeichnet. Obwohl 51 andere Nominierungen für den Preis ausführlich recherchiert wurden und andere Politiken aus Dänemark, Ecuador und Brasilien eine Silberauszeichnung erhielten, erwiesen sich Sikkims Bemühungen bei weitem als vorbildlich.

 

„Ein wirklich visionärer und ganzheitlicher Ansatz in der Landwirtschaft.”F

Alexandra Wandel

Im Rahmen ihrer Arbeit als Bundestagsabgeordnete hatte Künast kürzlich die Gelegenheit, Sikkim zu besuchen, um die bahnbrechende Arbeit mit eigenen Augen zu sehen. Sie sei sehr beeindruckt davon gewesen, wie der Staat öffentliche Gelder einsetzt, um seinen Bürgerinnen und Bürgern im biologischen Landbau Chancen auf ein Leben in Selbstbestimmung, Gesundheit und Würde zu bieten. Dort verschmilzt Wertschätzung von traditionellem Wissen mit der Kompetenz der Menschen in einer Atmosphäre des Respekts vor einander und der Erde.                                                                                      

 

„Sikkim ist das Licht. Der Kampf muss weitergehen. “

Vandana Shiva

Nachdem alle Redner ihre Erfahrungen und ihr Wissen mit Leidenschaft geteilt hatten, konnte das Publikum seine Fragen stellen. Die Chancen und Risiken der Digitalisierung der Landwirtschaft standen an erster Stelle, und Ratsmitglied Shiva betonte den Unterschied zwischen dem Recht auf Technologie und dem freien Internet auf der einen Seite, und der erzwungenen Digitalisierung der Landwirtschaft auf der anderen. Es sei nötig angesichts der Gefahren einer Kommerzialisierung landwirtschaftlicher Daten zur Verwendung durch große Unternehmen vorsichtig zu sein. „Die Festlegung des Gemeingutes in diesem neuen Kontext”, sagte Prof. Dr. Shiva, “ist äußerst wichtig.”

Eine zweite Person fragte, wie Sikkim auf nationaler Ebene wahrgenommen wurde. Sei dies der Beginn eines Indiens des Biolandbaus? Es gäbe sicherlich andere positive Beispiele, zum Beispiel Bemühungen im Norden des Bundesstaates Ladakh, Biolandbau zu etablieren, so Shiva. Auf nationaler Ebene bestünden jedoch nach wie vor große Hindernisse. Entscheidend sei hier das anhaltende Bekenntnis aller Gesellschaftsschichten zu einer Vision von Nachhaltigkeit.

 

„Wir brauchen eine echte Debatte in allen unseren Gesellschaften, sonst ist die Zukunft eine Sackgasse. Nur Ernährungsdemokratie wird uns im Jahr 2050 ernähren. ”

Vandana Shiva

Die Veranstaltung im Deutschen Bundestag fand einen Tag nachdem die Stiftung World Future Council und Ratsmitglied Shiva ins Deutsche Theater eingeladen wurden, um das 60. Jubiläum von Brot für die Welt zu feiern. Am gleichen Tag der Gesprächsrunde im Bundestag fanden zwei weitere spannende Veranstaltungen im historischen Babylon Cinema in Berlin statt. Die erste – “Vision for Agriculture 2050” [1] [2] – war eine Debatte zwischen Ratsmitglied Shiva, Norbert Lemken, Direktor der Agrarpolitik von Bayer, und Prof. Dr. Sonoko Dorothea Bellingrath-Kimura vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF). Während der Debatte brachte das Publikum seine Unterstützung für Biolandbau und seine Empörung über die Kommerzialisierung von Landwirtschaft zum Ausdruck: es tobte eine Debatte über die Wissenschaftlichkeit von Einsatz von Chemikalien, die Fähigkeit, die Welt zu ernähren, und die Moral hinter dieser monumentalen Aufgabe. Nach einer kurzen Pause, in der sich die Zuschauer mit der Literatur von Vandana Shiva informieren und mit Liam Innis über die Stiftung World Future Council und den Future Policy Award sprechen konnten, ging die Nacht mit der Vorführung von „Unser Saatgut: Wir ernten was wir säen”  weiter. Der Film, in dem Ratsmitglied Shiva eine Protagonistin ist, verfolgt die reiche Geschichte des 12.000 Jahre alten Kulturguts Saatguts, das heute wegen der Aktivitäten der Agrarindustrie vom Aussterben bedroht  ist – und von manchen Menschen mit Leidenschaft geschützt wird.

