Ghana auf dem Weg sein Kinderschutzsystem effektiver zu gestalten

zum besseren Schutz der Kinder vor Gewalt

Für die Mehrheit der Kinder in Ghana gehört Gewalt leider zum Alltag: Laut offiziellen Statistiken werden 9 von 10 Kindern Opfer von seelischer oder physischer Gewalt, körperliche Bestrafung ist an der Tagesordnung. Schockierender sind die Zahlen für sexualisierte Gewalt: knapp ein Fünftel wird sexuell missbraucht. Es besteht dringender Handlungsbedarf Kindern vor Gewalt zu schützen und Betroffene zu unterstützen! Für Mädchen und Jungen, die (sexualisierte) Gewalt und Misshandlung erfahren, soll nun eine zentrale und kinderfreundliche Anlaufstelle geschaffen werden, die sofortige Hilfe bietet. Unser Team führte dazu einen Workshop mit Vertreterinnen und Vertretern von Ministerien, staatlichen Einrichtungen sowie mit wichtigen Akteuren des Kinderschutzes im südost-ghanaischen Ho durch. Dies  sind die wichtigsten Ergebnisse im Überblick.

Samia Kassid bei der Eröffnung des Workshops

Im November 2017 lud die Stiftung World Future Council politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus 12 afrikanischen und asiatischen Ländern nach Sansibar ein, um sich von dessen Kinderschutzgesetz und seiner Implementierung anregen zu lassen. Sansibar hat 2015 den Goldpreis des „Polit-Oscar“ Future Policy Award gewonnen.

Die Ghanaische Delegation bestehend aus Vertretern des Referates für Kinder im Ministerium für Gender, Kinder und Sozialfürsorge sowie der Rechtsfakultät der GIMPA Faculty of Law, inspirierte das One-Stop-Centre Modell, das Sansibar inzwischen in 6 von 11 Distrikten umgesetzt hat.

 

Was ist ein One-Stop-Centre?

One-Stop-Centre (OSC) sind zentrale Anlaufstellen für von (sexualisierter) Gewalt betroffene Kinder und ihre Familien. Hier finden sie psycho-soziale, medizinische und ggf. juristische Hilfe unter einem Dach. Auch wird der Fall direkt von der Polizei aufgenommen, um eine strafrechtliche Verfolgung einzuleiten. Die Grafik veranschaulicht das Modell:

Als ein wichtiges Element eines starken nationalen Kinderschutzsystems bieten die One-Stop-Centre von (sexualisierter) Gewalt und Missbrauch Betroffenen (Mädchen und Jungen, Frauen und Männern) eine Anlaufstelle, die verschiedene Dienste unter einem Dach beherbergt. Dadurch muss die betroffene Person ihr Trauma-Martyrium nicht mehrmals durchlaufen und erhält schnelle Hilfe. Es trägt dazu bei, dass Eltern bei der Behandlung ihres Kindes und der strafrechtlichen Verfolgung des Täters am Ball bleiben. Meist müssen sie verschiedene Institutionen aufsuchen – das  kostet Geld und Zeit. Je später die Eltern einen Fall melden, desto schwieriger wird es, Beweise eines Missbrauchs am Körper eines Kindes festzustellen.

Im idealen Fall stellt ein One-Stop-Centre vier Dienste zur Verfügung und ist meist an einem Krankenhaus angegliedert:

  1. Psychosoziale Betreuung – hier findet das erste Gespräch statt und die Sozialarbeiterin/Sozialarbeiter entscheidet darüber, welche weiteren Schritte anstehen. Liegt ein Missbrauch bzw. Gewaltakt vor, wird das Kind in das Nachbarzimmer begleitet, wo Polizeipersonal in Zivilkleidung und in kinderfreundlichem Umgang geschult den Fall aufnimmt.
  2. Medizinische Untersuchung: in einem weiteren Raum trifft das Kind auf in Kinderschutz geschultes medizinisches Personal. Hier finden erste medizinische und forensische Untersuchungen statt. Benötigt das Kind weitere besondere Behandlung, wird es im Krankenhaus sofort behandelt.
  3. Die Mitarbeiter/innen des One-Stop-Centre werden von den betroffenen Ministerien zur Verfügung gestellt (Gesundheit, Inneres, Familien) und die Einrichtung wird durch das Gesundheitsministerium (im besten Fall) koordiniert. Alle erhalten die gleichen Schulungen, so dass sie sich austauschen und alle die Berichte entsprechend der Vorgaben schreiben können. So können Polizei und Gerichte die Fälle verfolgen und bearbeiten.
  4. Beratungen bezüglich einer rechtlichen Unterstützung werden idealerweise in einem vierten Raum angeboten.

 

Ghana auf dem Weg zu einem Pilotprogramm

Eine Mitarbeiterin aus Sansibar schildert ihre Erfahrungen mit dem One-Stop-Centre-Modell

Nach intensiven Gesprächen mit dem Referat für Kinder des Familienministeriums seit April 2018 organisierte die Stiftung World Future Council einen technischen Workshop zur Errichtung eines One-Stop-Centre Models in Ghana vom 25.-27. November 2018. Hierzu luden wir Expertinnen und Experten aus Sansibar nach Ghana ein: Stellvertretende Staatsrätin Halima Abdallah, die im Familien- und Gesundheitsministerium den Aufbau der One-Stop-Centre begleitet, Dr. Marijani, der seit der Implementierung in 2011 die medizinischen und forensischen Untersuchungen leitet sowie Farshuu Khalfan, Leiterin eines One-Stop-Centres in Stone Town. Ihre Einblicke, Expertise und Praxiserfahrungen waren höchst willkommen und hilfreich, um einen Strategieplan zur Implementierung eines OSC zu entwickeln.

Unter der Federführung des Referats für Kinder des Familienministeriums besuchten 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Workshop. Sie diskutierten die Notwendigkeit der OSC und deren Einführung und erarbeiteten einen Fahrplan, um mit einem Pilotprogramm in Accra zu starten. Sie repräsentierten das Ministerium für Gesundheit, das Ministerium für Inneres, das Ministerium für Gender, Kinder und Sozialwesen sowie die Polizei. Aber auch medizinisches Personal (Ärzte, Psychologen und im Kinderschutz ausgebildetes medizinisches Personal) sowie internationale Kinderrechtsorganisationen (Action Care, World Vision, International Needs), UNFPA und UNICEF waren zugegen.

Die Leiterin des ghanaischen Referats für Kinder, Florence Quartey während des Workshops

Der Workshop wurde von allen Anwesenden als äußerst wichtig und zum „richtigen Zeitpunkt“ begrüßt. Seitens der Politik gibt es einen starken Willen, die seit 2015 existierenden Kinderschutzgesetze erfolgreich zu implementieren. Ärzte und medizinisches Personal sehen sich mit einer steigenden Anzahl von Kindesmissbrauch konfrontiert und entwickeln Eigeninitiativen. Obwohl es Schutzanlaufstellen gibt, meisten an Polizeistationen angedockt, werden diese nicht gern aufgesucht, weisen eine geringe Erfolgsquote auf und haben keine medizinische Betreuung.

Wichtigstes Ergebnis des Workshops ist die Erarbeitung eines Fahrplans zur Umsetzung eines Pilotprogramms in Accra, welches Anfang 2019 im Rahmen eines interministeriellen Treffens offiziell beschlossen wird. In den kommenden Wochen wird eine Kerngruppe Vorschläge für einen Ort unterbreiten, um ein One-Stop-Centre einzurichten. Das Pilotprojekt soll mindestens 1 Jahr laufen. Ziel ist es, nach der erfolgreichen Einführung die One-Stop-Centre landesweit zu einzurichten.

Die wichtigsten Ergebnisse des Workshops im Überblick:

  • Erarbeitung eines Strategieplans zur Einführung eines OSC
  • Koordination des One-Stop-Centre Pilotprogramms soll beim Gesundheitsministerium liegen
  • Im 1. Quartal wird eine interministerielle Konferenz über den Fahrplan entscheiden
  • Eine Kerngruppe wird in den kommenden Wochen einen möglichen Ort für das Pilotprogramm identifizieren

 

Arbeitsgruppen während des Workshops

Berlin begrüßt den World Future Council in den Bundestag

Die ehemalige Ministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Renate Künast, lud unser Ratsmitglied Vandana Shiva und Direktorin Alexandra Wandel in den Bundestag ein, um über den 100%-Biolandbau-Staat Sikkim zu sprechen

Am Donnerstag, dem 29. November, schenkte Berlin nach einer Woche ungemütlichen Wetters ein Stück Wintersonne, um das Ratsmitglied des World Future Council und weltbekannte Umweltaktivistin Vandana Shiva und unsere Direktorin Alexandra Wandel im Bundestag zu begrüßen. Sie wurden von der ehemaligen Ministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Renate Künast, MdB, eingeladen, um über die agrarpolitische Situation in Indien, den ersten 100%-Bio Staat der Welt und den Gold-Gewinner des Future Policy Awards 2018, Sikkim, und die Zukunft der globalen Landwirtschaft zu sprechen.

