Pressemitteilung – Grüne Woche: Herausragende agrarökologische Projekte des globalen Südens ausgezeichnet

Die Ehrung würdigt erstmalig die besten Praxisbeispiele, die eine Agrarwende zu Agrarökologie im globalen Süden vorantreiben. Von 77 Nominierungen aus 44 Ländern haben 15 Projekte aus Afrika, Asien, Latein- und Südamerika diese neuartige Auszeichnung erhalten.

 

Berlin, den 17. Januar 2019  – Anlässlich der Grünen Woche und des Global Forum for Food and Agriculture 2019 (GFFA) sind heute 15 herausragende Projekte, Programme, Sozialunternehmen und Nichtregierungsorganisationen des globalen Südens, die nachhaltige Nahrungssysteme fördern, verkündet worden. Die Ehrung „Outstanding Practice in Agroecology 2019“ wird dieses Jahr erstmalig von der Hamburger Stiftung World Future Council und dem Stuttgarter Start-up Technology for Agroecology in the Global South (TAGS) vergeben. Die 15 Praxisbeispiele setzten sich gegen 77 Nominierungen aus 44 Ländern durch.

 

Auf Grundlage eines Evaluationsberichtes der Stiftung World Future Council hat eine internationale Jury aus Expertinnen und Experten die 15 besten Praxisbeispiele ausgewählt, die morgen anlässlich der Grünen Woche und des Global Forum for Food and Agriculture 2019 (GFFA) vorgestellt werden:

 

 

Afrika: Regenerierung durch die Zusammenführung von Saatgut mit Kultur und Natur in Afrika

Dieses NGO-Projekt arbeitet mit elf afrikanischen Ländern daran, traditionelle agrarökologische Anbausysteme wiederzubeleben, Saatgut- und Nahrungssouveränität zu fördern und Lebensgrundlagen zu regenerieren. Derzeit arbeiten 4.640 Bäuerinnen und Bauern am Erhalt von Saatgut und arbeiten mit 470 verschiedenen Samenarten.

 

Ägypten: SEKEM Initiative

SEKEM ist ein führendes Sozialunternehmen, welches 684 Hektar Wüstenland mittels 100% biodynamischer Landwirtschaftsmethoden zurückgewonnen hat. Mehr als 70% von SEKEMs wiedergewonnenem Land wird für die Produktion von Lebensmitteln und Rohstoffen für lokale Märkte verwendet. SEKEMs Produkte entsprechen dem höchstmöglichen ethischen, ökologischen und sozialen Standards.

 

Benin: Premium Hortus

Premium Hortus, eine afrikanische Greentech-Firma, spezialisiert sich auf den Onlinehandel von agrarökologischen Produkten, Bioproduktion und Erzeugerunterstützung. Bisher hat die Firma 400 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern ausgebildet und für über 700 städtischen Haushalten Zugang zu gesunden Lebensmittel geschaffen. Zusätzlich wird Abfall minimiert und recycelt. Studien zeigen, dass Premium Hortus Bauern dabei geholfen hat, ihre Ernteverluste bis zu 50% zu minimieren und ihre Kohlenstoffemissionen um 47% zu reduzieren, im Vergleich zu Bauern, die konventionelle Landwirtschaft betreiben.

 

Benin: Einsatz von Wasserhyazinthenkompost für die Herstellung gesunder Nahrung und Umweltschutz

Diese NGO  führt ein Projekt, welches  die biologische Kontrolle der hoch invasiven Pflanzenart Wasserhyazinthe in eine ökonomische Chance verwandelt, indem sie Kleinbäuerinnen  und Kleinbauern in der Kompostherstellung ausbilden und ihnen Marktzugang bieten. Sie haben eine Reduktion von 20% an Wasserhyazinthen erreicht. Dank Marktzugang können Kleinbäuerinnen und Kleinbauern ihr Einkommen aufbessern.

 

Brasilien: Gemeinschaftliches Management von Bioabfall und städtische Landwirtschaft – „Eimer-Revolution“

Die „Eimer-Revolution“ ist ein Gemeindeprojekt, welches Haushaltsbiomüll sammelt für den Gebrauch in städtischer Landwirtschaft in den sozial schwächeren Regionen von Florianópolis, Brasilien. Durch diese Förderung von städtischer Landwirtschaft hat dieses dezentralisierte und partizipative Abfallmanagementmodell bereits rund 1.200 Tonnen Biomüll eingesammelt und dazu beigetragen, nahrhaftes Essen für die teilnehmenden Familien zu schaffen, wovon mehr als 1.600 Menschen profitierten..

 

China: Gemeinsame Ernte und ländliche Regenerierung

Das Sozialunternehmen Gemeinsame Ernte (Shared Harvest) fördert gemeinschaftsunterstützte, sozialwirtschaftliche Landwirtschaft. Es liefert wöchentlichen  biologisch und lokal angebaute Produkte an über 800 Konsumenten in Peking und gewährleistet jedem Abonnenten ein Minimum an 200 Kilogramm frischer biologisch angebauter Lebensmittel.  Shared Harvest ist das Fundament der chinesischen Bewegung für Solidarische Landwirtschaft und bewirkte seit seiner Gründung eine Konvertierung von 1.000 Bauernhöfen zu dessen Methoden.

 

Global: Bauerngeleitete Natürliche Regenerierung

FMNR wurde erstmals im Niger von der NGO World Vision gemeinsam mit Bäuerinnen und Bauern entwickelt und wird mittlerweile in mindestens 24 Ländern angewendet. Es ist eine kostengünstige, anpassbare, schnelle und simple Technik, welche Bäuerinnen und Bauern anwenden können, um lebendige Baumstümpfe oder Baumsetzlinge im Boden zu regenerieren. Im Niger hat sich FMNR auf über 5.000.000 Hektar ausgebreitet und konnte mehr als 200 Millionen Bäume „wiederbeleben“. 2018 wurde der Gründer Tony Rinaudo mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet

 

Indien: Förderung von Bio-Anbau und Vertrieb unter Kleinbauern in einer ökologisch-fragilen Region (Timbaktu-Kollektiv)

Das Timbaktu-Kollektiv ist eine Graswurzelorganisation, welche sich für nachhaltige Entwicklung marginalisierter Menschen in 58 Dörfern des Ananthapuramu Distrikts in Andhra Pradesh einsetzt. Marke. Mittlerweile werden 8.700 Hektar mit agrarökologischen Methoden betrieben. Zurzeit arbeitet das Timbaktu-Kollektiv mit 2.080 Bauernfamilien zusammen, von denen viele Aktionäre der etablierten Genossenschaft sind, dessen Beschaffungsvolumen sich in den letzten beiden Jahren auf 877 Tonnen (2017) verdoppelt hat.

 

Kamerun: Partizipative Domestizierung einheimischer Baumarten für multifunktionelle Landwirtschaft durch Agrarforstwirtschaft

Dieses Projekt ermöglicht Bäuerinnen und Bauern die Implementierung von Methoden der Agrarforstwirtschaft und die Diversifikation ihres Lebensunterhalts, welches sie in Ländlichen Ressourcen-Zentren (Rural Resource Centres, RRC) erlernen. In Kamerun wurden mit Gemeinden zehn RRCs eröffnet, 150 Baumschulen aufgebaut und unterhalten. Über 10.000 Haushalten wurde geholfen, 1,6 Millionen Bäume zu pflanzen.

 

Kenia: Zentrum für natürliche Ressourcen in Trockengebieten (Dryland Natural Resource Center, DNRC)

Das Zentrum für natürliche Ressourcen in Trockengebieten (DNRC) arbeitet mit über 600 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern zusammen, um ihr Land durch agrarökologische Methoden und Agrarforstwirtschaft zu regenerieren. Dank des DNRC werden jährlich über 100.000 Baumsetzlinge von über 30 verschiedenen lokalen Arten angepflanzt, mit einer Überlebensrate von 80%.

