chinesische Delegation in Maryland

Nachhaltige Bildung: Chinesische Delegation besucht Maryland

Silbergewinner des Future Policy Awards 2015 inspiriert bildungspolitische Delegation aus China

Die chinesische Delegation besucht Maryland. Umweltbildung in China gehört seit Jahrzehnten zu den Schwerpunkten der Bildungsprogramme der chinesischen Regierung. Trotz der Bemühungen ist es bis jetzt nicht gelungen, das Engagement von Schülerinnen und Schülern in Sachen Umweltschutz zu steigern. Darum ist das Interesse auf chinesischer Seite groß, von anderen Ländern zu lernen, um die Umweltbildung in China nachhaltiger umzusetzen.

2015 vergaben wir unseren alljährlichen Future Policy Award zum Thema Kinderrechte. Ein Gesetz aus Maryland, USA, gewann Silber für die vorbildlichen Umweltbildungsstandards. 2011 eingeführt, haben sie das Ziel, in Nachhaltigkeit gebildete Schülerinnen und Schüler aus der Schule zu entlassen. Um diesen Ansatz zu verbreiten, veranstalteten wir 2016 einen internationalen Workshop in Maryland zu genau diesem Thema. Es kamen Bildungsexpertinnen und -experten aus aller Welt, unter anderem auch aus China und erfuhren, wie die Umweltbildungsstandards umgesetzt werden.

Der Workshop zeigte Wirkung. Im Nachgang der Workshops besuchte am 31. Juli eine Delegation des chinesischen Ministeriums für Umwelt und Ökologie den US-Staat Maryland und tauschte sich mit Vertreterinnen und Vertretern des Bildungsministeriums zu den Umweltbildungsstandards aus. Besonders von Interesse war für die Delegation wie Umweltbildung inhaltlich und in der Lehrerfortbildung verbessert und das öffentliche Bewusstsein gestärkt werden kann.

Die Stiftung World Future Council arrangierte das Treffen und wird weiterhin den Dialog aufrechterhalten.

Junge Menschen engagieren sich für Nachhaltigkeit

Die Zusammenarbeit mit der Julius-Leber-Schule in Hamburg begann mit einer Erasmus+ -Veranstaltung der Schule, die die Leiterin unserer Kinderrechts-Abteilung Samia Kassid im  Frühsommer letzten Jahres besuchte. Im Rahmen von Erasmus+ arbeiten Schulklassen aus Deutschland, Frankreich, Belgien, Italien und Spanien gemeinsam an einem Projekt über Nachhaltigkeit.

Bündnis Bildung für eine demokratische Gesellschaft gegründet

World Future Council unterzeichnet Gründungsdokument

Gruppenfoto der Unterzeichnenden bei der Gründungsfeier in Berlin

Demokratie ist ein zerbrechliches Gebilde. Sie muss von klein auf gelebt und erfahren werden, sonst geraten Werte, wie Frieden, Freiheit und Respekt vor den Menschenrechten und der Natur in Vergessenheit. Der World Future Council setzt sich bereits erfolgreich für Bildung für Nachhaltigkeit ein – nun ist er Partner eines Bündnisses, das sich in Deutschland für dieses Thema stark macht:

Am 11. Juni wurde das Bündnis Bildung für eine demokratische Gesellschaft ins Leben gerufen. Es hat das Ziel, im Verbund Bildung für eine demokratische Gesellschaft in Deutschland voran zu treiben und Kinder-/Menschenrechtsbildung verstärkt in den Mittelpunkt der Bildungskonzepte zu stellen. Der World Future Council gehört zu den ersten Unterzeichnern des Gründungsdokumentes, dem jetzt 50 Organisationen und Verbände angehören.

Kinder der Regenbogenschule Schalkenbach basteln das Kinderrechteband: es misst 2055 Meter, hat 12.330 Figuren und wurde mit 37.390 Tackernadeln befestigt.

„Als Partner des Bündnisses unterstützen wir das Anliegen, dass Mädchen und Jungen eine Bildung für eine demokratische und nachhaltige Gesellschaft erfahren und erleben. Ein großes Dankeschön geht an die Schülerinnen und Schülern der Regenbogenschule Schalkenbach, die sich mit ihrem Kinderrechteband dafür stark machen, dass Kinderrechte endlich ins Grundgesetz stehen.”, so Samia Kassid, Leiterin des Kinderrechts-Programms des World Future Council.