„Sikkim ist ein gutes Bespiel dafür, dass wir die Welt verändern können, wenn wir den agrarökologischen Weg gehen.”

Vandana Shiva

In einem schlichten aber eleganten Konferenzraum begrüßte Künast ihre Gäste und 30 Zuschauer aus dem Deutschen Bundestag, europäischen Umweltinstituten und der Öffentlichkeit. Schnell wandte sich das Gespräch der Landwirtschaft in Indien zu: ein Land, dessen landwirtschaftliches Gesicht während der Grünen Revolution Mitte des 20. Jahrhunderts tiefgreifend verändert wurde. Es ist ein bemerkenswertes Beispiel für die extremen Konflikte und Kontraste im gegenwärtigen globalen Nahrungsmittelsystem. Ratsmitglied Shiva beschrieb die Schrecken der ressourcen-intensiven Landwirtschaft in dem Land, auf die sie im Laufe ihrer vier Jahrzehnte Umweltaktivismus immer wieder gestoßen ist. Eine fortlaufende Selbstmord-Epidemie von Hunderttausenden verschuldeter Landwirte, ein cancer train („Krebszug“) aus dem Punjab, dem Rajasthan, und eine aus der Landwirtschaft und in den Drogenmissbrauch vertriebene Jugend, waren einige der Bilder, auf die sie sich berief. Aber die alten Techniken, die auf der reduktionistischen „Lego-Logik“ gentechnischer Methoden basieren, sind als falsch erkannt und von vielen Menschen haben begonnen, diese durch Bio-Agrikultur zu bekämpfen.

 

„Ein neues Verständnis eines alten Wissens wird die Zukunft der Menschheit sein.”

Renate Künast

In den letzten 45 Jahren hat der Bundesstaat Sikkim im indischen Himalaya den Übergang zur 100% Bio-Landwirtschaft vollzogen. Modellbauernhöfe, Farmer Field Schools und ein generelles Verbot nichtökologischer Lebensmittelprodukte haben dazu beigetragen, dass über 65.000 Landwirte auf 75.000 Hektar zu nachhaltigen, vollständig biologischen Methoden ausgebildet wurden. Die Direktorin der Stiftung World Future Councils, Alexandra Wandel, beschrieb, wie die beispiellose und absolut erfolgreiche Transformation der Region unzählige Vorteile für ihre Landwirte und die Gesundheit und das Wohlergehen der Menschen vor Ort gebracht hat. Außerdem hat sie für einen Tourismus-Boom um 50% und Anerkennung auf globaler Ebene gesorgt. Für diese unermüdliche Arbeit im ökologischen Landbau wurde Sikkim bei der Zeremonie vor 170 Staatsoberhäuptern in Rom mit dem Future Policy Award 2018 in Gold ausgezeichnet. Obwohl 51 andere Nominierungen für den Preis ausführlich recherchiert wurden und andere Politiken aus Dänemark, Ecuador und Brasilien eine Silberauszeichnung erhielten, erwiesen sich Sikkims Bemühungen bei weitem als vorbildlich.

 

„Ein wirklich visionärer und ganzheitlicher Ansatz in der Landwirtschaft.”F

Alexandra Wandel

Im Rahmen ihrer Arbeit als Bundestagsabgeordnete hatte Künast kürzlich die Gelegenheit, Sikkim zu besuchen, um die bahnbrechende Arbeit mit eigenen Augen zu sehen. Sie sei sehr beeindruckt davon gewesen, wie der Staat öffentliche Gelder einsetzt, um seinen Bürgerinnen und Bürgern im biologischen Landbau Chancen auf ein Leben in Selbstbestimmung, Gesundheit und Würde zu bieten. Dort verschmilzt Wertschätzung von traditionellem Wissen mit der Kompetenz der Menschen in einer Atmosphäre des Respekts vor einander und der Erde.                                                                                      

 

„Sikkim ist das Licht. Der Kampf muss weitergehen. “

Vandana Shiva

Nachdem alle Redner ihre Erfahrungen und ihr Wissen mit Leidenschaft geteilt hatten, konnte das Publikum seine Fragen stellen. Die Chancen und Risiken der Digitalisierung der Landwirtschaft standen an erster Stelle, und Ratsmitglied Shiva betonte den Unterschied zwischen dem Recht auf Technologie und dem freien Internet auf der einen Seite, und der erzwungenen Digitalisierung der Landwirtschaft auf der anderen. Es sei nötig angesichts der Gefahren einer Kommerzialisierung landwirtschaftlicher Daten zur Verwendung durch große Unternehmen vorsichtig zu sein. „Die Festlegung des Gemeingutes in diesem neuen Kontext”, sagte Prof. Dr. Shiva, “ist äußerst wichtig.”

