WFC unterstützt bundesweites Bündnis „Bildung für eine demokratische Gesellschaft“

Am 14.11.17 trafen sich rund 100 Expertinnen und Experten aus Bildungsverwaltung und -politik, Bildungsprogrammen, Wissenschaft und Stiftungswesen in Berlin, um das Startzeichen für ein bundesweites Bildungsbündnis zu setzen. Mit dabei war Samia Kassid, Leiterin der Kinderrechtsabteilung des World Future Council.

Anlass sind die großen Herausforderungen, denen sich die Demokratie aktuell gegenübergestellt sieht, wie die Zunahme rechtspopulistischer und rechtextremer Haltungen, die wachsende Abkehr vom europäischen Gedanken oder die Herausforderungen durch die Integration hunderttausender geflohener Menschen.

Auf Initiative der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik wurden alle zivilgesellschaftlichen Akteure der Demokratiebildung aufgerufen, sich dem Bündnis anzuschließen, um die großen Herausforderungen und Aufgaben im Verbund anzugehen. Ziel ist eine gesamtgesellschaftliche Initiative, die geprägt ist von Kooperation, gemeinsamem Wirken und der Einbeziehung aller Akteure.

Bei der Entwicklungskonferenz am 14.11.2017 standen vier verwandte Themenfelder im Fokus, die jungen Menschen wesentliche Fundamente für ein demokratisches, friedliches, wertschätzendes und den Globus erhaltendes Zusammenleben vermitteln und sie zugleich gegen Gewalt, Extremismus und Menschenfeindlichkeit stärken möchten: Demokratiepädagogik, Kinderrechtebildung, Bildung für nachhaltige Entwicklung und kulturelle Bildung.

Erstmals wurden diese Bildungsansätze und Netzwerke in einer Konferenz zusammengeführt, überschneidende Ziele ausgelotet und gemeinsame Aktivitäten im Rahmen einer konzertierten Bündnisinitiative vereinbart.

Die Initiative wird bereits durch drei große Bildungsstiftungen und drei Landesbildungsministerien gefördert bzw. unterstützt. Ziel der Initiative ist es, Schritt für Schritt alle Bundesländer und alle wesentlichen Akteure in der Demokratiebildung im Rahmen des Bündnisses für mehr Kooperation und gemeinsames Wirken zu gewinnen.

Mitveranstalter der „Entwicklungskonferenz“ waren die Bertelsmann Stiftung, die Heinrich Böll Stiftung und Makista – Netzwerk für Kinderrechte und Demokratie. Gefördert wurde die Veranstaltung und Initiative von der Robert Bosch Stiftung, der Stiftung Mercator, dem Hessischen Kultusministerium, dem Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz, dem Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen sowie dem ptz Stuttgart. Weitere Partner sind die National Coalition Deutschland – Netzwerk zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention, der World Future Council und die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung.

Die Entwicklungskonferenz stellt das zweite große Bündnisvorhaben der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik dar: erst am 06.11.17 wurde unter Schirmherrschaft der Ministerpräsidentin Malu Dreyer das Landesbündnis Rheinland-Pfalz „Demokratie gewinnt!“ begründet. Weitere Demokratiebildungsbündnisse sind für das Jahr 2018 in Vorbereitung.

Ort der Veranstaltung
Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin

Veranstaltungszeiten:
14.11.2017, 09.30 – 16.00 Uhr

 

Pressekontakt


Martin Nanzig

Leitung Partner & Programme
Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik e. V.
martin.nanzig@degede.de, Tel. 0173-2857327