Bildrechte auf dieser Seite: (c) Marius Klemm Photography, für das Bündnis Bildung für eine demokratische Gesellschaft

 

 

 

Koalitionsverhandlungen – GroKo will Kinderrechte im Grundgesetz verankern

Ein Kommentar der Kinderrechtsexpertin Samia Kassid von der Stiftung World Future Council zu den Ergebnissen der Koalitionsverhandlungen der Großen Koalition

Die GroKo will die Rechte von Kindern stärken – daher sollen laut Koalitionsvertrag Kinderrechte im Grundgesetz verankert werden. Die Hamburger Stiftung World Future Council (WFC) begrüßt diesen Ansatz. WFC-Kinderrechts-Expertin Samia Kassid sagt dazu: „Die Entscheidung ist überfällig: Seit Jahrzehnten rufen Kinderrechtsorganisationen, Familienverbände und sogar das UN-Komitee über die Rechte des Kindes zu diesem Schritt auf.“

Doch der WFC warnt vor reiner Symbolpolitik: „Jetzt hängt es davon ab, wie das ,Kindergrundrecht‘ ausformuliert wird“, so Samia Kassid weiter. „Mädchen und Jungen benötigen die rechtliche Grundlage, gesund und geschützt aufzuwachsen und aktiv am gesellschaftlichen und politischen Geschehen teilzunehmen. Außerdem ist es wichtig klarzustellen, dass mit der Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz der Erziehungsauftrag der Eltern unterstützt und nicht unterwandert wird.“

„Die weiteren im Koalitionsvertrag genannten Vorhaben – wie Kinderarmut zu reduzieren, die Bildungsstruktur zu verbessern und mehr Mittel für nachhaltige Entwicklung und humanitäre Hilfe zur Verfügung zu stellen – sind weitere wichtige und überfällige Schritte.“

Klimaschutz ist Kinderschutz, findet Samia Kassid, und ruft die Regierungsparteien dazu auf, auch verstärkt die Rechte von Kindern, Jugendlichen und zukünftigen Generationen zu berücksichtigen, wenn es um die Umsetzung der Klima- und Umweltschutzziele geht: „Eine gesunde und intakte Umwelt garantiert allen Kindern weltweit, ihre Rechte auf Überleben, Schutz und Beteiligung wahrzunehmen.“

Samia Kassid leitet das Team des WFC für das Thema Kinderrechte. Sie verfügt über langjährige Erfahrungen in den Bereichen Kinderrechte und Advocacyarbeit und sitzt bei der National Coalition Deutschland – Netzwerk zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention im Vorstand. Sie ist Diplom-Volkswirtin mit Schwerpunkt Entwicklungszusammenarbeit und Umweltpolitik.

Sansibar – Ein Beispiel, von dem wir lernen können

Als positives Beispiel für die Implementierung eines Gesetzes, das Kindern Rechte, Sicherheit und Gerechtigkeit zusichert, haben wir das “Kinderrechtsgesetz” von Sansibar identifiziert. Mehr Informationen über unsere Arbeit dazu finden Sie hier:

Wenn gute Gesetze Leben verändern

Was wir von Sansibar lernen können

Einen besonders großen Beifall auf unserer internationalen Kinderrechte-Konferenz in Sansibar bekam der indonesische Vertreter, als er seine Prioritätenliste für effektive Kinderrechtsgesetzungen aufzählte: „Erstens: Implementierung. Zweitens: Implementierung. Und drittens? Implementierung!”, donnerte es dem aufnahmefähigen Publikum entgegen. Damit traf er bei den versammelten Delegierten einen Nerv – denn alle wissen um gute Kindergesetze auf dem Papier und den langen, oft sehr beschwerlichen Weg, diese auch erfolgreich umzusetzen. Genau hier setzte der World Future Council an und lud Ende 2017 über 100 engagierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 15 Ländern, vornehmlich Afrika und Asien, nach Sansibar ein. Miteinander reden, voneinander lernen und „best practises” austauschen stand im Fokus der Konferenz.