 

Kuba: Generierung und Anwendung des Agrarökologischen Schädlingsmanagement (APM)

Dieses Praxisbeispiel zielt darauf ab, die Kapazität zur Selbstregulierung von Schädlingen und die Kapazitäten der Landwirtschaft zu erhöhen. Von 2003-2008 wurden 30.780 Bauern in APM ausgebildet und verbreiteten es. Dank APM reduzierten sich die Kosten für Pestizide und Schädlingsbekämpfung um 75 % in der kubanischen Landwirtschaftsproduktion, während sich Resilienz und Biodiversität verbesserten.

 

Mosambik: Inklusives Investment für Agrarökologie

Basierend auf einer Kombination aus individuellen und kollektiven Investitionen, Risikoteilung und ein Beratungs- und Verhandlungsprozess, fördert dieses Projekt die Umstellung zur Agrarökologie, stärkt es die lokalen Institutionen für Selbstbestimmung, unterstützt es Aggregation und diversifiziert Produktion und Märkte. Seit Juni 2018 wurden 180 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in Agrarökologie geschult, drei feste Trainer engagiert, 30 Verträge für agrarökologische Investments unterschrieben und erfüllt, und 120 Hektar Land werden umgestellt auf Agrarökologie.

 

Nepal: Die Kultivierung von Grünem Wohlstand in Gemeinden im Hohen Himalaya mittels Medizin- und Gewürzpflanzen (MAPs)

Dieses partizipative gemeindegestützte Programm unterstützt den Schutz von MAP-Arten, die Unternehmensentwicklung und Fair Trade, durch finanzielle und fachliche Unterstützung sowie Wissensaustausch. Auf über 2.500 Hektar ödem Land werden jetzt 13 verschieden MAP-Arten angepflanzt. Mittlerweile sind 18.000 Bauern in der Kultivierung von MAPs ausgebildet (11.000 Bauern direkt, während 7.000 dem Beispiel gefolgt sind) in über 100 nepalesischen Dörfern; 35-40% von ihnen sind weiblich.

 

Philippinen: Aufbau von resistenten Landwirtschaftsgemeinden und nachhaltigen Wirtschaftskreisläufen in den ärmsten Regionen der Philippinen mittels Agrarökologie

Die von Bäuerinnen und Bauern geführte Nichtregierungsorganisation Agro-Eco Philippines widmet sich der ländlichen Entwicklung, indem sie sich auf Naturschutz, biologischen Anbau, soziales Unternehmertum und Vermarktungszentren fokussiert. Die Organisation bildete bisher 3048 KleinbäuerInnen zum Thema klimaresiliente Landwirtschaft aus und hat 22 Bauernorganisationen ins Leben gerufen, welche sich nun im sozialen Unternehmertum engagieren und hat fünf Vermarktungszentren in Mindanao etabliert.

 

Simbabwe: Afrikanisches Zentrum für Holistisches Management (Africa Centre for Holistic Management, ACHM)

Das Afrikanische Zentrum für Holistisches Management (ACHM) unterstützt die Verbreitung von holistischem Weidebewirtschaftungs-Management in Afrika, größtenteils in Simbabwe. ACHM arbeitet direkt mit der bäuerlichen Bevölkerung. Praxisorientierte Lerneinrichtungen zeigen, wie durch das richtige Management des Viehbestands sich Land, Wasser und Tierwelt regenerieren. Das Zentrum hat bisher 100 Vermittler ausgebildet und erreichte 15.000 Bauern aus 16 Gemeinden in Simbabwe, welche ihr Einkommen verdrei- und verfünffachen konnten.

 

 

Im Rahmen der Grünen Woche und des Global Forum for Food and Agriculture 2019 (GFFA) werden die ausgezeichneten Praxisbeispiele einer Veranstaltung vorgestellt:

Agrarökologie stärken! Für eine zukunftsgerichtete Politik und Praxis

  1. Januar 2019, 15:30 bis 17:30 Uhr bei der Heinrich-Böll-Stiftung e.V.,
    Schumannstr. 8, 10117 Berlin
    , einschließlich einer Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern u.a. der UNO-Welternährungsorganisation (FAO) und des Bundesministeriums

für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

 

 

Stellungnahmen von der Stiftung World Future Council, TAGS und IFAD

 

„Um Hunger, soziale Ungleichheit, Klimawandel und den Verlust von Biodiversität erfolgreich anzugehen, ist eine Agrarwende zu nachhaltigen Nahrungs- und Landwirtschaftssystemen dringend nötig. Diese Auszeichnung wirft ein Schlaglicht auf Lösungen, die für die Menschen vor Ort wirklich funktionieren und stärkt diejenigen, die für die Nahrungssicherheit des globalen Süden verantwortlich sind: Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. Die ‘Herausragende Agrarökologischen Praktiken 2019’ haben einen direkten und greifbaren Effekt und wenn sie weiter verbreitet werden, können sie maßgeblich dazu beitragen, unsere Nahrungssysteme zu transformieren”, bemerkt Prof. Dr. Franz-Theo Gottwald, Aufsichtsratsvorsitzender der Stiftung World Future Council.

 

„Innovation entsteht dann, wenn Menschen, die ihre Herausforderungen angehen, über den Tellerrand schauen. Die  Praxisbeispiele, die mit der Auszeichnung ,Outstanding Practice in Agroecology 2019’ geehrt werden, zeigen auf beeindruckende Weise, wie ganzheitliche, innovative Ansätze Landwirtschaft zu einem Schlüsselelement für die Bekämpfung von Hunger, Armut, Klimawandel und Artenrückgang machen. Es wird Zeit, diesen beispielhaften Ansätze eine Plattform zu geben und über ihre Skalierung nachzudenken”, so Valerie von Koerber und Samuel Wagner, Gründer des Start-ups Technology for Agroecology in the Global South (TAGS).

 

„Diese 15 Herausragenden Praxisbeispiele in der Agrarökologie sind deswegen so vorbildlich, weil sie die kleinbäuerliche Lebensmittelerzeugung stärken, nachhaltige Nahrungssysteme fördern und resiliente landwirtschaftliche Methoden. Es war mir eine Ehre, in der Jury zu sein und ich fordere Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger auf, von diesen einzigartigen Initiativen zu lernen“, sagt Shantanu Mathur, Federführender Berater, Abteilung Globales Engagement und Multilaterale Beziehungen,  Internationaler Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD).

 

 

Mehr dazu auf unserer Website:

https://www.worldfuturecouncil.org/de/p/opa-2019/

 

Pressekontakt:

Miriam Petersen

Media & Communications Manager, World Future Council

miriam.petersen@worldfuturecouncil.org

040 307 09 14 19

 

Über die Stiftung World Future Council

Der World Future Council verfolgt das  Ziel, unseren Kindern und Enkeln einen gesunden Planeten mit gerechten Gesellschaften zu übergeben. Um dies zu erreichen, identifizieren und verbreiten wir zukunftsgerechte politische Lösungen und fördern deren Umsetzung weltweit. Unsere Hauptansprechpartner hierfür sind politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger. Wir beraten in enger Zusammenarbeit mit anderen zivilgesellschaftlichen Gruppen, Wissenschaftlern und internationalen Organisationen. So unterstützen wir Entscheidungsträger dabei, stets im Sinne von Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit zu handeln.

 

Über  TAGS

TAGS ist eine Initiative, die das Ziel verfolgt, mit Hilfe der technischen Expertise von Bosch grundlegende globale Probleme anzugehen. Es stellte sich schnell heraus, dass wir unseren Fokus auf die Unterstützung und Stärkung von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern legen wollen. Wir bekamen die Chance, als Start-Up bei Bosch unsere Möglichkeiten zu erkunden und auszuprobieren. Das Start-Up heißt TAGS – Technology for Agroecology in the Global South.

