Die Rolle von guten Gesetzen und politischen Maßnahmen für den Schutz der Kinderrechte und die Schaffung einer gesunden Umwelt

Generaldebatte 2016

„Kinderrechte und Umwelt“

Die Rolle von guten Gesetzen und politischen Maßnahmen für den Schutz der Kinderrechte und die Schaffung einer gesunden Umwelt

Schriftlicher Beitrag des World Future Council

  1. Vorbemerkungen

Der World Future Council[1] begrüßt ausdrücklich die Entscheidung des UN-Ausschusses für die Rechte des Kindes (UNKRK), die Generaldebatte 2016 dem Thema Kinderrechte und Umwelt zu widmen. Zwar enthält die UN-Kinderrechtskonvention (KRK) einige Artikel, die die Beziehung zwischen dem Wohlergehen und der Gesundheit des Kindes und der zentralen Rolle einer intakten Umwelt berühren; einen gesonderten Artikel zu diesem Thema gibt es jedoch nicht. Das ist vor allem auf den Umstand zurückzuführen, dass Rechtsvorschriften und Abkommen zu den Menschenrechten – und hierzu ist auch die KRK zu zählen – formuliert wurden, bevor die internationale Gemeinschaft ein Verständnis für die grundlegende Bedeutung einer gesunden und intakten Umwelt für die Ausübung der Menschen- bzw. Kinderrechte hat.

Seit vielen Jahren schon beobachten wir die Folgen der globalen Erwärmung in Form steigender Meeresspiegel und schmelzender Gletscher sowie Dürren, Überflutungen und Hurrikane, die Infrastrukturen verwüsten, Ernten vernichten und das Vieh zugrunderichten. Familien und Kommunen müssen allzu oft ihre zerstörten Häuser und ihren Besitz zurücklassen. Immer mehr Kinder und Jugendliche sind von Umweltgiften und der Verschmutzung bzw. Zerstörung ihrer Umwelt betroffen, die schwere langfristige Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlergehen haben können.

Der Klimawandel bringt für Kinder unzählige Bedrohungen mit sich, die sich in unterschiedlicher Weise auf zahlreiche Menschenrechte auswirken, die auch den Kindern zustehen.[2] Es zeigt sich, dass sich schon der Entzug eines einzigen Rechts negativ auf andere Rechte sowie auf die Rechte künftiger Generationen auswirken kann. Kinder und Jugendliche, die in schwierigen Verhältnissen und Umfeldern aufwachsen (z.B. in Armut oder mit einer Behinderung), indigene Völker und Menschen in Entwicklungsländern sind häufig am stärksten betroffen.

 

Die Kinderrechtskonvention ist eines der wichtigsten internationalen Abkommen, in denen der Wille der internationalen Gemeinschaft zum Ausdruck kommt, Kinder zu schützen. Diese Verpflichtung beschränkt sich dabei nicht auf einzelne Staatsgebiete; denn komplexe Themen wie der Klimawandel machen nicht vor Staatsgrenzen halt und erfordern eine neue Herangehensweise.

  1. Die Beziehung zwischen Kinderrechten und Umwelt

 

Klimawandel: In den letzten Jahren haben sich die Belege für die Beeinflussung des Klimasystems durch den Menschen zu einem eindeutigen und unmissverständlichen Bild verdichtet.[3] Wetterphänomene wie El Niño und La Niña – verstärkt durch die Klimaerwärmung – haben schon jetzt verheerende Auswirkungen auf Ökosysteme und das Leben der Menschen.[4] Das Recht auf Leben und Überleben (Artikel 4) wird nicht nur durch die Verschlechterung der Umweltbedingungen, sondern auch durch das Zusammenwirken des Klimawandels und der durch Atomwaffen und die zugehörigen Einrichtungen und Stoffe entstehenden Risiken gefährdet.[5]