 

„Ich denke, es ist an der Zeit, die Pflege, Liebe, Miteinander und unsere Gehirne wieder der Landwirtschaft zu zuwenden.”

Vandana Shiva

 

[1] https://www.2000m2.eu/de/vandana-shiva-visions-for-agriculture-2050/

[2] https://theworldnews.net/de-news/aktivistin-streitet-mit-konzern-vandana-shiva-vs-bayer-lobbyist

Veranstaltung: Vandana Shiva im Gespräch mit Mitgliedern des Deutschen Bundestags

Am Donnerstag den 29. November 2018 lädt Renate Künast, Mitglied des Deutschen Bundestages, die Bundestagsabgeordneten der Ausschüsse Umwelt, Landwirtschaft und Forschung, sowie die Parlamentsgruppe Indien zum Gespräch mit unserem langjährigem Ratsmitglied und weltbekannten Aktivistin Vandana Shiva und unserer Direktorin Alexandra Wandel nach Berlin ein.

Was ist der Future Policy Award 2018 und wieso ist er so wichtig?

Möchten Sie mehr über den Future Policy Award 2018 erfahren? Hier gibt es die Grundlagen:

Jedes Jahr zeichnet der Weltzukunftsrat die besten Gesetze und Initiativen, die bessere Lebensumstände für jetzige und zukünftige Generationen schaffen, mit dem Future Policy Award aus, dem “Polit-Oscar”. Falls das jetzt kompliziert klingt, lassen Sie uns erklären, was dahinter steckt – es ist nicht nur sehr einfach, sondern auch wichtig: Wir schauen uns die größten Herausforderungen der Menschheit an und suchen weltweit die besten Lösungen, mit dem Ziel, diese zu verbreiten. Eine kurze Frage-Antwort-Runde sollte das Ganze verständlicher machen. Wir haben auch Poppe Braam, den Gründer von DO-IT (Dutch Organic International Trade) gefragt, wieso er den diesjährigen Future Policy Awards unterstützt.

 

Zunächst einmal, was ist der Future Policy Award?

Der Future Policy Award ist der erste Preis, der Gesetze anstatt Menschen auf internationaler Ebene auszeichnet. Er sorgt dafür, dass diese Gesetze und Maßnahmen weltweit bekannter werden und fördert so auch die Umsetzung nachhaltigen politischen Handelns. Jedes Jahr identifizieren wir von der Stiftung World Future Council einen Bereich, in dem Fortschritte besonders notwendig sind.

Was ist dieses Jahr das Thema?

Der diesjährige Future Policy Award beschäftigt sich mit Gesetzen, die Agrarökologie stärken. Also Gesetze, die die Leben und den Lebensunterhalt von Kleinlandwirten schützen, die nachhaltige Lebensmittelproduktion sichern und klimaresistente Landwirtschaft unterstützen.

Welche Organisationen sind dieses Jahr die Hauptpartner?

Auch 2018 hat die Stiftung World Future Council spannende Partnerorganisationen gewinnen können:  Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und IFOAM (Internationale Vereinigung der ökologischen Landbaubewegungen). Wir haben zudem maßgebliche Unterstützung vom Internationalen Grünen Kreuz, von DO-IT (Dutch Organic International Trade) und der Sekem Group (Ägypten) erhalten.

Wieso unterstützt beispielsweise DO-IT den Future Policy Award? Und warum legt eine niederländische Firma Wert darauf, Agrarökologie zu fördern?

Wir haben Poppe Braam, den Gründer von DO-IT, einem Bio-Lebensmittelhandel aus den Niederlanden, gefragt. Er sagt: “In vielen Ländern unterstützt DO-IT Landwirte, die zu zertifizierter Bio-Landwirtschaft wechseln. Viele von ihnen sind Kleinbauern, die dringend mehr Unterstützung brauchen. Deshalb sind lokale und nationale Gesetze von Regierungen, sowie Initiativen von NGOs und landwirtschaftlichen Instituten ein entscheidender Teil dieses Wandels. Chemische Landwirtschaft (das heißt die heutzutage konventionelle Landwirtschaft mit dem Einsatz chemischer Pestizide und Düngemittel) und Agrarökologie stehen im direkten Gegensatz. Chemische Landwirtschaft greift nicht nur die Natur an, sondern gefährdet auch unsere Gesundheit und unser Klima. Zudem wird das Geschäft von Bio-Landwirten dadurch bedroht, dass Pestizide und genetische veränderte Organismen Wind und Wasser verunreinigen. Es ist deshalb entscheidend, dass Agrarökologie gefördert wird und Gesetzgeber sollten ihre Bemühungen steigern.”

Was kann ich tun, um Agrarökologie zu unterstützen?

Kaufen Sie lokale und regionale Bio-Produkte und unterstützern Sie dadurch Landwirte in ihrer Region! Genauso wie jeder Tropfen zum Fluss zusammenfließt, so zählt jede Ihrer Konsumentscheidungen.

Braucht der Future Policy Award Unterstützung?

Ja! Jetzt wo der Future Policy Award Gesetze und Initiativen aus der ganzen Welt identifiziert und herausgestellt hat, müssen wir sie Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern weltweit bekannt machen. Wir benötigen die finanziellen Mittel, um Hintergrund-Berichte zu veröffentlichen, Veranstaltungen und Workshops für Abgeordnete durchzuführen, usw. Jede Spende hilft!

 

Ernährungssicherheit ist möglich: Der Future Policy Award feiert die weltweit besten Gesetze für Agrarökologie

World Future Council (WFC), die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und IFOAM – Organics International rufen internationalen Wettbewerb aus

Hamburg, den 11. April 2018 – 815 Millionen Menschen leiden an Hunger, obwohl die Landwirtschaft genug Nahrungsmittel produziert, um jeden Erdenbürger zu ernähren. Mit Agrarökologie können wir dies ändern und eine erfolgreiche Ernährungswende hin zu fairen, umweltbewussten, gesunden und sozialen Ernährungssystemen gestalten. Daher haben der World Future Council (WFC), die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und  IFOAM – Organics International einen internationalen Wettbewerb für die besten Gesetze zur Stärkung von Agrarökologie ausgerufen.

Jedes Jahr zeichnet der Future Policy Award (FPA) Gesetze und Maßnahmen aus, die die größten Herausforderungen der Menschheit effektiv angehen. Der FPA ist der erste und einzige internationale Preis, der Gesetze – nicht Einzelpersonen – auszeichnet. Seit 2010 wird er in Zusammenarbeit mit Agenturen der Vereinten Nationen vergeben. Der WFC, die FAO und IFOAM sind sich einig, dass die Stärkung von Agrarökologie eine Schlüsselrolle zur Erreichung der UNO-Nachhaltigkeitsziele spielt. Deshalb haben die Organisationen beschlossen, im Jahr 2018 die besten Gesetze und Maßnahmen auszuzeichnen, die Agrarökologie umfassend fördern und ermöglichen. Am 5. April, während des 2. Internationalen FAO- Agrarökologiesymposiums in Rom, wurde der Wettbewerb um den diesjährigen Future Policy Award offiziell vom FAO-Generaldirektor eröffnet. Im Zuge dessen haben der WFC und die FAO ein gemeinsames Memorandum unterzeichnet, das diese Partnerschaft für 2018 besiegelt.