 

Indem wir von den Outstanding Practices in Agroecology lernen, wollen wir herausfinden, wie die Expertise von Bosch bei der Skalierung der Practices helfen könnte um so viele Kleinbäuerinnen und Kleinbauern wie möglich zu unterstützen.

Pressemitteilung: Future Policy Award 2018

„Polit-Oscar“ für nachhaltige Landwirtschaft: Das „100%-Bio“-Gesetz aus Sikkim, Indien, gewinnt Future Policy Award

Weitere Auszeichnungen an Gesetze aus Brasilien, Dänemark und Ecuador

Hamburg/Rom, 12. Oktober 2018 – Die weltbesten Lösungen, Gesetze und Programme zur Förderung von Agrarökologie und nachhaltigen Ernährungssystemen werden dieses Jahr mit dem Future Policy Award, dem „Polit-Oscar“ der Hamburger Stiftung World Future Council, ausgezeichnet. Das „100%-Bio“-Gesetz aus Sikkim, Indien, hat sich gegen 51 nominierte Gesetze aus 25 Ländern durchgesetzt und wird mit dem Future Policy Award in Gold ausgezeichnet. Gesetze aus Brasilien, Dänemark und Quito (Ecuador) erhalten Silber. Der  Preis wird in diesem Jahr in Kooperation mit der UNO-Ernährungsorganisation (FAO) und IFOAM – Organics International verliehen.

Der indische Bundesstaat Sikkim, der diesjährige Gold-Preisträger, ist der erste 100%-Ökolandbau-Staat der Welt. Sikkims Ansatz geht jedoch weit über bloße Öko-Produktion hinaus und hat Land und Menschen nachhaltig verändert: Von der Umstellung auf 100% hat das Land nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich und sozial enorm profitiert. Sozio-ökonomische Aspekte wie Verbrauch und Wachstum, kulturelle Elemente wie Gesundheit, Bildung, ländliche Entwicklung und nachhaltiger Tourismus spielen in dem Gesetz eine zentrale Rolle. Bemerkenswert ist ebenfalls das schrittweise Verbot von chemischen Düngemitteln und Pestiziden, mit Unterstützung und Anreizen, um so nachhaltige Alternativen zu schaffen. Von dem Wandel zu 100% Bio haben über 66000 Bauernfamilien profitiert. Der Tourismussektor ist stark expandiert und zwischen 2014 und 2017 um 50% gewachsen. Das Sikkim-Modell ist vorbildlich für die Stärkung von Agrarökologie in Regionen und Staaten weltweit. Das ZDF strahlt am 14. Oktober, am Tag vor der Preisverleihung, den Film „Öko-Rebellen“ aus, eine Dokumentation über den Bundesstaat Sikkim und seine 100%-Bio-Politik.

Drei Silber-Awards werden vergeben an

  • Brasilien, Nationale Politik für Agrarökologie und Ökolandbau (PNAPO, 2012): In den ersten vier Jahren investierte PNAPO rund 364 Millionen Euro in agrarökologische Maßnahmen. Unter anderem wurden etwa 5.300 Gemeinden dabei unterstützt, mindestens 30% ihres Schulessenbudgets für den Einkauf von biologischen und agrarökologischen Produkten von Familienbetrieben aufzuwenden.
  • Dänemark, Nationaler Bio-Aktionsplan: Zusammenarbeiten für mehr Bio (2011-2020, aktualisiert 2015): Durch den Aktionsplan hat Dänemark heute den höchsten Marktanteil für ökologische Lebensmittel in der Welt und die höchsten jährlichen Pro-Kopf-Ausgaben für Bio-Lebensmittel. 80 % der Däninnen und Dänen kaufen Biolebensmittel.
  • Ecuador, Quitos partizipatives städtisches Landwirtschaftsprogramm (AGRUPAR, 2002): Zu den beeindruckenden Ergebnissen von AGRUPAR gehören u.a. mehr als 3.600 Stadtgärten, die insgesamt 32 Hektar umfassen; mehr als 21.000 Menschen – 84 Prozent davon Frauen – die in der ökologischen Produktion geschult wurden und die jährliche Produktion von mehr als 870.000 kg Bio-Lebensmittel für die Stadt Quito.

Der Vision Award für zukunftsweisende Politik geht an TEEBAgriFood, eine Initiative des Umweltprogramms der Vereinten Nationen. TEEBAgriFood ist ein bahnbrechender, weltweit anwendbarer Bewertungsrahmen für Lebensmittelsysteme, der erstmalig umfassend alle Vorteile und Kosten aller relevanten Dimensionen (Umwelt, Gesundheit, Soziales, Kultur) der Öko-Landwirtschaft-Lebensmittel-Wertschöpfungskette in einem einzigen Bericht aufzeigt. Damit ist es erstmals möglich die wirklichen Kosten unserer Lebensmittel zu berechnen und auf dieser Grundlage effizientere Politik zu gestalten.

 

Drei Ehrenhafte Würdigungen des Future Policy Awards werden dieses Jahr vergeben an das philippinische  „Von den Waffen zu den Farmen“-Programm der Stadt Kauswagan (2011), an Los Angeles’ (USA) Beschaffungsprogramm für Gutes Essen (2012), sowie an den Agrarentwicklungsplan der senegalischen Stadt Ndiob (2014).

 

Ausführliche Informationen zu allen Gesetzen finden Sie hier.

 

Die Gewinner des Future Policy Awards werden offiziell mit einer Preisverleihung am kommenden Montag, den 15. Oktober 2018, im Rahmen der Welternährungswoche am geehrt.

Ein Live-Webcast wird zur Verfügung stehen: http://www.fao.org/webcast/home/en/item/4874/icode/, Fotos werden auf https://bit.ly/2Et5MI6 eingestellt.

 

Dieses Jahr wird der Future Policy Award der Stiftung World Future Council in Zusammenarbeit mit der Welternährungsorganisation (FAO) und IFOAM – Organics International ausgerichtet, mit der freundlichen Unterstützung von Green Cross International, DO-IT – Dutch Organic International Trade und der Sekem Group (Ägypten).

Offizielle Stellungnahmen:

„Durch eine Ernährungswende hin zu mehr Agrarökologie können wir den Klimawandel bekämpfen, den Rückgang von Biodiversität stoppen, Armut und Mangelernährung sowie soziale Ungleichheit beenden. Durch ganzheitliche, nachhaltige Politik können wir ein Ernährungssystem schaffen, das Menschen und Mutter Erde gleichermaßen respektiert. Die Gewinnergesetze des Future Policy Awards haben dies auf beeindruckende Weise vorgeführt. Sie zeigen den Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern dieser Welt, wie es geht – Zeit, von ihnen zu lernen!“, sagt Alexandra Wandel, Direktorin der Stiftung World Future Council.

„Der diesjährige Future Policy Award ehrt herausragende Gesetze von politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern, die Umweltverschmutzung, Armut und Mangelernährung nicht länger akzeptieren wollen. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, bessere Agrar- und Ernährungssysteme zu schaffen und haben dabei Unglaubliches erreicht“, so Louise Luttikholt, Geschäftsführerin von IFOAM – Organics International. „Einer von ihnen ist Sikkims Ministerpräsident Pawan Chamling, dessen Vision es war, Sikkim zum ersten 100%-Bio-Staat der Welt zu machen. Er hat gezeigt, wie diese Vision Realität wird, ein Weg, von dem Sikkim außerordentlich ökologisch, sozial und wirtschaftlich profitiert hat. Ein Vorbild, dem man folgen sollte.”