Wenn gute Gesetze Leben verändern

Was wir von Sansibar lernen können

Einen besonders großen Beifall auf unserer internationalen Kinderrechte-Konferenz in Sansibar bekam der indonesische Vertreter, als er seine Prioritätenliste für effektive Kinderrechtsgesetzungen aufzählte: „Erstens: Implementierung. Zweitens: Implementierung. Und drittens? Implementierung!”, donnerte es dem aufnahmefähigen Publikum entgegen. Damit traf er bei den versammelten Delegierten einen Nerv – denn alle wissen um gute Kindergesetze auf dem Papier und den langen, oft sehr beschwerlichen Weg, diese auch erfolgreich umzusetzen. Genau hier setzte der World Future Council an und lud Ende 2017 über 100 engagierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 15 Ländern, vornehmlich Afrika und Asien, nach Sansibar ein. Miteinander reden, voneinander lernen und „best practises” austauschen stand im Fokus der Konferenz.

Schulmädchen in Sansibar City

Sansibars Kindergesetz von 2011 wurde 2015 mit dem Future Policy Award in Gold ausgezeichnet, und wir wollten vor Ort erfahren, was diese kleine, halb-autonome Insel, die zu Tansania gehört, unternommen hat, damit Kinder nachhaltigen Schutz und Gerechtigkeit vorfinden.

2009 war Tansania eines der ersten afrikanischen Länder, das eine landesweite Studie vornahm, die Gewalt gegen Kinder untersuchte. Die Studie ergab, dass 6% der Mädchen und 9% der Jungen sexuellen Missbrauch erfahren. Etwa drei Viertel der Kinder unter 18 Jahren haben in ihrem Leben körperlichen Missbrauch erleben müssen. Darüber hinaus zeigte der Bericht besorgniserregende Zahlen zum Ausmaß von Kinderarmut und Kinderarbeit. Noch im selben Jahr begannen die Vorbereitungen an einem umfangreichen Kindergesetz, das diese Herausforderungen direkt angehen und Sansibars Gesetzgebung im Einklang mit internationalen Kinderrechte Standards zu bringen sollte . Sansibars ‚Kindergesetz‘ wurde 2011 in Lebens gerufen und befasste sich mit allen Aspekten von Kinderrechten: Familie, Herkunft, Obhut und Sorgerecht, Betreuung, Adoption, sowie mit dem Schutz vor Gewalt, Missbrauch, Vernachlässigung und Ausbeutung. Seitdem arbeitet Sansibar weiterhin daran, die Implementierung des Gesetzes voranzutreiben und Lücken zu verbessern, so dass jedes Kind auf der Insel davon profitieren kann: Ein neues integriertes Kinderschutzsystem wurde aufgebaut und mit ihm ein Nationaler Aktionsplan gegen Gewalt gegen Frauen und Kinder auf dem Weg gebracht. Entscheidender Erfolgsfaktor hierbei ist, dass die verschiedenen Elemente dieses neuen Systems einander strategisch und inhaltlich unterstützen und ergänzen.

Beratungsraum in Sansibar, speziell für Kinder gestaltet, die Opfer von Gewalt wurden

Um den Erfolg der Kinderschutzeinrichtungen nicht nur in der Theorie zu verstehen, sondern auch in der Praxis erleben zu können, besuchten wir zusammen mit den Teilnehmern der Konferenz verschiedene Kinderschutzeinrichtungen. Dort waren wir begeistert von der kinderfreundlichen und positiven Atmosphäre: an den Wänden des Kinder- und Jugendgerichts leuchten bunte Wandbilder, Puppen und Teddybären sitzen auf dem Schreibtischen der Beamten. Täteridentifizierungen durch die betroffene Kinder können per Videoschaltung durchgeführt werden, sodass junge Menschen ihre Aussage nicht in einer bedrohlichen Atmosphäre machen müssen. Das Personal ist geschult und geht sensibel mit Opfern und Tätern um, die meist minderjährig sind.

