Bessere Lebensbedingungen: Äthiopien gewinnt internationalen Preis für erfolgreiche Maßnahmen gegen Landverödung

Hamburg / Bonn / Ordos, 22. August 2017: Erosion verringern, Lebensqualität verbessern: die äthiopische Tigray-Region zeigt, dass dies möglich ist. Darum wird sie vom World Future Council mit dem Future Policy Award (FPA) in Gold ausgezeichnet, der dieses Jahr die besten Maßnahmen und Politiken ehrt, die erfolgreich Desertifikation und Landverödung bekämpfen. Die Tigray-Region setzte sich gegen 26 andere Nominierungen aus aller Welt durch. Mit dem Gesetz werden auf einzigartige Weise gemeinschaftliches Handeln, Freiwilligenarbeit und Einbindung der Jugend kombiniert. Durch die Einführung des Gesetzes wird verödetes Land wieder bewohnbar gemacht.

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Photo by TerrAfrica Partnership at NEPAD Agency

Zwei Silber Awards werden vergeben an:

  • Brasilien: Das brasilianische Zisternen-Programm gibt Millionen Menschen in den ärmsten Regionen Brasiliens die Chance auf Selbstbestimmung
  • China: Durch das chinesische Gesetz zur Prävention und Kontrolle von Desertifikation wurde in den letzten 15 Jahren der Trend der zunehmenden Wüstenbildung umgekehrt und Millionen von Menschen aus der Armut befreit

Der Vision Award geht an die internationale „4 per 1000“ Initiative, ein einmaliges Konzept für den Klimaschutz: Jährlich soll der im Ackerboden gebundene Kohlenstoff um 0,4 Prozent erhöht werden. So können 1,2 Milliarden Tonnen Kohlenstoff pro Jahr gespeichert und der Klimawandel aufgehalten werden.

Drei Bronze Awards gehen dieses Jahr an:

  • Australien: In Australien übernehmen Indigene erfolgreich den Schutz der Trockengebiete vor Landverödung
  • Jordanien: Jordanien integrierte die im Nahen Osten am weitesten verbreitete Hirten-Tradition „Hima“ in seine neue Weidelandstrategie und entwickelt daraus innovative Maßnahmen gegen Desertifikation
  • Niger: Der westafrikanische Staat verbindet in seiner 3N Initiative den Kampf gegen Landverödung mit der Herstellung von Nahrungssicherheit

Weitere Informationen zu den Gewinner-Gesetzen finden Sie hier

Stellungnahmen des World Future Council und der UNCCD

Monique Barbut, Exekutivsekretärin, Sekretariat des Übereinkommens der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Desertifikation (UNCCD)

“Trockengebiete bedecken fast 40% der Landmasse der Erde und wachsen durch den Klimawandel stetig an. Millionen von Menschen sind dadurch von Hunger und Armut bedroht – doch die Weltgemeinschaft nimmt dies kaum zur Kenntnis. Der Future Policy Award 2017 wirft ein Schlaglicht auf eine unterschätzte Naturkatastrophe, die sich schleichend ihren Weg bahnt – und auf effektive Lösungen. Die sieben Preisträger sind alle selbst von Desertifikation betroffen und zeigen großes Umweltbewusstsein und politische Handlungsfähigkeit.“

 Alexandra Wandel, Direktorin und Stellv. Vorstandvorsitzende des World Future Council (WFC)

„Durch Wüstenbildung verlieren Millionen von Menschen ihre Heimat. Mit der äthiopischen Tigray-Region als Gewinnerin des Future Policy Awards steht fest, dass wirksame Lösungen nicht von außen kommen müssen: Fluchtursachen können am Ort des Geschehens erfolgreich angegangen werden. Eine kleine Region in einem vom Klimawandel bedrohten, ostafrikanischen Land hat Wege gefunden, eine globale Herausforderung effektiv anzugehen – ich sehe dies als ermutigende Botschaft.“

 

Zum Hintergrund

Im vergangenen Jahrhundert sind durch Dürren mehr Menschen ums Leben gekommen als durch jede andere wetterbedingte Katastrophe. Desertifikation wird daher heute als eine der größten Herausforderungen der Menschheit gesehen. Trockengebiete sind äußerst anfällig für Überbeanspruchung und Klimaveränderungen, Dürren kommen inzwischen aufgrund des Klimawandels immer häufiger vor, was den Effekt noch verstärkt. Diese Regionen gehören zu den konfliktreichsten Gebieten der Erde.

Die Gesetze, die vom FPA ausgezeichnet werden, unterstützen vorbildlich das Ziel für nachhaltige Entwicklung (SDG) 15.3 der Vereinten Nationen, der Kampf gegen die Desertifikation und die Wiederherstellung der durch Wüstenbildung, Dürren und Überflutungen degradierten Flächen.

Der Future Policy Award (FPA) zeichnet als einziger internationaler Preis effektive Gesetze aus, die die Lebensbedingungen für Menschen weltweit verbessern. Ziel des Preises ist es, die öffentliche Aufmerksamkeit auf nachhaltige Gesetze und Maßnahmen zu lenken. Die Evaluation der Gesetze findet anhand der “Sieben Prinzipien für zukunftsgerechte Gesetzgebung“ statt. Daher werden Gesetze besonders positiv bewertet, die nicht nur die nachhaltige Nutzung von Ressourcen fördern, sondern darüber hinaus Gleichberechtigung, Armutsbekämpfung, Teilhabe und friedliche Konfliktlösung in Angriff nehmen.

Die Gewinner des Future Policy Awards werden im Rahmen der 13. Vertragsstaatenkonferenz  (Conference of the Parties, COP) der UNCCD in Ordos (China) im September 2017 geehrt.

Weitere Informationen zum diesjährigen Future Policy Award finden Sie hier


Medienkontakt

Miriam Petersen
Media & Communications Manager
Tel: +49 40 307 09 14 19

miriam.petersen@worldfuturecouncil.org

Wagaki Wischenewsjki
Public Information and Media Officer
United Nations Convention to Combat Desertification
Tel: +49 228 815 2820
wwischnewski@unccd.int

Der World Future Council

Der World Future Council stellt die Interessen zukünftiger Generationen ins Zentrum von Politikgestaltung. Der Rat besteht aus 50 internationalen Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur, die in ihrem Themenbereich bereits Herausragendes geleistet haben. Er setzt sich für gesetzliche Rahmenbedingungen ein, die heutigen wie zukünftigen Generationen das Leben in einer gerechten und ökologisch intakten Welt ermöglichen. Die Hauptansprechpartner hierfür sind politische Entscheidungsträger und Parlamentarier, aber auch Partner aus der Zivilgesellschaft, Wirtschaft und internationalen Organisationen. Für eine nachhaltige, gerechte und friedliche Zukunft, in der universelle Rechte respektiert werden, erforschen, identifizieren und verbreitet der World Future Council die besten globalen politischen Lösungen.

UNCCD – Sekretariat des Übereinkommens der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Desertifikation

Das Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD) ist der einzige, rechtsverbindliche internationale Vertrag, der sich mit Landfragen auseinandersetzt. Das Abkommen unterstützt verantwortungsbewusste und gute Landpflege. Die 196 Vertragspartner verpflichten sich, die Konvention partnerschaftlich umzusetzen und die Nachhaltigkeitsziele der UN zu verwirklichen. Am Ende steht das Ziel, unser Land vor Überbeanspruchung und Dürren zu schützen, so dass es uns weiter mit Nahrung, Wasser und Energie versorgen kann. Durch die nachhaltige Bewirtschaftung von Land und das Streben nach Landdegradations-Neutralität jetzt und in der Zukunft, sollen die Folgen des Klimawandels abgemildert und Konflikte um natürliche Ressourcen verhindert werden, damit unsere Gesellschaften sich gut entwickeln können.

Ahmed Djoghlaf leitet wichtige Runde der UN-Klimaverhandlungen

Lima / Hamburg 15. November 2014 – Botschafter Dr. Ahmed Djoghlaf und Daniel A. Reifsnyder vom US-Außenministerium werden die entscheidende Runde der UN-Klimaverhandlungen bis Ende 2015 leiten. Beim nächsten UN-Klimagipfel in Paris sollen die Vertreter aller Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen ein bindendes Klimaschutzabkommen unterzeichnen. Der Algerier Ahmed Djoghlaf führte den UN-Biodiversitätsgipfel 2010 in Nagoya zum Erfolg und wurde 2011 zum Mitglied des World Future Council (WFC) ernannt.

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Neues Online-Magazin über die Welt der Ozeane

Hamburg, 17. Juni 2014 – Die erste Ausgabe des kostenlosen digitalen Magazins „Oceans & Islands“ steht auf der Internetseite www.oceansandislands.org ab sofort kostenlos zum Download zur Verfügung. Das Magazin ist eine Kooperation der Hamburger Stiftung World Future Council, die sich für einen gesunden Planeten mit gerechten Gesellschaften einsetzt, und der Vladi Private Islands GmbH, dem weltweit führenden Inselmakler.

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Ruanda – wenig bekannte Fakten

Ruanda, das „Land der tausend Hügel“, in dem auf einer Fläche der Größe Mecklenburg-Vorpommerns elf Millionen Menschen leben, ist das am dichtesten bevölkerte Land Afrikas. Im April 2014 jährt sich der Genozid in Ruanda zum zwanzigsten Mal. Ein Anlass, auf die Ereignisse zurück zu blicken. Vielleicht auch ein Anlass, einen Blick auf die aktuelle Entwicklung des ostafrikanischen Landes zu werfen. Es steht weiterhin vor großen Herausforderungen, vor allem, was seinen Weg zur echten Demokratie anbelangt. Doch Ruanda verzeichnet auch erstaunliche Erfolge.

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Future Policy Award 2012 geht an Palau

In den Meeresgebieten der mikronesischen Republik werden Haie konsequent geschützt /
Beispielhafte Politiken aus Namibia und von den Philippinen gewinnen Silber

New York, 26. September 2012 – Gewinner des Future Policy Award 2012 ist die Republik Palau. Der mikronesische Inselstaat erhielt den Preis des World Future Council als Anerkennung für zwei herausragende marine Politiken, den 2003 initiierten Protected Areas Network Act und den Shark Haven Act aus dem Jahr 2009. Der Preis in Silber ging an Namibia für den Marine Resources Act (2000) und die Philippinen für den Tubbataha Reefs Natural Park Act (2010). Laut der internationalen Jury leisten die vier prämierten Politiken den effektivsten Beitrag zum nachhaltigen Management von Meeren und Küsten zum Wohle heutiger und zukünftiger Generationen. Die Gewinner wurden am 26. September 2012 im Rahmen einer Pressekonferenz im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York bekannt gegeben.

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Future Policy Award 2012: Internationale Jury gibt Shortlist bekannt

Meeresschutz-Gesetze aus fünf Ländern in der engeren Wahl für den renommierten Politik-Preis

Hamburg/Montreal/Washington D.C./Rom, 4. September 2012 – Sechs Gesetze aus fünf Ländern sind noch im Rennen um den Future Policy Award 2012. Der vom World Future Council seit 2009 verliehene Future Policy Award ist der einzige Preis, mit dem auf internationaler Ebene Gesetze ausgezeichnet werden, die bessere Lebensbedingungen für heutige und zukünftige Generationen fördern. 2012 feiert er die weltbesten Politiken zum Schutz von Meeren und Küstengebieten. In die engere Wahl haben es Kalifornien, Namibia, Palau, die Philippinen und Südafrika geschafft.

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UN-Direktor für Biodiversität wird Ehrenratsmitglied im Hamburger World Future Council

Hamburg, 19. Mai 2011 –  Zum „Internationalen Tag der Biologischen Vielfalt“ am Sonntag, den 22. Mai, feiert der Hamburger World Future Council einen prominenten Neuzugang: Der Direktor der UN- Konvention für Biologische Vielfalt (CBD), Dr. Ahmed Djoghlaf, wird Ehrenmitglied des Weltzukunftsrates. „Regierungen müssen zukunftsfähige Gesetze entwickeln und umsetzen. Der World Future Council vertritt nicht nur die Interessen zukünftiger Generationen. Er unterstützt Politiker auch konkret dabei, gute, effektive Gesetze einzuführen. Dieses Konzept überzeugt mich sehr. Ich bin hocherfreut, nun Teil des Rates zu sein“, sagt Ahmed Djoghlaf.