Das Recht auf angemessene Lebensbedingungen und Unterhalt (Artikel 27) ist in Gefahr, da der Klimawandel Hungersnöte und Dürren intensiviert, die Lebensmittelsicherheit verschlechtert und einen angemessenen Lebensstandard unterminiert. In Ost- und Südafrika benötigen 26,5 Millionen Kinder Unterstützung, darunter mehr als 1 Million, die wegen schwerer Mangelernährung versorgt werden müssen. Steigende Lebensmittelpreise zwingen Familien dazu, auf Mahlzeiten zu verzichten, ihr Hab und Gut und ihr Vieh zu verkaufen und andere drastische Maßnahmen zu ergreifen, um ihr Überleben zu sichern.[6] Viele Spezies, darunter Meeresorganismen, Korallenriffe und die polaren Ökosysteme werden mit dem Klimawandel nicht Schritt halten können. Das wird zu einem zunehmenden Artensterben führen sowie die Gesundheit und Produktivität der Fischbestände und anderer Ökosysteme beeinträchtigen. Prognosen gehen zudem davon aus, dass der Klimawandel in den meisten trockenen Regionen der Subtropen zu einer Verringerung des erneuerbaren Oberflächenwassers und der Grundwasserressourcen führen wird. Der Kampf um Wasserressourcen wird sich somit weiter verschärfen.[7] Von einem Mangel an lebenswichtigen Nährstoffen sind Kinder am stärksten betroffen, denn dieser beeinträchtigt nicht nur ihre gesunde Entwicklung, sondern wirkt sich auch auf ihre Konzentrations- und Aufnahmefähigkeit in der Schule aus. Insbesondere bei Kindern unter 5 Jahren kann Mangelernährung zum Hungertot führen. Unterernährung im jungen Alter kann langfristige Folgen haben, etwa in Form eines erhöhten Erkrankungsrisikos, einer verzögerten geistigen Entwicklung oder eines frühzeitigen Todes, die jeweils an die nachfolgende Generation weitergegeben werden können. Unterernährte Mädchen haben zudem ein erhöhtes Risiko, zu unterernährten Müttern zu werden, die dann ihrerseits mit größerer Wahrscheinlichkeit Kinder mit zu geringem Geburtsgewicht zur Welt bringen.[8]

Das Recht auf Gesundheit (Artikel 24) bildet eine Voraussetzung weiterer Menschenrechte und hängt eng mit dem Recht auf sauberes Trinkwasser und den Zugang zu Sanitäranlagen zusammen. Änderungen der Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Niederschlagsmengen wirken sich auf Wasser, sanitäre Bedingungen und Hygiene aus und sind mit zunehmenden durch Vektoren und Wasser übertragenen Krankheiten wie Denguefieber, Durchfall und Cholera in Verbindung gebracht worden, denen große Zahlen an Kindern zum Opfer fallen.[9] Plötzliche Klimaereignisse können posttraumatischen Stress hervorrufen und zu einem Ausfall der Gesundheitsversorgung führen. In Verbindung mit Lebensmittelunsicherheit wirkt er sich außerdem negativ auf antiretrovirale Therapien und die Erfüllung von Behandlungsvoraussetzungen aus.[10] Dürren und ihre Folgen für die Existenzgrundlagen zwingen viele Menschen und vor allem heranwachsende Mädchen und Frauen, ihren Körper zu verkaufen, was das Risiko von HIV-Infektionen erhöht. Die Sterblichkeit HIV-infizierter Kinder ist sechsmal höher, wenn die Kinder unter schwerer Mangelernährung leiden, als wenn sie normal ernährt sind.[11]

Die Rechte der Kinder auf Staatsangehörigkeit, Identität und die Betreuung durch ihre Eltern (Art. 7 und 8) sowie auf Schutz könnten Schaden nehmen, da der Klimawandel dazu beiträgt, dass immer mehr Kinder ihrem familiären Umfeld entrissen werden, da ihre Eltern sterben oder gezwungen sind, im Ausland zu arbeiten oder ihre Kinder zu verkaufen. So erhöht sich für die Kinder das Risiko, Opfer von Kinderhandel zu werden, in fremde Obhut genommen zu werden oder abzuwandern.[12] Das Recht auf unverzügliche Registrierung nach der Geburt, auf einen Namen und eine Staatsangehörigkeit ist angesichts des Risikos unvorhergesehener Klimakatastrophen ebenfalls gefährdet, wenn Eltern sterben oder von ihren Kindern getrennt werden.