Die „One Stop Centres“ sind örtliche Anlaufstellen für von Missbrauch und Gewalt Betroffene. Rund um die Uhr geöffnet, können diese Einrichtungen jederzeit und direkt nach der Tat aufgesucht werden; die Räume sind freundlich gestaltet und bieten Geborgenheit und Schutz der Privatsphäre. Bei der Meldung einer Gewalttat muss das betroffene Kind medizinisch untersucht und polizeilich vernommen werden. Um Kindern und Eltern Angst und Verunsicherung zu sparen und die Hemmschwelle, die Tat zu melden, abzubauen hat man in Sansibar einen einfachen, aber sehr effektiven Weg gewählt: Geschultes psychologisches und medizinisches Personal sowie Polizeibeamte befinden sich alle an einem Ort und sind in zivil.

Die Koordination der Einrichtungen spielt eine entscheidende Rolle für deren Erfolg der Implementierung des Gesetzes. Die Nationale Kindesschutzeinheit (National Child Protection Unit, NCPU) ist für die Umsetzung der nationalen Strategie zuständig. Ein kleines Team koordiniert die Arbeit der verschiedenen Sektoren, wie Soziales, Gesundheitswesen, Bildung und Justiz unter Einbeziehung der Zivilgesellschaft, internationale Organisationen sowie Familien und Kinder. Somit soll gesichert werden, dass Jugendgerichtsbarkeit und Kinderschutz wirklich wirksam umgesetzt werden. Im Zuge dessen dienen die Kinderrechts-Zentren „Child Rights Centre” als Knotenpunkt für zivilgesellschaftliche Organisationen, die im Bereich der Kinderrechte tätig sind, Schwachstellen aufdecken und mit dazu beitragen können, diese zu schließen. So beispielsweise die Kampagne “Baba Bora” (Swahili für „guter Vater”), die sich an Väter und männliche Erzieher, Männer und Jungen richtet, um Einstellungen und Denkweisen gegenüber Frauen und Mädchen zu ändern, Geschlechtergerechtigkeit voranzutreiben sowie gewaltfreie Erziehung und Umgang zu propagieren. Die vielen Elemente der Kampagne regten einen gesellschaftlichen Diskurs an, wie beispielsweise eine Ausstellung, in der Mädchen und Jungen ihren Wunsch nach gewaltfreier und positiver Erziehung zum Ausdruck brachten oder die Botschaften eines beliebten R&B Songs, der die Botschaft transportierte.

Natürlich gibt es in Sansibar noch jede Menge zu tun, bis Kindergesetze und Nationale Aktionspläne vollständig umgesetzt sind – und damit Kinderrechte wirklich sichergestellt sind. Angesichts der begrenzten Ressourcen Sansibars haben uns die Innovationen und Fortschritte in in der Umsetzung des Kindergesetzes stark beeindruckt. Es ist der ganzheitliche systemischer Ansatz, das als Vorbild dienen kann.

Doch warum lassen ähnliche Erfolge in anderen Teilen der Region auf sich warten oder werden nur langsam angegangen?

„Weil Kinder nicht wählen, werden sie von der Politik oft nicht wahrgenommen”

Jugendliche verdienen eine Chance. Sansibar hat eine Menge an Einrichtungen für junge Menschen, die Opfer von Gewalt und Missbrauch geworden sind oder aus einem gewaltsamen Umfeld fliehen wollen.

Ein Teil der Antwort liegt mit Sicherheit in den Kosten. Auf dem afrikanischen Kontinent machen Kinder beinahe die Hälfte der Bevölkerung aus – was jedoch nicht automatisch bedeutet, dass sie in politischen Entscheidungen entsprechend viel Beachtung finden. Laut Dr. Nkata Murungi vom African Child Policy Forum gilt vielmehr, „weil Kinder nicht wählen, werden sie von der Politik oft nicht wahrgenommen”. Sind die nötigen Gelder und Ressourcen einmal vorhanden, bleibt die Abhängigkeit von externen Entwicklungsorganisationen groß. In Afrika beispielsweise sind Einrichtungen, die sich mit Kinderschutz befassen auf langfristige und nachhaltige Finanzierung angewiesen, um Sozialarbeiter auszubilden und zu unterhalten, und wirksame Kinderschutzsysteme aufzubauen, was stets mit Kosten verbunden ist. So wird Sansibars Nationaler Aktionsplan über die nächsten vier Jahre jährlich 4 Mio. US Dollar kosten. Fest steht aber, dass Überleben, Schutz und Entwicklung von Kindern nur dann vorangebracht werden kann, wenn die entsprechenden Mittel zur Verfügung gestellt werden. Dies ist besonders in Afrika der Fall, wo schon der Zugang zu Grunddienstleistungen eine große Herausforderung ist.