 

 

Pressekontakt

Miriam Petersen

Media & Communications Manager, World Future Council

miriam.petersen@worldfuturecouncil.org

T: 040-3070914-19

 

Über den Award

Unser „Polit-Oscar“, der Future Policy Award (FPA), zeichnet Gesetze aus, die bessere Lebensbedingungen für heutige und zukünftige Generationen fördern. Jedes Jahr wählen wir ein Politikfeld aus, in dem innovative Lösungen besonders wichtig sind. Ziel des Awards ist es, gute Gesetze weltweit bekannt zu machen, um die Schaffung gerechter, nachhaltiger und friedvoller Gesellschaften zu unterstützen. Der FPA ist der erste Preis, der Gesetze auf internationaler Ebene auszeichnet.

 

Über die Stiftung World Future Council

Die Stiftung World Future Council stellt die Interessen zukünftiger Generationen ins Zentrum von Politikgestaltung. Sie setzt sich für gesetzliche Rahmenbedingungen ein, die heutigen wie zukünftigen Generationen das Leben in einer gerechten und ökologisch intakten Welt ermöglichen. Die Hauptansprechpartner hierfür sind Abgeordnete, politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, aber auch Partner aus der Zivilgesellschaft, Wirtschaft und internationalen Organisationen. Für eine nachhaltige, gerechte und friedliche Zukunft, in der universelle Rechte respektiert werden, erforscht, identifiziert und verbreitet der World Future Council die weltweit besten politischen Lösungen.

Future Policy Award 2018: Pressemitteilung

Finalisten des Polit-Oscars für nachhaltige Landwirtschaft verkündet

Kein deutsches Gesetz hat es geschafft

Die weltbesten Lösungen, Gesetze und Programme zur Förderung von Agrarökologie und nachhaltigen Ernährungssystemen werden dieses Jahr mit dem Future Policy Award, dem „Polit-Oscar“ der Hamburger Stiftung World Future Council, ausgezeichnet. Der Preis wird in Kooperation mit der UNO-Ernährungsorganisation (FAO) und IFOAM – Organics International verliehen. Nun wurden die Finalisten veröffentlicht: Gesetze aus Brasilien, Ecuador, Dänemark, Indien, dem Senegal, den Philippinen und den USA befinden sich in der Endrunde. Auch die TEEB-AgriFood-Initiative ist darunter. Kein einziges deutsches Gesetz wurde von den weltweit über 20.000 angeschriebenen Expertinnen und Experten nominiert. Der diesjährige „Polit-Oscar” zeichnet die besten Gesetze und Programme aus, die eine Agrar- und Ernährungswende fördern und nachhaltige Entwicklung und Klimaresilienz stärken.

Hamburg, den 4. Oktober 2018 – Dieses Jahr zeichnet der Future Policy Award (FPA) die besten Lösungen aus, die erfolgreich Agrarökologie auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene fördern. Der „Polit-Oscar“ ehrt somit Gesetze und Maßnahmen, die eine Agrar- und Ernährungswende vorantreiben. Denn die Art wie wir unsere Nahrung produzieren und konsumieren hat enorme Folgen: Aufgrund von hohem Pestizid-, Düngemittel- und Energieeinsatz verbrauchen unsere Landwirtschaft- und Ernährungssysteme zu viele Ressourcen, belasten so das Klima und zerstören unsere Böden, Wasserressourcen und Biodiversität. Die nun publizierte Shortlist zeigt, dass mittels richtiger Politik eine Wende hin zu nachhaltiger Landwirtschaft und Ernährung möglich ist; eine Wende, die sicherstellt, dass es gesunde Nahrung für alle geben wird, dass soziale und ökonomische Ungleichheiten überwunden und unsere Umwelt, Klima und Biodiversität geschützt werden. So kann mit Agrarökologie die Grundlage unserer Wirtschaft und Gesellschaft gesichert werden. Die Förderung nachhaltiger Landwirtschaft und Ernährung sollte aus diesem Grund im Zentrum politischen Handelns stehen.

Im Vorfeld wurden mehr als 20.000 Expertinnen und Experten zur Nominierung von vorbildlichen Lösungen aufgerufen. Insgesamt wurden 51 Gesetze aus 25 Ländern für den Preis nominiert; unter den Nominierungen befand sich kein Gesetz aus Deutschland. Eine hochkarätig besetzte internationale Experten-Jury entschied über die Topkandidaten – die folgenden erreichten die engere Auswahl, als weltbeste Gesetze zur Stärkung von Agrarökologie:

  • Brasilien: Nationale Politik für Agrarökologie und Ökolandbau (PNAPO – Política Nacional de Agroecologia e Produção Orgânica no Brasil, 2012)
  • Dänemark: Nationaler Bio-Aktionsplan: Zusammenarbeiten für mehr Bio (Økologiplan Danmark: Sammen om mere økologi, 2011-2020, aktualisiert 2015)
  • Ecuador: Quitos partizipatives städtisches Landwirtschaftsprogramm (AGRUPAR – Programa de Agricultura Urbana Participativa, 2002)
  • Indien: Politik für Ökolandbau des indischen Staates Sikkim (State Policy on Organic Farming, 2004) und “Sikkim Organic Mission” (2010)
  • Philippinen: „Von den Waffen zu den Farmen“-Programm der Stadt Kauswagan (From Arms to Farms Programme, 2010)
  • Senegal: Ndiobs Plan, eine grüne und nachhaltige Gemeinde zu werden (Faire de Ndiob une commune verte, résiliente à travers un processus de développement économique et social endogène, inclusif et respectueux des droits des personne vulnérables, 2014) und sein Programm für landwirtschaftliche Entwicklung (Programme de développement agricole, 2017)
  • Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP): TEEBAgriFood – Bewertungsrahmen für Ökosystemdienstleistungen und Biodiversität in der Land- und Lebensmittelwirtschaft (TEEBAgriFood – The Economics of Ecosystems and Biodiversity for Agriculture and Food Evaluation Framework, 2018)
  • Vereinigten Staaten von Amerika (USA): Los Angeles’ Beschaffungsprogramm für Gutes Essen (Good Food Purchasing Policy, 2012).

[Für zusätzliche Information für Redaktionen, bitte hier klicken]

Mit ihrem ganzheitlichem Ansatz und ihrer beeindruckenden Wirkung schaffen diese acht Gesetze und Politiken ein förderliches Umfeld zur Stärkung von Agrarökologie. Sie arbeiten auf die Umsetzung der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung hin. Sie schützen das Leben und die Existenzgrundlagen von Familienbetrieben, Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, und sorgen für nachhaltige und inklusive Ernährungssysteme. Sie wenden darüber hinaus nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken an, welche die natürlichen Ressourcen schützen und stärken, und die Kapazität zur Klimaanpassung fördern und zum Klimaschutz beitragen.

Die Gewinner des diesjährigen Future Policy Award werden am 12. Oktober 2018 verkündet und im Rahmen der Welternährungswoche  offiziell mit einer Preisverleihung am 15. Oktober 2018 am Hauptsitz der UNO-Ernährungsorganisation FAO in Rom geehrt. Ein Live-Webcast wird zur Verfügung stehen.

2018 wird der Future Policy Award des World Future Councils mit der Welternährungsorganisation (FAO) und IFOAM – Organics International ausgerichtet, mit der freundlichen Unterstützung von Green Cross International, DO-IT – Dutch Organic International Trade und der Sekem Group (Ägypten).