Schulmädchen in Sansibar City

Sansibars Kindergesetz von 2011 wurde 2015 mit dem Future Policy Award in Gold ausgezeichnet, und wir wollten vor Ort erfahren, was diese kleine, halb-autonome Insel, die zu Tansania gehört, unternommen hat, damit Kinder nachhaltigen Schutz und Gerechtigkeit vorfinden.

2009 war Tansania eines der ersten afrikanischen Länder, das eine landesweite Studie vornahm, die Gewalt gegen Kinder untersuchte. Die Studie ergab, dass 6% der Mädchen und 9% der Jungen sexuellen Missbrauch erfahren. Etwa drei Viertel der Kinder unter 18 Jahren haben in ihrem Leben körperlichen Missbrauch erleben müssen. Darüber hinaus zeigte der Bericht besorgniserregende Zahlen zum Ausmaß von Kinderarmut und Kinderarbeit. Noch im selben Jahr begannen die Vorbereitungen an einem umfangreichen Kindergesetz, das diese Herausforderungen direkt angehen und Sansibars Gesetzgebung im Einklang mit internationalen Kinderrechte Standards zu bringen sollte . Sansibars ‚Kindergesetz‘ wurde 2011 in Lebens gerufen und befasste sich mit allen Aspekten von Kinderrechten: Familie, Herkunft, Obhut und Sorgerecht, Betreuung, Adoption, sowie mit dem Schutz vor Gewalt, Missbrauch, Vernachlässigung und Ausbeutung. Seitdem arbeitet Sansibar weiterhin daran, die Implementierung des Gesetzes voranzutreiben und Lücken zu verbessern, so dass jedes Kind auf der Insel davon profitieren kann: Ein neues integriertes Kinderschutzsystem wurde aufgebaut und mit ihm ein Nationaler Aktionsplan gegen Gewalt gegen Frauen und Kinder auf dem Weg gebracht. Entscheidender Erfolgsfaktor hierbei ist, dass die verschiedenen Elemente dieses neuen Systems einander strategisch und inhaltlich unterstützen und ergänzen.

Beratungsraum in Sansibar, speziell für Kinder gestaltet, die Opfer von Gewalt wurden

Um den Erfolg der Kinderschutzeinrichtungen nicht nur in der Theorie zu verstehen, sondern auch in der Praxis erleben zu können, besuchten wir zusammen mit den Teilnehmern der Konferenz verschiedene Kinderschutzeinrichtungen. Dort waren wir begeistert von der kinderfreundlichen und positiven Atmosphäre: an den Wänden des Kinder- und Jugendgerichts leuchten bunte Wandbilder, Puppen und Teddybären sitzen auf dem Schreibtischen der Beamten. Täteridentifizierungen durch die betroffene Kinder können per Videoschaltung durchgeführt werden, sodass junge Menschen ihre Aussage nicht in einer bedrohlichen Atmosphäre machen müssen. Das Personal ist geschult und geht sensibel mit Opfern und Tätern um, die meist minderjährig sind.

Die „One Stop Centres“ sind örtliche Anlaufstellen für von Missbrauch und Gewalt Betroffene. Rund um die Uhr geöffnet, können diese Einrichtungen jederzeit und direkt nach der Tat aufgesucht werden; die Räume sind freundlich gestaltet und bieten Geborgenheit und Schutz der Privatsphäre. Bei der Meldung einer Gewalttat muss das betroffene Kind medizinisch untersucht und polizeilich vernommen werden. Um Kindern und Eltern Angst und Verunsicherung zu sparen und die Hemmschwelle, die Tat zu melden, abzubauen hat man in Sansibar einen einfachen, aber sehr effektiven Weg gewählt: Geschultes psychologisches und medizinisches Personal sowie Polizeibeamte befinden sich alle an einem Ort und sind in zivil.

