Refugee children

Veröffentlichung: Vorbildliche Praxisbeispiele aus 13 Ländern zeigen, wie besserer Schutz geflüchteter Frauen und Mädchen vor Gewalt möglich ist

Hamburg, 16. Dezember 2016 –  Weltweit wächst der Anteil von Frauen und Mädchen, die vor Krieg, Verfolgung und Gewalt fliehen. In ihren Herkunftsländern, auf der Flucht und selbst in europäischen Aufnahmeländern sind sie einem erhöhten Risiko geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt. Der World Future Council, filia.die frauenstiftung und UN Women Nationales Komitee Deutschland veröffentlichen am 18. Dezember, zum Internationalen Tag der MigrantInnen, eine Sammlung vorbildlicher Praxisbeispiele zum Schutz geflüchteter Frauen und Mädchen.

Weiterlesen

“Nein heißt Nein“: Deutschland reformiert Sexualstrafrecht

World Future Council fordert zügige Ratifizierung der Istanbul Konvention

Hamburg, 7. Juli 2016: Der Bundestag hat heute ein neues Sexualstrafrecht verabschiedet. Im Mittelpunkt steht der Grundsatz “Nein heißt nein”, wodurch sexuelle Übergriffe künftig leichter geahndet werden können. Fünf Jahre nach der Unterzeichnung  des„Übereinkommens des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“, der sogenannten „Istanbul Konvention“, hat Deutschland damit endlich den Weg für eine Ratifizierung dieses Abkommens frei gemacht.  Artikel 36 der Istanbul-Konvention schreibt vor, dass jeglicher nicht einvernehmlicher Sexualverkehr unter Strafe zu stellen ist, was bisher in Deutschland jedoch nicht der Fall war.

Weiterlesen

WFC fordert Schutz geflüchteter Frauen und Kinder vor Gewalt

Hamburg, 7. März 2015: In einem flammenden Appell an die Regierungen und Institutionen der Welt fordert der Hamburger World Future Council konsequente Maßnahmen, um geflüchtete Frauen und Kinder vor Gewalt zu schützen. Zum Internationalen Frauentag am 8. März betonen UnterzeichnerInnen wie die ehemalige Verteidigungsministerin von Ecuador María Fernanda Espinosa,  die dreimal für den Friedensnobelpreis nominierte Scilla Elworthy, der Mitbegründer der Grameen Bank Dipal Barua und WFC Gründer und Stifter des Alternativen Nobelpreises Jakob von Uexküll, dass es eine Frage des politischen Willens und effektiver Gesetze ist, die Sicherheit von Frauen und Kindern auf der Flucht sowie in Transit- und Aufnahmezentren zu gewährleisten.

Weiterlesen

Niederlande überholen Deutschland bei Sexualstrafrechtsreform

Hamburg, 29 Februar: Ein Land, das den Schutz von Gewaltopfern ernst nimmt: In den Niederlanden tritt morgen die Istanbul Konvention in Kraft. Deutschland lässt weiterhin auf sich warten. ExpertInnen fordern erneut eine konsequente Umsetzung eines “Nein-heißt-Nein”-Gesetzes auch in Deutschland.

Weiterlesen

Anke Domscheit-Berg bei Anne Will

Nach den Ereignissen der Silvesternacht in Köln konnte unsere neue Politikberaterin Anke Domscheit-Berg Akzente in der Debatte über Gewalt gegen Frauen setzen. Sie war unter anderem Gast bei Anne Will und hat dort auf die Bedeutung der Istanbul-Konvention hingewiesen, die wir 2014 mit dem Future Policy Vision Award ausgezeichnet haben.

Klicken Sie hier, um sich das Video des Auftritts in der Ausgabe zum Thema “Misstrauen, Ängste, Verbote – Kippt die Stimmung gegen Flüchtlinge?”anzusehen.

Gemeinsame Erklärung zum Schutz weiblicher Flüchtlinge, geflüchteter Kinder und unbegleiteter Minderjähriger vor Gewalt

GEMEINSAME ERKLÄRUNG

Wir erleben aktuell die höchste Anzahl von Menschen seit dem Zweiten Weltkrieg, die ihr Zuhause aufgrund bewaffneter Konflikte, den Folgen des Klimawandels oder aus anderen Gründen verlassen mußten.  Weltweit sind mehr als 60 Geflüchtete unerträglichen Bedingungen ausgesetzt, sowohl in ihren eigenen Ländern, als auch in Nachbarländern oder Ländern, die noch weiter entfernt sind. All diese Geflüchtete sind in einer schweren Lage und ein globaler, humanitärer Ansatz ist notwendig, um diese Herausforderung besser zu adressieren und effektiv Fluchtursachen zu bekämpfen. Wir erkennen jedoch, dass  einige demographische Gruppen besonders schutzbedürftig sind und möchten die Aufmerksamkeit darauf lenken, was deshalb zu tun ist.

