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10 Jahre Stiftung World Future Council

Zusammenfassung

2017 feiert der World Future Council (WFC) sein zehnjähriges Bestehen. Während wir auf die Herausforderungen und Möglichkeiten in der Zukunft blicken, wollen wir einen Moment innehalten, um die Erfolge des letzten Jahrzehnts zu würdigen.

World Future Council tagt 2017 in Bregenz: 50 hochkarätige Experten erörtern Zukunftsfragen beim 10. World Future Forum

Beim jährlichen ‘World Future Forum’  erarbeiten 50 weltweit führende Fachleute aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur Lösungsstrategien für die Probleme unserer Zeit. 2017 tagt das hochkarätig besetzte Gremium im Festspielhaus Bregenz. Mit Projekten vor Ort wird der Austausch zwischen den Experten und der Vorarlberger Bevölkerung gefördert.

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Bregenzer Erklärung – Aufruf zu einem gemeinsamen Bewusstsein

Bregenz am 1.4.2017: World Future Forum im Festspielhaus Bregenz. (c) Kongresskultur Bregenz. Fotograf: Dietmar Mathis.

Wir, der World Future Council, wollen aktiv eine Systemveränderung vorantreiben.

Wir verpflichten uns, die Erneuerung unserer Gesellschaften voranzutreiben, unserer Wirtschaftssysteme, unserer Landwirtschaft, unserer Städte und unseres Umgangs mit unserer Mutter Erde. Dies ist besonders notwendig in diesen Zeiten, in denen diese Systeme zusammenbrechen.

Unser Handeln und unser Versagen nicht zu handeln entscheidet heute über die Zukunft der Menschheit.

 

Wenn Sie, genau wie wir, überzeugt sind, dass diese Zeit des Zusammenbruchs auch eine Zeit des Aufbruchs sein kann,

wenn Sie, genau wie wir, zu Transformation beitragen wollen,

wenn Sie, genau wie wir, die Notwendigkeit zu Erneuerung erkennen,

dann seien Sie dabei.

 

Wir – als globale Change-Maker aus Regierungen, Parlamenten, Zivilgesellschaft, Hochschulen, Kunst und Wirtschaft – arbeite mit politischen Entscheidungsträgern zusammen, um die Interessen künftiger Generationen in den Mittelpunkt der Politikgestaltung zu bringen. Trotz unserer ganz unterschiedlichen Hintergründe sind wir durch unsere gemeinsamen Werte verbunden: Verantwortung, Mitgefühl, Respekt, Vertrauen und unsere Fürsorge für die Umwelt. Unsere Handlungen – ebenso wie unser Versagen zu handeln – können über die Zukunft des Lebens auf der Erde entscheiden.

 

Zu diesem Zweck priorisieren wir die folgenden Aktivitäten:

 

  1. Der Future Policy Award

Bekämpfung von Wüstenbildung und Landdegradation: Es wird geschätzt, dass 135 Millionen Menschen gefährdet sind, durch Wüstenbildung vertrieben zu werden. Trockengebiete bedecken über 30% der Landmasse der Erde und sind äußerst anfällig für Überbeanspruchung und Klimaveränderungen. Trockengebiete sind die am meisten konfliktgefährdeten Regionen der Welt. Gemeinsam mit dem Sekretariat der UN-Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD) werden wir Gesetze identifizieren und auszeichnen, welche Wüstenbildung und Bodendegradation wirksam bekämpfen. Die Preisverleihung wird auf der bevorstehenden Vertragsstaatenkonferenz der Konvention in China im Herbst 2017 stattfinden.

Die besten Maßnahmen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene identifizieren und auszeichnen.

 

  1. 100% Erneuerbare Energien und regenerative Urbanisierung

Wir wollen ein zukunftsorientiertes Energiesystem auf Basis von 100% erneuerbare Energien und regenerativer Urbanisierung. Wir werden weiterhin Kapazitäten und bereichsübergreifende Netzwerke unter den politischen Entscheidungsträgern aufbauen. Zu diesem Zweck werden wir auf der UN-Klimakonferenz im November in Bonn einen Impact-Workshop mit Parlamentariern und Fachleuten veranstalten.

 

  1. Kinderrechte

Kinder sind Menschen mit einer eigenen Reihe von Rechten. Um das Bewusstsein für die Rechte der Kinder  zu stärken, werden wir als Teil unserer Arbeit die Produktion einer Publikation für die besten Gesetze zum Thema Kinderschutz und Jugendrecht in Afrika unterstützen und im Herbst ein hochrangiges politisches Hearing in Sansibar durchführen. Außerdem werden wir – mit besonderem Augenmerk auf die Rechte der Kinder auf eine gesunde Umwelt – intensiver daran arbeiten, Bildung für die Nachhaltige Entwicklung zu fördern.

 

  1. Klimawandel und andere Umweltbedrohungen stellen ein massives Versagen unseres Wirtschafts- und Finanzsystems dar. Auf der Grundlage unserer innovativen Forschung werden wir politische Entscheidungsträger darüber beraten, wie die Geldschöpfungspolitik der Zentralbank dahingehend eingesetzt werden kann, die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens und der globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung zu finanzieren.

 

  1. Weltweit existieren noch immer mehr als 15.000 Atomwaffen, deren vereinte Sprengkraft ausreicht, um das Leben auf der Erde, wie wir es kennen, zu zerstören. Die globalen Militärausgaben liegen bei über 4 Milliarden US-Dollar pro Tag. Wir werden Maßnahmen zum Verbot von Atomwaffenfinanzierung verbreiten und die Erleichterung eines Austauschs bewährter Praktiken zwischen den Ländern Lateinamerikas und des Balkans zur Verringerung der Schusswaffengewalt erleichtern. Wir werden außerdem das Bewusstsein für die Risiken stärken, die mit Nuklearenergie einhergehen, einschließlich der generationsübergreifenden Bedrohungen durch Lecks und Unfälle, sowie durch die Entsorgung von Atommüll, welcher für tausende Jahre eine Gefahr darstellen wird.

 

  1. Unser Globaler Politikaktionsplan (GPACT) katalysiert bahnbrechende Maßnahmen, die sich in einem oder mehr Ländern bewährt haben. Wir werden “BREAKTHROUGH – Eine gemeinsame menschliche Zukunft erschaffen” drucken und in Umlauf bringen. In dieser Publikation werden die Geschichten hinter diesen Richtlinien erzählt.

 

  1. Wir haben das Ziel, dass auf globaler, regionaler und nationaler Ebene Ombudspersonen für zukünftige Generationen eingesetzt werden. Wir werden ihren Wert als Katalysatoren für die Umsetzung der nachhaltigen Entwicklung und als Hauptverfechter für gemeinsame Interessen der gegenwärtigen und zukünftigen Generationen hervorheben.

 

Vom 30. März bis 2. April 2017 haben wir, die Ratsmitglieder, Botschafter und Preisträger des “Right Livelihood Awards” aus Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien, Europa und Nordamerika, uns beim World Future Forum 2017 in Bregenz zusammengefunden, um die globalen Herausforderungen anzugehen und eine Welt zu gestalten, die gerecht, nachhaltig und friedlich ist, und die für die Menschen und den Planeten funktioniert.

 

Wie wir in unserer Verpflichtungserklärung an zukünftige Generationen dargelegt haben, werden wir alles in unserer Macht stehende tun, um zukünftiges Leben auf der Erde in all seiner Schönheit und Diversität zu beschützen sowie umfassenden Frieden und wahre Gerechtigkeit unter den Völkern und Nationen der Erde zu fördern.

Wir begrüßen ihren Einsatz und ihre Partnerschaft!

 

Bregenz – ein Partner für eine gemeinsame Zukunft            

Auf Einladung des Bürgermeisters der Stadt Bregenz, von Kongresskultur Bregenz, von Stadtmarketing Bregenz, der Regierung des Landes Vorarlberg, Convention Partner Vorarlberg, dem Österreichischen Bundesministerium für Land und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft sowie der HILTI – Stiftung und ihren Partnern haben wir in Bregenz getagt. Wir werden uns weiterhin – gemeinsam mit unseren Bregenzer Partnern – für eine nachhaltige, friedliche und gerechte Zukunft einsetzen.

Bregenz, den 2. April 2017

Interview mit Pauline Tangiora und Kehkashan Basu

Zwei Frauen, ein Ziel: Unser Ratsmitglied Pauline Tangiora und unsere Jugendbotschafterin Kehkashan Basu arbeiten beide für eine gesunde Umwelt und nachhaltige Entwicklung. Während sich Pauline als Maori-Älteste schon seit Jahrzehnten für die Umwelt und die Belange indigener Völker in ihrem Heimatland Neuseeland einsetzt, hat sich die in Indien geborene und in den Vereinigten Arabischen Emiraten lebende Kehkashan als Jugendaktivistin einen Namen gemacht, die Kinder und Jugendliche weltweit zum Engagement für eine grüne Zukunft motiviert.

Während unserer Jahreshauptversammlung in Hamburg haben sie uns einen Einblick in ihr Leben, ihre Arbeit und ihre Hoffnungen für den WFC gegeben. Dabei wurde eins klar: Man muss keine um die Welt reisende Aktivistin sein um etwas zu ändern – jeder kann etwas tun.

Was können wir tun um die Welt zu einem besseren Ort zu machen?

Kehkashan: Jeder kann anfangen einen bewussteren Lebensstil zu verfolgen und über die Konsequenzen seines oder ihres Verhaltens für die Umwelt nachzudenken. Man kann viele kleine Dinge tun um nachhaltiger zu leben. Man muss nur bereit sein zu lernen und das erworbene Wissen weitertragen. Das bedeutet auch, die Meinungen und Ansichten von Mitmenschen ernst zu nehmen.

Pauline: Die Menschen müssen lernen einander zu respektieren. Das ist das Wichtigste, was wir unseren Kindern beibringen können – und auch Erwachsene müssen lernen, Kinder zu respektieren. Was man tun kann hängt auch davon ab, in welcher Umgebung man lebt. Beispielsweise lebe ich in einer ländlichen Region, in der wir unser Wasser selbst sammeln. Auch in anderen Regionen können Leute Wasser sparen, indem sie Regenwasser sammeln. Wenn mich Kinder in meinem Haus besuchen drehen sie nicht einfach so die Wasserhähne auf – sie wissen wie wertvoll Wasser ist.

 

Im Gespräch lernen wir, wie die Jüngeren die Welt und ihre Zukunft sehen.

 

Wie sieht eure Arbeit konkret aus?

Kehkashan: 2012 habe meine Jugendorganisation “Green Hope” gegründet. Wir möchten, dass sich Kinder und Jugendliche auf der ganzen Welt für eine nachhaltige Entwicklung einsetzen. Hauptsächlich veranstalten wir Workshops, Konferenzen und Kurse, um jungen Leuten Möglichkeiten zum Engagement aufzuzeigen. Aber wir reden nicht nur, wir handeln auch: In kleinen Projekten können die Teilnehmer das Gelernte direkt umsetzen. Wir nutzen auch Musik, Tanz und Schauspiel, um junge Menschen für unser Ziel zu begeistern.

Pauline: Ich würde nicht einmal sagen, dass ich arbeite – ich tausche mich mit Menschen aus, besonders mit jungen Menschen. Ich höre mir gerne ihre Meinungen und Ideen an und sie hören auch mir zu. Im gegenseitigen Austausch können wir Älteren gemeinsam mit jungen Leuten sehr genau herausfinden, wo wir Probleme in der Welt sehen. Nur weil wir älter sind heißt das ja nicht, dass wir die Weisheit gepachtet haben! Im Gespräch lernen wir, wie die Jüngeren die Welt und ihre Zukunft sehen. Ohne diese Gespräche würde uns etwas verloren gehen.

Gibt es einen Unterschied zwischen Frauen und Männern, wenn es um den Einsatz für die Natur geht?

Kehkashan: Ich denke nicht, dass es da auf das Geschlecht ankommt. In meiner Gruppe sind wir so viele Jungen wie Mädchen und alle setzen sich engagiert für Umwelt und Nachhaltigkeit ein. Es kommt auf die Person an, weniger auf das Geschlecht.

Pauline: In unserer Gemeinschaft arbeiten Frauen und Männer zusammen. Was nicht heißt, dass Männer dabei besser sind als Frauen – wir sind allen gleichermaßen dankbar. Leute aus der ganzen Welt, auch aus Deutschland, fragen uns was sie tun können, wenn sie ein gesellschaftliches Problem haben. Und wir antworten dann: „Ihr müsst zusammenarbeiten – Männer und Frauen.“

Was sind eure Hoffnungen für den World Future Council?

Kehkashan: Das Team für Kinderrechte leistet bereits tolle Arbeit dabei, die Rechte der Kinder zu sichern. Ich hoffe, dass diese Arbeit weitergeht und noch mehr junge Leute dabei einbezogen werden.

Pauline: Der WFC leistet sehr wichtige Arbeit. Es geht nicht darum, Dinge nur zu verändern, sondern darum, sie zu verbessern. Man kann immer sagen „Wir müssen etwas ändern!“, aber in Wirklichkeit geht es darum, aktiv an Verbesserungen mitzuwirken. Ich denke, mit dieser Einstellung kann der WFC noch viel erreichen.

Was hat sich durch euer Engagement schon verändert?

Kehkashan: Mit acht Jahren habe ich angefangen, mich zu engagieren und mit zwölf Jahren habe ich meine Organisation gegründet. Da habe ich gemerkt, wie viel mehr Freude es bringt und wie viel mehr man bewegen kann, wenn man sich gemeinsam und nicht alleine engagiert. So sind wir immer weiter gewachsen und immer mehr junge Leute haben sich angeschlossen. Heute dringen unsere Stimmen wirklich durch und haben einen spürbaren Einfluss auf die Gesellschaft. Viele dachten, junge Leute könnten nichts bewegen, nur weil sie jung sind – wir konnten sie vom Gegenteil überzeugen.

Pauline: Ich versuche, die Sichtweisen und Überzeugungen der indigenen Bevölkerung zu vertreten. Meiner Meinung nach verstehen viele Menschen noch nicht ihre dringenden Bedürfnisse. Nach 500 Jahren Kolonialismus in den Amerikas, 250 Jahren Kolonialismus in Australien und 175 Jahren ohne Souveränität für Neuseeland ist es manchmal schwer zu entscheiden, wo wir ansetzen sollten. Besonders wenn der Regenwald weiterhin abgeholzt wird und Flüsse vergiftet werden, beispielsweise im Amazonas.

Doch es gibt auch Lichtblicke, wie die Entscheidung unsere Fischgründe zu schützen – früher haben wir keinen einzigen Fisch mehr in unserem Fluss gefunden, doch durch eine Kooperation mit dem zuständigen Ministerium können wir heute wieder fischen. Die Leute müssen verstehen, wie viel wir Indigenen anzubieten haben durch unser Wissen über die Natur.

UNCCD Monique Barbut and Alexandra Wandel FPA 17

World Future Council schließt Partnerschaft mit den Vereinten Nationen

2017 Future Policy Award celebrates world’s most effective policies to combat desertification

Hamburg/Bonn, 12 January 2017 – Monique Barbut, Executive Secretary of the United Nations Convention on Combating Desertification (UNCCD) has signed a Memorandum of Understanding with the World Future Council in Hamburg, Germany, to establish a framework of cooperation in the fight against desertification and land degradation. This is a key element in achieving the Sustainable Development Goals. Weiterlesen

World Future Council trauert um Hans-Peter Dürr

Hamburg, 19.05.2014 – Der World Future Council trauert um sein Gründungsmitglied Prof. Dr. Hans-Peter Dürr. Der Atomphysiker und Philosoph starb am 18. