Koalitionsverhandlungen – GroKo will Kinderrechte im Grundgesetz verankern

Ein Kommentar der Kinderrechtsexpertin Samia Kassid von der Stiftung World Future Council zu den Ergebnissen der Koalitionsverhandlungen der Großen Koalition

Die GroKo will die Rechte von Kindern stärken – daher sollen laut Koalitionsvertrag Kinderrechte im Grundgesetz verankert werden. Die Hamburger Stiftung World Future Council (WFC) begrüßt diesen Ansatz. WFC-Kinderrechts-Expertin Samia Kassid sagt dazu: „Die Entscheidung ist überfällig: Seit Jahrzehnten rufen Kinderrechtsorganisationen, Familienverbände und sogar das UN-Komitee über die Rechte des Kindes zu diesem Schritt auf.“

Doch der WFC warnt vor reiner Symbolpolitik: „Jetzt hängt es davon ab, wie das ,Kindergrundrecht‘ ausformuliert wird“, so Samia Kassid weiter. „Mädchen und Jungen benötigen die rechtliche Grundlage, gesund und geschützt aufzuwachsen und aktiv am gesellschaftlichen und politischen Geschehen teilzunehmen. Außerdem ist es wichtig klarzustellen, dass mit der Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz der Erziehungsauftrag der Eltern unterstützt und nicht unterwandert wird.“

„Die weiteren im Koalitionsvertrag genannten Vorhaben – wie Kinderarmut zu reduzieren, die Bildungsstruktur zu verbessern und mehr Mittel für nachhaltige Entwicklung und humanitäre Hilfe zur Verfügung zu stellen – sind weitere wichtige und überfällige Schritte.“

Klimaschutz ist Kinderschutz, findet Samia Kassid, und ruft die Regierungsparteien dazu auf, auch verstärkt die Rechte von Kindern, Jugendlichen und zukünftigen Generationen zu berücksichtigen, wenn es um die Umsetzung der Klima- und Umweltschutzziele geht: „Eine gesunde und intakte Umwelt garantiert allen Kindern weltweit, ihre Rechte auf Überleben, Schutz und Beteiligung wahrzunehmen.“

Samia Kassid leitet das Team des WFC für das Thema Kinderrechte. Sie verfügt über langjährige Erfahrungen in den Bereichen Kinderrechte und Advocacyarbeit und sitzt bei der National Coalition Deutschland – Netzwerk zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention im Vorstand. Sie ist Diplom-Volkswirtin mit Schwerpunkt Entwicklungszusammenarbeit und Umweltpolitik.

Sansibar – Ein Beispiel, von dem wir lernen können

Als positives Beispiel für die Implementierung eines Gesetzes, das Kindern Rechte, Sicherheit und Gerechtigkeit zusichert, haben wir das “Kinderrechtsgesetz” von Sansibar identifiziert. Mehr Informationen über unsere Arbeit dazu finden Sie hier:

Wenn gute Gesetze Leben verändern

Was wir von Sansibar lernen können

Einen besonders großen Beifall auf unserer internationalen Kinderrechte-Konferenz in Sansibar bekam der indonesische Vertreter, als er seine Prioritätenliste für effektive Kinderrechtsgesetzungen aufzählte: „Erstens: Implementierung. Zweitens: Implementierung. Und drittens? Implementierung!”, donnerte es dem aufnahmefähigen Publikum entgegen. Damit traf er bei den versammelten Delegierten einen Nerv – denn alle wissen um gute Kindergesetze auf dem Papier und den langen, oft sehr beschwerlichen Weg, diese auch erfolgreich umzusetzen. Genau hier setzte der World Future Council an und lud Ende 2017 über 100 engagierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 15 Ländern, vornehmlich Afrika und Asien, nach Sansibar ein. Miteinander reden, voneinander lernen und „best practises” austauschen stand im Fokus der Konferenz.

Schulmädchen in Sansibar City

Sansibars Kindergesetz von 2011 wurde 2015 mit dem Future Policy Award in Gold ausgezeichnet, und wir wollten vor Ort erfahren, was diese kleine, halb-autonome Insel, die zu Tansania gehört, unternommen hat, damit Kinder nachhaltigen Schutz und Gerechtigkeit vorfinden.

2009 war Tansania eines der ersten afrikanischen Länder, das eine landesweite Studie vornahm, die Gewalt gegen Kinder untersuchte. Die Studie ergab, dass 6% der Mädchen und 9% der Jungen sexuellen Missbrauch erfahren. Etwa drei Viertel der Kinder unter 18 Jahren haben in ihrem Leben körperlichen Missbrauch erleben müssen. Darüber hinaus zeigte der Bericht besorgniserregende Zahlen zum Ausmaß von Kinderarmut und Kinderarbeit. Noch im selben Jahr begannen die Vorbereitungen an einem umfangreichen Kindergesetz, das diese Herausforderungen direkt angehen und Sansibars Gesetzgebung im Einklang mit internationalen Kinderrechte Standards zu bringen sollte . Sansibars ‚Kindergesetz‘ wurde 2011 in Lebens gerufen und befasste sich mit allen Aspekten von Kinderrechten: Familie, Herkunft, Obhut und Sorgerecht, Betreuung, Adoption, sowie mit dem Schutz vor Gewalt, Missbrauch, Vernachlässigung und Ausbeutung. Seitdem arbeitet Sansibar weiterhin daran, die Implementierung des Gesetzes voranzutreiben und Lücken zu verbessern, so dass jedes Kind auf der Insel davon profitieren kann: Ein neues integriertes Kinderschutzsystem wurde aufgebaut und mit ihm ein Nationaler Aktionsplan gegen Gewalt gegen Frauen und Kinder auf dem Weg gebracht. Entscheidender Erfolgsfaktor hierbei ist, dass die verschiedenen Elemente dieses neuen Systems einander strategisch und inhaltlich unterstützen und ergänzen.

Beratungsraum in Sansibar, speziell für Kinder gestaltet, die Opfer von Gewalt wurden

Um den Erfolg der Kinderschutzeinrichtungen nicht nur in der Theorie zu verstehen, sondern auch in der Praxis erleben zu können, besuchten wir zusammen mit den Teilnehmern der Konferenz verschiedene Kinderschutzeinrichtungen. Dort waren wir begeistert von der kinderfreundlichen und positiven Atmosphäre: an den Wänden des Kinder- und Jugendgerichts leuchten bunte Wandbilder, Puppen und Teddybären sitzen auf dem Schreibtischen der Beamten. Täteridentifizierungen durch die betroffene Kinder können per Videoschaltung durchgeführt werden, sodass junge Menschen ihre Aussage nicht in einer bedrohlichen Atmosphäre machen müssen. Das Personal ist geschult und geht sensibel mit Opfern und Tätern um, die meist minderjährig sind.

Die „One Stop Centres“ sind örtliche Anlaufstellen für von Missbrauch und Gewalt Betroffene. Rund um die Uhr geöffnet, können diese Einrichtungen jederzeit und direkt nach der Tat aufgesucht werden; die Räume sind freundlich gestaltet und bieten Geborgenheit und Schutz der Privatsphäre. Bei der Meldung einer Gewalttat muss das betroffene Kind medizinisch untersucht und polizeilich vernommen werden. Um Kindern und Eltern Angst und Verunsicherung zu sparen und die Hemmschwelle, die Tat zu melden, abzubauen hat man in Sansibar einen einfachen, aber sehr effektiven Weg gewählt: Geschultes psychologisches und medizinisches Personal sowie Polizeibeamte befinden sich alle an einem Ort und sind in zivil.

