Vom Maryland-Modell lernen: Umweltbildungsexperten aus fünf Kontinenten folgen Einladung des World Future Council

Pressemitteilung

Hamburg/Annapolis, USA, 19 Oktober 2016: Vom 14.-16. Oktober 2016 richtete die in Hamburg ansässige Stiftung World Future Council (WFC) einen internationalen Workshop für VertreterInnen von Bildungs-und Umweltministerien aus 16 Ländern in Annapolis/Maryland aus. Unter den Delegierten waren auch zwei Deutsche, die auf Bund- und Länderebene zur Umweltbildung arbeiten. Die TeilnehmerInnen informierten sich drei Tage lang über Marylands Umweltbildungsstandards und diskutierten, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung im Lehrplan verankert werden kann.

Above: The international delegation during a field trip in Maryland, US, to witness environmental literacy in action.

Oben: Die internationale Delegation zu Besuch in Maryland.

Marylands Umweltbildungsstandards bieten einen systematischen Zugang, der sicherstellt, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung von der Vorschule bis zum Abschluss der Sekundarstufe in den Lehrplänen verankert ist, damit jedes Kind wichtige Erfahrungen in und mit der Natur sammeln kann. Die Delegation des Workshops konnte aus erster Hand erfahren, wie Umweltbildung in der Praxis und fächerübergreifend umgesetzt wird.

“Es gibt einen engen Zusammenhang zwischen Kinderrechten und der Umwelt“, so Samia Kassid, Projektmanagerin für das Thema Kinderrechte beim WFC. „Dies wurde auch gerade als ein sehr wichtiges Handlungsfeld vom UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes diskutiert. Eine nachhaltige und verpflichtende Umweltbildung kann einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, umweltfreundliche Entscheidungen zu treffen“.

Der Workshop, der zusammen mit der Maryland Association for Environmental and Outdoor Education (MAEOE) und Maryland’s Partnership for Children in Nature organisiert wurde, kommt gerade rechtzeitig: Im November treffen sich die Staats- und Regierungschefs in Marokko, um weitere Schritte zur Umsetzung des internationalen Klimaschutzabkommens von Paris zu beschließen. Denn eine saubere und gesunde Umwelt trägt wesentlich zur körperlichen und geistigen Gesundheit eines Kindes bei.

„Die negativen Auswirkungen des Klimawandels und der Umweltzerstörung auf Mädchen und Jungen sind schon jetzt deutlich spürbar, beispielsweise durch die steigende Anzahl chronischer Atemwegserkrankungen. Wir sehen außerdem eine Generation heranwachsen, die sich zum größten Teil drinnen aufhält. Immer weniger Kinder verbringen ihre Zeit in der Natur und lernen diese zu schätzen. Dies ist jedoch eine wichtige Voraussetzung, um die Umwelt zu schützen“, so Kassid weiter.

Es zeigt sich, dass praktische Umweltbildung/Bildung für nachhaltige Entwicklung, die systematisch und holistisch im Lehrplan verankert ist, nicht nur für SchülerInnen viele Vorteile (durch bessere Prüfungsergebnisse und einem gesteigerten Wohlbefinden) hat, sondern auch für die Umwelt und Gesellschaft.

Erfolgreiche Programme für Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung liefern einen wichtigen Beitrag, um die UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals) umzusetzen. Insbesondere Ziel Nummer 4  fordert: inklusive, gerechte und hochwertige Bildung zu gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle zu fördern. Hierzu hat Deutschland schon als eines der ersten Länder Daten zu den UN-Nachhaltigkeitszielen (SDGs) veröffentlicht und will sich im Rahmen eines Nationalen Aktionsplans dafür stark machen, Bildung für nachhaltige Entwicklung in den Lehrplänen zu verankern.

Die Direktorin des World Future Council, Alexandra Wandel, sagte: “Schülerinnen und Schüler, die eine umfassende Umweltbildung erfahren, verfügen über das Wissen und die Fähigkeit, verantwortungs- und umweltbewusste Entscheidungen zu treffen – als Individuen und als Mitglieder dieser Gesellschaft“.

Inspiriert vom Maryland-Modell nehmen die Delegierten einige Ansätze mit nach Hause in ihre Ministerien, um dort Umweltbildung effektiver umzusetzen. Dabei wird ihnen der World Future Council vermittelnd zur Seite stehen.

Pressekontakt

World Future Council
Samia Kassid
Senior Projektmanagerin
Die Rechte der Kinder
Telefon: +49 4030 70 914-18
samia.kassid@worldfuturecouncil.org


Mehr über den Workshop

Der World Future Council mit Sitz in Hamburg hat Vertreterinnen und Vertreter aus Umwelt- und Bildungsministerien aus 16 Ländern zusammengebracht, um Marylands Umweltbildungsstandards näher kennenzulernen. Der Workshop fand vom 12.-14. Oktober 2016 in Annapolis/Maryland statt. Die Vertreterinnen und Vertreter aus Australien, Brasilien, China, Costa Rica, Dänemark, Deutschland, Dominikanische Republik, Indien, Kenia, Luxemburg, Mongolei, Peru, Österreich, Ungarn und den Vereinten Emiraten erhielten Einblicke in die erfolgreiche Implementierung der Umweltbildungsstandards in den regulären Lehrplan, tauschten sich über bewährte Praktiken aus und entwickelten Ideen für die Umsetzung einiger Elemente in die Bildungspolitik ihrer Heimatländer. Mehr Informationen finden Sie hier.

World Future Council

Der World Future Council (WFC) ist eine gemeinnützige Stiftung mit Hauptsitz in Hamburg. Der Gründer und Vorstandsvorsitzende, Jakob von Uexküll, gründete auch den Alternativen Nobelpreis. Der WFC setzt sich für ein verantwortungsvolles, nachhaltiges Denken und Handeln im Sinne zukünftiger Generationen ein. Seine Mitglieder kommen aus Politik, Geschäftswelt, Wissenschaft und Kultur – und von allen fünf Kontinenten. Der Rat identifiziert mithilfe seines Netzwerks von Wissenschaftlern, Parlamentariern und Umwelt-Organisationen weltweit zukunftsweisende Politikansätze und unterstützt ihre Umsetzung auf internationaler, nationaler und regionaler Ebene.