Ressourcen – wie knapp sie auch sein mögen – sind nirgendwo besser investiert, als bei den jüngsten Bürgerinnen und Bürger. In Kinder zu investieren bedeutet, auch in unsere gemeinsame Zukunft zu investieren. Ob Nationen und Gesellschaften wachsen und gedeihen können, wird vor allem von den Faktoren Gesundheit, Bildung, Schutz, Ideenreichtum und Innovationskraft der kommenden Generationen abhängen.

Die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) bieten uns eine besondere Vorgabe, Kinderrechte zu verwirklichen, sei es Armutsbekämpfung (Ziel 1), Hunger zu beseitigen (Ziel 2), Gesundheit (Ziel 3) und Bildung (Ziel 4) voranzutreiben, Geschlechtergerechtigkeit herzustellen (Ziel 5), Klimawandel zu begegnen (Ziel 13) oder Gewalt gegen Kinder (Ziel 16.2) endgültig zu beenden. Es gilt also, keine Zeit zu verlieren: Ein Jahr macht 6 % der Kindheit aus. Jede weitere Verzögerung, sich nicht für ihre Interessen einzusetzen, ist eine verlorene Gelegenheit. Packen wir’s an!

Kinder effektiv vor Gewalt schützen: internationale Konferenz in Sansibar

Auf der vom WFC ausgerichteten internationalen Kinderrechte-Konferenz tauschten sich Kinderschutzexpertinnen und -experten über gute Praxisbeispiele aus, und erhielten Einblicke, wie Sansibar, das vom WFC mit Gold ausgezeichnete Kindergesetz umsetzt. Das Themenspektrum umfasste Kinderschutz, kinderfreundliche Justiz und Kinderbeteiligung.

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World Future Council (WFC) richtet internationale Kinderschutz-Konferenz aus

Janina Özen-Otto und Ismail Özen engagieren sich gemeinsam mit dem WFC für Kinder und Jugendliche

-PRESSEMITTEILUNG-

Hamburg/Sansibar, den 20. November 2017: Der World Future Council (WFC), auch bekannt als Weltzukunftsrat, richtet vom 28. bis 30. November eine internationale Kinderschutz-Konferenz aus. Die Konferenz findet auf der tansanischen Insel Sansibar statt. 2015 hat der WFC die sansibarische Kinderschutz-Gesetzgebung mit dem Future Policy Award, dem „Oscar für gute Gesetze“ ausgezeichnet. Nun kommen Vertreterinnen und Vertreter aus Afrika, dem arabischen Raum und Asien zusammen, um von der Kinderschutzgesetzgebung zu lernen und sich über gute politische Kinderschutzmaßnahmen auszutauschen. Weiterlesen

Kindern ein Stimme geben: Der WFC im „HSV Klassenzimmer”

Der 20. September ist der Weltkindertag und was liegt näher, als mit Kindern gemeinsam diesen Tag zu begehen?

Unter dem Motto „Kindern eine Stimme geben“ drehte sich daher bei der HSV-Stiftung „Hamburger Weg“ und dem World Future Council alles um die Rechte der Kinder. Hier ging es vor allem um das Kinderrecht auf Spiel und Beteiligung.

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Veranstaltungshinweis: Internationale Konferenz für Kinderrechte in Sansibar

Schutz, Jugendgerichtsbarkeit und Beteiligung: Der WFC lädt zum Austausch von besten politischen Maßnahmen basierend auf Sanisbars Kindergesetz, das den FPA 2015 gewann.

Zu den Kernzielen des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte des Kindes gehört, Kindern das Recht auf Schutz und Beteiligung zu ermöglichen. Jüngste Schätzungen zeigen, dass mindestens 1 Milliarde Mädchen und Jungen jährlich von Gewalt betroffen sind. Jede Form von Gewalt gegen Mädchen und Jungen gefährdet gleichzeitig alle Kinderrechte und schwächt die soziale und wirtschaftliche Entwicklung von Gesellschaften.

FPA 2015: Sansibars Kindergesetz ist  der Gewinner des goldenen Awards.

2009 führte Tansania und sein halbautonomer Inselstaat Sansibar als eines der ersten Staaten Afrikas eine nationale Studie über das Ausmaß von Gewalt gegen Kinder durch. Aufgeschreckt vom Ergebnis und um die verschiedenen Gesetze und Rechtsvorschriften, die Kinder betreffen anzupassen, erarbeitete die Revolutionäre Regierung von Sansibar ein umfassendes Kindergesetz. Dieses ‘Kindergesetz‘ wurde 2015 für seine effektiven Maßnahmen zum Schutz von Kindern vor Missbrauch und Gewalt und für die Einbindung von Kindern und Jugendlichen an der Erarbeitung des Gesetzes mit unserem Future Policy Award mit Gold ausgezeichnet.

Anknüpfend an die Preisverleihung organisiert der World Future Council im November nun eine internationale Konferenz für Kinderrechte in Sansibar. 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 14 afrikanischen Ländern, Indonesien, den Seychellen und Mauritius, die von ihren Ministerien nominiert wurden, werden sich von der Sansibarischen Kindergesetzgebung und deren Implementierung ein Bild machen. Gleichzeitig bietet die Konferenz Raum, sich über Herausforderungen aber auch bewährte Beispiele zu diversen Themen in Sansibar und in den Heimatländern austauschen.

 

Ziele der Konferenz:

… Einblicke geben:  internationale politische Entscheidungsträgerinnen und -träger sowie Expertinnen und Experten erhalten Einblicke in Sansibars Kinderschutzgesetz und dessen Implementierungsprozesse

… Austausch von Best-Practice Beispielen aus afrikanischen Staaten, Mauritius, Seychellen und Indonesien in den Bereichen Jugendgerichtsbarkeit, Kinderschutz, Beteiligung sowie Beendung von körperlicher Bestrafung in Schulen. Ein Aspekt der Konferenz beschäftigt sich mit der Vereinbarkeit von Religion, gesellschaftlichen Normen und der nationalen Rechtsprechung.

… eine Plattform schaffen, die einen Austausch auf Ministerial-Ebene ermöglicht und neue Ansätze vermittelt

… Synergien stärken: nachhaltiger und umfassender Kinderschutz erfordert nicht nur die nationale Beteiligung und den Austausch aller Beteiligten, sondern auch einen grenzübergreifenden Dialog, um voneinander zu lernen.

… Chancen zu erkennen, sowie Trends und Erfolgsfaktoren für Gesetzesreformen und Entwicklungen von Kinderrechten bekannt machen

Internationale Konferenz für Kinderrechte

Austausch von besten politischen Maßnahmen basierend auf Sanisbars Kinderschutzgesetz

Wann?  28. – 30. November 2017

Wo?   Sansibarastadt / Sansibar


Hintergrund der Konferenz:

Dem UN-Nachhaltigkeitsziel 16.2 der Agenda 2030 entsprechend sollen alle Formen der Gewalt gegen Mädchen und Jungen beendet werden, deren Sicherheit und Schutz garantiert, sowie deren Rechte auf Beteiligung und Information gefestigt werden. Die Agenda gibt einen internationalen Impuls, Gewalt gegen Kinder zu beenden. Gute Kinderrechtsgesetze, politische Initiativen und deren effektive Umsetzung sind zentral für das Erreichen dieser Ziele.