Die Koordination der Einrichtungen spielt eine entscheidende Rolle für deren Erfolg der Implementierung des Gesetzes. Die Nationale Kindesschutzeinheit (National Child Protection Unit, NCPU) ist für die Umsetzung der nationalen Strategie zuständig. Ein kleines Team koordiniert die Arbeit der verschiedenen Sektoren, wie Soziales, Gesundheitswesen, Bildung und Justiz unter Einbeziehung der Zivilgesellschaft, internationale Organisationen sowie Familien und Kinder. Somit soll gesichert werden, dass Jugendgerichtsbarkeit und Kinderschutz wirklich wirksam umgesetzt werden. Im Zuge dessen dienen die Kinderrechts-Zentren „Child Rights Centre” als Knotenpunkt für zivilgesellschaftliche Organisationen, die im Bereich der Kinderrechte tätig sind, Schwachstellen aufdecken und mit dazu beitragen können, diese zu schließen. So beispielsweise die Kampagne “Baba Bora” (Swahili für „guter Vater”), die sich an Väter und männliche Erzieher, Männer und Jungen richtet, um Einstellungen und Denkweisen gegenüber Frauen und Mädchen zu ändern, Geschlechtergerechtigkeit voranzutreiben sowie gewaltfreie Erziehung und Umgang zu propagieren. Die vielen Elemente der Kampagne regten einen gesellschaftlichen Diskurs an, wie beispielsweise eine Ausstellung, in der Mädchen und Jungen ihren Wunsch nach gewaltfreier und positiver Erziehung zum Ausdruck brachten oder die Botschaften eines beliebten R&B Songs, der die Botschaft transportierte.

Natürlich gibt es in Sansibar noch jede Menge zu tun, bis Kindergesetze und Nationale Aktionspläne vollständig umgesetzt sind – und damit Kinderrechte wirklich sichergestellt sind. Angesichts der begrenzten Ressourcen Sansibars haben uns die Innovationen und Fortschritte in in der Umsetzung des Kindergesetzes stark beeindruckt. Es ist der ganzheitliche systemischer Ansatz, das als Vorbild dienen kann.

Doch warum lassen ähnliche Erfolge in anderen Teilen der Region auf sich warten oder werden nur langsam angegangen?

„Weil Kinder nicht wählen, werden sie von der Politik oft nicht wahrgenommen”

Jugendliche verdienen eine Chance. Sansibar hat eine Menge an Einrichtungen für junge Menschen, die Opfer von Gewalt und Missbrauch geworden sind oder aus einem gewaltsamen Umfeld fliehen wollen.

Ein Teil der Antwort liegt mit Sicherheit in den Kosten. Auf dem afrikanischen Kontinent machen Kinder beinahe die Hälfte der Bevölkerung aus – was jedoch nicht automatisch bedeutet, dass sie in politischen Entscheidungen entsprechend viel Beachtung finden. Laut Dr. Nkata Murungi vom African Child Policy Forum gilt vielmehr, „weil Kinder nicht wählen, werden sie von der Politik oft nicht wahrgenommen”. Sind die nötigen Gelder und Ressourcen einmal vorhanden, bleibt die Abhängigkeit von externen Entwicklungsorganisationen groß. In Afrika beispielsweise sind Einrichtungen, die sich mit Kinderschutz befassen auf langfristige und nachhaltige Finanzierung angewiesen, um Sozialarbeiter auszubilden und zu unterhalten, und wirksame Kinderschutzsysteme aufzubauen, was stets mit Kosten verbunden ist. So wird Sansibars Nationaler Aktionsplan über die nächsten vier Jahre jährlich 4 Mio. US Dollar kosten. Fest steht aber, dass Überleben, Schutz und Entwicklung von Kindern nur dann vorangebracht werden kann, wenn die entsprechenden Mittel zur Verfügung gestellt werden. Dies ist besonders in Afrika der Fall, wo schon der Zugang zu Grunddienstleistungen eine große Herausforderung ist.

Ressourcen – wie knapp sie auch sein mögen – sind nirgendwo besser investiert, als bei den jüngsten Bürgerinnen und Bürger. In Kinder zu investieren bedeutet, auch in unsere gemeinsame Zukunft zu investieren. Ob Nationen und Gesellschaften wachsen und gedeihen können, wird vor allem von den Faktoren Gesundheit, Bildung, Schutz, Ideenreichtum und Innovationskraft der kommenden Generationen abhängen.

Die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) bieten uns eine besondere Vorgabe, Kinderrechte zu verwirklichen, sei es Armutsbekämpfung (Ziel 1), Hunger zu beseitigen (Ziel 2), Gesundheit (Ziel 3) und Bildung (Ziel 4) voranzutreiben, Geschlechtergerechtigkeit herzustellen (Ziel 5), Klimawandel zu begegnen (Ziel 13) oder Gewalt gegen Kinder (Ziel 16.2) endgültig zu beenden. Es gilt also, keine Zeit zu verlieren: Ein Jahr macht 6 % der Kindheit aus. Jede weitere Verzögerung, sich nicht für ihre Interessen einzusetzen, ist eine verlorene Gelegenheit. Packen wir’s an!

