Ghanas Kinderschutzsystem bereichern: One-Stop-Centers für kindliche Überlebende von Gewalt 

Ramana Shareef, Beraterin des World Future Council für Kinderschutz, reiste nach Ghana, um das One-Stop-Centre-Modell mit hochrangigen Akteur:innen weiter voranzutreiben. 

Ramana Shareef, Beraterin des World Future Councils

Accra/Hamburg – Für die Mehrheit der Mädchen und Jungen in Ghana ist Gewalt Teil ihres Alltags. Offiziellen Statistiken zufolge sind 9 von 10 Kindern psychischer oder physischer Gewalt ausgesetzt, und körperliche Bestrafung ist ein weit verbreitetes Phänomen. In den meisten Fällen gibt es kaum Anlaufstellen, um medizinische oder psychosoziale Hilfe für die Opfer und ihre Familien zu finden. One-Stop-Centres können hier wichtige Dienstleistungen für Überlebende von Gewalt und Missbrauch unter einem Dach anbieten.  

Vom 10. bis 24. Juli 2021 traf sich die Beraterin des World Future Council für Kinderschutz, Ramana Shareef, in Accra/Ghana mit hochrangigen Regierungsvertreter:innen und Interessenvertreter:innen, um für die One-Stop-Centre Initiative erneut zu werben und die Gespräche über die Umsetzung des im November 2018 erarbeiteten One-Stop-Center-Pilotprojekts fortzusetzen https://www.worldfuturecouncil.org/de/workshop-ghana-ergebnisse-im-ueberblick/. Das Modell des One-Stop-Centers als Interventionsinstrument eines gut funktionierenden Kinderschutzsystems ist auch Teil des sansibarischen Kindergesetzes von 2011, das 2015 mit dem Future Policy Award in Gold ausgezeichnet wurde. Weitere Informationen über den Future Policy Award 2015 finden Sie unter: https://www.worldfuturecouncil.org/p/future-policy-award-2015. One-Stop-Centres (OSC) sind zentrale Anlaufstellen für Kinder und ihre Familien, die von Gewalt, einschließlich sexualisierter Gewalt, betroffen sind. Hier finden Überlebende unter einem Dach psychosoziale Unterstützung, eine Polizeidienststelle zur Aufnahme und Einleitung von strafrechtlichen Ermittlungen sowie medizinische Betreuung einschließlich der Sammlung forensischer Beweise. 

Links: Chief Supt Owusuwaa Kyeremeh, Kommandantin DOVVSU

Angesichts der gestiegenen Zahlen kindlicher Gewaltopfer, verstärkt durch die Maßnahmen, um die COVID-19 Pandemie zu bekämpfen, muss Kinderschutz vermehrt in das öffentliche und politische Interesse treten.   

Frau Shareef stellte vor dem Ständigen Parlamentsausschuss für Gleichstellungsfragen die One-Stop-Center-Initiative zur Stärkung des ghanaischen Kinderschutzsystem vor. Sie nahm auch an der jährlichen Sitzung des Nationalen Kinderschutzausschusses teil und führte Gespräche mit Ausschussmitgliedern, die in den verschiedenen Regionen des Landes tätig sind. Auch fanden weitere erfolgreiche Treffen mit dem Ministerium für Gleichstellung, Kinder und sozialen Schutz, der Direktorin der Abteilung Kinder und Jugendliche sowie der Leiterin der Abteilung häusliche Gewalt und Opferschutz, das dem Innenministerium gehört. Alle zeigten großes Interesse an der Förderung der Kinderrechte und den Kinderschutz in Ghana voranzutreiben. 

Mitte: Hon. Francisca Oteng Mensah, Ausschussvorsitzende; Links daneben: Hon. Festus Awuah Kwofie, Stellvertretende Vorsitzende; Rechts daneben: Hon Helen Adjoa Ntoso, Ranghöchstes Mitglied; Ganz rechts: Hon Betty Nana Efua Krosbi Mensah, Stellvertretendes Ranghöchstes Mitglied. Stehend: – Andere Mitglieder des Ausschusses

Ein Höhepunkt der Reise war das Privileg, die First Lady, Frau Rebecca Akuffo Addo zu treffen, die sich seit ihrem Amtsantritt für Kinderrechte einsetzt. Sie erklärte sich bereit, die Initiative zu unterstützen und uns bei dem Projekt zu begleiten. 

Mrs Rebecca Akuffo Addo, First Lady von Ghana

Um die Arbeit voranzutreiben, braucht der World Future Council zusätzliche finanzielle Unterstützung. 

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