Das Recht auf eine Staatsangehörigkeit steht ebenfalls auf dem Spiel, da einige Inselstaaten aufgrund des steigenden Meeresspiegels möglicherweise gänzlich untergehen. Die Kinder wären dann staatenlos, sofern ihnen keine neue Nationalität zugestanden wird.[13]

Die Zahl unbegleiteter Minderjähriger wächst und bringt so Kinderrechte und -wohlergehen (Artikel 29) in Gefahr. In den von Dürre betroffenen Regionen gehen manche Kinder, vor allem Mädchen, nicht zur Schule, da sie Wasser aus weit entfernten Quellen heranschaffen müssen. Oder sie müssen mit Ihren Familien fortziehen, da Ernten und Vieh zugrundegehen. Nicht zur Schule zu gehen erhöht für Kinder oft das Risiko, Opfer von Missbrauch, Ausbeutung und in manchen Fällen auch Kinderehe zu werden und verstößt gegen das Recht auf Bildung (Artikel 29). Das Kinderrecht auf Freizeit, Erholung und Teilhabe (Artikel 31) wird ebenfalls vom Klimawandel beeinträchtigt, da immer mehr Kinder ihren Beitrag zum Familieneinkommen leisten müssen.

Umweltverschmutzung verursacht schwerwiegende und irreparable Schäden an der Erde, trägt zu gesundheitlichen Problemen und einem Verfall der Lebensqualität bei.[14] Eine große gesundheitliche Bedrohung geht für Kinder von der Luftverschmutzung aus, die ein Risikofaktor sowohl für akute wie auch chronische Atemwegserkrankungen darstellt.[15],[16] Sie verursacht insbesondere Asthma und Allergien, wirkt sich aber auch auf andere Weise negativ auf die Gesundheit aus. Zu den schwerwiegendsten zählen perinatale Störungen, Kindersterblichkeit, Allergien, Malignome, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die Zunahme der oxidativen Belastung, endotheliale Dysfunktion und psychische Erkrankungen. Zahlreiche Studien konnten Feinstaubbelastung mit einem erhöhten Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko durch viele Krankheiten, Organstörungen, Krebs und andere chronische Krankheiten in Verbindung bringen.[17] Das Risiko für Kinder ist dabei besonders hoch, da sie sich noch im Wachstum befinden und ihre Immun- und Entgiftungsmechanismen noch nicht vollständig ausgebildet sind. Bei Kindern, die gefährlichen Tätigkeiten nachgehen und etwa in Minen oder Steinbrüchen arbeiten, ist das Risiko am höchsten. Kranke, mangelernährte und geschwächte Kinder können im Erwachsenenalter unter chronischen Gesundheitsproblemen leiden.

  • Verpflichtungen von Staaten und andere Akteuren

Der allgemeine Kommentar Nr. 15 (2013) zum Recht des Kindes auf den höchstmöglichen Gesundheitsstandard (Art. 24) benennt bereits einige eindeutige Maßnahmenbereiche hinsichtlich der lokalen Umweltverschmutzung, bleibt jedoch vage, wenn es an die Rolle der Wirtschaft und des Klimawandels geht.[18]

Solide Gesetze und Vorschriften spielen gemeinsam mit ihrer Umsetzung und Kontrolle eine zentrale Rolle beim Schutz der Kinderrechte und der Interessen des Kindes. Die Leitprinzipien der UN-Kinderrechtskonvention sollten ebenso wie ihre allgemeinen Kommentare berücksichtigt werden, wenn neue Gesetze verabschiedet oder bestehende nachgebessert werden.