Eine zweite Person fragte, wie Sikkim auf nationaler Ebene wahrgenommen wurde. Sei dies der Beginn eines Indiens des Biolandbaus? Es gäbe sicherlich andere positive Beispiele, zum Beispiel Bemühungen im Norden des Bundesstaates Ladakh, Biolandbau zu etablieren, so Shiva. Auf nationaler Ebene bestünden jedoch nach wie vor große Hindernisse. Entscheidend sei hier das anhaltende Bekenntnis aller Gesellschaftsschichten zu einer Vision von Nachhaltigkeit.

 

„Wir brauchen eine echte Debatte in allen unseren Gesellschaften, sonst ist die Zukunft eine Sackgasse. Nur Ernährungsdemokratie wird uns im Jahr 2050 ernähren. ”

Vandana Shiva

Die Veranstaltung im Deutschen Bundestag fand einen Tag nachdem die Stiftung World Future Council und Ratsmitglied Shiva ins Deutsche Theater eingeladen wurden, um das 60. Jubiläum von Brot für die Welt zu feiern. Am gleichen Tag der Gesprächsrunde im Bundestag fanden zwei weitere spannende Veranstaltungen im historischen Babylon Cinema in Berlin statt. Die erste – “Vision for Agriculture 2050” [1] [2] – war eine Debatte zwischen Ratsmitglied Shiva, Norbert Lemken, Direktor der Agrarpolitik von Bayer, und Prof. Dr. Sonoko Dorothea Bellingrath-Kimura vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF). Während der Debatte brachte das Publikum seine Unterstützung für Biolandbau und seine Empörung über die Kommerzialisierung von Landwirtschaft zum Ausdruck: es tobte eine Debatte über die Wissenschaftlichkeit von Einsatz von Chemikalien, die Fähigkeit, die Welt zu ernähren, und die Moral hinter dieser monumentalen Aufgabe. Nach einer kurzen Pause, in der sich die Zuschauer mit der Literatur von Vandana Shiva informieren und mit Liam Innis über die Stiftung World Future Council und den Future Policy Award sprechen konnten, ging die Nacht mit der Vorführung von „Unser Saatgut: Wir ernten was wir säen”  weiter. Der Film, in dem Ratsmitglied Shiva eine Protagonistin ist, verfolgt die reiche Geschichte des 12.000 Jahre alten Kulturguts Saatguts, das heute wegen der Aktivitäten der Agrarindustrie vom Aussterben bedroht  ist – und von manchen Menschen mit Leidenschaft geschützt wird.

 

„Ich denke, es ist an der Zeit, die Pflege, Liebe, Miteinander und unsere Gehirne wieder der Landwirtschaft zu zuwenden.”

Vandana Shiva

 

[1] https://www.2000m2.eu/de/vandana-shiva-visions-for-agriculture-2050/

[2] https://theworldnews.net/de-news/aktivistin-streitet-mit-konzern-vandana-shiva-vs-bayer-lobbyist

Kunst ersteigern – Gutes bewirken!

Mit unserer Weihnachtsauktion können Sie hochwertige Kunst für einen guten Zweck erwerben: Ersteigern Sie ein Gemälde des hawaiianischen Künstlers Demian Dressler zugunsten der Stiftung World Future Council und fördern so die Aktivitäten unserer Organisation. 

 

Über den Künstler

Demian Dressler ist ein Gegenwartskünstler aus Hawaii. Seine Kunstwerke sind im Las Vegas Southern Nevada Museum of Fine Art und im Marietta/Cobb Museum of Art in Georgia, USA, ausgestellt.  Dressler wurde vor seiner Künstler-Karriere als Veterinärmediziner und seine bahnbrechende Behandlung von Krebs bei Hunden bekannt. Er lebt und arbeitet auf Maui, Hawaii, und ist ebenfalls Botschafter der Stiftung World Future Council im englischsprachigen Raum.

