März Newsletter 2023

März Newsletter

World Future Forum / 15. Jahreshauptversammlung des WFC

World Future Forum / 15. Jahreshauptversammlung des WFC

Shared Humanity – The Future We Want – So lautete der Arbeitstitel der 15. Jahreshauptversammlung des World Future Council, die vom 28. bis 29. August stattfand. Zwei Tage lang tauschte sich der Rat über die drängenden Probleme der Welt, die Verbreitung der besten politischen Lösungen und das Arbeitsprogramm des World Future Council für die nächsten Jahre aus. Wir bedanken uns bei allen für ihre aktive Teilnahme und ihre großartigen Beiträge. Wir freuen uns auf die nächste Versammlung!

Pontresina-Erklärung: Die Zukunft für alles Leben auf der Erde

Am 28. und 29. August 2022 fand die 15. Jahreshauptversammlung des World Future Council in Pontresina in der Schweiz statt. Inmitten der Alpen, umgeben von Wäldern und schmelzenden Gletschern haben wir uns getroffen, um Lösungen zu entwickeln, die unsere gemeinsame Zukunft sichern. Die Menschen und Gemeinden vor Ort sowie das Welt Ethik Forum haben uns herzlich willkommen geheißen.

Wir möchten betonen, wie wichtig gesunde Zivilgesellschaften und Demokratien für unsere gemeinsame Zukunft sind – sie gilt es zu schützen und zu stärken.

Unser Anliegen ist es, das universelle Recht allen Lebens auf eine saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt zu sichern und wir fordern die Vereinten Nationen, ihre Einrichtungen sowie die internationale Gemeinschaft nachdrücklich auf, ihre Bemühungen für dieses Ziel zu intensivieren. Unsere Umwelt, aber auch Demokratien, Gesellschaften und die Wirtschaft stehen unter wachsendem Druck: Extreme Wetterereignisse, Raubbau an der Natur, Pandemien, bewaffnete Konflikte, allgegenwärtige Armut und Gewalt. Im Angesicht der aktuellen Katastrophen wollen wir an Lösungen arbeiten, die unsere Zukunft neu ordnen.

Der World Future Council fordert den öffentlichen und privaten Sektor sowie die Zivilgesellschaften dazu auf:

Ökosysteme und Lebensgrundlagen wiederherzustellen

  • Frieden mit der Natur in unseren politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Systemen zu schließen;
  • die Rechte zivilgesellschaftlicher Akteur:innen und Umwelt-Aktivist: innen zu schützen und ihre Arbeit zu ermöglichen;
  • ihre Verpflichtungen zum Schutz, zur Wiederherstellung und Regeneration von Ökosystemen zu erfüllen;
  • das Wissen lokaler und indigener Gemeinschaften für nachhaltige Ressourcennutzung in anzuerkennen, und sie darin massiv zu fördern, diese anzuwenden;
  • Künftige Zoonosen, also von Tier zu Menschen übertragbare Krankheiten wie COVID-19 oder Ebola, zu verhindern. Hierzu müssen Habitate von Wildtieren geschützt und wiederaufgebaut werden;
  • 100 Prozent Agrarökologie und regenerative Ernährungssysteme einzuführen, denn nur so können wir die Umwelt schützen, Hunger und Mangelernährung bekämpfen und Armut beenden; und
  • unsere Ozeane zu schützen und zu regenerieren. Hierzu müssen bis 2030 mindestes 30 Prozent der Meere unter Schutz gestellt und als marine Schutzgebiete (MPAs) ausgewiesen werden. Gleichzeitig muss sichergestellt sein, dass die verbleibenden 70 Prozent bis 2050 nachhaltig bewirtschaftet werden, unter Berücksichtigung der Fischereitraditionen indigener Völker.

Das Klima zu stabilisieren

  • die Vernetzung von Nahrung, Wasser und Energie anzuerkennen und einzubeziehen: etwa durch die Förderung regenerativer Landnutzungssysteme. Landwirt:innen und indigene Waldbesitzer:innen müssen für ihre Bemühungen, Treibhausgasemissionen zu reduzieren und den Klimawandel zu bekämpfen, fair bezahlt werden;
  • die finanzielle Förderung fossiler Brennstoffe (Subventionen und Investitionen) zu beenden; sich vertraglich zu einigen, fossile Brennstoffe nicht weiter zu nutzen; Treibhausgasausstoß bis 2030 zu halbieren;
  • die bestehenden Verpflichtungen zu Klimafinanzierung vollständig umzusetzen, Anreize zu geben und Technologietransfer für Länder des Globalen Süden zu fördern, insbesondere für die Länder, die vom Klimawandel besonders betroffen sind, einschließlich der kleinen Inselstaaten; und
  • den rechtlichen Schutz für heutige und zukünftige Generationen sowie des Lebens auf der Erde zu stärken – für Klima- und Umweltschutz.