Die Aufnahme der Kinder- und Umweltrechte in das Grundgesetz bzw. die Verfassung eines Landes könnte sicherstellen, dass die Interessen der Kinder anerkannt werden. Zwar weisen drei Viertel aller Verfassungen auf der Welt Bezugnahmen zu Umweltrechten auf, doch nur in wenigen Fällen sind diese auch juristisch durchsetzbar. Verfassungsgerichte und Oberste Gerichtshöfe, die im nationalen Rahmen für die Verfassungsmäßigkeit staatlicher Gesetze zuständig sind, könnten eine zentrale Rolle einnehmen, wenn es darum geht, auf Handlungsbedarf bei der Angleichung, Änderung oder Verabschiedung neuer Gesetze unter der Maßgabe der KRK hinzuweisen. Das Urteil des Obersten Gerichtshofs Argentiniens zu Umweltrechten von 2008[19]  und die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der Philippinen zugunsten der Rechte künftiger Generationen auf eine intakte Umwelt[20] sind gute Beispiele hierfür.

Mit einer innovativen, generationengerechten  Vorgehensweise und den geeigneten Marktsignalen kann die Wirtschaft den Weg hin zu einer nachhaltigen Zukunft weisen, indem sie ihrem weitreichenden Auftrag, Gesellschafts- und Umweltziele umzusetzen, mithilfe der entsprechenden rechtlichen Rahmenbedingungen nachkommt. Im Jahr 2010 war Maryland der erste US-Bundesstaat, in dem ein Gesetz für eine neue Unternehmensform (Benefit Corporation) verabschiedet wurde. Darin wurden Standards für Unternehmen aufgestellt, die sich „Menschen, Erde und Profit“ (People, Planet and Profit) zum Ziel setzen.[21] Zwar gibt es immer mehr Abkommen und Selbstverpflichtungen von Industrie und Unternehmertum, die ebenfalls Wichtiges leisten können; doch könnte eine konsequente Rechtsdurchsetzung noch wirksamere und nachhaltigere Lösungen hervorbringen – und das ziemlich schnell, wie der schottische Zero Waste Plan zeigt.[22] Das in vielen Ländern erfolgreiche Verbot von Plastiktüten zeigt klar, dass Gesetze eine gewichtige Rolle im Umweltschutz spielen können, wenn sie nur richtig angewendet und durchgesetzt werden.[23]

Globale Abkommen, Konventionen und Selbstverpflichtungen könnten die Einzelstaaten dazu bewegen, weitreichende Gesetze zu verabschieden, um auf die vielfältigen Umweltherausforderungen zu reagieren. Ein Beispiel dafür ist das costa-ricanische Biodiversitätsgesetz von 1998.[24] Auch das Montreal-Protokoll von 1987 ist eine Erfolgsgeschichte. Vor Kurzem verkündete das Umweltprogram der Vereinten Nationen, UNEP, dass die Unterzeichnerstaaten des Montreal-Protokolls komplett aus den ozonschädigenden FCKW ausgestiegen sind, die früher in Kühlschränken und Sprühdosen omnipräsent waren und unter anderem das Hautkrebsrisiko erhöhen.[25]

Die UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ kann viele Erfolge vorweisen. Sie konnte ein Bewusstsein für geeignete Methoden schaffen und die Umweltbildung stärken. Dennoch besteht weiterhin ein hoher Bedarf nach einer umfassenderen strukturellen Umsetzung. Das Recht auf Bildung (Artikel 29) betont, wie wichtig die Achtung der Umwelt, das Wissen über und die Auseinandersetzung mit globalen Problemen als Unterrichtsthemen sind. Die Standards zur ökologischen Alphabetisierung (Environmental Literacy Standards) des US-Bundesstaates Maryland von 2011 zählen zu den ersten Richtlinien, die die ökologische Alphabetisierung der Schüler zur verbindlichen Voraussetzung für die Erlangung der Hochschulreife erklären. Damit konnten sowohl für Schüler und Lehrer, als auch für das lokale Umfeld äußerst positive Ergebnisse erzielt werden.[26]

Das Spektrum der Umweltgesetze ist Schritt für Schritt ausgeweitet worden und berücksichtigt immer komplexere umwelt- und gesundheitspolitische Themen. Dennoch sind weiterhin vielfältige umweltrechtliche Maßnahmen erforderlich.[27] Die Beurteilung ihrer Auswirkungen auf die Kinderrechte stellt ein wichtiges Werkzeug dar, um die Wirksamkeit von Gesetzen zu prüfen. Das schottische Beispiel zeigt, dass dabei auch Umweltfragen mit einbezogen werden sollten.[28]

Empfehlungen an die UNKRK  (siehe auch Anhang)

  • Erarbeitung eines allgemeinen Kommentars zum Thema Kinderrechte und Umwelt
  • Sondierung eines Zusatzprotokolls aufgrund erhöhter Dringlichkeit des Themas
  • Unterstützung bei der Berufung von Ombudspersonen für künftige Generationen auf nationaler und internationale Ebene als Vertreter langfristiger Interessen
  • Förderung einer weitreichenden und verpflichtenden Umwelt-/Nachhaltigkeitsbildung
  • Unterstützung einzelner Staaten bei der Erfüllung der nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals)

[1] Der World Future Council erarbeitet Lösungen für die drängendsten Herausforderungen. Dabei werden modellhafte Gesetze und Vorgehensweisen identifiziert und verbreitet, die erwiesenermaßen positive Auswirkungen auf derzeitige wie auch auf künftige Generationen haben. Die Kooperation erfolgt auf internationaler Ebene mit Parlamentariern, Gesetzgebern und anderen Akteuren sowie den verschiedenen UN-Institutionen.

[2] Susana Sanz-Caballero: Children’s rights in a changing climate: a perspective from the UN-CRC, in: Ethics in Science and Environmental Politics, vol. 13:1-14, 2013.

[3] Intergovernmental Panel on Climate Change: Climate change 2014, Synthesis report summary for policymakers.

[4] 2015-2016 traf El Niño einige der ärmsten Länder der Welt besonders schwer und dort vor allem die Kinder. Das Phänomen führt zu schweren Dürren, Überflutung und verursacht ein erhöhtes Walbrandrisiko. http://www.unicef.org/environment/

[5] https://www.worldfuturecouncil.org/peace-and-disarmament/

[6] Familien, die zwei Mahlzeiten täglich zu sich nehmen, verzichten u.U. auf eine; wer nur einmal täglich isst, ist vollständig auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

[7] Intergovernmental Panel on Climate Change, Climate change 2014, Synthesis report summary for policymakers.

[8] http://www.unicef.org/environment/

[9] El Niño hat in Brasilien günstige Fortpflanzungsbedingungen für die Aedes-Mücke geschafften, die den Zika-Virus, Dengue, Gelbfieber und Chikungunya übertragen kann.

[10] Patienten nehmen Medikamente meistens mit den Mahlzeiten ein; viele Menschen geben ihre begrenzten Mittel eher für Lebensmittel als für den Weg in eine Gesundheitseinrichtung aus.

[11] http://www.unicef.org/environment/

[12] Neugeborene Kinder von Zwangsmigranten sind einem erhöhten Risiko einer ausbleibenden Registrierung ausgesetzt, da persönliche Dokumente verloren gehen oder Länder ohne gültiges Visum betreten werden.

[13] Susana Sanz-Caballero: Children’s rights in a changing climate: a perspective from the UN-CRC, in: Ethics in Science and Environmental Politics, vol. 13:1-14, 2013.

[14] Saurer Regen, Lärm-, Boden- und Lichtverschmutzung nehmen ebenfalls zu und belasten Umwelt, Tierwelt und Menschen zusätzlich.