Kinder effektiv vor Gewalt schützen: internationale Konferenz in Sansibar

Auf der vom WFC ausgerichteten internationalen Kinderrechte-Konferenz tauschten sich Kinderschutzexpertinnen und -experten über gute Praxisbeispiele aus, und erhielten Einblicke, wie Sansibar, das vom WFC mit Gold ausgezeichnete Kindergesetz umsetzt. Das Themenspektrum umfasste Kinderschutz, kinderfreundliche Justiz und Kinderbeteiligung.

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Pressemitteilung: Ein Unternehmer mit großem Einsatz für Nachhaltigkeit

 

Ein Unternehmer mit großem Einsatz für Nachhaltigkeit

World Future Council gratuliert Ehrenratsmitglied Dr. Michael Otto  zum 75. Geburtstag

Hamburg, 9. April 2018: Am 12. April 2018 feiert Dr. Michael Otto, Unternehmer und Ehrenratsmitglied des Weltzukunftsrates, seinen 75. Geburtstag. Der World Future Council und sein Gründer Jakob von Uexküll gratulieren herzlich und würdigen den vorbildliche Einsatz des Unternehmers für Klimaschutz und Kinderrechte.

Dr. Michael Otto mit seiner Ehefrau Christl und Tochter Janina Özen-Otto auf einer Veranstaltung des WFC.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Otto Group ist ein großer Unterstützer des World Future Councils. Dr. Otto hatte die Gründung des World Future Councils im Mai 2007 gemeinsam mit der Stadt Hamburg ermöglicht und unterstützt den World Future Council in den Themengebieten Klimaschutz und Kinderrechte. So hat Dr. Otto sich erfolgreich für die Etablierung einer international Erneuerbaren Energienagentur (IRENA) eingesetzt, für eine Allianz für Erneuerbare Energien in Afrika und für den Schutz von Kindern in Afrika. Aktuell fördert er gemeinsam mit seiner Tochter Janina Özen-Otto das Kinderrechts-Programm des World Future Council. Eine von ihm unterstützte Studienreise des World Future Councils zu Bildung für nachhaltige Entwicklung hat dazu geführt, dass in Peru Umweltbildungswochen und ein Bildungstag in der Natur in Schulen eingeführt wird.

Nachhaltigkeit und die Sorge um unseren Planeten sowie die Zukunft heranwachsender Generationen sind weitere Triebfeder seines Engagements.

„Dr. Otto ist uns allen ein wunderbares Vorbild“, so Jakob von Uexküll. „Ich danke ihm für sein visionäres nachhaltiges Denken und Handeln, das in vielfältigem Engagement resultiert: für den World Future Council, unsere Stadt, unsere Kinder und für zukünftige Generationen.”

 

MEDIENKONTAKT
Miriam Petersen
Media & Communications Manager
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ÜBER DEN WORLD FUTURE COUNCIL

Der World Future Council (WFC) verfolgt das Ziel, unseren Kindern und Enkeln einen gesunden Planeten mit gerechten Gesellschaften zu übergeben. Um dies zu erreichen, identifizieren und verbreiten wir zukunftsgerechte politische Lösungen und fördern deren Umsetzung weltweit. Der Rat besteht aus 50 internationalen Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Kultur.  Jakob von Uexküll, der Gründer des Alternativen Nobelpreises, hat den World Future Council 2007 ins Leben gerufen.

Delegierte aus 12 Ländern unterzeichnen Erklärung zur Sicherung von Kinderrechten

Unterzeichnerinnen und Unterzeichner aus Afrika, Asien und dem arabischen Raum, die von ihren Ministerien zu der Konferenz entsandt wurden,  betonen den gemeinsamen Willen, Gewalt gegen Mädchen und Jungen zu beenden, Kinderehen abzuschaffen  und erheben die Forderung nach höheren Budgets für Kinder.