Die Koordination der Einrichtungen spielt eine entscheidende Rolle für deren Erfolg der Implementierung des Gesetzes. Die Nationale Kindesschutzeinheit (National Child Protection Unit, NCPU) ist für die Umsetzung der nationalen Strategie zuständig. Ein kleines Team koordiniert die Arbeit der verschiedenen Sektoren, wie Soziales, Gesundheitswesen, Bildung und Justiz unter Einbeziehung der Zivilgesellschaft, internationale Organisationen sowie Familien und Kinder. Somit soll gesichert werden, dass Jugendgerichtsbarkeit und Kinderschutz wirklich wirksam umgesetzt werden. Im Zuge dessen dienen die Kinderrechts-Zentren „Child Rights Centre” als Knotenpunkt für zivilgesellschaftliche Organisationen, die im Bereich der Kinderrechte tätig sind, Schwachstellen aufdecken und mit dazu beitragen können, diese zu schließen. So beispielsweise die Kampagne “Baba Bora” (Swahili für „guter Vater”), die sich an Väter und männliche Erzieher, Männer und Jungen richtet, um Einstellungen und Denkweisen gegenüber Frauen und Mädchen zu ändern, Geschlechtergerechtigkeit voranzutreiben sowie gewaltfreie Erziehung und Umgang zu propagieren. Die vielen Elemente der Kampagne regten einen gesellschaftlichen Diskurs an, wie beispielsweise eine Ausstellung, in der Mädchen und Jungen ihren Wunsch nach gewaltfreier und positiver Erziehung zum Ausdruck brachten oder die Botschaften eines beliebten R&B Songs, der die Botschaft transportierte.

Natürlich gibt es in Sansibar noch jede Menge zu tun, bis Kindergesetze und Nationale Aktionspläne vollständig umgesetzt sind – und damit Kinderrechte wirklich sichergestellt sind. Angesichts der begrenzten Ressourcen Sansibars haben uns die Innovationen und Fortschritte in in der Umsetzung des Kindergesetzes stark beeindruckt. Es ist der ganzheitliche systemischer Ansatz, das als Vorbild dienen kann.

Doch warum lassen ähnliche Erfolge in anderen Teilen der Region auf sich warten oder werden nur langsam angegangen?

„Weil Kinder nicht wählen, werden sie von der Politik oft nicht wahrgenommen”

Jugendliche verdienen eine Chance. Sansibar hat eine Menge an Einrichtungen für junge Menschen, die Opfer von Gewalt und Missbrauch geworden sind oder aus einem gewaltsamen Umfeld fliehen wollen.

Ein Teil der Antwort liegt mit Sicherheit in den Kosten. Auf dem afrikanischen Kontinent machen Kinder beinahe die Hälfte der Bevölkerung aus – was jedoch nicht automatisch bedeutet, dass sie in politischen Entscheidungen entsprechend viel Beachtung finden. Laut Dr. Nkata Murungi vom African Child Policy Forum gilt vielmehr, „weil Kinder nicht wählen, werden sie von der Politik oft nicht wahrgenommen”. Sind die nötigen Gelder und Ressourcen einmal vorhanden, bleibt die Abhängigkeit von externen Entwicklungsorganisationen groß. In Afrika beispielsweise sind Einrichtungen, die sich mit Kinderschutz befassen auf langfristige und nachhaltige Finanzierung angewiesen, um Sozialarbeiter auszubilden und zu unterhalten, und wirksame Kinderschutzsysteme aufzubauen, was stets mit Kosten verbunden ist. So wird Sansibars Nationaler Aktionsplan über die nächsten vier Jahre jährlich 4 Mio. US Dollar kosten. Fest steht aber, dass Überleben, Schutz und Entwicklung von Kindern nur dann vorangebracht werden kann, wenn die entsprechenden Mittel zur Verfügung gestellt werden. Dies ist besonders in Afrika der Fall, wo schon der Zugang zu Grunddienstleistungen eine große Herausforderung ist.

Ressourcen – wie knapp sie auch sein mögen – sind nirgendwo besser investiert, als bei den jüngsten Bürgerinnen und Bürger. In Kinder zu investieren bedeutet, auch in unsere gemeinsame Zukunft zu investieren. Ob Nationen und Gesellschaften wachsen und gedeihen können, wird vor allem von den Faktoren Gesundheit, Bildung, Schutz, Ideenreichtum und Innovationskraft der kommenden Generationen abhängen.

