Eine inspirierende Future Policy Award Preisverleihung 2019 feierte die weltweit wirkungsvollsten Politikbeispiele, die Jugendliche stärken

Was für eine aufregende Veranstaltung, die wir letzte Woche abgehalten haben: Der World Future Council ist sehr stolz auf die Preisverleihung 2019, bei der unser „Oscar für die beste Politik“ – der Future Policy Award 2019 – acht wirklich vorbildliche Strategien zur Stärkung junger Menschen ausgezeichnet hat!

FPA 2019: Jugend stärken

67 Nominierungen aus 36 Ländern sind im Rennen um den “Polit-Oscar” zur Stärkung von Jugendlichen

Kinderrechte gehören ins Grundgesetz!

Mit diesem Appell findet dieses Jahr die 4. “Gedenkveranstaltung für Yagmur” der Yagmur Gedächtnisstiftung am 18.12.2018 in Hamburg statt, die wir als Kooperationspartner mitveranstalten.

Ghana auf dem Weg sein Kinderschutzsystem effektiver zu gestalten

zum besseren Schutz der Kinder vor Gewalt

Für die Mehrheit der Kinder in Ghana gehört Gewalt leider zum Alltag: Laut offiziellen Statistiken werden 9 von 10 Kindern Opfer von seelischer oder physischer Gewalt, körperliche Bestrafung ist an der Tagesordnung. Schockierender sind die Zahlen für sexualisierte Gewalt: knapp ein Fünftel wird sexuell missbraucht. Es besteht dringender Handlungsbedarf Kindern vor Gewalt zu schützen und Betroffene zu unterstützen! Für Mädchen und Jungen, die (sexualisierte) Gewalt und Misshandlung erfahren, soll nun eine zentrale und kinderfreundliche Anlaufstelle geschaffen werden, die sofortige Hilfe bietet. Unser Team führte dazu einen Workshop mit Vertreterinnen und Vertretern von Ministerien, staatlichen Einrichtungen sowie mit wichtigen Akteuren des Kinderschutzes im südost-ghanaischen Ho durch. Dies  sind die wichtigsten Ergebnisse im Überblick.

Samia Kassid bei der Eröffnung des Workshops

Im November 2017 lud die Stiftung World Future Council politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus 12 afrikanischen und asiatischen Ländern nach Sansibar ein, um sich von dessen Kinderschutzgesetz und seiner Implementierung anregen zu lassen. Sansibar hat 2015 den Goldpreis des „Polit-Oscar“ Future Policy Award gewonnen.

Die Ghanaische Delegation bestehend aus Vertretern des Referates für Kinder im Ministerium für Gender, Kinder und Sozialfürsorge sowie der Rechtsfakultät der GIMPA Faculty of Law, inspirierte das One-Stop-Centre Modell, das Sansibar inzwischen in 6 von 11 Distrikten umgesetzt hat.

 

Was ist ein One-Stop-Centre?

One-Stop-Centre (OSC) sind zentrale Anlaufstellen für von (sexualisierter) Gewalt betroffene Kinder und ihre Familien. Hier finden sie psycho-soziale, medizinische und ggf. juristische Hilfe unter einem Dach. Auch wird der Fall direkt von der Polizei aufgenommen, um eine strafrechtliche Verfolgung einzuleiten. Die Grafik veranschaulicht das Modell:

Als ein wichtiges Element eines starken nationalen Kinderschutzsystems bieten die One-Stop-Centre von (sexualisierter) Gewalt und Missbrauch Betroffenen (Mädchen und Jungen, Frauen und Männern) eine Anlaufstelle, die verschiedene Dienste unter einem Dach beherbergt. Dadurch muss die betroffene Person ihr Trauma-Martyrium nicht mehrmals durchlaufen und erhält schnelle Hilfe. Es trägt dazu bei, dass Eltern bei der Behandlung ihres Kindes und der strafrechtlichen Verfolgung des Täters am Ball bleiben. Meist müssen sie verschiedene Institutionen aufsuchen – das  kostet Geld und Zeit. Je später die Eltern einen Fall melden, desto schwieriger wird es, Beweise eines Missbrauchs am Körper eines Kindes festzustellen.