-PRESSEMITTEILUNG-

Sansibar, den 01. Dezember 2017: Zum Abschluss der Internationalen Konferenz für Kinderrechte, ausgerichtet von der Hamburger Stiftung World Future Council, haben die Vertreterinnen und Vertreter aus 12 Ländern sowie Kinderrechtsexperten eine Erklärung zur Sicherung von Kinderrechten unterzeichnet. Sie kommen aus Ghana, Indonesien, Liberia, Nigeria, Seychellen, dem teilautonome Somali Land, Südafrika, Süd Sudan, Sudan, Tansania, Tunesien, und dem teilautonomen Sansibar. Zusätzlich  haben die Teilnehmer für ihre Länder Aktionspläne entworfen, wie die vorhandenen Kinderschutz-Gesetze besser umgesetzt werden können.  Federführend bei der Erklärung war Dr. Amb. Gertrude Ibengwé Mongella, WFC Ehrenratsmitglied und ehem. Präsidentin des Pan-Afrikanischen Parlaments.

Die Delegierten lehnen alle Formen von Gewalt gegen Kinder ab.  Sie betonen die Notwendigkeit, Gesetzgeber und Bevölkerung in ihren Heimatländern verstärkter über die Auswirkungen von Gewalt gegen Jungen und Mädchen, einschließlich Kinderehen und körperlicher Bestrafung zu sensibilisieren, da diese eine erhebliche Verletzung von Kinderrechten darstellen. Ferner fordern sie, die Implementierung von Kinderschutz in den Ländern voranzutreiben. In der Erklärung bekräftigen  die Delegierten  ihre Bereitschaft sich dafür einzusetzen, Kinderschutzsysteme und Gewaltpräventionsmaßnahmen zu stärken, Sozialarbeit auszubauen und die Koordination des Kinderschutzes auf allen Ebenen zu verbessern. Sie fordern, mehr öffentliche Gelder für den Kinderschutz bereitzustellen.

Ferner haben sie sich bereit erklärt dazu beizutragen, auf lokaler und nationaler Ebene, die auf der Konferenz vorgestellten effektiven Maßnahmen zum Schutz und Beteiligung von Kindern in ihre Ministerien weiterzutragen. Die Delegierten bekennen sich zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen („SDGs”), alle Formen von Gewalt gegen Jungen und Mädchen zu beenden, insbesondere Ziel 5 und 16, sowie die Erklärung von Kindern zu stärken.

Dr. Auma Obama, Vorsitzende der Kinderrechtskommission des World Future Council, sowie Vorsitzende und Gründerin der Stiftung Sauti Kuu, unterzeichnete ebenfalls die Deklaration. Sie sagte:

“Gewalt gegen Mädchen und Jungen schadet den Kindern und ihrer Zukunft. Diese Konferenz und die Sansibar-Erklärung sind ein großer Schritt vorwärts zu einer kinderfreundlichen und zukunftsgerechten Welt. Gesetzgeber sind nun dringend aufgerufen, effektive Maßnahmen zum Schutz der Kinder zu ergreifen. Sansibar hat vorgemacht, wie es geht!”

Die Konferenz wurde unterstützt von Janina Özen-Otto, JUA Stiftung und Michael Otto Stiftung.

 

Lesen Sie die vollständige Erklärung zur Sicherung von Kinderrechten.

Participants from across Africa and Asia joined the International Conference on Child Justice, Protection and Participation

Medienkontakt

World Future Council
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Der World Future Council

Der World Future Council (WFC) wurde 2007 von Jakob von Uexküll, ebenfalls Gründer des Alternativen Nobelpreises, in Leben gerufen. Der WFC stellt die Interessen zukünftiger Generationen ins Zentrum von Politikgestaltung. Der Rat besteht aus 50 internationalen Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur, die in ihrem Themenbereich bereits Herausragendes geleistet haben. Im Rat sitzen bspw. die Kinderrechtlerin Auma Obama, die Schimpansen-Forscherin Jane Goodall und die indische Wissenschaftlerin und Aktivistin Vandana Shiva. Der Rat setzt sich für gesetzliche Rahmenbedingungen ein, die heutigen wie zukünftigen Generationen das Leben in einer gerechten und ökologisch intakten Welt ermöglichen. Die Hauptansprechpartner hierfür sind politische Entscheidungsträger und Parlamentarier, aber auch Partner aus der Zivilgesellschaft, Wirtschaft und internationalen Organisationen. Für eine nachhaltige, gerechte und friedliche Zukunft, in der universelle Rechte respektiert werden, erforschen, identifizieren und verbreitet der World Future Council die besten
globalen politischen Lösungen.