Alexandra Wandel (WFC) und Maria Helena Semedo (FAO) bei der Unterzeichnung des Memorandums. Bildrechte ©FAO/Alessandra Benedetti (via Flickr)

 

Agrarökologie: der Schlüssel zur Ernährungssicherheit und nachhaltiger Landwirtschaft

2015 haben sich die Staats- und Regierungschefs zu den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (SDGs) bekannt. SDG 2, Ernährung sichern, hat das Ziel den Hunger zu beenden, Ernährungssicherheit zu erreichen und die Ernährung zu verbessern sowie eine nachhaltige Landwirtschaft zu fördern. Obwohl die Landwirtschaft derzeit genügend Nahrungsmittel produziert, um jeden Erdenbürger zu ernähren, leiden laut FAO weltweit 815 Millionen Menschen an Hunger. Mit Agrarökologie können wir dies ändern und eine erfolgreiche „Ernährungswende“ hin zu nachhaltigen Agrar- und Ernährungssystemen gestalten: So können wir Ernährungssicherheit für alle sowie soziale und ökonomische Gleichheit ermöglichen, und die Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen fördern, die die Grundlage für unsere Landwirtschaft bilden. Es gibt bereits viele wirksame politische Lösungsansätze, die Agrarökologie stärken – der diesjährige Future Policy Award wird ein Schlaglicht auf diese Lösungen werfen.

Unsere Ernährungssysteme befinden sich an einem Scheideweg

Maria Helena Semedo, stellvertretende FAO-Generaldirektorin, erklärt: „Agrarökologie kann uns dabei helfen, die gegenwärtige Nahrungsmittelproduktion und unseren Lebensmittelkonsum grundlegend zu verändern, hin zu gesünderen und nachhaltigeren Ernährungssystemen. Hier ist jedoch der volle Einsatz von Regierungen und Gesetzgebern gefordert. Nur mit großem Engagement auf politischer Ebene wird die Förderung von agrarökologischen Ansätzen Fuß fassen und ihr volles Potenzial ausschöpfen.“

 

Der diesjährige Future Policy Award wird praxiserprobte Lösungen aufzeigen, die nachhaltige Landwirtschaft ermöglichen. Wir vom World Future Council freuen uns darauf, die Partnerschaft mit der FAO zu vertiefen, um gemeinsam zum Wohl heutiger und zukünftiger Generationen die besten Gesetze und Maßnahmen zu identifizieren, die Agrarökologie voranbringen. Es ist entscheidend, dass wir von funktionierenden Lösungen lernen”, so Alexandra Wandel, Direktorin des World Future Council.

 

Die Staats- und Regierungschefs als auch die Generalversammlung der Vereinten Nationen haben unterstrichen, dass Agrarökologie großes Potenzial hat, gesunde Ernährung für alle zu ermöglichen und sozialer Ungerechtigkeit, Klimawandel und dem Biodiversitätsverlust zu begegnen”, bemerkt Peggy Miars, Präsidentin von IFOAM – Organics International. „In vielen Ländern gibt es bereits politisch geeignete Rahmenbedingungen, die funktionieren. Nun ist es an der Zeit, die besten auf die Weltbühne zu holen!”

Die Gewinnergesetze des Future Policy Award 2018 werden im Oktober 2018 mit einer Preisverleihung während der Welternährungswoche bei der FAO in Rom vorgestellt.

2018 wird der Future Policy Award mit der FAO, dem WFC und IFOAM – Organics International ausgerichtet, mit der freundlichen Unterstützung von Green Cross International, DO-IT – Dutch Organic International Trade und der Sekem Group (Ägypten).