Seit den letzten Jahren arbeitet Sansibar in zunehmendem Maße daran, die Stellung von Kindern und Frauen zu fördern. Sansibars Kindergesetz zeichnet sich durch den neuartigen Aspekt in der Entstehungsphase aus, dass Kinder im Beratungsprozess miteinbezogen wurden und ihnen so Mitbestimmung in der Entwicklung des Gesetzes zukam. Dies führte auch zu einem besseren gesellschaftlichen Verständnis von Kinderrechten. Ebenfalls erfolgreich war die Mitwirkung  einer Vielzahl verschiedener Stakeholder/ Interessenvertreter (Ministerien, religiöse Führungspersönlichkeiten, zivilgesellschaftliche Gruppen etc.) sowohl in der Entwicklungsphase als auch danach.

Um ein besseres gesellschaftliches Verständnis für Kinderschutz in Sansibar zu verankern, wurden verschiedene Maßnahmen ins Leben gerufen: ein nationaler Aktionsplan zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen und Kinder (NAPVAC) (2011-2015), eine nationale Kampagne sowie die Implementierung einer kindgerechten Jugendgerichtsbarkeit-Strategie. Kürzlich (2017) wurde der Aktionsplan zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen und Kinder verlängert (2017-2022). Sansibars nationale Strategie für Wachstum und Armutsbekämpfung (MKUZIII) hebt hervor, wie wichtig die Förderung von Frauen, der Schutz von Kindern sowie das Konzept von Geschlechtergerechtigkeit für Sansibars wirtschaftliche und soziale Entwicklung sind.

Kontakt

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Samia Kassid
Senior Projektmanagerin Kinderrechte

 

Nachhaltig Shoppen: Schul-Event in Hamburg im Rahmen von Erasmus+

WFC Projektleiterin Samia Kassid und Tina Stridde von „Cotton made in Afrika“ sprechen mit Schülerinnen und Schülern über Kinderrechte, Kinderarbeit und nachhaltiges Shopping.

Wenn wir über zukünftige Generationen sprechen, sprechen wir auch über die heutigen jungen Menschen. Sie sind die Entscheidungsträger von morgen – was aber oft übersehen wird ist, dass sie auch heute bereits relevante Entscheidungen treffen. Kleidung spielt für Kinder, Teenager und junge Erwachsene eine wichtige Rolle und somit haben sie als Konsumentinnen und Konsumenten einen größeren Einfluss, als ihnen möglicherweise bewusst ist. Günstige Kleidung ist hier nicht selten die erste Wahl; diese wird jedoch oft nicht nachhaltig produziert. Doch wie können junge Menschen, die nicht mit der Wertschöpfungskette der Textilbranche vertraut sind, eine gute Entscheidung beim Kauf ihrer Kleidung treffen?

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Bildung als Schlüsselfaktor für den Klimaschutz

Weltweit müssen wir eine zunehmende Entfremdung des Menschen von der Natur verzeichnen. Das hat zur Folge, dass unser Handeln die Natur zunehmend zerstört und somit auch den Klimawandel vorantreibt. Der Schlüssel zur erneuten Annäherung des Menschen an die Natur – und damit verantwortungsvollem Handeln – ist Bildung. Daher lag auch ein Fokus der diesjährigen internationalen Klimakonferenz COP22 in Marokko auf Bildung für nachhaltige Entwicklung, BNE. Regierungsabgeordnete, Nichtregierungsorganisationen und Wirtschaftsvertreter tauschten sich dort darüber aus, wie auch Bildung zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens beitragen kann.