WFC unterstützt bundesweites Bündnis „Bildung für eine demokratische Gesellschaft“

Am 14.11.17 trafen sich rund 100 Expertinnen und Experten aus Bildungsverwaltung und -politik, Bildungsprogrammen, Wissenschaft und Stiftungswesen in Berlin, um das Startzeichen für ein bundesweites Bildungsbündnis zu setzen. Mit dabei war Samia Kassid, Leiterin der Kinderrechtsabteilung des World Future Council.

Anlass sind die großen Herausforderungen, denen sich die Demokratie aktuell gegenübergestellt sieht, wie die Zunahme rechtspopulistischer und rechtextremer Haltungen, die wachsende Abkehr vom europäischen Gedanken oder die Herausforderungen durch die Integration hunderttausender geflohener Menschen.

Auf Initiative der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik wurden alle zivilgesellschaftlichen Akteure der Demokratiebildung aufgerufen, sich dem Bündnis anzuschließen, um die großen Herausforderungen und Aufgaben im Verbund anzugehen. Ziel ist eine gesamtgesellschaftliche Initiative, die geprägt ist von Kooperation, gemeinsamem Wirken und der Einbeziehung aller Akteure.

Bei der Entwicklungskonferenz am 14.11.2017 standen vier verwandte Themenfelder im Fokus, die jungen Menschen wesentliche Fundamente für ein demokratisches, friedliches, wertschätzendes und den Globus erhaltendes Zusammenleben vermitteln und sie zugleich gegen Gewalt, Extremismus und Menschenfeindlichkeit stärken möchten: Demokratiepädagogik, Kinderrechtebildung, Bildung für nachhaltige Entwicklung und kulturelle Bildung.

Erstmals wurden diese Bildungsansätze und Netzwerke in einer Konferenz zusammengeführt, überschneidende Ziele ausgelotet und gemeinsame Aktivitäten im Rahmen einer konzertierten Bündnisinitiative vereinbart.

Die Initiative wird bereits durch drei große Bildungsstiftungen und drei Landesbildungsministerien gefördert bzw. unterstützt. Ziel der Initiative ist es, Schritt für Schritt alle Bundesländer und alle wesentlichen Akteure in der Demokratiebildung im Rahmen des Bündnisses für mehr Kooperation und gemeinsames Wirken zu gewinnen.

Mitveranstalter der „Entwicklungskonferenz“ waren die Bertelsmann Stiftung, die Heinrich Böll Stiftung und Makista – Netzwerk für Kinderrechte und Demokratie. Gefördert wurde die Veranstaltung und Initiative von der Robert Bosch Stiftung, der Stiftung Mercator, dem Hessischen Kultusministerium, dem Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz, dem Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen sowie dem ptz Stuttgart. Weitere Partner sind die National Coalition Deutschland – Netzwerk zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention, der World Future Council und die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung.

Die Entwicklungskonferenz stellt das zweite große Bündnisvorhaben der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik dar: erst am 06.11.17 wurde unter Schirmherrschaft der Ministerpräsidentin Malu Dreyer das Landesbündnis Rheinland-Pfalz „Demokratie gewinnt!“ begründet. Weitere Demokratiebildungsbündnisse sind für das Jahr 2018 in Vorbereitung.