[15]  Die WHO unterscheidet zwischen der Luftverschmutzung in geschlossenen Räumen (die für jährlich mindestens 2 Mio. Todesopfer verantwortlich ist, von denen die meisten Kinder mit Lungenentzündung sind), der Luftverschmutzung im Außenbereich und städtischer Luftverschmutzung (Schätzungen zufolge weltweit 1,3 Mio. Todesopfer pro Jahr, davon überproportional viele in Ländern mit mittlerem Einkommensniveau) sowie verkehrsbedingter Luftverschmutzung; http://www.who.int/ceh/risks/cehair/en/ und   http://www.euro.who.int/en/data-and-evidence/evidence-informed-policy-making/publications/hen-summaries-of-network-members-reports/what-are-the-effects-of-air-pollution-on-childrens-health-and-development

[16] Susanna Esposito et al.: Impact of air pollution on respiratory diseases in children with recurrent wheezing

or asthma, BMC Pulmonary Medicine 201414:130, DOI: 10.1186/1471-2466-14-130, Veröffentlicht: 7. August 2014.

[17] Roya Kelishadi: Environmental Pollution: Health Effects and Operational Implications for Pollutants Removal, Journal of Environmental and Public Health, Volume 2012 (2012), Artikel 341637, http://www.hindawi.com/journals/jeph/2012/341637/

[18] Allgemeiner Kommentar Nr. 15, Paraphe 49.

[19] Celebrating the world’s best laws and policies to secure children’s rights, Future Policy Award 2015, World Future Council Foundation, 2015, S. 15.

[20] Im Juli 1993 urteilte der Oberste Gerichtshof der Philippinen zugunsten einer Gruppe von Kindern, die an ihrem eigenen Namen und dem künftiger Generationen die Aussetzung von Abholzungsgenehmigungen forderten, da diese ihr verfassungsmäßiges Recht auf eine intakte Umwelt verletzten. http://www.futurepolicy.org/crimes/right-of-future-generations/

[21] http://www.futurepolicy.org/business-priorities/maryland-benefit-corporations/

[22] Zero Waste von 2010 soll die Weichen für eine abfallfreie Gesellschaft legen http://www.futurepolicy.org/enterprise-and-design/consumption/zerowastescotland/

[23] http://www.unep.org/PDF/Kenya_waste_mngnt_sector/appendix.pdf

[24] http://www.futurepolicy.org/biodiversity-and-soil/costa-ricas-biodiversity-law/

[25] http://ozone.unep.org/en/focus

[26] Die Verordnung hat zum Ziel ein, ein lokal entwickeltes Lehrprogramm im Curriculum zu verankern, das Veränderungen in der Kommune voranbringt und eine Ethik der Umweltverantwortung vermittelt. http://www.futurepolicy.org/curricula-reform/marylands-els/

[27] http://www.eea.europa.eu/themes/policy/intro

[28] https://www.cypcs.org.uk/uploaded_docs/children’s%20rights%20impact%20assessment.pdf

Jörg Pilawa auf Tour zu Kindern in Namibia

Hamburg, 25. Juni 2015 – TV-Moderator Jörg Pilawa engagiert sich als Botschafter für den World Future Council. Pilawa sagt über sein Engagement: „Ich unterstütze den World Future Council, weil ich fest daran glaube, dass eine bessere, gerechtere Welt möglich ist.“ Die von Jakob von Uexküll mit Unterstützung der Stadt Hamburg gegründete Stiftung setzt sich für ein verantwortungsvolles, nachhaltiges politisches Denken und Handeln im Sinne zukünftiger Generationen ein.

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Neustart für Umweltbildung: Ein Besuch in Maryland

Kinder und  Jugendliche sind unsere Zukunft. Wie und was sie lernen, ihre Einstellungen und Grundüberzeugungen, bestimmen wie sie als Erwachsene leben und welche (umweltbewussten) Entscheidungen sie treffen werden. Wie sie Natur verstehen und eine Beziehung zur ihr aufbauen, hat tiefgreifende Auswirkungen für die lokale und globale Umwelt und unser kollektives Wohlergehen. Studien zeigen, wie wichtig ein früher Kontakt zur Natur ist: wenn Kinder in der Natur lernen, spielen und mit ihr interagieren, werden sie sie später wertschätzen und pflegen. Es war diese Erkenntnis, die im US-Bundesstaat Maryland zu innovativen und wegweisenden Denken führte: 2011 war der US-Bundesstaat Maryland der erste  weltweit, der Umweltbildungsstandards fächerübergreifend und prüfungsrelevant  für den Schulabschluss einführte. In Anerkennung dieser Leistung vergaben wir letztes Jahr unseren silbernen Future Policy Award.

Dr. Kevin Maxwell, CEO of Prince George's County public schools

WCF-Delegation trifft Dr. Kevin Maxwell, Direktor aller Schulen im Landkreis Prince George

Kürzlich reiste eine WFC-Delegation für zehn Tage quer durch den Bundestaat, um das einzigartige Modell in der Praxis mitzuerleben. Wir besuchten Schulen und Umweltbildungseinrichtungen, sprachen mit Lehrern, Schülern, Kongressabgeordneten und VertreterInnen verschiedener Behörden von Baltimore bis Washington DC, die daran, die Vorgaben erfolgreich umzusetzen. Im Austausch erfuhren wir viel über die gesammelten und persönlichen Erfahrungen mit der Implementierung des Gesetzes.

Die Entscheidung, auf höchster Ebene mit dem Bildungsausschuss Marylands, Umweltbildungsstandards einzuführen, entstand aus der fortwährenden Sorge um das Chesapeake Bay, einem riesigen Mündungsgebiet zum Atlantik, das seit den 1970er Jahren durch Abwässer, landwirtschaftliche Düngemittelausschwemmungen und Industrieabfälle überfischt und stark verschmutzt ist. Es war klar, dass ein radikaler neuer Bildungsansatz benötigt wurde, um der jüngeren Generation ein neues Verständnis von Natur und Umwelt zu vermitteln. Die eingeführten allgemeinen Umweltbildungsstandards haben das Ziel, die Umweltverantwortung junger Menschen zu fördern und gegen die Umweltzerstörung in der Bucht anzukämpfen. Marylands 24 lokale  Bildungsbehörden  wurden angewiesen, einen ganzheitlichen Umweltlehrplan zu erstellen. So floss Umweltbildung in den bereits existierenden Lehrplan ein – vom Kindergarten bis zum Abschlussjahr.

Auf der Tour durch Maryland war besonders ein Besuch der Crellen Grundschule augenöffnend. Die Schule liegt inmitten einer grünen und bergigen Landschaft im Westen des Bundesstaates, auf einem ehemals durch Kohle verschmutzen Gelände. Die Schulleiterin machte sich diese Geschichte zu Nutze und verwandelte das Schulgelände mit Hilfe der Kinder zu einem funktionierenden Feuchtgebiet-Ökosystem, um den SchülerInnen Erfahrungen und Eindrücke aus erster Hand zu vermitteln.  Vier SchülerInnen im Alter von etwa acht Jahren führten uns über das Gelände und zeigten uns Gemüsegärten und Ställe mit Schafes und Hühnern, die die Schülerschaft pflegen und versorgen und die ihre Schulmahlzeit bereichert. Sie zeigten uns die wiederhergestellten Feuchtgebiete, die Schadstoffe aus dem Gelände filtern und wie gleichzeitig die lokale Geschichte Teil der Umweltbildung ist. Im Schuleigenen Gemüsegarten bauen die Schüler eigenen Salat für ihr Mittagessen an.

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“Wir haben Vieles über ein neues Wort gelernt: Biodiversität”, strahlt eine Schülerin. Obwohl hier viele sozial benachteiligte Kinder zur Schule gehen, erzielt die Schule regelmäßig eines der besten Testresultate des gesamten Bundesstaates.

Maryland_Environmental_Literacy_StandardsOhne Zweifel ist die Grundschule Crellin ein herausragendes Beispiel dafür, die Natur als Lehrmittel für Umweltprobleme zu nutzen – aber es ist keineswegs untypisch. Marylands Umweltbildungs-Standards animieren nicht nur, sie geben auch die Verantwortung an alle Beteiligten weiter, indem diese Art des Lernens durch neue, lokale Aktionsgruppen und Projekte, die sich dem Umweltschutz verschrieben haben, weiter gefördert wird. In einer High School in Baltimore beschrieben LehrerInnen, wie sie Umweltbildung in ihre Unterrichtsstunden einbauen – zum Beispiel wird im Kunstunterricht nur mit wiederverwertbaren Materialien gearbeitet und historische Fälle von Umweltverschmutzungen im Unterricht thematisiert.