Wie können wir von jungen Menschen erwarten, dass sie den Schutz der Umwelt vorantreiben, wenn sie immer weniger mit ihr zu tun haben? Ganz einfach: das können wir nicht. Niemand schützt, was er nicht kennt. Hier kommt Maryland ins Spiel. Als erster Bundesstaat der USA hat Maryland 2011 Umweltbildung als Pflichtfach für den Abschluss der Sekundarschule eingeführt.

Denn von der Nähe zur Natur profitieren wir selbst am meisten: Unser Wohlbefinden hängt stark vom Zustand unserer natürlichen Umwelt ab. Für unsere Gesundheit, körperlich wie mental, ist es entscheidend, dass wir uns in einer intakten Umwelt aufhalten. Schon nach kurzen Aufenthalten in der Natur verbessern sich geistige Fähigkeiten und Denkleistung und es geht uns besser – das belegen schwedische Studien. Weitere Erkenntnisse aus verschiedenen Ländern zeigen, dass Kinder in einer natürlichen, intakten Umgebung kreativer spielen als an zubetonierten Spielorten. Umweltexperten wie Jonathon Porritt behaupten sogar, der Kontakt mit der Natur sei der schnellste Weg zum Wohlbefinden.

Noch stärker betrifft das gerade Kinder und junge Menschen: Überall auf der Welt erleben diese hautnah die schädlichen Auswirkungen der zunehmenden Umweltzerstörung und des Klimawandels und laufen Gefahr durch Luftverschmutzungen oder Umweltgifte chronisch zu erkranken. Im Extremfall verlieren Gemeinden sogar ihre gesamte natürliche Umgebung durch den Anstieg der Meeresspiegel, Überflutungen, Dürren und Naturkatastrophen. In vielen westlichen Gesellschaften ist die Naturentfremdung besonders bei Kindern weit vorangeschritten, wie auch Richard Louv in seinem Buch Last Child in the Woods beschreibt. Innerhalb einer Generation ist der Anteil der Kinder in Großbritannien, die regelmäßig in der freien Natur spielen, auf unter 10 Prozent gefallen. In vielen Ländern erleben wir die erste Generation von Kindern, die weitestgehend Drinnen aufwächst, abgekoppelt von der natürlichen Welt.

Wie können wir von jungen Menschen erwarten, dass sie den Schutz der Umwelt vorantreiben, wenn sie immer weniger mit ihr zu tun haben? Ganz einfach: das können wir nicht. Niemand schützt, was er nicht kennt.

Es ist nur einleuchtend, warum viele Befürworter von Umweltbildung eine klare Verbindung zwischen dieser Unterrichtspraxis und der Verbesserung der lokalen Umwelt sehen. Die positiven Entwicklungen der Umwelt vor Ort haben sich in den letzten Jahren geradezu überschlagen.

Hier kommt Maryland ins Spiel. Als erster Bundesstaat der USA hat Maryland 2011 Umweltbildung als Pflichtfach für den Abschluss der Sekundarschule eingeführt. Eine politische Maßnahme, für die der Bundestaat mit dem Future Policy Award 2015 ausgezeichnet wurde. Die ersten Ergebnisse sind positiv. Es zeigen sich anhaltende Veränderungen im Verhalten und Handeln der Schülerschaft, aber auch eine verbesserte Aufnahme von Wissen und Lehrinhalten. In den vergangenen Jahren erweiterten und vertieften die Schüler ihr Wissen um die Komplexität von Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen, was sich in den Ergebnissen der Abschlussprüfungen klar widerspiegelt. Die Vorgabe stärkte auch die Zusammenarbeit zwischen den Anbietern von außerschulischen Umweltbildungsangeboten und Schulen, die sicherstellt, dass jedes Kind regelmäßig eindrückliche Erfahrungen in der Natur machen kann.