Deshalb rufen wir, die Unterzeichnenden dieser Erklärung, Ratsmitglieder und Botschafter des World Future Council, alle Regierungen, internationalen Organisationen, Akteure humanitärer Hilfe und zivilgesellschaftliche Organisationen auf, ihre Bemühungen zum Schutz weiblicher Geflüchteter sowie von geflüchteten Kindern und unbegleiteten Minderjährigen vor Gewalt massiv zu verstärken. Vor Gewalt, der sie auf ihrem Fluchtweg und in den Ländern, in denen sie Schutz suchen – vor allem auch in der Flüchtlingsunterbringung, ausgesetzt sind.

Eine zunehmende Anzahl Geflüchteter sind Frauen, Kinder und unbegleitete Minderjährige. Sie sind auf jeder Etappe ihres Fluchtweges spezifischen Sicherheitsrisiken ausgesetzt, u.a. Vergewaltigungen, sexueller Ausbeutung, Missbrauch und Belästigung, psychologischer Gewalt, Menschenhandel, Kinder- und Zwangsheirat, häuslicher Gewalt, Kindesentführung, Trennung von Familienangehörigen und Erpressung durch Schleuser. Wir sind überzeugt davon, dass die Verhinderung und adäquate Reaktion auf solche Rechtsverletzungen vor allem bei nationalen Regierungen und internationalen Organisationen liegt, in dem sie Policies, Programme und Reaktionsstrategien entwickeln, die diese verletzlichen Gruppen vor Gewalt schützen. Wir fordern daher ausdrücklich diese Akteure auf, den besseren Schutz weiblicher Geflüchteter sowie geflüchteter Kinder und  unbegleiteter Minderjähriger auf ihrem Fluchtweg, in Transit- und Aufnahmezentren als akute Priorität zu behandeln.

Wir rufen Regierungen, internationale Organisationen und alle weiteren relevanten Akteure ins Besondere dazu auf:

  • eine grenz-übergreifende Strategie zur Identifikation und zum Schutz besonders schutzbedürftiger Fälle zu entwickeln
  • Sicherzustellen, dass:

– Transit- und Aufnahmezentren in einer kinderfreundlichen und geschlechtersensiblen Art und Weise errichtet werden, die die Sicherheit von Frauen und Kindern priorisieren und mit ausgebildetem Personal ausgestattet sind, um Opfer von Gewalt zu identifizieren und zu unterstützen

– Einrichtungen für Flüchtlinge so gestaltet sind, dass es nach Geschlechtern getrennte Bereiche und Bereiche für Familien gibt, gut beleuchtet, mit verschließbaren Sanitär- und Gesundheitsbereichen, kinderfreundlichen Räumlichkeiten und sicheren privaten Räumen

– es spezifische Dienste gibt, die sich um Gewaltopfer kümmern

– die Prinzipien der Gleichberechtigung, Anti-Diskriminierung und gegenseitigem Respekt in den Aufnahmezentren gelten

– es effektive  Systeme zur amtlichen Vormundschaft für unbegleitete Minderjährige, sowie für die Identifikation von Familienangehörigen und zur zügigen Familienzusammenführung gibt.

– Frauen, Kinder und unbegleitete Minderjährige umfassend über ihre Rechte informiert sind, in einer Sprache, die sie verstehen

  • Den politischen Willen zu stärken, um humane Lösungen zu finden, anstatt Grenzen zu schließen. Diese Lösungen schließen die Bekämpfung von Fluchtgründen ein, sind aber nicht darauf beschränkt.

Mit ausreichend politischem Willen sowie einer koordinierten, umfassenden Aktion werden wir in der Lagesein, die Sicherheit dieser besonders schutzbedürftigen Gruppen zu gewährleisten.