Ökonomien und Wirtschaften zu transformieren

  • praxisnah neue Wege zu gehen, um die Transformation unserer Wirtschaftssysteme zum Wohle aller voranzubringen;
  • langfristiges, visionäres Handeln zu fördern – die ökologische und soziale Realität muss in Preisen abgebildet werden;
  • kurzfristige Spekulationen unter Strafe zu stellen und alternative Bewertungssmethoden nutzen, um Kosten und Nutzen von Investitionen in den Klimaschutz und die Regenerierung von Ökosystemen genauer zu bemessen;
  • sich auf unwahrscheinliche Risiken mit großen Auswirkungen („Black Swan Ereignisse“) vorzubereiten und ihnen angemessen zu begegnen;
  • achtsam bei Technologieentscheidungen zu sein, denn insbesondere neue, revolutionäre Technologien bergen Risiken für Gesellschaft, Natur und Demokratie;
  • Ungleichheiten zu beenden, Grundbedürfnisse und Lebensgrundlagen zu schützen – es muss sich lohnen, Ressourcen zu schonen, nachhaltig zu leben und ökologische Regeneration zu fördern;
  • im internationalen Handel und Wirtschaft die wahren Kosten der Ökosystemregeneration zu berücksichtigen; und
  • Unternehmensrichtlinien so zu ändern, dass Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und Umweltschutzprinzipien gewahrt werden.

Das Recht auf Gesundheit zu gewährleisten

  • anzuerkennen, dass menschliche und plantare Gesundheit und Ernährung untrennbar miteinander verbunden sind;
  • sicherzustellen, dass Gesundheit als ein grundlegendes Menschenrecht und integraler Bestandteil der menschlichen Sicherheit behandelt wird;
  • eine sog. Universal Health Coverage (UHC), also allgemeine Gesundheitsabsicherung, einzuführen, die allen Menschen und Gemeinschaften den Zugang zu hochwertigen öffentlichen Gesundheitsdiensten ermöglicht und niemanden zurücklässt. Kinder, Geflüchtete, Binnenvertriebene, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen zählen zu den vulnerabelsten Gruppen und verdienen besondere Aufmerksamkeit;
  • das Menschenrecht auf ein Leben in einer gesunden, sicheren und schadstofffreien Umgebung mit sauberer Luft, sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen, sauberen Böden und dem Recht auf gesunde und nahrhafte Nahrung umzusetzen; und
  • Arbeitsbedingungen zu schaffen, die geschlechtersensibel, gut bezahlt und sicher sind.

Frieden zu schaffen

  • die Verpflichtungen aus der UN-Charta zum Verzicht auf Gewaltanwendung, zur friedlichen Beilegung von Konflikten und zur Beachtung der Grundsätze des Völkerrechts zu erfüllen;
  • sich zu verpflichten, niemals einen nuklearen Angriff zu starten, beginnend mit der Verabschiedung von „No-First-Use“-Vereinbarungen;
  • Atomwaffen und andere Massenvernichtungswaffen weltweit bis spätestens 2045, dem 100. Jahrestag der Vereinten Nationen, zu vollständig abzuschaffen;
  • Militärhaushalte und – investitionen zu verlagern und diese Gelder für Frieden und menschliche Sicherheit zu nutzen. Ein Großteil der 2 Billionen US-Dollar, die jährlich für Militärausgaben anfallen – einschließlich rund 100 Milliarden US-Dollar, die für das nukleare Wettrüsten ausgegeben werden – sollen in Umweltschutz, öffentliche Gesundheit, erneuerbare Energien, Ernährungssicherheit und den Übergang zu einer grünen Wirtschaft reinvestiert werden; und
  • Geschlechterparität in allen Aspekten der Friedenssicherung und Konfliktlösung sicherzustellen.

Kinder- und Jugendrechte und Rechte der zukünftigen Generationen zu sichern

  • Erdrechte, Rechte auf Erddemokratie und Erdökonomie mit Kinder- und Jugendrechten und Rechten der zukünftigen Generationen zu verbinden und in das Prinzip der Generationengerechtigkeit einzubeziehen;
  • eine wirkungsvolle Beteiligung von Kindern und jungen Menschen an Entscheidungsfindungen zu ermöglichen;
  • sicherzustellen, dass Kinder und junge Menschen Schlüsselakteure der Transformation sind;
  • Fürsprecher:innen zukünftiger Generationen auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu institutionalisieren, einschließlich der Ernennung von UN-Beauftragten für zukünftige Generationen; und
  • Bildung für nachhaltige Entwicklung als Teil des lebenslangen Lernens umzusetzen – zur Mitgestaltung einer regenerativen Zukunft.

Der World Future Council verfolgt das Ziel, unseren Kindern und Enkeln einen gesunden, nachhaltigen Planeten mit gerechten und friedlichen Gesellschaften zu übergeben. Um dies zu erreichen, identifizieren, entwickeln, beleuchten und verbreiten wir zukunftsgerechte Lösungen und fördern deren Umsetzung weltweit. 

Durch die Auszeichnung von 66 beispielhaften Gesetzen aus 40 Ländern und aktive Fürsprache seiner internationalen Ratsmitglieder zeigt der World Future Council, dass eine bessere Zukunft möglich ist.

Wir sind der festen Überzeugung, dass wir gemeinsam Misstrauen und Pessimismus in neue Hoffnung, Verbundenheit und Solidarität von Menschen, Führungspersönlichkeiten und politischen Entscheidungsträger:innen verwandeln können, um die richtigen transformativen Entscheidungen zu treffen und als eine Familie auf der Erde zusammenzuwirken.

Pontresina, 29 August 2022  

Die Pressemitteilung kann hier abgerufen werden.

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Die neue Podcast-Reihe des World Future Council, The Good Council, startet heute mit der ersten Staffel generationenübergreifender Dialoge unter Beteiligung des Jugendforums des World Future Council, Youth:Present.