Die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) bieten uns eine besondere Vorgabe, Kinderrechte zu verwirklichen, sei es Armutsbekämpfung (Ziel 1), Hunger zu beseitigen (Ziel 2), Gesundheit (Ziel 3) und Bildung (Ziel 4) voranzutreiben, Geschlechtergerechtigkeit herzustellen (Ziel 5), Klimawandel zu begegnen (Ziel 13) oder Gewalt gegen Kinder (Ziel 16.2) endgültig zu beenden. Es gilt also, keine Zeit zu verlieren: Ein Jahr macht 6 % der Kindheit aus. Jede weitere Verzögerung, sich nicht für ihre Interessen einzusetzen, ist eine verlorene Gelegenheit. Packen wir’s an!

Kinder effektiv vor Gewalt schützen: internationale Konferenz in Sansibar

Auf der vom WFC ausgerichteten internationalen Kinderrechte-Konferenz tauschten sich Kinderschutzexpertinnen und -experten über gute Praxisbeispiele aus, und erhielten Einblicke, wie Sansibar, das vom WFC mit Gold ausgezeichnete Kindergesetz umsetzt. Das Themenspektrum umfasste Kinderschutz, kinderfreundliche Justiz und Kinderbeteiligung.

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WFC unterstützt bundesweites Bündnis „Bildung für eine demokratische Gesellschaft“

Am 14.11.17 trafen sich rund 100 Expertinnen und Experten aus Bildungsverwaltung und -politik, Bildungsprogrammen, Wissenschaft und Stiftungswesen in Berlin, um das Startzeichen für ein bundesweites Bildungsbündnis zu setzen. Mit dabei war Samia Kassid, Leiterin der Kinderrechtsabteilung des World Future Council.

Anlass sind die großen Herausforderungen, denen sich die Demokratie aktuell gegenübergestellt sieht, wie die Zunahme rechtspopulistischer und rechtextremer Haltungen, die wachsende Abkehr vom europäischen Gedanken oder die Herausforderungen durch die Integration hunderttausender geflohener Menschen.

Auf Initiative der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik wurden alle zivilgesellschaftlichen Akteure der Demokratiebildung aufgerufen, sich dem Bündnis anzuschließen, um die großen Herausforderungen und Aufgaben im Verbund anzugehen. Ziel ist eine gesamtgesellschaftliche Initiative, die geprägt ist von Kooperation, gemeinsamem Wirken und der Einbeziehung aller Akteure.

Bei der Entwicklungskonferenz am 14.11.2017 standen vier verwandte Themenfelder im Fokus, die jungen Menschen wesentliche Fundamente für ein demokratisches, friedliches, wertschätzendes und den Globus erhaltendes Zusammenleben vermitteln und sie zugleich gegen Gewalt, Extremismus und Menschenfeindlichkeit stärken möchten: Demokratiepädagogik, Kinderrechtebildung, Bildung für nachhaltige Entwicklung und kulturelle Bildung.

Erstmals wurden diese Bildungsansätze und Netzwerke in einer Konferenz zusammengeführt, überschneidende Ziele ausgelotet und gemeinsame Aktivitäten im Rahmen einer konzertierten Bündnisinitiative vereinbart.

Die Initiative wird bereits durch drei große Bildungsstiftungen und drei Landesbildungsministerien gefördert bzw. unterstützt. Ziel der Initiative ist es, Schritt für Schritt alle Bundesländer und alle wesentlichen Akteure in der Demokratiebildung im Rahmen des Bündnisses für mehr Kooperation und gemeinsames Wirken zu gewinnen.

Mitveranstalter der „Entwicklungskonferenz“ waren die Bertelsmann Stiftung, die Heinrich Böll Stiftung und Makista – Netzwerk für Kinderrechte und Demokratie. Gefördert wurde die Veranstaltung und Initiative von der Robert Bosch Stiftung, der Stiftung Mercator, dem Hessischen Kultusministerium, dem Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz, dem Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen sowie dem ptz Stuttgart. Weitere Partner sind die National Coalition Deutschland – Netzwerk zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention, der World Future Council und die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung.

Die Entwicklungskonferenz stellt das zweite große Bündnisvorhaben der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik dar: erst am 06.11.17 wurde unter Schirmherrschaft der Ministerpräsidentin Malu Dreyer das Landesbündnis Rheinland-Pfalz „Demokratie gewinnt!“ begründet. Weitere Demokratiebildungsbündnisse sind für das Jahr 2018 in Vorbereitung.

Ort der Veranstaltung
Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin

Veranstaltungszeiten:
14.11.2017, 09.30 – 16.00 Uhr

 

Pressekontakt


Martin Nanzig

Leitung Partner & Programme
Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik e. V.
martin.nanzig@degede.de, Tel. 0173-2857327

Die Sansibar-Erklärung – Sicherung von Kinderrechten

Auf der internationalen Kinderrechte-Konferenz in Sansibar, die sich mit guten und bewährten Gesetzen und Maßnahmen zum Schutz und Beteiligung von Kindern sowie kinderfreundlicher Jugendgerichtsbarkeit beschäftigte und die vom World Future Council in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Arbeit, Ermächtigung, Ältere, Jugend, Frauen und Kindern in Sansibar ausgerichtet wurde;

Wir, von unseren Ministerien ernannte Vertreterinnen und Vertreter, politische Entscheidungsträgerinnen und –träger aus Ghana, Indonesien, Liberia, Nigeria, Seychellen, Somali Land, Südafrika, Süd Sudan, Sudan, Tansania, Tunesien und Sansibar sowie internationale Kinderrechtsrechtsexpertinnen und –experten;

Bekräftigen unsere Verpflichtung, die von der Weltgemeinschaft verabschiedeten Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) zu realisieren, und alle Formen von Gewalt gegen Mädchen und Jungen (insbesondere die Ziele 5 und 6) bis zum Jahr 2030 zu beenden und die Beteiligung von Kindern zu fördern;

Erkennen die erfolgreichen und beispielhaften Gesetzgebungen und Programmen in Afrika und Asien an, wie beispielsweise Sansibars Kindergesetz von 2011, das 2015 mit dem Future Policy Award ausgezeichnet wurde, der vom World Future Council initiiert und in Zusammenarbeit mit UNICEF und der Intern-Parlamentarischen-Union vergeben wurde;

Ferner erkennen wir an, dass nahezu alle Staaten die UN-Konvention über die Rechte des Kindes sowie die Afrikanische Charta über die Rechte und das Wohlergehen von Kindern ratifiziert haben;

Betonen, dass dringender Bedarf besteht, Gesetze und politische Maßnahmen gemäß internationaler und regionaler Vereinbarungen zu harmonisieren sowie in der Praxis Instrumente und Lösungen auf kommunaler, lokaler, und nationaler Ebenen einzuführen und zu verbreiten, um alle Formen von Gewalt gegen Mädchen und Jungen zu beenden;

 

Wir verpflichten uns:

 

Die auf der internationalen Kinderrechte-Konferenz vorgestellten nachhaltigen und guten politischen Maßnahmen, Programmen und Gesetzen in unsere Länder weiterzutragen;

Diese vorbildlichen Maßnahmen in der Zusammenarbeit mit unserer nationalen und regionalen Regierungen, Parlamentärinnen und Parlamentarier, lokale Führungspersönlichkeiten, Familien, Zivilgesellschaft und Medien bekannt zu machen;

Kinder zu schützen und sie respektvoll zu erziehen, und das Wohl des Kindes im Mittelpunkt aller Entscheidungen zu stellen, die sie betreffen;

Uns für Geschlechtergerechtigkeit stark zu machen, indem wir Gewalt gegen Frauen und Kinder ganzheitlich und nachhaltig begegnen;

Maßnahmen zu ergreifen, um alle Formen von Gewalt gegen Kinder ein Ende zu setzen. Wir informieren und sensibilisieren über Ursachen und Auswirkungen von Gewalt gegen Mädchen und Jungen, schädlicher Praktiken (beispielsweise frühe Heirat) sowie körperlicher Bestrafung in allen Lebenssituationen von Kindern und Jugendlichen;