Auch Kinder raus aus den Klassenräumen und in die Natur zu bringen, ist ein Schwerpunkt geworden. Wann immer möglich, wird der Unterricht ins Freie verlagert. So werden Naturkunde und andere praktische und wissenschaftliche Unterrichtsstunden in der Natur abgehalten. Alle Schulämter Marylands haben jetzt einen Zugang zu Bildungszentren, die außerschulischen Unterricht und Aktivitäten anbieten, und somit den Klassenraum und Lehrplan erweitern und bereichern.

In Arlington Echo befindet sich ein solches Outdoor-Bildungszentrum. Jeder Viertklässler aus dem Anne Arundel Landkreis (über 25.000 Kinder im Jahr) besucht einmal jährlich das Bildungszentrum, um Fische oder Krebse zu fangen, zu untersuchen und wieder freizulassen. Zusätzlich erfahren sie mehr über Bäume, den Kohlenstoffkreislauf, über Pflanzen und Tiere.

Für solch drastische Veränderungen  im Lehrplan bedarf es natürlich einer breiten Unterstützung durch Verantwortliche des Bildungssystems und darüber hinaus. Ein breites Bündnis von Elternvertretungen, Bundesbehörden, lokaler Naturschutzverbände und nichtstaatlicher Organisationen hat zusammengearbeitet, um diese positiven Veränderungen zu ermöglichen- und sie arbeiten immer noch daran. Dr. Kevin Maxwell, Direktor aller Schulen im Landkreis Prince George, glaubt leidenschaftlich daran, dass Marylands neuer Umweltbildungs-Ansatz dazu führt, dass die Kinder zu einer positiven Entwicklung weltweit beitragen können.

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Das Beispiel Maryland zeigt schon jetzt eindrucksvoll, was die verpflichtende Komponente der Umweltbildung bewegen kann – denn Umweltbildung gab es schon vor den Umweltbildungsstandards.

Die Schüler und Schülerinnen  lernen, ihr Wissen um die Komplexität von Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen zu erweiterten und zu vertiefen. Die Einführung der Umweltbildungsstandards hat einen messbar positiven Einfluss auf die Leistungen der Mädchen und Jungen, auch in Fächern wie Naturwissenschaften, Sprachen, Algebra und Gemeinschaftskunde. Am meisten beeindruckt hat uns die Leidenschaft der Kinder und Jugendlichen für Umweltschutz. Wen wundert es, dass hier in Maryland eine Generation umweltbewusster und umweltschützender Menschen heranwächst, wenn sie lernen, Bachforellen beim Schlüpfen zuzusehen, Austernriffe wiederzubeleben und Bäume zu pflanzen.

Es ist nun an uns allen, daran zu arbeiten,  dass alle Kinder rund um den Globus eine solche, ganzheitliche und naturbasierte Bildung erhalten.

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Unterstützen Sie den World Future Council und fördern Sie damit die Verbreitung von Gesetzen, die Umweltbildung stärken.

Würdigung für die besten Kinderrechtsgesetze

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Abstract

The World Future Council addresses challenges to our common future by identifying and spreading best policies around the globe. We do this by celebrating exemplary policies that create better living conditions for present and future generations through our annual Future Policy Award. Alongside presenting the award we also work with policy-makers to speed up policy action towards just, sustainable and peaceful societies.

 

Future Policy Award 2015: Würdigung für die besten Kinderrechtsgesetze

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Zusammenfassung

Unser Future Policy Award ist der erste Preis, der auf internationaler Ebene gute Gesetze auszeichnet. 2015 hat der Future Policy Award politische Initiativen geehrt, die dazu beitragen, die Rechte von Mädchen und Jungen zu schützen und zu stärken. Die Gewinner-Gesetze wurden in Partnerschaft mit der Interparlamentarischen Union und UNICEF am 20. Oktober 2015 verkündet.