 

Gemeinsamer Einsatz für Agrarökologie (v.l.n.r.): Peggy Miars, Präsidentin von IFOAM – Organics International, Maria Helena Semedo, stellvertretende FAO-Generaldirektorin und Alexandra Wandel, Direktorin des World Future Council, beim 2. Internationalen FAO-Agrarökologiesymposium in Rom.  Bildrechte ©FAO/Alessandra Benedetti (via Flickr)

  Folgen Sie dem Future Policy Award 2018 auf Twitter mit #FPA2018 oder #FuturePolicyAward

Medienkontakt

Für weitere Informationen oder Interviewanfrangen kontaktieren Sie bitte

Miriam Petersen
Media & Communications Manager, World Future Council
Tel: +49 40 307 09 14 19

miriam.petersen@worldfuturecouncil.org

World Future Council

Der World Future Council (WFC) verfolgt das Ziel, unseren Kindern und Enkeln einen gesunden Planeten mit gerechten Gesellschaften zu übergeben. Um dies zu erreichen, identifizieren und verbreiten wir zukunftsgerechte politische Lösungen und fördern deren Umsetzung weltweit. Der Rat besteht aus 50 internationalen Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Kultur. Jakob von Uexküll, der Gründer des Alternativen Nobelpreises, hat den World Future Council 2007 ins Leben gerufen.

Presseanfragen bitte an Miriam Petersen, miriam.petersen@worldfuturecouncil.org, +49 40 307 09 14 19 (Deutsch und Englisch).

FAO – Food and Agriculture Organization

Die Ziele der FAO, zu deutsch der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO, sind die Befreiung der Menschen von Hunger und Mangelernährung, die Beendigung von Armut durch ökonomischen und sozialen Fortschritt sowie die Förderung des nachhaltigen Managements und der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen. Sie ist federführend in Bezug auf die internationalen Anstrengungen zur Beendigung von Hunger. Die FAO dient sowohl Entwicklungs- als auch Industrieländern als neutrales Forum für Verhandlungen und Erfahrungsaustausch. Die FAO fungiert darüber hinaus auch als Wissensnetzwerk. Entwicklungs- und Schwellenländer unterstützt die FAO bei der Modernisierung und Verbesserung von Techniken der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft sowie bei der Erreichung von guter Ernährung für alle. Seit ihrer Gründung 1945 legt die FAO ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklung ländlicher Regionen.

Presseanfragen bitte an Tina Farmer, tina.farmer@fao.org, +39 06 5705 6846

IFOAM – Organics International

Seit 1972 besetzt die Internationale Vereinigung der ökologischen Landbaubewegungen (IFOAM)  eine unangefochtene Position als einziger internationaler Dachverband der Biowelt, welcher eine enorme Diversität von Entscheidungsträgern vereint. IFOAM ist die Triebkraft für Veränderungen, für eine wahrhaftige Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft, für Wertschöpfungsketten und Verbraucher, im Einklang mit den Prinzipien des Ökolandbaus. Das Herz IFOAMs sind die rund 1000 Mitgliedsorganisationen aus mehr als 100 Ländern.

Pressenanfragen bitte an Gábor Figeczky,  g.figeczky@ifoam.bio, +49 22 8926 5019, +49 157 5692 5021.

 

Bessere Lebensbedingungen: Äthiopien gewinnt internationalen Preis für erfolgreiche Maßnahmen gegen Landverödung

Hamburg / Bonn / Ordos, 22. August 2017: Erosion verringern, Lebensqualität verbessern: die äthiopische Tigray-Region zeigt, dass dies möglich ist. Darum wird sie vom World Future Council mit dem Future Policy Award (FPA) in Gold ausgezeichnet, der dieses Jahr die besten Maßnahmen und Politiken ehrt, die erfolgreich Desertifikation und Landverödung bekämpfen. Die Tigray-Region setzte sich gegen 26 andere Nominierungen aus aller Welt durch. Mit dem Gesetz werden auf einzigartige Weise gemeinschaftliches Handeln, Freiwilligenarbeit und Einbindung der Jugend kombiniert. Durch die Einführung des Gesetzes wird verödetes Land wieder bewohnbar gemacht.