Im idealen Fall stellt ein One-Stop-Centre vier Dienste zur Verfügung und ist meist an einem Krankenhaus angegliedert:

  1. Psychosoziale Betreuung – hier findet das erste Gespräch statt und die Sozialarbeiterin/Sozialarbeiter entscheidet darüber, welche weiteren Schritte anstehen. Liegt ein Missbrauch bzw. Gewaltakt vor, wird das Kind in das Nachbarzimmer begleitet, wo Polizeipersonal in Zivilkleidung und in kinderfreundlichem Umgang geschult den Fall aufnimmt.
  2. Medizinische Untersuchung: in einem weiteren Raum trifft das Kind auf in Kinderschutz geschultes medizinisches Personal. Hier finden erste medizinische und forensische Untersuchungen statt. Benötigt das Kind weitere besondere Behandlung, wird es im Krankenhaus sofort behandelt.
  3. Die Mitarbeiter/innen des One-Stop-Centre werden von den betroffenen Ministerien zur Verfügung gestellt (Gesundheit, Inneres, Familien) und die Einrichtung wird durch das Gesundheitsministerium (im besten Fall) koordiniert. Alle erhalten die gleichen Schulungen, so dass sie sich austauschen und alle die Berichte entsprechend der Vorgaben schreiben können. So können Polizei und Gerichte die Fälle verfolgen und bearbeiten.
  4. Beratungen bezüglich einer rechtlichen Unterstützung werden idealerweise in einem vierten Raum angeboten.

 

Ghana auf dem Weg zu einem Pilotprogramm

Eine Mitarbeiterin aus Sansibar schildert ihre Erfahrungen mit dem One-Stop-Centre-Modell

Nach intensiven Gesprächen mit dem Referat für Kinder des Familienministeriums seit April 2018 organisierte die Stiftung World Future Council einen technischen Workshop zur Errichtung eines One-Stop-Centre Models in Ghana vom 25.-27. November 2018. Hierzu luden wir Expertinnen und Experten aus Sansibar nach Ghana ein: Stellvertretende Staatsrätin Halima Abdallah, die im Familien- und Gesundheitsministerium den Aufbau der One-Stop-Centre begleitet, Dr. Marijani, der seit der Implementierung in 2011 die medizinischen und forensischen Untersuchungen leitet sowie Farshuu Khalfan, Leiterin eines One-Stop-Centres in Stone Town. Ihre Einblicke, Expertise und Praxiserfahrungen waren höchst willkommen und hilfreich, um einen Strategieplan zur Implementierung eines OSC zu entwickeln.

Unter der Federführung des Referats für Kinder des Familienministeriums besuchten 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Workshop. Sie diskutierten die Notwendigkeit der OSC und deren Einführung und erarbeiteten einen Fahrplan, um mit einem Pilotprogramm in Accra zu starten. Sie repräsentierten das Ministerium für Gesundheit, das Ministerium für Inneres, das Ministerium für Gender, Kinder und Sozialwesen sowie die Polizei. Aber auch medizinisches Personal (Ärzte, Psychologen und im Kinderschutz ausgebildetes medizinisches Personal) sowie internationale Kinderrechtsorganisationen (Action Care, World Vision, International Needs), UNFPA und UNICEF waren zugegen.

Die Leiterin des ghanaischen Referats für Kinder, Florence Quartey während des Workshops

Der Workshop wurde von allen Anwesenden als äußerst wichtig und zum „richtigen Zeitpunkt“ begrüßt. Seitens der Politik gibt es einen starken Willen, die seit 2015 existierenden Kinderschutzgesetze erfolgreich zu implementieren. Ärzte und medizinisches Personal sehen sich mit einer steigenden Anzahl von Kindesmissbrauch konfrontiert und entwickeln Eigeninitiativen. Obwohl es Schutzanlaufstellen gibt, meisten an Polizeistationen angedockt, werden diese nicht gern aufgesucht, weisen eine geringe Erfolgsquote auf und haben keine medizinische Betreuung.

Wichtigstes Ergebnis des Workshops ist die Erarbeitung eines Fahrplans zur Umsetzung eines Pilotprogramms in Accra, welches Anfang 2019 im Rahmen eines interministeriellen Treffens offiziell beschlossen wird. In den kommenden Wochen wird eine Kerngruppe Vorschläge für einen Ort unterbreiten, um ein One-Stop-Centre einzurichten. Das Pilotprojekt soll mindestens 1 Jahr laufen. Ziel ist es, nach der erfolgreichen Einführung die One-Stop-Centre landesweit zu einzurichten.

Die wichtigsten Ergebnisse des Workshops im Überblick:

  • Erarbeitung eines Strategieplans zur Einführung eines OSC
  • Koordination des One-Stop-Centre Pilotprogramms soll beim Gesundheitsministerium liegen
  • Im 1. Quartal wird eine interministerielle Konferenz über den Fahrplan entscheiden
  • Eine Kerngruppe wird in den kommenden Wochen einen möglichen Ort für das Pilotprogramm identifizieren

 

Arbeitsgruppen während des Workshops

Kinderschutz-Arbeitstagung in Ghana

Von Sansibar nach Ghana – ein Erfolgsmodell zur Stärkung des Ghanaischen Kinderschutzsystems

Im Dezember 2017 haben wir  politische Entscheidungsträgerinnen und –träger aus elf (vorwiegend afrikanischen und arabischen) Ländern sowie internationale Kinderrechtsrechtsexpertinnen und –experten auf den halbautonomenTeilstaat Sansibar des ostafrikanischen Landes Tansania zu einer internationalen Kinderschutz-Konferenz eingeladen. Wir tauschten uns über erfolgreiche Maßnahmen aus, die Mädchen und Jungen vor Gewalt und Missbrauch schützen. Die Teilnehmer_innen hatten dabei Gelegenheit, sich über Sansibars Kinderschutz-Gesetz zu informieren, das 2015 unseren “Polit-Oscar”, den Future Policy Award in Gold, gewann und sich von der erfolgreichen Implementierung zu überzeugen.  Die Konferenz schloss mit der Sansibar-Deklaration, einer gemeinsamen Erklärung zu Sicherung von Kinderrechten.

Jetzt treten wir in die zweite Phase unseres Projektes. Das Ministerium für Kinder, Gender und Soziale Sicherheit in Ghana, dessen Vertreter bei der Konferenz in 2017 zugegen waren, ist inspiriert von den One-Stop-Centres und möchte diese nach Ghana bringen, um das Ghanaische Kinderschutzsystem weiter zu stärken.

Die Stiftung World Future Council organisiert Ende November eine Arbeitstagung in der süd-ghanaischen Stadt Ho, zu der 30 Vertreterinnen und Vertreter der Ministerien für Kinder,  Inneres und Gesundheit sowie wichtige Akteure des Kindesschutzes zusammen kommen, um sich mit Expert_innen aus Sansibar auszutauschen. Ziel des Workshops ist es, einen Aktionsplan, basierend auf dem sansibarischen Modell der “One Stop Centres” (OSC), zu entwickeln, um ein Pilotvorhaben kommenden Jahres in der Hauptstadt Accra zu starten.

Die One-Stop-Center sind Einrichtungen, die von (sexualisierter) Gewalt betroffene Kinder und ihre Familien aufsuchen können. Unter einem Dach erfahren sie medizinische und psychosoziale Erstversorgung und –betreuung, und können mit in kinderfreundlichem Umgang geschulten Polizeibeamten sprechen, die die Missbrauchsfälle sofort aufnehmen und zur Weiterverfolgung vorbereiten. Das betroffene Kind muss so sein Trauma nicht unterschiedlichen Personen an unterschiedlichen Orten wiederholt erzählen und fühlt sich gut aufgehoben. Das Personal ist darin geschult, Berichte korrekt aufzunehmen, sodass es zu keinen Verzögerungen kommt und forensische Beweise nicht zu spät gesichert werden.

In dem drei-tägigen Workshop werden sich die verantwortlichen Ministerien mit der Einrichtung der “One Stop Centres” beschäftigen und gemeinsam überlegen, wie sie ihre Zusammenarbeit verstärken können sowie wo das erste Pilotvorhaben stattfinden soll.

 

Wie funktioniert ein “One Stop Centre”?

In der unten stehenden Infografik können Sie erfahren, wie ein ideales “One Stop Centre” aussehen kann. Zum Vergrößern klicken Sie bitte auf das Thumbnail.

 

Nachhaltige Bildung: Chinesische Delegation besucht Maryland

Silbergewinner des Future Policy Awards 2015 inspiriert bildungspolitische Delegation aus China

Umweltbildung in China gehört seit Jahrzehnten zu den Schwerpunkten der Bildungsprogramme der chinesischen Regierung. Trotz der Bemühungen ist es bis jetzt nicht gelungen, das Engagement von Schülerinnen und Schülern in Sachen Umweltschutz zu steigern. Darum ist das Interesse auf chinesischer Seite groß, von anderen Ländern zu lernen, um die Umweltbildung in China nachhaltiger umzusetzen.

2015 vergaben wir unseren alljährlichen Future Policy Award zum Thema Kinderrechte. Ein Gesetz aus Maryland, USA, gewann Silber für die vorbildlichen Umweltbildungsstandards. 2011 eingeführt, haben sie das Ziel, in Nachhaltigkeit gebildete Schülerinnen und Schüler aus der Schule zu entlassen. Um diesen Ansatz zu verbreiten, veranstalteten wir 2016 einen internationalen Workshop in Maryland zu genau diesem Thema. Es kamen Bildungsexpertinnen und -experten aus aller Welt, unter anderem auch aus China und erfuhren, wie die Umweltbildungsstandards umgesetzt werden.

Der Workshop zeigte Wirkung. Im Nachgang der Workshops besuchte am 31. Juli eine Delegation des chinesischen Ministeriums für Umwelt und Ökologie den US-Staat Maryland und tauschte sich mit Vertreterinnen und Vertretern des Bildungsministeriums zu den Umweltbildungsstandards aus. Besonders von Interesse war für die Delegation wie Umweltbildung inhaltlich und in der Lehrerfortbildung verbessert und das öffentliche Bewusstsein gestärkt werden kann.

Die Stiftung World Future Council arrangierte das Treffen und wird weiterhin den Dialog aufrechterhalten.

Junge Menschen engagieren sich für Nachhaltigkeit

Schülerinnen und Schüler der Hamburger Julius-Leber-Schule klären über nachhaltige Lebensweisen auf und unterstützen die Kinderrechts-Arbeit des World Future Council

Es gibt diese Momente, in denen wir uns fragen: Wer hilft eigentlich wem — wir den Kindern und Jugendlichen, oder sie uns?

Die Zusammenarbeit mit der Julius-Leber-Schule in Hamburg begann mit einer Erasmus+ -Veranstaltung der Schule, die die Leiterin unserer Kinderrechts-Abteilung Samia Kassid im  Frühsommer letzten Jahres besuchte. Im Rahmen von Erasmus+ arbeiten Schulklassen aus Deutschland, Frankreich, Belgien, Italien und Spanien gemeinsam an einem Projekt über Nachhaltigkeit. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich zwei Schuljahre lang mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander und nehmen Themen wie Ernährung, Abfall oder Konsum unter die Lupe. Die Veranstaltung bot uns eine spannende Gelegenheit für den Austausch mit jungen Menschen, während diese Einblicke in das Thema Kinderrechte bekamen: Wir sprachen mit ihnen darüber, was die Rechte der Kinder sind und wo sie verletzt werden, etwa bei Kinderarbeit in der Bekleidungsindustrie.

Die Schülerinnen übergeben Samia Kassid die für den World Future Council gesammelten Spenden.

Ein Jahr später erhielten wir eine Nachricht der Lehrerin Marion Walsh: Die Schülerschaft hätte über das Jahr und während des Weihnachtsbasars Spenden für uns gesammelt, ob sie vorbeikommen dürfe? Wir sagten selbstverständlich zu und als sie mit den Schülerinnen Aysenur, Begüm und Sanja zu uns ins Hamburger Stiftungs-Büro kamen, waren wir extrem beeindruckt von ihren Aktivitäten.

 

Die drei jungen Frauen ließ das Thema nicht mehr los: “Wir müssen zukünftigen Generationen einen vernünftigen Planeten hinterlassen”, so die 18-jährige Begüm und jeder habe die Möglichkeit, seinen Beitrag zu leisten! Die Schülerinnen halten seitdem Präsentationen vor Kindern ab der 6. Klasse zum Thema Kinderrechte und Nachhaltigkeit. Sie sprechen mit ihnen über Plastik in den Ozeanen, die Verletzung von Menschenrechten in den Wertschöpfungsketten der Textilindustrie und darüber, wie jeder im Alltag seinen ökologischen Fußabdruck verringern kann, etwa durch Müllvermeidung oder bewusstes Shopping. Hierzu nutzen sie auch Bücher und Informationsmaterial des World Future Council. Sie machen mit den Kids Workshops, in denen sie eigene Cremes und Peelings herstellten und demonstrieren, dass Wohlfühlprodukte und Geschenkartikel so nicht nur nachhaltiger, sondern auch persönlicher werden. Das alles selbstverständlich auf Englisch. Sie hinterfragen ihr eigenes Konsumverhalten und für sie steht fest: Es muss nicht täglich Fleisch sein und auf die Kleidung der Billig-Ketten kann man verzichten.

Auf dem alljährlichen Weihnachtsbasar und während der Pausen über das Schuljahr hinweg hatten Aysenur, Begüm und Sanja eine Spendenbox für den World Future Council aufgestellt. Vergangene Woche wurde uns nun die schwere Schachtel in unserem Hamburger Office übergeben und wir freuten uns sehr über die großzügige Spende! Begüm erklärte sich sogar für ein Interview bereit, in dem sie von ihren Aktivitäten erzählte. Wir waren begeistert von dem Engagement und der Begeisterung der jungen Frauen und nehmen aus dem Treffen nicht nur gute Laune mit, sondern viel Input und Inspiration für unsere Arbeit.

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Begüm ist eine der Schülerinnen der Julius-Leber-Schule in Hamburg, die jüngeren Schülerinnen und Schülern ihr Wissen über Kinderrecht, Umweltschutz und Nachhaltigkeit weitergeben.

Wir danken den Schülerinnen und Schülern der Julius-Leber-Schule für ihren Einsatz für jetzige und zukünftige Generationen und für die Unterstützung des World Future Councils. Unser besonderer Dank geht an Aysenur, Begüm und Sanja sowie Frau Marion Walsh. Wir werden uns nicht aus den Augen verlieren.

Bündnis Bildung für eine demokratische Gesellschaft gegründet

World Future Council unterzeichnet Gründungsdokument

Gruppenfoto der Unterzeichnenden bei der Gründungsfeier in Berlin

Demokratie ist ein zerbrechliches Gebilde. Sie muss von klein auf gelebt und erfahren werden, sonst geraten Werte, wie Frieden, Freiheit und Respekt vor den Menschenrechten und der Natur in Vergessenheit. Der World Future Council setzt sich bereits erfolgreich für Bildung für Nachhaltigkeit ein – nun ist er Partner eines Bündnisses, das sich in Deutschland für dieses Thema stark macht:

Am 11. Juni wurde das Bündnis Bildung für eine demokratische Gesellschaft ins Leben gerufen. Es hat das Ziel, im Verbund Bildung für eine demokratische Gesellschaft in Deutschland voran zu treiben und Kinder-/Menschenrechtsbildung verstärkt in den Mittelpunkt der Bildungskonzepte zu stellen. Der World Future Council gehört zu den ersten Unterzeichnern des Gründungsdokumentes, dem jetzt 50 Organisationen und Verbände angehören.

Kinder der Regenbogenschule Schalkenbach basteln das Kinderrechteband: es misst 2055 Meter, hat 12.330 Figuren und wurde mit 37.390 Tackernadeln befestigt.

„Als Partner des Bündnisses unterstützen wir das Anliegen, dass Mädchen und Jungen eine Bildung für eine demokratische und nachhaltige Gesellschaft erfahren und erleben. Ein großes Dankeschön geht an die Schülerinnen und Schülern der Regenbogenschule Schalkenbach, die sich mit ihrem Kinderrechteband dafür stark machen, dass Kinderrechte endlich ins Grundgesetz stehen.”, so Samia Kassid, Leiterin des Kinderrechts-Programms des World Future Council.

Bildrechte auf dieser Seite: (c) Marius Klemm Photography, für das Bündnis Bildung für eine demokratische Gesellschaft

 

 

 

Koalitionsverhandlungen – GroKo will Kinderrechte im Grundgesetz verankern

Ein Kommentar der Kinderrechtsexpertin Samia Kassid von der Stiftung World Future Council zu den Ergebnissen der Koalitionsverhandlungen der Großen Koalition

Die GroKo will die Rechte von Kindern stärken – daher sollen laut Koalitionsvertrag Kinderrechte im Grundgesetz verankert werden. Die Hamburger Stiftung World Future Council (WFC) begrüßt diesen Ansatz. WFC-Kinderrechts-Expertin Samia Kassid sagt dazu: „Die Entscheidung ist überfällig: Seit Jahrzehnten rufen Kinderrechtsorganisationen, Familienverbände und sogar das UN-Komitee über die Rechte des Kindes zu diesem Schritt auf.“

Doch der WFC warnt vor reiner Symbolpolitik: „Jetzt hängt es davon ab, wie das ,Kindergrundrecht‘ ausformuliert wird“, so Samia Kassid weiter. „Mädchen und Jungen benötigen die rechtliche Grundlage, gesund und geschützt aufzuwachsen und aktiv am gesellschaftlichen und politischen Geschehen teilzunehmen. Außerdem ist es wichtig klarzustellen, dass mit der Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz der Erziehungsauftrag der Eltern unterstützt und nicht unterwandert wird.“

„Die weiteren im Koalitionsvertrag genannten Vorhaben – wie Kinderarmut zu reduzieren, die Bildungsstruktur zu verbessern und mehr Mittel für nachhaltige Entwicklung und humanitäre Hilfe zur Verfügung zu stellen – sind weitere wichtige und überfällige Schritte.“

Klimaschutz ist Kinderschutz, findet Samia Kassid, und ruft die Regierungsparteien dazu auf, auch verstärkt die Rechte von Kindern, Jugendlichen und zukünftigen Generationen zu berücksichtigen, wenn es um die Umsetzung der Klima- und Umweltschutzziele geht: „Eine gesunde und intakte Umwelt garantiert allen Kindern weltweit, ihre Rechte auf Überleben, Schutz und Beteiligung wahrzunehmen.“

Samia Kassid leitet das Team des WFC für das Thema Kinderrechte. Sie verfügt über langjährige Erfahrungen in den Bereichen Kinderrechte und Advocacyarbeit und sitzt bei der National Coalition Deutschland – Netzwerk zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention im Vorstand. Sie ist Diplom-Volkswirtin mit Schwerpunkt Entwicklungszusammenarbeit und Umweltpolitik.