Formale und nicht-formale Kinderschutzsysteme auf allen Ebenen zu stärken mit einem wesentlichen Fokus auf präventive Programme (einschließlich der Unterstützung von Familien und die Mitwirkung von Vätern und männlichen Betreuern), für eine qualitative Ausbildung von sozialer Arbeit einzutreten, aufgeschlüsselte Datenverwaltungssysteme im Bereich Kinderschutz, effektives Fallmanagement sowie Berichts- und Auswertungsmechanismen einzuführen;

Im Rahmen unserer Anwaltschaftsarbeit dazu einzustehen, dass Regierungen ihre Etats für Kinder erhöhen und innovative Instrumente zur Finanzierung von Kinderschutzangeboten entwickeln;

die Umsetzung von effektiven Kinderschutz- und Beteiligungsprogrammen, Gesetzen und Nationalen Aktionsplänen auf lokaler und nationaler Ebene zu fördern als Teil von nationaler Strategien, Kindesmissbrauch, Kindesvernachlässigung und Kindesausbeutung zu bekämpfen.

die Harmonisierung von nationalem, religiösem und Gewohnheitsrecht voranzutreiben, damit die Afrikanische Charta über die Rechte und das Wohlergehen von Kindern und die UN-Konvention über die Rechte des Kindes weiterentwickelt und das Wohl des Kindes geschützt wird.

Sansibar, 30. November 2017

Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner

Andi Taletting Langi, Deputy Director for Human Rights Foreign Affairs Cooperation Directorate General of Human Rights Ministry of Law and Human Rights of the Republic of Indonesia, Indonesia

Edmund Amarkwe Foley, Head of Department for Public Law, GIMPA Faculty of Law, Ghana

Christopher Lartey, Senior Programme Officer, National Advisory Committee on Child Protection Policies and Law Reform, Ghana

Dr. Nkatha Murungi, Head Children and Law Programme, African Child Policy Forum

Victoria Williams Zaway, Director of Children Protection and Development Division, Ministry of Gender, Children and Social Protection, Liberia

Mariam Fitumi Shaibu, Chief Social Welfare Officer, Federal Ministry of Women Affairs and Social Development, Child Development Department, Nigeria

Sylvette Sandra Jeannine Gertrude, Director Social Services, Ministry of Family Affairs, Social Affairs Department, Social Services Division, Seychelles

Chantal Cadeau, Principal Social Work, Ministry for Social Affairs, Seychelles

Khadra Ali Abdi, Head of Child Protection Unit of the Ministry of Labour and Social Affairs, Somaliland

Abdulaziiz Saed Salah, Executive Director, Youth Volunteers for Development and Environment Conservation (YOVENCO), Somaliland

Shabhan Abdillahi Elmi, YOVENCO, Somaliland

Mohamed Aden Nur, CP/ CRG Officer, Save the Children, Somaliland

Kinsi Farah Aden, Project Manager, Save the Children, Somaliland

Suzan Akwii CP/CRG Technical Specialist, Save the Children, Somaliland

Mohamoud M. Aqli, CP/CRG Programme Manager, Save the Children, Somaliland

Abdikarim M. Yussef, CP Officer, Save the Children, Somaliland

Bongani Sithole, Department of Social Development, South Africa

Sonia Vohito, Africa Project Coordinator, The Global Initiative to End All Corporal Punishment of Children, South Africa

Celina Grace Peter Kenyi, Director for Child Welfare, Ministry of Gender, Child and Social Welfare, South Sudan

Salma Radwan Salmeen Saeed, Head of the Child, Women and Persons with disabilities Section, Ministry of Justice, Sudan

Yassir Shalabi Mohamed, Executive Director, Child Rights Institute, Sudan

Dr. Katanta Lazarus Simwanza, Head of Gender, ASRHR and Inclusion, Plan International, Tanzania

Asma Matoussi Hidri, Early Childhood Director, Ministry of Family Women and Childhood, Tunisia

Fatma Bilal, Principal Secretary, Ministry of Labour, Empowerment, Elders, Youth, Women and Children, Zanzibar   

Khadija Bakari Juma, Principal Secretary, Ministry of Education and Vocational Training, Zanzibar   

Nasima Chum, Director Dept. of Women and Children Development, Ministry of Labour, Empowerment, Elders, Youth, Women and Children, Zanzibar   