 

Die Kunstwerke

“Event Horizon”

“Event Horizon” zeigt uns die Grenzen zwischen Domänen, vielleicht zwischen heute und morgen, Gegenwart und Zukunft, wo Schöpfung und Zerstörung sich vereinen. Die Vergangenheit löst sich auf, während die Zukunft sich herauskristallisiert. Es ist hier, am Ereignishorizont, wo Möglichkeit Realität wird.

Unikat. Format: 25,5 x 51 cm (drei Teile). Gespendet von Demian Dressler. Aufrufpreis 2.000 Euro.  

 

“The Freedom of Ikarus”

Dieses einzigartige Gemälde bezieht sich auf den antiken griechischen Mythos von Ikarus, dem Sohn des Meisterhandwerkers Daedalus, dem Schöpfer des Labyrinths. Oft in der Kunst dargestellt, versuchen Ikarus und sein Vater, von Kreta zu entkommen, mit Flügeln, die sein Vater aus Federn und Wachs gebaut hat. Der Vater von Ikarus warnt ihn weder zu tief noch zu hoch zu fliegen damit nicht die Feuchtigkeit des Meeres seine Flügel verklebe oder sie in der Hitze der Sonne schmelzen. Ikarus ignorierte die Anweisungen seines Vaters, nicht zu nahe an die Sonne zu fliegen, woraufhin das Wachs in seinen Flügeln schmolz und er ins Meer fiel. Diese besondere Arbeit stellt das Gleichgewicht zwischen Freiheit und Macht des Fortschritts der Menschheit unter Berücksichtigung und Kontemplation eines solchen Fortschritts dar.

Unikat, Maße: ca 36 x 61 cm, gerahmt. Gips auf Papier und Phototransfer auf Metallplatte. Gespendet von Demian Dressler. Aufrufpreis 2.000 Euro.  

 

Wie kann ich bieten?

Sie können schriftlich bieten bis zum 12.12.2018 an events@worldfuturecouncil.org. Der/die Höchstbietende erhält das Gemälde und wird am 14.12.2018 per Email informiert.

 

Gut zu wissen

Transport (einschl. Versicherung) bzw. Abholung der ersteigerten Kunstwerke erfolgt auf Rechnung und Gefahr des/der Höchstbietenden. Die Rückgabe ist ausgeschlossen. Bei der Abbildung der Gemälde auf dieser Website bitten wir, Farbabweichung und etwaige minimale Beschneidungen in der Bilddatei zu entschuldigen. Wir erheben keine Provision oder sonstige Gebühren für die Ersteigerung der Kunstwerke. Indem Sie an der Auktion teilnehmen, stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu.

Prominente Verleihung des Future Policy Award 2018 – ein Rückblick

Am 15. Oktober 2018, am Vorabend des Welternährungstages, wurde in Rom der diesjährige Future Policy Award verliehen und gefeiert. Gemeinsam mit der UNO-Ernährungsorganisation FAO und IFOAM – Organics International zeichnete der World Future Council die weltbesten Lösungen zur Förderung von Agrarökologie und nachhaltigen Ernährungssysteme aus.

Gewinner und Jurymitglieder des Future Policy Award 2018 in Rom. ©FAO/Giuseppe Carotenuto

Das “100%-Bio”-Gesetz aus Sikkim (Indien), der erste 100%-Ökolandbau-Staat der Welt, hat sich gegen 51 nominierte Gesetze aus 25 Ländern durchgesetzt und wurde mit dem Future Policy Award 2018 in Gold belohnt. Sein gesamtes Anbauland von 75.000 Hektar wird biozertifiziert bewirtschaftet. Von der Umstellung auf 100% Bio haben über 66 000 Bauernfamilien profitiert. Gesetze aus Brasilien, Dänemark und Quito (Ecuador) erhielten die Silber-Auszeichnung.

Maria Helena Semedo, FAO Vizegeneraldirektorin überreicht den Goldpreis an S.E. Dr. Pawan Chamling, Ministerpräsident des indischen Staates Sikkim. ©FAO/Giuseppe Carotenuto

 

Drei Ratsmitglieder des World Future Council, Jury-Mitglieder des Future Policy Award 2018 und Alternative Nobelpreisträger, nahmen an der internationalen Veranstaltung in Rom teil: die indische Umweltaktivistin Prof. Dr. Vandana Shiva, SEKEM-Geschäftsführer Helmy Abouleish und Biovision-Gründer Dr. Hans Herren.

World Future Council Ratsmitglied Helmy Abouleish. ©FAO/Giuseppe Carotenuto

Helmy Abouleish überreichte den silbernen Award an den Bio-Aktionsplan Dänemark, eine Strategie für mehr Zusammenarbeiten im Bio-Sektor. Durch den Aktionsplan hat Dänemark heute den höchsten Marktanteil für ökologische Lebensmittel in der Welt und die höchsten jährlichen Pro-Kopf-Ausgaben für Bio-Lebensmittel. 80% der Däninnen und Dänen kaufen mittlerweile Biolebensmittel.

Der Future Policy Award ist die erste Auszeichnung weltweit, die Gesetze und politische Maßnahmen auszeichnet. Neben Sikkim und Bio-Aktionsplan Dänemarks wurde außerdem der Nationalen Politik für Agrarökologie und Ökolandbau (PNAPO) in Brasilien ein Silberpreis verliehen. Diese investierte rund 364 Millionen Euro in agrarökologische Maßnahmen, wodurch beispielsweise rund 5.300 Gemeinden unterstützt wurden, mindestens 30% ihres Schulessenbudgets für den Einkauf von biologischen Produkten von Familienbetrieben aufzuwenden.

Der Vision Award für zukunftsweisende Politik ging an TEEBAgriFood, eine Initiative des Umweltprogramms der Vereinten Nationen. TEEBAgriFood ist ein bahnbrechender, weltweit anwendbarer Bewertungsrahmen für Lebensmittelsysteme, der erstmalig umfassend alle Vorteile und Kosten aller relevanten Dimensionen (Umwelt, Gesundheit, Soziales, Kultur) der Öko-Landwirtschaft-Lebensmittel-Wertschöpfungskette in einem einzigen Bericht aufzeigt. Damit ist es erstmals möglich die wirklichen Kosten unserer Lebensmittel zu berechnen und auf dieser Grundlage effizientere Politik zu gestalten.

Drei ehrenhafte Würdigungen des Future Policy Award wurden dieses Jahr vergeben an das philippinische “Von den Waffen zu den Farmen”-Programm der Stadt Kauswagan, an Los Angeles’ Beschaffungsprogramm für Gutes Essen und an den Agrarentwicklungsplan der senegalischen Stadt Ndiob.

Die Preisträger

 

Lesen Sie auch unseren englischen Blogartikel zum Thema, schauen Sie sich die ZDF-Dokumentation zu unserem Goldpreisträger an oder Videos (auf Englisch) über weitere Gewinnerpolitiken des diesjährigen Future Policy Award 2018!

 

Film mit Vandana Shiva und Jane Goodall kommt in die Kinos

„Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen“

Prachtvolle Öko-Doku zur Rettung der Saatgutvielfalt

Der Film mit unserem Ratsmitglied Vandana Shiva und Ehrenratsmitglied Jane Goodall kommt in die deutschen Kinos!

Zur Hamburg-Premiere wird es ein Publikumsgespräch mit Regisseur Taggart Siegel, Alexandra Wandel (Direktorin des World Future Council) und Lutz Bergmann (OpenSourceSeeds) geben.

Ort: Abaton Kino, Allendeplatz 3 / Ecke Grindelhof, 20146 Hamburg

Zeit: Filmbeginn 20:00, Publikumsgespräch im Anschluss

Weitere Termine finden Sie hier.

Trailer

 

Über den Film

Wenige Dinge auf unserer Erde sind so kostbar und lebensnotwendig wie Saatgut. Verehrt und geschätzt seit Beginn der Menschheit, sind die Samen unserer Kulturpflanzen die Quelle fast allen Lebens. Sie ernähren und heilen uns und liefern Rohstoffe für unseren Alltag. Doch diese wertvollste aller Ressourcen ist bedroht: Mehr als 90 Prozent aller Saatgutsorten sind bereits verschwunden. Biotech-Konzerne wie Syngenta und Bayer/Monsanto kontrollieren mit gentechnisch veränderten Pflanzen längst den globalen Saatgutmarkt. Daher kämpfen immer mehr passionierte Bauern, Wissenschaftler, Anwälte und indigene Saatgutbesitzer wie David gegen Goliath um die Zukunft der Sortenvielfalt.

Mit ihrem Dokumentarfilm „Unser Saatgut“ folgen Taggart Siegel und Jon Betz diesen leidenschaftlichen Saatgutwächtern, die unser 12.000 Jahre altes Nahrungsmittelerbe schützen wollen. Ohne es zu wissen, werden sie zu wahren Helden für die gesamte Menschheit, denn sie verbinden uns wieder mit dem ursprünglichen Reichtum unserer Kultur, die ohne die Saatgutvielfalt nicht bestehen kann.

„Unser Saatgut“ ist ein Appell an uns alle: Schützt die ursprüngliche Saatgutvielfalt, sonst ist das reiche Angebot unserer Nahrung bald nur noch schöne Erinnerung! Einfallsreich und mit kreativen Bildern macht der Film seine Zuschauer zu mündigen Essern, die sich nicht mit der immer gleichen Supermarktware abspeisen lassen. Ein lebensverändernder Dokumentarfilm von Taggart Siegel und Jon Betz, so farbenfroh wie die natürliche Vielfalt unserer Saaten. Mit den weltweit bekannten Umweltaktivisten Vandana Shiva, Jane Goodall und Percy Schmeiser. Ausgezeichnet mit 18 Festival-Awards und nominiert für den EMMY 2018 als „Outstanding Nature Documentary“.

Kinostart in Deutschland: 11. Okober 2018
Kinostart in Österreich: 12. Oktober 2018

„Zukunft gestalten: Jetzt!” Das neue Buch von Jakob von Uexküll

Schon heute zeigt sich Europa unfähig, mit ein paar Millionen Flüchtlingen zurechtzukommen.
Wie soll es dann mit einigen hundert Millionen umgehen?

Die Menschheit steht vor noch nie dagewesenen Konflikten und Gefahren: Wenn nicht schnell und radikal umgesteuert wird, droht das Ende des bewohnbaren Planeten und alle nach uns folgenden Generationen werden ihrer Zukunft beraubt. Dabei ist der Klimawandel nicht die einzige Herausforderung: Die Zerstörung der Artenvielfalt, die Versäuerung der Meere, die zunehmende Erosion von Ackerland und die Verknappung wichtiger Kulturgüter bedrohen unsere Zukunft.

„Zukunft gestalten: JETZT“. ist ein leidenschaftliches Plädoyer. Auf der Grundlage der bereits geleisteten Arbeit legt Jakob von Uexküll, Stifter des „Alternativen Nobelpreises“ und Gründer des „Weltzukunftsrats“, seine Gedanken zu den zentralen Zukunftsfragen vor: Nahrungsgerechtigkeit, Nachhaltige Wirtschaft, Frieden und Abrüstung.
Jakob von Uexküll, Gründer des Alternativen Nobelpreises (The Right Livelihood Award) und des Weltzukunftsrats (World Future Council), arbeitet seit Jahrzehnten weltweit an Konzepten des Umdenkens und Umsteuerns – als Botschafter, Aufklärer und Berater für eine gerechtere und bewohnbare Welt für zukünftige Generationen.

Die Tageszeitung „Die Welt“ berichtete über Jakob von Uexkülls neuem Buch und seinen Lösungen mit Weitblick.

Über das Buch

 

Jakob von Uexküll:

„Zukunft gestalten: JETZT“

Mit einem Vorwort von Auma Obama

215 Seiten, Klappenbroschur
€ 18,- [D]
ISBN 978-3-86393-083-7

Auch als e-book erhältlich
ISBN 978-3-86393-545-0

 

Bestellungen und Rezensionswünsche richten Sie bitte an:
info@europaeische-verlagsanstalt.de | Telefon 040-45 01 94-0
CEP Europäische Verlagsanstalt | Mittelweg 121 | 20148 Hamburg
Mehr zum Programm der Europäischen Verlagsanstalt unter www.europaeische-verlagsanstalt.de

 

Über den Autor 

 

Jakob von Uexküll, Gründer des Alternativen Nobelpreises (Right Livelihood Award) und des Weltzukunftsrats (World Future Council), arbeitet seit Jahrzehnten weltweit an Konzepten des Umdenkens und Umsteuerns – als Botschafter, Aufklärer und Berater für eine gerechtere und bewohnbare Welt für zukünftige Generationen.

Mehr über Jakob von Uexküll.

 


Pressekontakt

Miriam Petersen
Media & Communications Manager
Telefon: +49 40 307 09 14 19

miriam.petersen@worldfuturecouncil.org

 

Kindern ein Stimme geben: Der WFC im „HSV Klassenzimmer”

Der 20. September ist der Weltkindertag und was liegt näher, als mit Kindern gemeinsam diesen Tag zu begehen?

Unter dem Motto „Kindern eine Stimme geben“ drehte sich daher bei der HSV-Stiftung „Hamburger Weg“ und dem World Future Council alles um die Rechte der Kinder. Hier ging es vor allem um das Kinderrecht auf Spiel und Beteiligung.