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Costa Rica gewinnt Future Policy Award 2010

Stehende Ovationen für Costa Ricas Biodiversitätsgesetz auf UN-Konferenz in Nagoya /
Australiens Gesetz zum Schutz des Great Barrier Reef mit dem zweiten Preis ausgezeichnet

Nagoya/ Hamburg/ Montreal, 26. Oktober 2010Wie das Biodiversitätsgesetz von Costa Rica beweist, kann beispielhafte Gesetzgebung zum Schutz der Artenvielfalt erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden. Am 25. Oktober 2010 versammelten sich Delegierte, Minister, Entscheidungsträger, Medien und Spender bei der Verleihung des Future Policy Award 2010, um die Verleihung des Preises an Costa Rica mitzuerleben und das Costa Ricanische Biodiversitätsgesetz als Meilenstein auf dem Weg hin zu den Zielen der UN Konvention über Biodiversität zu feiern. Die Erfolge des Gesetzes sprechen für sich: Indem es 26 % seiner Landfläche zu geschützten Gebieten erklärte, schaffte es Costa Rica als einziges Entwicklungsland, die Abholzung nicht nur zu stoppen, sondern eine signifikante Wiederbewaldung zu erreichen. Im Ergebnis belegt das lateinamerikanische Land den ersten Platz des Happy Planet Index 2009 und ist als Pionier des Ökotourismus anerkannt.

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Future Policy Award 2010 ehrt die besten Gesetze zum Schutz der Biodiversität

World Future Council vergibt den Preis auf der UN-Biodiversitätskonferenz in Japan

Nagoya/ Hamburg/ Montreal, 21. Oktober 2010Um die weltbesten Biodiversitätspolitiken zu würdigen, versammeln sich am 25. Oktober Minister, Entscheidungsträger, Medien und Sponsoren zur Verleihung des Future Policy Award 2010 in Nagoya, Japan. Der Future Policy Award, der vom World Future Council ins Leben gerufen wurde, zeichnet Gesetze mit besonders positiver Wirkung für Lebensbedingungen gegenwärtiger und zukünftiger Generationen aus. Es ist der erste Award, der auf internationalem Niveau besonders gelungene Gesetze auszeichnet. Sein Ziel ist es, hervorragende politische Lösungen bekannt zu machen, andere Länder und Regionen zur Nachahmung anzuregen und so politische Aktivitäten zu fördern, die gerechte, nachhaltige und friedliche Gesellschaften schaffen. Gastgeber der diesjährigen Preisgala wird als Kooperationspartner des World Future Council das Sekretariat der Konvention über die Biologische Vielfalt sein. Der Award wird prominent auf der 10. Vertragsstaatenkonferenz der Konvention vergeben, die vom 18. bis 29. Oktober in Nagoya stattfindet.

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Future Policy Award 2010 wird auf UNO-Konferenz vergeben

Earth Day: CBD-Sekretariat und WFC geben Zusammenarbeit bekannt

Ausgezeichnet wird das beste Gesetz zum Schutz der Artenvielfalt

Hamburg/Montreal, 22.4. 2010Als Beitrag zur Feier des Internationalen Jahres der Artenvielfalt haben das UN-Sekretariat der Biodiversitäts-Konvention (CBD) und der World Future Council (WFC) zum heutigen Earth Day eine enge Zusammenarbeit vereinbart. Anlass: Der World Future Council hat den Schutz der Artenvielfalt zum Thema für seinen diesjährigen Future Policy Award gemacht. Der Future Policy Award zeichnet Gesetze aus, die eine besonders positive Wirkung auf die Rechte zukünftiger Generationen entfalten. Ziel der Auszeichnung ist es, beispielhafte Gesetze global bekanntzumachen und so zu ihrer schnellen Implementierung in vielen Ländern beizutragen.

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