Ort der Veranstaltung
Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin

Veranstaltungszeiten:
14.11.2017, 09.30 – 16.00 Uhr

 

Pressekontakt


Martin Nanzig

Leitung Partner & Programme
Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik e. V.
martin.nanzig@degede.de, Tel. 0173-2857327

World Future Council (WFC) richtet internationale Kinderschutz-Konferenz aus

Janina Özen-Otto und Ismail Özen engagieren sich gemeinsam mit dem WFC für Kinder und Jugendliche

-PRESSEMITTEILUNG-

Hamburg/Sansibar, den 20. November 2017: Der World Future Council (WFC), auch bekannt als Weltzukunftsrat, richtet vom 28. bis 30. November eine internationale Kinderschutz-Konferenz aus. Die Konferenz findet auf der tansanischen Insel Sansibar statt. 2015 hat der WFC die sansibarische Kinderschutz-Gesetzgebung mit dem Future Policy Award, dem „Oscar für gute Gesetze“ ausgezeichnet. Nun kommen Vertreterinnen und Vertreter aus Afrika, dem arabischen Raum und Asien zusammen, um von der Kinderschutzgesetzgebung zu lernen und sich über gute politische Kinderschutzmaßnahmen auszutauschen. Weiterlesen

Kindern ein Stimme geben: Der WFC im „HSV Klassenzimmer”

Der 20. September ist der Weltkindertag und was liegt näher, als mit Kindern gemeinsam diesen Tag zu begehen?

Unter dem Motto „Kindern eine Stimme geben“ drehte sich daher bei der HSV-Stiftung „Hamburger Weg“ und dem World Future Council alles um die Rechte der Kinder. Hier ging es vor allem um das Kinderrecht auf Spiel und Beteiligung.

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Veranstaltungshinweis: Internationale Konferenz für Kinderrechte in Sansibar

Schutz, Jugendgerichtsbarkeit und Beteiligung: Der WFC lädt zum Austausch von besten politischen Maßnahmen basierend auf Sanisbars Kindergesetz, das den FPA 2015 gewann.

Zu den Kernzielen des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte des Kindes gehört, Kindern das Recht auf Schutz und Beteiligung zu ermöglichen. Jüngste Schätzungen zeigen, dass mindestens 1 Milliarde Mädchen und Jungen jährlich von Gewalt betroffen sind. Jede Form von Gewalt gegen Mädchen und Jungen gefährdet gleichzeitig alle Kinderrechte und schwächt die soziale und wirtschaftliche Entwicklung von Gesellschaften.

FPA 2015: Sansibars Kindergesetz ist  der Gewinner des goldenen Awards.

2009 führte Tansania und sein halbautonomer Inselstaat Sansibar als eines der ersten Staaten Afrikas eine nationale Studie über das Ausmaß von Gewalt gegen Kinder durch. Aufgeschreckt vom Ergebnis und um die verschiedenen Gesetze und Rechtsvorschriften, die Kinder betreffen anzupassen, erarbeitete die Revolutionäre Regierung von Sansibar ein umfassendes Kindergesetz. Dieses ‘Kindergesetz‘ wurde 2015 für seine effektiven Maßnahmen zum Schutz von Kindern vor Missbrauch und Gewalt und für die Einbindung von Kindern und Jugendlichen an der Erarbeitung des Gesetzes mit unserem Future Policy Award mit Gold ausgezeichnet.

Anknüpfend an die Preisverleihung organisiert der World Future Council im November nun eine internationale Konferenz für Kinderrechte in Sansibar. 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 14 afrikanischen Ländern, Indonesien, den Seychellen und Mauritius, die von ihren Ministerien nominiert wurden, werden sich von der Sansibarischen Kindergesetzgebung und deren Implementierung ein Bild machen. Gleichzeitig bietet die Konferenz Raum, sich über Herausforderungen aber auch bewährte Beispiele zu diversen Themen in Sansibar und in den Heimatländern austauschen.

 

Ziele der Konferenz:

… Einblicke geben:  internationale politische Entscheidungsträgerinnen und -träger sowie Expertinnen und Experten erhalten Einblicke in Sansibars Kinderschutzgesetz und dessen Implementierungsprozesse

… Austausch von Best-Practice Beispielen aus afrikanischen Staaten, Mauritius, Seychellen und Indonesien in den Bereichen Jugendgerichtsbarkeit, Kinderschutz, Beteiligung sowie Beendung von körperlicher Bestrafung in Schulen. Ein Aspekt der Konferenz beschäftigt sich mit der Vereinbarkeit von Religion, gesellschaftlichen Normen und der nationalen Rechtsprechung.

… eine Plattform schaffen, die einen Austausch auf Ministerial-Ebene ermöglicht und neue Ansätze vermittelt

… Synergien stärken: nachhaltiger und umfassender Kinderschutz erfordert nicht nur die nationale Beteiligung und den Austausch aller Beteiligten, sondern auch einen grenzübergreifenden Dialog, um voneinander zu lernen.

… Chancen zu erkennen, sowie Trends und Erfolgsfaktoren für Gesetzesreformen und Entwicklungen von Kinderrechten bekannt machen

Internationale Konferenz für Kinderrechte

Austausch von besten politischen Maßnahmen basierend auf Sanisbars Kinderschutzgesetz

Wann?  28. – 30. November 2017

Wo?   Sansibarastadt / Sansibar


Hintergrund der Konferenz:

Dem UN-Nachhaltigkeitsziel 16.2 der Agenda 2030 entsprechend sollen alle Formen der Gewalt gegen Mädchen und Jungen beendet werden, deren Sicherheit und Schutz garantiert, sowie deren Rechte auf Beteiligung und Information gefestigt werden. Die Agenda gibt einen internationalen Impuls, Gewalt gegen Kinder zu beenden. Gute Kinderrechtsgesetze, politische Initiativen und deren effektive Umsetzung sind zentral für das Erreichen dieser Ziele.

Seit den letzten Jahren arbeitet Sansibar in zunehmendem Maße daran, die Stellung von Kindern und Frauen zu fördern. Sansibars Kindergesetz zeichnet sich durch den neuartigen Aspekt in der Entstehungsphase aus, dass Kinder im Beratungsprozess miteinbezogen wurden und ihnen so Mitbestimmung in der Entwicklung des Gesetzes zukam. Dies führte auch zu einem besseren gesellschaftlichen Verständnis von Kinderrechten. Ebenfalls erfolgreich war die Mitwirkung  einer Vielzahl verschiedener Stakeholder/ Interessenvertreter (Ministerien, religiöse Führungspersönlichkeiten, zivilgesellschaftliche Gruppen etc.) sowohl in der Entwicklungsphase als auch danach.

Um ein besseres gesellschaftliches Verständnis für Kinderschutz in Sansibar zu verankern, wurden verschiedene Maßnahmen ins Leben gerufen: ein nationaler Aktionsplan zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen und Kinder (NAPVAC) (2011-2015), eine nationale Kampagne sowie die Implementierung einer kindgerechten Jugendgerichtsbarkeit-Strategie. Kürzlich (2017) wurde der Aktionsplan zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen und Kinder verlängert (2017-2022). Sansibars nationale Strategie für Wachstum und Armutsbekämpfung (MKUZIII) hebt hervor, wie wichtig die Förderung von Frauen, der Schutz von Kindern sowie das Konzept von Geschlechtergerechtigkeit für Sansibars wirtschaftliche und soziale Entwicklung sind.

Kontakt

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Samia Kassid
Senior Projektmanagerin Kinderrechte

 

Nachhaltig Shoppen: Schul-Event in Hamburg im Rahmen von Erasmus+

WFC Projektleiterin Samia Kassid und Tina Stridde von „Cotton made in Afrika“ sprechen mit Schülerinnen und Schülern über Kinderrechte, Kinderarbeit und nachhaltiges Shopping.

Wenn wir über zukünftige Generationen sprechen, sprechen wir auch über die heutigen jungen Menschen. Sie sind die Entscheidungsträger von morgen – was aber oft übersehen wird ist, dass sie auch heute bereits relevante Entscheidungen treffen. Kleidung spielt für Kinder, Teenager und junge Erwachsene eine wichtige Rolle und somit haben sie als Konsumentinnen und Konsumenten einen größeren Einfluss, als ihnen möglicherweise bewusst ist. Günstige Kleidung ist hier nicht selten die erste Wahl; diese wird jedoch oft nicht nachhaltig produziert. Doch wie können junge Menschen, die nicht mit der Wertschöpfungskette der Textilbranche vertraut sind, eine gute Entscheidung beim Kauf ihrer Kleidung treffen?

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