Stellungnahmen

Alexandra Wandel, Direktorin der Stiftung World Future Council: „Nicht-nachhaltige Landwirtschaft bedroht Mensch und Natur. Die vorbildlichen Gesetze zeigen, dass die dringend notwendige Agrar- und Ernährungswende möglich ist. Gesetzgeber in aller Welt können von diesen Lösungen lernen. Ich fordere, dass dies auch in Deutschland passiert. Kein einziges deutsches Gesetz wurde für den diesjährigen Future Policy Award nominiert, und dies sollte Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger hierzulande zum Nachdenken anregen. Der Raubbau an unseren Böden, die Verschmutzung unseres Wassers und der Rückgang von Biodiversität müssen aufhören.“

„Es ist eine international anerkannte Tatsache, dass Agrarökologie gesunde Ernährung für alle erreichen, soziale Ungleichheit verringern, den Klimawandel und den Rückgang von Biodiversität aufhalten kann“, bemerkt Peggy Miars, Präsidentin von IFOAM – Organics International. „Die Finalisten für den Future Policy Award zeigen, dass überall auf der Welt Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger die Notwendigkeit erkannt haben, zügig und effektiv zu handeln. Es ist höchste Zeit, diese vorbildlichen Gesetze auf die Weltbühne zu bringen!“

 

Pressekontakt

Miriam Petersen

Media & Communications Manager, World Future Council

miriam.petersen@worldfuturecouncil.org

T: 040-3070914-19

 

Über den Award

Unser „Polit-Oscar“, der Future Policy Award (FPA), zeichnet Gesetze aus, die bessere Lebensbedingungen für heutige und zukünftige Generationen fördern. Jedes Jahr wählen wir ein Politikfeld aus, in dem innovative Lösungen besonders wichtig sind. Ziel des Award ist es, gute Gesetze weltweit bekannt zu machen, um die Schaffung gerechter, nachhaltiger und friedvoller Gesellschaften zu unterstützen. Der FPA ist der erste Preis, der Gesetze und nicht Personen auf internationaler Ebene auszeichnet.

 

Über die Stiftung World Future Council

Die Stiftung World Future Council stellt die Interessen zukünftiger Generationen ins Zentrum von Politikgestaltung. Sie setzt sich für gesetzliche Rahmenbedingungen ein, die heutigen wie zukünftigen Generationen das Leben in einer gerechten und ökologisch intakten Welt ermöglichen. Die Hauptansprechpartner hierfür sind Abgeordnete, politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, aber auch Partner aus der Zivilgesellschaft, Wirtschaft und internationalen Organisationen. Für eine nachhaltige, gerechte und friedliche Zukunft, in der universelle Rechte respektiert werden, erforschen, identifizieren und verbreitet der World Future Council die besten globalen politischen Lösungen.

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Zusätzliche Informationen für Redaktionen

Über die Politiken der Shortlist

Brasilien: Nationale Politik für Agrarökologie und Ökolandbau (PNAPO - Política Nacional de Agroecologia e Produção Orgânica no Brasil, 2012)

Brasiliens Nationale Politik für Agrarökologie und Ökolandbau (PNAPO), die das Ergebnis eines intensiven zivilgesellschaftlichen Engagements ist und sich auf sieben umfassende Leitlinien stützt, welche die wichtigsten Aspekte nachhaltiger Lebensmittelketten und -systeme umfassen, ist eine einzigartige föderale Rahmenpolitik zur Förderung der Agrarökologie und ökologischen Produktion. In ihrem ersten Aktivitätszyklus führte sie zu beeindruckenden quantitativen Ergebnissen im Hinblick auf die Förderung der agrarökologischen Agenda in Brasilien (in Bezug auf Budget und Initiativen). Sie investierte mehr als 364 Millionen EUR, was zu sichtbaren umfangreichen Verbesserungen für Kleinbauern und gefährdete Gruppen in Brasilien führte. Unter anderem wurden: 143.000 Zisternen gebaut; 5.300 Gemeinden dabei unterstützt, mindestens 30% ihres Schulessenbudgets für den Einkauf von biologischen und agrarökologischen Produkten von Familienbetrieben aufzuwenden; 393 bäuerliche Landwirtschaftsorganisationen unterstützt; mehrere öffentliche Aufrufe gestartet, die es agrarökologischen Organisationen ermöglichten, ihre Belegschaft in einem beispiellosen Ausmaß zu erweitern, wovon 132.744 Bauernfamilien profitierten; 7.722 Techniker und 52.779 Landwirte ausgebildet; 24 Netzwerke für Agrarökologie gefördert; 960 Fachkräfte und Politiker in der Finanzierung von Frauen in der ökologischen und agrarökologischen Landwirtschaft geschult, wovon 5.200 Frauen in 20 verschiedenen brasilianischen Staaten profitierten; neun Projekte für Saatgut für die Agrarökologie finanziert; und vieles mehr.

Dänemark: Nationaler Bio-Aktionsplan: Zusammenarbeiten für mehr Bio (Organic Action Plan for Denmark: Working together for more organics, 2011-2020, aktualisiert 2015)

Der dänische Bio-Aktionsplan, der unter Einbeziehung eines breiten Spektrums von Interessengruppen entwickelt wurde, unterstützt eine diversifizierte agrarökologische Landwirtschaft und eine ganzheitliche Strategie zum Aufbau langfristiger Fruchtbarkeit, gesunder Agrarökosysteme und sicherer Lebensgrundlagen. Dies wird einerseits erreicht, indem die Gesamtnachfrage für biologische Agrarprodukte in Dänemark und im Ausland erhöht wird, und somit steigt die Motivation der Landwirte von konventioneller zu ökologischer Nahrungsmittelproduktion überzugehen, und andererseits indem Forschung und Produktinnovation angeregt wird. Der Bio-Aktionsplan wird durch eine substanzielle, zweckgebundene Finanzierung unterstützt, hat bisher rund 192 Mio. EUR (2015 bis 2018) investiert und erzielte sehr klare positive Ergebnisse: Dänemark hat heute den höchsten Marktanteil für ökologische Lebensmittel in allen EU-Ländern und die höchsten jährlichen Pro-Kopf-Ausgaben für Bio-Lebensmittel. Der Aktionsplan motivierte unter anderem Gemeinden, die nationale Zielvorgabe von 60 Prozent Bio für alle öffentlichen Kantinen zu erreichen, indem er Mittel zur Unterstützung des Umstellungsprozesses bereitstellte und in erster Linie die Ausbildung von Küchenchefs und Arbeitern sowie durch Änderungen in Lieferketten und Menüs vorantrieb. So ist es beispielsweise der Stadt Kopenhagen gelungen, eines der ambitioniertesten Programme für das öffentliche Beschaffungswesen in Europa zu entwickeln, welches das Ziel von 90 Prozent Bio-Lebensmitteln im Jahr 2015 ohne eine Erhöhung der Kosten für die Mahlzeiten erreichte.

Ecuador: Quitos Partizipatorisches Städtisches Landwirtschaftsprogramm (AGRUPAR - Programa de Agricultura Urbana Participativa, 2002)

Quitos Partizipatorisches Städtisches Landwirtschaftsprogramm, welches nach einer großen Wirtschaftskrise und auf der Grundlage einer breiten, größtenteils von Frauen geleiteten Gemeinschaftskonsultation ins Leben gerufen wurde, fördert die Produktion, Verarbeitung, Vermarktung und den Vertrieb gesunder biologischer Lebensmittel aus städtischen und stadtnahen Gärten im Ballungsraum von Quito. In den 16 Jahren seines Bestehens hat AGRUPAR die Ernährungssicherheit, die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Einkommenserzeugung, das Umweltmanagement, die Gleichstellung der Geschlechter, die soziale Eingliederung gefährdeter Gruppen wie Frauen, älterer Menschen und Migranten, sowie Mikrounternehmertum kontinuierlich ausgebaut und erheblich vorangetrieben. Zu den beeindruckenden Ergebnissen von AGRUPAR gehören: 4.500 Teilnehmer pro Jahr; die jährliche Produktion von mehr als 870.000 kg Lebensmittel für die Stadt; mehr als 3.600 Stadtgärten, die insgesamt 32 Hektar umfassen; mehr als 21.000 Menschen – 84 Prozent davon sind Frauen – die in der ökologischen Produktion geschult wurden; mehr als 6.600 Bio-Märkte, die von bisher rund 170.000 Verbrauchern besucht wurden; mehr als 170 Kleinunternehmen, die mehr als 330 Arbeitsplätze mit einem Durchschnittseinkommen von 3.100 USD geschaffen haben; und vieles mehr.

Indien: Sikkims Politik für Ökolandbau (State Policy on Organic Farming, 2004) und Sikkim Organic Mission (2010)

Das politische Engagement zur Unterstützung des ökologischen Landbaus in Sikkim begann 2003 und wurde 2010 mit der Entwicklung der ‚Sikkim Organic Mission‘ konsolidiert, einem Fahrplan, der alle notwendigen Maßnahmen klar aufzeigte, um das Ziel eines vollständigen Ökolandbau-Staates bis 2015 zu erreichen. Dieses weitsichtige und visionäre politische Ziel und Engagement war das erste eines indischen Staates oder gar der Welt. Indem Sikkim das 100% Bio-Ziel definiert und diese politische Strategie umgesetzt hat, erweist sich seine Politik als bahnbrechend, da sie alle notwendigen Maßnahmen ergreift, um die herrschende ökonomische Logik umzukehren, welche Formen der Nahrungsmittelproduktion bevorzugt, die die Grundlagen der Landwirtschaft – Biodiversität und Ökosystemfunktionen – nicht aufrechterhalten. Dieser Aktionsplan, gemeinsam mit den damit verbundenen Politiken, ist einzigartig in seinem Mut und verfolgt einen bemerkenswerten ganzheitlichen Ansatz, welcher viele Aspekte des Übergang zum ökologischen Landbau (Bereitstellung von Betriebsmitteln, Aufbau von Kapazitäten, usw.) mit verbindlichen Anforderungen kombiniert: Beispielsweise das schrittweise Verbot von chemischen Düngemitteln und Pestiziden, mit Unterstützung und Anreizen, um so nachhaltige Alternativen zu schaffen. Infolgedessen wurde Sikkim im Dezember 2015 zur ersten Bio-Nation der Welt, in der mehr als 66.000 Familienbetriebe landesweit ökologischen Anbau betreiben und 75.000 Hektar bio-zertifiziert bewirtschaften. Infolgedessen nahm der Tourismus stark zu: zwischen 2012 und 2016 stieg allein die Zahl der indischen Touristen um 40 Prozent, was mehr als 800.000 Menschen pro Jahr bedeutet; zudem hat sich die Zahl der ausländischen Besucher verdoppelt.

Philippinen: Kauswagan: „Von den Waffen zu den Farmen‘-Programm (From Arms to Farms Programme, 2010)

Durch mehr als drei Jahrzehnte Moro-Konflikt litt Kauswagan auf den Philippinen unter den Grausamkeiten des Krieges, bis die lokale Regierung 2010 eine herausragende Politik einführte, die zeigt, wie Konfliktlösung durch Ernährungssicherheit erreicht werden kann. Das Programm ‘Von den Waffen zu den Farmen: Wandeln auf den Wegen des Friedens’ befasste sich mit den Ursachen des Konflikts: Armut, Ernährungsunsicherheit und Ungleichheiten zwischen Bevölkerungsgruppen, insbesondere zwischen Muslimen und Christen. Basierend auf einer breiten Beteiligung verschiedener Akteure, angeführt von den lokalen Regierungsstellen und anderen Unterstützergruppen, erwies sich das Programm als sehr erfolgreich, indem es mehr als 600 ehemaligen Kämpfern half, sich durch Landwirtschaft in die Gesellschaft zu integrieren. Dank Führungsstärke und gut durchdachter Regierungsführung wandelte sich Kauswagan von einem Gebiet des jahrzehntelangen Kriegs zu einer Plattform für Innovation und nachhaltige landwirtschaftliche Entwicklung. Als Ergebnis dieses beispielhaften Programms wurden in den letzten vier Jahren in der Region keine Straftaten im Zusammenhang mit bewaffneten Konflikten zwischen Muslimen und Christen registriert; die Armutsquote in der Region sank 2016 auf 40 Prozent und erreichte damit das Ziel des Programms in nur fünf Jahren; die Nahrungsmittelproduktion stieg dank der Tatsache, dass 300 Hektar zuvor verlassenes Land jetzt von ehemaligen Kämpfern unter ökologischen und agrarökologischen Praktiken bewirtschaftet wird; und Gemeinschaften wurden positiv beeinflusst, weil sie ihre Kinder wieder in die Schule schicken können.

Senegal: Ndiobs Plan, eine grüne und nachhaltige Gemeinde zu werden (Faire de Ndiob une commune verte, résiliente à travers un processus de développement économique et social endogène, inclusif et respectueux des droits des personne vulnérables, 2014) und sein Programm für landwirtschaftliche Entwicklung (Programme de développement agricole, 2017)

Dank eines sehr engagierten Bürgermeisters, Gemeinderates und lokalen Gemeinschaft wurde Ndiob die erste Stadt im Senegal, welche einen agrarökologischen Übergang einleitete. In einer großen Gemeinschaftskonsultation haben Bürger aus den 18 Dörfern von Ndiob ihr Programm für landwirtschaftliche Entwicklung formuliert, welches fünf Prioritäten umfasst: Ernährungssicherheit, Management der natürlichen Ressourcen, Bodenfruchtbarkeit, Viehzucht und –haltung, sowie Landwirtschaft. Indem es beachtliche 23 Prozent seines Gesamtbudgets in die Entwicklung der Agrarökologie investierte, hat Ndiob eine Reihe von geeigneten und angemessenen Maßnahmen ergriffen, um seine natürlichen Ressourcen nachhaltig zu bewirtschaften und Ernährungssicherheit zu erreichen. Dazu gehören die Ausbildung von 600 Erzeugern und die Stärkung ihrer Fähigkeiten in guten landwirtschaftlichen Praktiken; die Selbstversorgung mit zertifiziertem Hirsesamen (ca. 10 Tonnen); die Pflanzung von 300 Hektar Hirse in ökologischer Landwirtschaft (Produktion von etwa 450 Tonnen), um die Nahrungsmittelselbstversorgung von 300 Familien sicherzustellen; die Erzeugung von 84 Tonnen Erdnusssamen, was dazu führte, dass jeder der Züchter allein in der Saison 2017 mehr als 530 Euro an Einkommen erzielte; die Ausbildung von 15 Gruppenleiterinnen für die Verarbeitung von Getreide und die Zubereitung von lokalen, hochwertigen Gerichten auf Getreidebasis; die Schaffung einer erweiterten öffentlichen Kommission zur Gewährleistung eines guten Landmanagements, einer Bauerngenossenschaft, eines Lagerhauses und eines Kreditfonds zur Finanzierung von landwirtschaftlichen und lebensmittelverarbeitenden Projekten für junge Menschen und Frauen; und vieles mehr.

Umweltprogramm der Vereinten Nationen: TEEBAgriFood - Bewertungsrahmen für Ökosystemdienstleistungen und Biodiversität in der Land- und Lebensmittelwirtschaft (TEEBAgriFood – The Economics of Ecosystems and Biodiversity for Agriculture and Food Evaluation Framework, 2018)

TEEBAgriFood ist ein bahnbrechender, weltweit anwendbarer Bewertungsrahmen für Lebensmittelsysteme, der erstmalig alle weiterreichenden Vorteile und Kosten aller relevanten Dimensionen (Umwelt, Gesundheit, Soziales, Kultur) der Öko-Landwirtschaft-Lebensmittel-Wertschöpfungskette in einem einzigen Bericht aufzeigt. Durch die Bewertung der erheblichen externen Kosten und Vorteile, die den verschiedenen Lebensmittelsystemen innewohnen, und durch die Transparenz dieser Kosten, können Entscheidungsträger in landwirtschaftlichen Betrieben sowie in Regierungen, Institutionen und Unternehmen fundiertere Entscheidungen treffen, die die Auswirkungen der verfügbaren Auswahlmöglichkeiten berücksichtigen. Dieser ganzheitliche Ansatz der Berechnung der tatsächlichen Kosten („True Cost Accounting”) ermöglicht es, die positiven und negativen Externalitäten von allem menschlichen Verhalten zu erkennen, zu bewerten und im Management zu berücksichtigen, und führt zu agrarökologischeren und gerechteren Ernährungssystemen. Der TEEBAgriFood-Bewertungsrahmen wird demnächst auf Länderebene in Afrika, Brasilien, China, Indien und Mexiko angewendet.

Vereinigte Staaten von Amerika: Los Angeles’ Beschaffungsprogramm für Gutes Essen (Good Food Purchasing Policy, 2012)

Das von der Stadt Los Angeles im Jahr 2012 verabschiedete Beschaffungsprogramm für Gutes Essen schafft eine transparente Lieferkette und hilft Institutionen, ihre Lebensmitteleinkäufe zu messen und dann zu verändern. Es ist das erste Beschaffungsmodell, das fünf Werte des Lebensmittelsystems gleichermaßen unterstützt: lokales Wirtschaften, ökologische Nachhaltigkeit, wertgeschätzte Arbeitskräfte, Tierschutz und Ernährung. Innerhalb von nur sechs Jahren hat das Programm eine beeindruckende Wirkung erzielt: seit 2012 ist es anwendungspflichtig für alle Stadtabteilungen von Los Angeles und für den L.A. Vereinigten Schulbezirk (LAUSD), welche zusammen etwa 750.000 Mahlzeiten pro Tag servieren und über ein jährliches Essensbudget von 185 Mio. USD für Lebensmittel verfügen. Es wurde beispielsweise erreicht, dass der LAUSD seine Einkäufe von industriell hergestelltem Fleisch um 32 Prozent reduziert und seinen CO2- und Wasser-Fußabdruck um 20 Prozent bzw. 20,5 Prozent pro Mahlzeit verringert hat. Zudem nahmen in nur wenigen Jahren die umweltverträglichen Einkäufe von vier Institutionen (einschließlich LAUSD) um 3,3 Prozent zu, und somit werden jetzt jährlich 4,3 Millionen USD für ökologisch nachhaltige Produzenten mehr aufgewendet als zuvor. Die gleichen vier Institutionen kaufen nun auch jährlich Waren im Wert von 4,4 Millionen USD von Kleinbauern. Das Programm hat eine landesweite Bewegung ins Leben gerufen, um ähnliche Politiken in kleinen und großen Städten zu etablieren, und inzwischen wurde es von 27 öffentlichen Einrichtungen in 14 US-Städten übernommen, die jährlich fast 895 Millionen USD für Nahrungsmittel ausgeben.

 

 

Ernährungssicherheit ist möglich: Der Future Policy Award feiert die weltweit besten Gesetze für Agrarökologie

World Future Council (WFC), die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und IFOAM – Organics International rufen internationalen Wettbewerb aus

Hamburg, den 11. April 2018 – 815 Millionen Menschen leiden an Hunger, obwohl die Landwirtschaft genug Nahrungsmittel produziert, um jeden Erdenbürger zu ernähren. Mit Agrarökologie können wir dies ändern und eine erfolgreiche Ernährungswende hin zu fairen, umweltbewussten, gesunden und sozialen Ernährungssystemen gestalten. Daher haben der World Future Council (WFC), die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und  IFOAM – Organics International einen internationalen Wettbewerb für die besten Gesetze zur Stärkung von Agrarökologie ausgerufen.

Jedes Jahr zeichnet der Future Policy Award (FPA) Gesetze und Maßnahmen aus, die die größten Herausforderungen der Menschheit effektiv angehen. Der FPA ist der erste und einzige internationale Preis, der Gesetze – nicht Einzelpersonen – auszeichnet. Seit 2010 wird er in Zusammenarbeit mit Agenturen der Vereinten Nationen vergeben. Der WFC, die FAO und IFOAM sind sich einig, dass die Stärkung von Agrarökologie eine Schlüsselrolle zur Erreichung der UNO-Nachhaltigkeitsziele spielt. Deshalb haben die Organisationen beschlossen, im Jahr 2018 die besten Gesetze und Maßnahmen auszuzeichnen, die Agrarökologie umfassend fördern und ermöglichen. Am 5. April, während des 2. Internationalen FAO- Agrarökologiesymposiums in Rom, wurde der Wettbewerb um den diesjährigen Future Policy Award offiziell vom FAO-Generaldirektor eröffnet. Im Zuge dessen haben der WFC und die FAO ein gemeinsames Memorandum unterzeichnet, das diese Partnerschaft für 2018 besiegelt.

Alexandra Wandel (WFC) und Maria Helena Semedo (FAO) bei der Unterzeichnung des Memorandums. Bildrechte ©FAO/Alessandra Benedetti (via Flickr)

 

Agrarökologie: der Schlüssel zur Ernährungssicherheit und nachhaltiger Landwirtschaft

2015 haben sich die Staats- und Regierungschefs zu den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (SDGs) bekannt. SDG 2, Ernährung sichern, hat das Ziel den Hunger zu beenden, Ernährungssicherheit zu erreichen und die Ernährung zu verbessern sowie eine nachhaltige Landwirtschaft zu fördern. Obwohl die Landwirtschaft derzeit genügend Nahrungsmittel produziert, um jeden Erdenbürger zu ernähren, leiden laut FAO weltweit 815 Millionen Menschen an Hunger. Mit Agrarökologie können wir dies ändern und eine erfolgreiche „Ernährungswende“ hin zu nachhaltigen Agrar- und Ernährungssystemen gestalten: So können wir Ernährungssicherheit für alle sowie soziale und ökonomische Gleichheit ermöglichen, und die Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen fördern, die die Grundlage für unsere Landwirtschaft bilden. Es gibt bereits viele wirksame politische Lösungsansätze, die Agrarökologie stärken – der diesjährige Future Policy Award wird ein Schlaglicht auf diese Lösungen werfen.

Unsere Ernährungssysteme befinden sich an einem Scheideweg

Maria Helena Semedo, stellvertretende FAO-Generaldirektorin, erklärt: „Agrarökologie kann uns dabei helfen, die gegenwärtige Nahrungsmittelproduktion und unseren Lebensmittelkonsum grundlegend zu verändern, hin zu gesünderen und nachhaltigeren Ernährungssystemen. Hier ist jedoch der volle Einsatz von Regierungen und Gesetzgebern gefordert. Nur mit großem Engagement auf politischer Ebene wird die Förderung von agrarökologischen Ansätzen Fuß fassen und ihr volles Potenzial ausschöpfen.“

 

Der diesjährige Future Policy Award wird praxiserprobte Lösungen aufzeigen, die nachhaltige Landwirtschaft ermöglichen. Wir vom World Future Council freuen uns darauf, die Partnerschaft mit der FAO zu vertiefen, um gemeinsam zum Wohl heutiger und zukünftiger Generationen die besten Gesetze und Maßnahmen zu identifizieren, die Agrarökologie voranbringen. Es ist entscheidend, dass wir von funktionierenden Lösungen lernen”, so Alexandra Wandel, Direktorin des World Future Council.