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Photo by TerrAfrica Partnership at NEPAD Agency

Zwei Silber Awards werden vergeben an:

  • Brasilien: Das brasilianische Zisternen-Programm gibt Millionen Menschen in den ärmsten Regionen Brasiliens die Chance auf Selbstbestimmung
  • China: Durch das chinesische Gesetz zur Prävention und Kontrolle von Desertifikation wurde in den letzten 15 Jahren der Trend der zunehmenden Wüstenbildung umgekehrt und Millionen von Menschen aus der Armut befreit

Der Vision Award geht an die internationale „4 per 1000“ Initiative, ein einmaliges Konzept für den Klimaschutz: Jährlich soll der im Ackerboden gebundene Kohlenstoff um 0,4 Prozent erhöht werden. So können 1,2 Milliarden Tonnen Kohlenstoff pro Jahr gespeichert und der Klimawandel aufgehalten werden.

Drei Bronze Awards gehen dieses Jahr an:

  • Australien: In Australien übernehmen Indigene erfolgreich den Schutz der Trockengebiete vor Landverödung
  • Jordanien: Jordanien integrierte die im Nahen Osten am weitesten verbreitete Hirten-Tradition „Hima“ in seine neue Weidelandstrategie und entwickelt daraus innovative Maßnahmen gegen Desertifikation
  • Niger: Der westafrikanische Staat verbindet in seiner 3N Initiative den Kampf gegen Landverödung mit der Herstellung von Nahrungssicherheit

Weitere Informationen zu den Gewinner-Gesetzen finden Sie hier

Stellungnahmen des World Future Council und der UNCCD

Monique Barbut, Exekutivsekretärin, Sekretariat des Übereinkommens der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Desertifikation (UNCCD)

“Trockengebiete bedecken fast 40% der Landmasse der Erde und wachsen durch den Klimawandel stetig an. Millionen von Menschen sind dadurch von Hunger und Armut bedroht – doch die Weltgemeinschaft nimmt dies kaum zur Kenntnis. Der Future Policy Award 2017 wirft ein Schlaglicht auf eine unterschätzte Naturkatastrophe, die sich schleichend ihren Weg bahnt – und auf effektive Lösungen. Die sieben Preisträger sind alle selbst von Desertifikation betroffen und zeigen großes Umweltbewusstsein und politische Handlungsfähigkeit.“

 Alexandra Wandel, Direktorin und Stellv. Vorstandvorsitzende des World Future Council (WFC)

„Durch Wüstenbildung verlieren Millionen von Menschen ihre Heimat. Mit der äthiopischen Tigray-Region als Gewinnerin des Future Policy Awards steht fest, dass wirksame Lösungen nicht von außen kommen müssen: Fluchtursachen können am Ort des Geschehens erfolgreich angegangen werden. Eine kleine Region in einem vom Klimawandel bedrohten, ostafrikanischen Land hat Wege gefunden, eine globale Herausforderung effektiv anzugehen – ich sehe dies als ermutigende Botschaft.“

 

Zum Hintergrund

Im vergangenen Jahrhundert sind durch Dürren mehr Menschen ums Leben gekommen als durch jede andere wetterbedingte Katastrophe. Desertifikation wird daher heute als eine der größten Herausforderungen der Menschheit gesehen. Trockengebiete sind äußerst anfällig für Überbeanspruchung und Klimaveränderungen, Dürren kommen inzwischen aufgrund des Klimawandels immer häufiger vor, was den Effekt noch verstärkt. Diese Regionen gehören zu den konfliktreichsten Gebieten der Erde.

Die Gesetze, die vom FPA ausgezeichnet werden, unterstützen vorbildlich das Ziel für nachhaltige Entwicklung (SDG) 15.3 der Vereinten Nationen, der Kampf gegen die Desertifikation und die Wiederherstellung der durch Wüstenbildung, Dürren und Überflutungen degradierten Flächen.

Der Future Policy Award (FPA) zeichnet als einziger internationaler Preis effektive Gesetze aus, die die Lebensbedingungen für Menschen weltweit verbessern. Ziel des Preises ist es, die öffentliche Aufmerksamkeit auf nachhaltige Gesetze und Maßnahmen zu lenken. Die Evaluation der Gesetze findet anhand der “Sieben Prinzipien für zukunftsgerechte Gesetzgebung“ statt. Daher werden Gesetze besonders positiv bewertet, die nicht nur die nachhaltige Nutzung von Ressourcen fördern, sondern darüber hinaus Gleichberechtigung, Armutsbekämpfung, Teilhabe und friedliche Konfliktlösung in Angriff nehmen.