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World Future Council erhält Verstärkung

Im Turnus von fünf Jahren werden die Rats- und Ehrenratsmitglieder des World Future Council gewählt. In diesem Jahr war es wieder soweit und so gibt es einige Veränderungen. Wir freuen wir uns, vier neue Ratsmitglieder, einen neuen Botschafter und ebenfalls ein neues Mitglied des WFC-Aufsichtsrats begrüßen zu können. Gleichzeitig bedanken wir uns bei denjenigen, die den World Future Council verlassen werden, für ihre erfolgreiche und inspirierende Arbeit und für ihren Einsatz für die Ziele des World Future Council.

Das neue Ratsmitglied Victoria Tauli-Corpuz ist Sonderberichterstatterin der UNO für die Rechte indigener Völker. Die Aktivistin und Menschenrechtlerin setzt sich bereits seit den 1970er Jahren für die Rechte indigener Völker und Frauenrechte ein. Pauline Tangiora war bisher die Expertin für das Thema. Diese wechselt nun in den Ehrenrat.

Ebenfalls in den Rat berufen wurde Charlotte Aubin. Aubin ist Unternehmerin und Gründerin von GreenWish Partners und der GreenWish-Stiftung. Mit der Stiftung sollen soziale Projekte sollen und Solarelektrifizierungs-Programme, vornehmlich auf dem afrikanischen Kontinent, gefördert werden.

Zudem wurde Helmy Abouleish in diesem Jahr in den Rat gewählt. Helmy Abouleish ist Geschäftsführer der SEKEM-Initiative in Ägypten, die sein Vater Dr. Ibrahim Abouleish 1977 gründete und für die Ibrahim Abouleish 2003 mit dem Alternativen Nobelpreis (Right Livelihood Award) ausgezeichnet wurde. Abouleish engagierte sich lange in der nationalen und internationalen Politik für verantwortungsvollen Wettbewerb, soziales Unternehmertum, die Bekämpfung des Klimawandels und für Ernährungssicherheit.

Mit Neshan Gunasekera ergänzt ein Jurist und Erziehungswissenschaftler den Rat. Von 2007 bis 2012 war Neshan Direktor des Forschungszentrums Weeramantry International Center for Peace Education and Research, das von Richter C.G. Weeramantry gegründet wurde. Er berät viele internationale Organisationen. Sein erklärtes Ziel ist es, Menschen zusammen zu bringen und sich mit ihnen für Schutz und Regeneration der Umwelt zu einzusetzen.

Als neuen Botschafter konnte der World Future Council Gerhard Stübe gewinnen. Stübe ist Leiter des Festspielhauses Bregenz, in dem 2017 das Jahrestreffen der WFC-Ratsmitglieder stattfand. Die nachhaltige Wirkung von Veranstaltungen steht im Zentrum seiner Arbeit.

Tina Stridde ergänzt ab sofort den Aufsichtsrat des World Future Council. Die studierte Betriebswirtin ist außerdem Geschäftsführerin der Aid by Trade Foundation, einer Dachorganisation der Cotton Made in Africa Initiative. Wir sind uns sicher, dass sie mit ihrem Engagement und ihren Interessenschwerpunkten in den Bereichen nachhaltiger Konsum und globale Wertschöpfungsketten hervorragend zum WFC passt.

Alle möchten wir herzlich beim World Future Council willkommen heißen. Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit und auf den Input dieser interessanten Menschen.


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10 Jahre World Future Council Broschüre

Zusammenfassung

2017 feiert der World Future Council (WFC) sein zehnjähriges Bestehen. Während wir auf die Herausforderungen und Möglichkeiten in der Zukunft blicken, wollen wir einen Moment innehalten, um die Erfolge des letzten Jahrzehnts zu würdigen.

Wir können – und müssen – einen Wandel hin zu einer nachhaltigen, erneuerbaren und friedlichen Welt vollziehen. Beispielsweise können wir unsere Energieversorgung schon mit den heute bekannten Technologien zu 100% mit erneuerbaren Energien decken. Dies nicht zu tun ist auch eine Verschwendung von Natur-Kapital, denn die Sonne von heute können wir morgen nicht mehr nutzen.

10 Jahre Stiftung World Future Council

Zusammenfassung

2017 feiert der World Future Council (WFC) sein zehnjähriges Bestehen. Während wir auf die Herausforderungen und Möglichkeiten in der Zukunft blicken, wollen wir einen Moment innehalten, um die Erfolge des letzten Jahrzehnts zu würdigen.