 

Die Staats- und Regierungschefs als auch die Generalversammlung der Vereinten Nationen haben unterstrichen, dass Agrarökologie großes Potenzial hat, gesunde Ernährung für alle zu ermöglichen und sozialer Ungerechtigkeit, Klimawandel und dem Biodiversitätsverlust zu begegnen”, bemerkt Peggy Miars, Präsidentin von IFOAM – Organics International. „In vielen Ländern gibt es bereits politisch geeignete Rahmenbedingungen, die funktionieren. Nun ist es an der Zeit, die besten auf die Weltbühne zu holen!”

Die Gewinnergesetze des Future Policy Award 2018 werden im Oktober 2018 mit einer Preisverleihung während der Welternährungswoche bei der FAO in Rom vorgestellt.

2018 wird der Future Policy Award mit der FAO, dem WFC und IFOAM – Organics International ausgerichtet, mit der freundlichen Unterstützung von Green Cross International, DO-IT – Dutch Organic International Trade und der Sekem Group (Ägypten).

 

Gemeinsamer Einsatz für Agrarökologie (v.l.n.r.): Peggy Miars, Präsidentin von IFOAM – Organics International, Maria Helena Semedo, stellvertretende FAO-Generaldirektorin und Alexandra Wandel, Direktorin des World Future Council, beim 2. Internationalen FAO-Agrarökologiesymposium in Rom.  Bildrechte ©FAO/Alessandra Benedetti (via Flickr)

  Folgen Sie dem Future Policy Award 2018 auf Twitter mit #FPA2018 oder #FuturePolicyAward

Medienkontakt

Für weitere Informationen oder Interviewanfrangen kontaktieren Sie bitte

Miriam Petersen
Media & Communications Manager, World Future Council
Tel: +49 40 307 09 14 19

miriam.petersen@worldfuturecouncil.org

World Future Council

Der World Future Council (WFC) verfolgt das Ziel, unseren Kindern und Enkeln einen gesunden Planeten mit gerechten Gesellschaften zu übergeben. Um dies zu erreichen, identifizieren und verbreiten wir zukunftsgerechte politische Lösungen und fördern deren Umsetzung weltweit. Der Rat besteht aus 50 internationalen Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Kultur. Jakob von Uexküll, der Gründer des Alternativen Nobelpreises, hat den World Future Council 2007 ins Leben gerufen.

Presseanfragen bitte an Miriam Petersen, miriam.petersen@worldfuturecouncil.org, +49 40 307 09 14 19 (Deutsch und Englisch).

FAO – Food and Agriculture Organization

Die Ziele der FAO, zu deutsch der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO, sind die Befreiung der Menschen von Hunger und Mangelernährung, die Beendigung von Armut durch ökonomischen und sozialen Fortschritt sowie die Förderung des nachhaltigen Managements und der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen. Sie ist federführend in Bezug auf die internationalen Anstrengungen zur Beendigung von Hunger. Die FAO dient sowohl Entwicklungs- als auch Industrieländern als neutrales Forum für Verhandlungen und Erfahrungsaustausch. Die FAO fungiert darüber hinaus auch als Wissensnetzwerk. Entwicklungs- und Schwellenländer unterstützt die FAO bei der Modernisierung und Verbesserung von Techniken der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft sowie bei der Erreichung von guter Ernährung für alle. Seit ihrer Gründung 1945 legt die FAO ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklung ländlicher Regionen.

Presseanfragen bitte an Tina Farmer, tina.farmer@fao.org, +39 06 5705 6846

IFOAM – Organics International

Seit 1972 besetzt die Internationale Vereinigung der ökologischen Landbaubewegungen (IFOAM)  eine unangefochtene Position als einziger internationaler Dachverband der Biowelt, welcher eine enorme Diversität von Entscheidungsträgern vereint. IFOAM ist die Triebkraft für Veränderungen, für eine wahrhaftige Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft, für Wertschöpfungsketten und Verbraucher, im Einklang mit den Prinzipien des Ökolandbaus. Das Herz IFOAMs sind die rund 1000 Mitgliedsorganisationen aus mehr als 100 Ländern.

Pressenanfragen bitte an Gábor Figeczky,  g.figeczky@ifoam.bio, +49 22 8926 5019, +49 157 5692 5021.

 

Weltzukunftsrat verbreitet Rezept gegen Hunger

Hamburg, 12. Februar 2015 – Wie kann Unterernährung bei Kindern wirksam reduziert werden? Die brasilianische Stadt Belo Horizonte hat vorgemacht, wie es gehen kann, und ist dafür vom Hamburger Weltzukunftsrat mit dem Future Policy Award, dem „Oscar“ für gute Gesetze, ausgezeichnet worden. Belo Horizonte hat Maßstäbe gesetzt: Mit Programmen zur Förderung von städtischer und stadtnaher Landwirtschaft, mit Tafeln, Volksküchen und Schulessen wurde die Kindersterblichkeit um 60 Prozent reduziert, die Unterernährung sogar um 75 Prozent.

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Jörg Pilawa auf Tour zu Kindern in Namibia

Hamburg, 25. Juni 2015 – TV-Moderator Jörg Pilawa engagiert sich als Botschafter für den World Future Council. Pilawa sagt über sein Engagement: „Ich unterstütze den World Future Council, weil ich fest daran glaube, dass eine bessere, gerechtere Welt möglich ist.“ Die von Jakob von Uexküll mit Unterstützung der Stadt Hamburg gegründete Stiftung setzt sich für ein verantwortungsvolles, nachhaltiges politisches Denken und Handeln im Sinne zukünftiger Generationen ein.

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Scheinlösung Gentechnik – welche Landwirtschaft brauchen wir, um die Welt zu ernähren?

Diskussionsveranstaltung an der Hamburger Uni am 4. November um 19.30 Uhr

Hamburg, 01. November 2010Riesige Monokulturflächen, massenhafter Pestizideinsatz und immer mehr gentechnisch verändertes Saatgut – kann es in der Landwirtschaft so weitergehen wie bisher? Angesichts der weltweiten Hungersnöte und des Abnehmens der Artenvielfalt fordern die 400 Autoren des Weltagrarberichts ein radikales Umdenken. Benny Härlin von der Zukunftsstiftung Landwirtschaft und Mitglied im Aufsichtsrat des Weltagrarberichts, sowie Helmy Abouleish, Geschäftsführer der SEKEM Gruppe und Beiratsmitglied des World Future Council, erörtern am 4. November den Perspektivenmangel der gegenwärtigen Agrarpolitik und weisen Wege aus der Krise. Tanja Busse, Buchautorin (zuletzt „Die Ernährungsdiktatur“), moderiert die Veranstaltung um 19.30 Uhr im Saal A des Hauptgebäudes der Universität Hamburg, Edmund-Siemers-Allee 1.

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Welternährungstag 2010 – Gemeinsam gegen den Hunger

World Future Council launcht Website zu Landwirtschafts- und Ernährungspolitik

Hamburg, 14. Oktober 2010Seit 1981 findet jährlich am 16. Oktober der Welternährungstag statt, um auf Armut und Hunger in der Welt aufmerksam zu machen. Die Fakten sind noch immer schockierend: Der Welthunger-Index 2010 zeigt, dass 925 Millionen Menschen regelmäßig nicht ausreichend Nahrung zu sich nehmen können. 24.000 Menschen sterben in der Folge täglich an Hunger. Um bereits existierende politische Programme vorzustellen, die diesem tragischen globalen Versagen entgegenwirken, startet die Stiftung World Future Council am Welternährungstag 2010 das neue Portal „Ernährung und Landwirtschaft“ auf ihrer Homepage www.futurepolicy.org, auf der die Non-Profit Organisation politische Lösungsstrategien aufzeigt.

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