Die Gewinner des Future Policy Awards werden im Rahmen der 13. Vertragsstaatenkonferenz  (Conference of the Parties, COP) der UNCCD in Ordos (China) im September 2017 geehrt.

Weitere Informationen zum diesjährigen Future Policy Award finden Sie hier


Medienkontakt

Miriam Petersen
Media & Communications Manager
Tel: +49 40 307 09 14 19

miriam.petersen@worldfuturecouncil.org

Wagaki Wischenewsjki
Public Information and Media Officer
United Nations Convention to Combat Desertification
Tel: +49 228 815 2820
wwischnewski@unccd.int

Der World Future Council

Der World Future Council stellt die Interessen zukünftiger Generationen ins Zentrum von Politikgestaltung. Der Rat besteht aus 50 internationalen Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur, die in ihrem Themenbereich bereits Herausragendes geleistet haben. Er setzt sich für gesetzliche Rahmenbedingungen ein, die heutigen wie zukünftigen Generationen das Leben in einer gerechten und ökologisch intakten Welt ermöglichen. Die Hauptansprechpartner hierfür sind politische Entscheidungsträger und Parlamentarier, aber auch Partner aus der Zivilgesellschaft, Wirtschaft und internationalen Organisationen. Für eine nachhaltige, gerechte und friedliche Zukunft, in der universelle Rechte respektiert werden, erforschen, identifizieren und verbreitet der World Future Council die besten globalen politischen Lösungen.

UNCCD – Sekretariat des Übereinkommens der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Desertifikation

Das Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD) ist der einzige, rechtsverbindliche internationale Vertrag, der sich mit Landfragen auseinandersetzt. Das Abkommen unterstützt verantwortungsbewusste und gute Landpflege. Die 196 Vertragspartner verpflichten sich, die Konvention partnerschaftlich umzusetzen und die Nachhaltigkeitsziele der UN zu verwirklichen. Am Ende steht das Ziel, unser Land vor Überbeanspruchung und Dürren zu schützen, so dass es uns weiter mit Nahrung, Wasser und Energie versorgen kann. Durch die nachhaltige Bewirtschaftung von Land und das Streben nach Landdegradations-Neutralität jetzt und in der Zukunft, sollen die Folgen des Klimawandels abgemildert und Konflikte um natürliche Ressourcen verhindert werden, damit unsere Gesellschaften sich gut entwickeln können.

Genügend Nahrung für alle – neue Studie

Weltzukunftsrat verbreitet Rezept gegen Hunger

Hamburg, 12. Februar 2015 – Wie kann Unterernährung bei Kindern wirksam reduziert werden? Die brasilianische Stadt Belo Horizonte hat vorgemacht, wie es gehen kann, und ist dafür vom Hamburger Weltzukunftsrat mit dem Future Policy Award, dem „Oscar“ für gute Gesetze, ausgezeichnet worden. Belo Horizonte hat Maßstäbe gesetzt: Mit Programmen zur Förderung von städtischer und stadtnaher Landwirtschaft, mit Tafeln, Volksküchen und Schulessen wurde die Kindersterblichkeit um 60 Prozent reduziert, die Unterernährung sogar um 75 Prozent.

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Jörg Pilawa auf Tour zu Kindern in Namibia

Hamburg, 25. Juni 2015 – TV-Moderator Jörg Pilawa engagiert sich als Botschafter für den World Future Council. Pilawa sagt über sein Engagement: „Ich unterstütze den World Future Council, weil ich fest daran glaube, dass eine bessere, gerechtere Welt möglich ist.“ Die von Jakob von Uexküll mit Unterstützung der Stadt Hamburg gegründete Stiftung setzt sich für ein verantwortungsvolles, nachhaltiges politisches Denken und Handeln im Sinne zukünftiger Generationen ein.

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