Sansibar – Ein Beispiel, von dem wir lernen können

Als positives Beispiel für die Implementierung eines Gesetzes, das Kindern Rechte, Sicherheit und Gerechtigkeit zusichert, haben wir das “Kinderrechtsgesetz” von Sansibar identifiziert. Mehr Informationen über unsere Arbeit dazu finden Sie hier:

WFC unterstützt bundesweites Bündnis „Bildung für eine demokratische Gesellschaft“

Am 14.11.17 trafen sich rund 100 Expertinnen und Experten aus Bildungsverwaltung und -politik, Bildungsprogrammen, Wissenschaft und Stiftungswesen in Berlin, um das Startzeichen für ein bundesweites Bildungsbündnis zu setzen. Mit dabei war Samia Kassid, Leiterin der Kinderrechtsabteilung des World Future Council.

Anlass sind die großen Herausforderungen, denen sich die Demokratie aktuell gegenübergestellt sieht, wie die Zunahme rechtspopulistischer und rechtextremer Haltungen, die wachsende Abkehr vom europäischen Gedanken oder die Herausforderungen durch die Integration hunderttausender geflohener Menschen.

Auf Initiative der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik wurden alle zivilgesellschaftlichen Akteure der Demokratiebildung aufgerufen, sich dem Bündnis anzuschließen, um die großen Herausforderungen und Aufgaben im Verbund anzugehen. Ziel ist eine gesamtgesellschaftliche Initiative, die geprägt ist von Kooperation, gemeinsamem Wirken und der Einbeziehung aller Akteure.

Bei der Entwicklungskonferenz am 14.11.2017 standen vier verwandte Themenfelder im Fokus, die jungen Menschen wesentliche Fundamente für ein demokratisches, friedliches, wertschätzendes und den Globus erhaltendes Zusammenleben vermitteln und sie zugleich gegen Gewalt, Extremismus und Menschenfeindlichkeit stärken möchten: Demokratiepädagogik, Kinderrechtebildung, Bildung für nachhaltige Entwicklung und kulturelle Bildung.

Erstmals wurden diese Bildungsansätze und Netzwerke in einer Konferenz zusammengeführt, überschneidende Ziele ausgelotet und gemeinsame Aktivitäten im Rahmen einer konzertierten Bündnisinitiative vereinbart.

Die Initiative wird bereits durch drei große Bildungsstiftungen und drei Landesbildungsministerien gefördert bzw. unterstützt. Ziel der Initiative ist es, Schritt für Schritt alle Bundesländer und alle wesentlichen Akteure in der Demokratiebildung im Rahmen des Bündnisses für mehr Kooperation und gemeinsames Wirken zu gewinnen.

Mitveranstalter der „Entwicklungskonferenz“ waren die Bertelsmann Stiftung, die Heinrich Böll Stiftung und Makista – Netzwerk für Kinderrechte und Demokratie. Gefördert wurde die Veranstaltung und Initiative von der Robert Bosch Stiftung, der Stiftung Mercator, dem Hessischen Kultusministerium, dem Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz, dem Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen sowie dem ptz Stuttgart. Weitere Partner sind die National Coalition Deutschland – Netzwerk zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention, der World Future Council und die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung.

Die Entwicklungskonferenz stellt das zweite große Bündnisvorhaben der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik dar: erst am 06.11.17 wurde unter Schirmherrschaft der Ministerpräsidentin Malu Dreyer das Landesbündnis Rheinland-Pfalz „Demokratie gewinnt!“ begründet. Weitere Demokratiebildungsbündnisse sind für das Jahr 2018 in Vorbereitung.

Ort der Veranstaltung
Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin

Veranstaltungszeiten:
14.11.2017, 09.30 – 16.00 Uhr

 

Pressekontakt


Martin Nanzig

Leitung Partner & Programme
Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik e. V.
martin.nanzig@degede.de, Tel. 0173-2857327