Um die positiven Effekte von Marylands Umweltbildungsstandards (Environmental Literacy Standards) zu erkunden und als Inspiration zu nutzen, luden wir kürzlich Vertreter aus Bildungs- und Umweltministerien aus 16 Ländern aus Asien, Afrika, Lateinamerika, Europa und USA zu einem 3-tägigen internationalen Workshop nach Maryland ein. Neben fundierten Informationen zur Gesetzgebung und Implementierung lag der Fokus auch auf praktischem Lernen in der Natur direkt vor Ort und die dadurch entstehenden Vorteile: die Schüler engagieren sich mehr, sie erzielen bessere Ergebnisse in der Schule und sie fühlen sich wohler. Die Delegierten hatten die Möglichkeit mit den Schulkindern an unterschiedlichsten Exkursionen teilzunehmen. Gemeinsam mit den Schülern überprüften sie die Verschmutzung von Flüssen und setzten die Ergebnisse in Verbindung mit der Landnutzung an den Ufern, identifizierten wilde Tiere und Pflanzen des Ökosystems in der Chesapeake Bucht und führten Experimente durch, um zu verstehen, warum beispielsweise Austern so wichtig für die Wasserqualität sind. Der Lehrplan sieht vor, dass sich die Schülerschaft in der Wiederherstellung von Feuchtgebieten engagiert, Bäume pflanzt und sich bei lokalen Umweltschutzaktivitäten beteiligt.

Es ist nur einleuchtend, warum viele Befürworter von Umweltbildung eine klare Verbindung zwischen dieser Unterrichtspraxis und der Verbesserung der lokalen Umwelt sehen. Die positiven Entwicklungen der Umwelt vor Ort haben sich in den letzten Jahren geradezu überschlagen.

In einem seltenen hoffnungsvollen Moment in Leonardo DiCaprios Klimadokumentation Before the Flood sagt Piers Sellers, Direktor der wissenschaftlichen Abteilung der NASA, der sich mit dem Zustand der Erde beschäftigt: „Ich glaube an die Menschen. Wenn sie erst einmal aus dem Nebel der Verwirrung um ein Thema herauskommen, die Gefahr realistisch einschätzen können und die nötigen Informationen darüber erhalten, wie sie sich am besten verhalten sollen, dann fangen sie an und handeln. Was in der Umsetzung unmöglich erscheint, wird dann möglich.“

Wenn wir wollen, dass die nächste Generation die Klima- und Umweltherausforderungen annimmt, müssen wir sie mit einem stabilen Fundament – einem Bezug zur Natur, Grundsätzen der Nachhaltigkeit und einem hohen Grad an Umweltbildung – ausstatten. Bewährte Konzepte, wie das in Maryland, zeigen uns den Weg dorthin.

Vom Maryland-Modell lernen: Umweltbildungsexperten aus fünf Kontinenten folgen Einladung des World Future Council

Pressemitteilung

Hamburg/Annapolis, USA, 19 Oktober 2016: Vom 14.-16. Oktober 2016 richtete die in Hamburg ansässige Stiftung World Future Council (WFC) einen internationalen Workshop für VertreterInnen von Bildungs-und Umweltministerien aus 16 Ländern in Annapolis/Maryland aus. Unter den Delegierten waren auch zwei Deutsche, die auf Bund- und Länderebene zur Umweltbildung arbeiten. Die TeilnehmerInnen informierten sich drei Tage lang über Marylands Umweltbildungsstandards und diskutierten, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung im Lehrplan verankert werden kann.

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Das Recht auf (Umwelt)Bildung

Heranwachsende Generationen müssen sich immer eher den wachsenden Umweltherausforderungen stellen. Um diesen Aufgaben gewachsen zu sein, erließ der US Bundesstaat  Maryland ein Gesetz, welches Schulen verpflichtet, Umweltbildungsstandards in den Lehrplan aufzunehmen. Letztes Jahr wurde dieses innovative Gesetz mit dem Future Policy Award ausgezeichnet.

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