Mhaza Gharib, Director Dept. of Social Welfare, Ministry of Labour, Empowerment, Elders, Youth, Women and Children, Zanzibar

I M. Ibrahim, Director of Public Prosecutions, Zanzibar

Didas Khalfan, Ministry of Labour, Empowerment, Elders, Youth, Women and Children, Zanzibar       

Hon. Sabra Mohamed, Chairperson at Children’s Court, Zanzibar   

Hon. Valentina Andrew Katema, Regional Magistrate, Zanzibar

Dr. Issa Ziddy, State University of Zanzibar       

Sheikh Daud Khamis Salim, Appellate Khadi’s Court, Pemba, Zanzibar   

Abdallah Ahmed Suleman, Executive Secretary, Tanzania Youth Icon [TAYI], Zanzibar.

Mali Nilsson, Zanzibar Representative, Save the Children

Shane Keenan, Child Protection Specialist, Zanzibar Field Office ,UNICEF

Nasria Saleh Hamid, Zanzibar Social Work Association, Zanzibar Child Rights Centre

Mussa Kombo Mussa, Chairman of the Zanzibar Children’s Rights Network   

Nuru Mwalim Khamis, Vice Chairperson of the Zanzibar Social Worker Association (ZASWA), Zanzibar Child Rights Centre

Kauthar Kassim S. Dadi, Zanzibar Social Work Association, Zanzibar Child Rights Centre

Nunuu Ali, Zanzibar Child Rights Forum/Society for the Protection of Women and Children Rights and Development Pemba   

Hasina Salim Bukheti, Zanzibar Child Right Forum (ZCRF), Vice Chairperson/ member of executive committee of Zanzibar Association for Children Advancement (ZACA).   

Seif Zanzibar, Child Rights Centre

Dr. Auma Obama, Founder and Chair Sauti Kuu Foundation, Chair of the Expert Commission on the Rights of Children, World Future Council

Hon. Dr. Amb. Gertrude Ibengwé Mongella – Former President of the Pan-African Parliament, Honorary Councillor World Future Council

Alexandra Wandel, Director, World Future Council

Samia Kassid, Senior Project Manager – Rights of Children, World Future Council

Alistair Whitby, Senior Policy Officer – The Rights of Children, Future Justice, World Future Council

Dr. Kate McAlpine, Doing the Right Thing.

Tia Egglestone, Consultant, World Future Council  

Heather O’Dea, Consultant, World Future Council

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der internationalen Kinderrechte-Konferenz zum Schutz und Beteiligung von Kindern sowie kinderfreundliche Jugendgerichtsbarkeit aus Afrika und Asien.

Medienkontakt

World Future Council
Miriam Petersen
Media & Communications Manager
miriam.petersen@worldfuturecouncil.org
Phone: +49 40 30 70 914-19

World Future Council (WFC) richtet internationale Kinderschutz-Konferenz aus

Janina Özen-Otto und Ismail Özen engagieren sich gemeinsam mit dem WFC für Kinder und Jugendliche

-PRESSEMITTEILUNG-

Hamburg/Sansibar, den 20. November 2017: Der World Future Council (WFC), auch bekannt als Weltzukunftsrat, richtet vom 28. bis 30. November eine internationale Kinderschutz-Konferenz aus. Die Konferenz findet auf der tansanischen Insel Sansibar statt. 2015 hat der WFC die sansibarische Kinderschutz-Gesetzgebung mit dem Future Policy Award, dem „Oscar für gute Gesetze“ ausgezeichnet. Nun kommen Vertreterinnen und Vertreter aus Afrika, dem arabischen Raum und Asien zusammen, um von der Kinderschutzgesetzgebung zu lernen und sich über gute politische Kinderschutzmaßnahmen auszutauschen. Weiterlesen

Kindern ein Stimme geben: Der WFC im „HSV Klassenzimmer”

Der 20. September ist der Weltkindertag und was liegt näher, als mit Kindern gemeinsam diesen Tag zu begehen?

Unter dem Motto „Kindern eine Stimme geben“ drehte sich daher bei der HSV-Stiftung „Hamburger Weg“ und dem World Future Council alles um die Rechte der Kinder. Hier ging es vor allem um das Kinderrecht auf Spiel und Beteiligung.

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