 


UnterzeichnerInnen

  • Dr. h.c. Hafsat Abiola-Costello, Gründerin, Kudirat Initiative for Democracy (KIND)
  • Monique Barbut, Exekutivsekretärin des Übereinkommens der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD)
  • Dipal Chandra Barua, Mitbegründer der Grameen Bank, Gründungsmanager von Grameen Shakti, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Bright Green Energy Foundation
  • Kehkashan Basu, Globale Koordinatorin der UNEP-Jugendorganisation „Children and Youth“ (MGCY)
  • Shuaib Chalklen, Gründer und Vorsitzender des afrikanischen Behindertenforums und ehemaliger UN-Sonderberichterstatter für Behinderung in Südafrika
  • Prof. Ana María Cetto, Physikprofessorin, Universidad Nacional Autónoma de México
  • Dr. Tony Colman, Stellvertretender Direktor, Africapractice; Research Fellow, University of Cape Town, Earth Institute at Columbia University, and University of East Anglia
  • Dr. Marie-Claire Cordonier Segger
  • Thais Corral, Gründerin, Sinal do Vale; Mitbegründerin der Women, Environment and Development Organization (WEDO)
  • Dr. Scilla Elworthy, Gründerin der Oxford Research Group
  • Dr. María Fernanda Espinosa Garcés, Ständige Vertreterin der Republik Ecuador bei den Vereinten Nationen
  • Dr.  Sándor Fülöp, Ehemaliger Kommissar, Grundrechte und Schutz der Interessen für zukünftige Generationen, Ungarn
  • Dr. Ashok Khosla, Direktor des Centre for Development Alternatives; Co-Präsident des Club of Rome
  • Prof. Dr. Alexander Likhotal, Präsident, Green Cross International
  • Dr. Rama Mani, Wissenschaftlerin am Centre for International Studies der Universität Oxford; Direktorin des globalen Projekts ‘Responsibility to Protect: Southern Cultural Perspectives’
  • Dr. Auma Obama, Gründerin und Vorstandsvorsitzende der Stiftung Sauti Kuu
  • Dr. Katiana Orluc, Direktorin für Development/Strategic Affairs, Thyssen-Bornemisza Art Contemporary (TBA21)
  • Ahmedou Ould-Abdallah, Präsident, Centre of Strategies and Security in the Sahel Sahara
  • Dr. Antonia Sachtleben
  • Jakob von Uexkull, WFC Gründer
  • Alyn Ware, Gründer und internationaler Koordinator des Netzwerkes Parliamentarians for Nuclear Non-proliferation and Disarmament (PNND)
  • Anders Wijkman, Vizepräsident des Club of Rome; ehemaliger Präsident von Globe EU; ehemaliger beigeordneter Generalsekretär der Vereinten Nationen
  • Barbara Woschek, Ehrenratsmitglieder, Wohltäterin und Initiatorin des Projekts ‘Beendigung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen’

Anke Domscheit-Berg verstärkt World Future Council als Politikberaterin

Die bekannte Unternehmerin und Publizistin Anke Domscheit-Berg unterstützt künftig den World Future Council als Politikberaterin. Die in Hamburg ansässige Stiftung widmet sich der Frage, wie Menschenrechte durch gute Gesetze und politische Maßnahmen gestärkt werden können – ein Schwerpunkt sind Gesetze zum Schutz von Frauen und Mädchen vor Gewalt. Deutschlands Gesetze sind nach wie vor unzureichend auch bei sexueller Belästigung und Vergewaltigung. Die aktuelle Debatte ist daher wichtig, muss jedoch mit Blick auf die ganze Gesellschaft geführt werden und darf nicht für rassistische Stimmungsmache mißbraucht werden.

Weiterlesen

ExpertInnen diskutieren in New York über Gesetze und fordern Verbesserungen in Deutschland

Hamburg, 25. November: Am heutigen Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen stellt der World Future Council gemeinsam mit hochrangigen Partnern im UN-Hauptquartier in New York erfolgreiche politische Maßnahmen zur Beendigung von Gewalt an Frauen und Mädchen vor. Bei der Podiumsdiskussion unter dem Motto “Was können wir von den Gewinnern des Future Policy Award 2014 lernen?” diskutieren ExpertInnen aus den Ländern und Regionen, die im Oktober in Genf mit dem “Oscar für gute Gesetze” ausgezeichnet wurden. Ebenfalls auf dem Panel: WFC- Direktorin Alexandra Wandel, UN Women Exekutivdirektorin Phumzile Mlambo-Ngkuca und Margaret Mensah-Williams, der Vorsitzenden der Gruppe der Parlamentarierinnen in der Inter-Parlamentarischen Union. Von 21 bis 23 Uhr deutscher Zeit wird die Diskussion live im Internet übertragen: http://webtv.un.org/live/

Weiterlesen

Weltzukunftsrat fordert Einschreiten der Politik

Hamburg, 5. Februar 2015: In einem flammenden Appell an die Regierungen der betroffenen Länder in Afrika und im Nahen Osten fordert der Hamburger Weltzukunftsrat konsequente Maßnahmen gegen die weibliche Genitalverstümmelung. Zum Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung am 6. Februar betonen UnterzeichnerInnen von Hollywood-Schauspielerin Daryl Hannah über die kenianische Philologin Dr. Auma Obama und Umwelt-Ikone Jane Goodall bis zum Hamburger Unternehmer Dr. Michael Otto, dass es eine Frage des politischen Willens und der konsequenten Umsetzung von Gesetzen ist, die millionenfache Verletzung der Menschenrechte von Frauen und Mädchen zu beenden.

Weiterlesen

Was können wir tun, um geflüchtete Frauen und Kinder besser zu schützen?

Best Practices zum Schutz vor Gewalt gegen geflüchtete Frauen und Kinder

Weltweit sind mehr als 65 Millionen Menschen auf der Flucht und der Suche nach einem sicheren Ankunftsort. Dabei sind nach aktuellen Zahlen der UNHCR – dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen – immer mehr Frauen und Kinder unter den Geflüchteten. Frauen fliehen genau wie Männer aufgrund von Armut, Hunger, Krieg und Verfolgung, sind aber zusätzlich Opfer von Menschenrechtsverletzungen, die fast ausschließlich Frauen betreffen. Dazu gehören Vergewaltigungen, sexuelle Ausbeutung, Missbrauch und Belästigung, psychologische Gewalt, häusliche Gewalt, Menschenhandel sowie Kinder- und Zwangsheirat. Diese Menschenrechtsverletzungen passieren nicht nur in den Herkunftsländern, sondern umfassen alle Etappen der Flucht. Insbesondere Frauen und Kinder sind gravierenden Risiken durch sexuelle und geschlechtsbezogene Gewalt ausgesetzt – sowohl auf den Fluchtwegen, in Transitländern als auch in den Ankunftsländern. Als besonders beliebtes Land für Asylbewerber in Europa steht Deutschland in der Verantwortung, sich diesen Problemen zu stellen und wirksame Politikstrategien zu entwickeln, die Frauen und Kinder vor weiteren Menschenrechtsverletzungen schützen.

Auf der Suche nach besonders innovativen und inspirierenden Initiativen, die effektiven Schutz für geflüchtete Frauen und Kinder bieten, hat der World Future Council ein neues Forschungsprojekt ins Leben gerufen. Zusammen mit unseren Partnern filia.die frauenstiftung und UN Women Nationales Komitee Deutschland rufen wir dazu auf, Initiativen, Konzepte und Politikstrategien einzureichen, die geflüchtete Frauen und Kinder vor Gewalt schützen, auf jeder Etappe ihrer Flucht.

Wir sichten Gesetze, Regularien, Aktionspläne, Projekte, Angebote oder Kampagnen, die sich zum Ziel setzen jegliche Gewalt an Frauen und Kindern vor, während und nach der Flucht zu bekämpfen. Wir interessieren uns dabei besonders für Initiativen, die in enger Zusammenarbeit mit geflüchteten Frauen entwickelt oder durchgeführt werden mit dem Ziel, Frauen zu ermächtigen und ihre Selbstorganisation zu stärken. Dabei kommen Akteure aller Art in Frage, ob international, national oder lokal, zivilgesellschaftlich oder staatlich tätig. Alle eingereichten Initiativen werden durch das Projektteam gesichtet, umfassend evaluiert und bewertet um beste Praktiken zu identifizieren, die einen hohen Grad an Nachhaltigkeit, Wirksamkeit und Übertragbarkeit aufweisen. Ziel ist es, besonders vielversprechende Initiativen als eine Sammlung  zu veröffentlichen um auf diesem Wege den besten Strategien Gehör zu geben und ihre Umsetzung zu fördern.

Kontakt

Wenn Sie Fragen zu diesem Projekt haben oder wenn Sie eine Initiative als Best Practice einreichen möchten, kontaktieren Sie uns bitte per mail: anke.domscheit-berg@worldfuturecouncil.org

Projektpartner

UNWomen NC_Logo_Germany_German_Blue_CMYK_300dpi

filiaLog_RGB_01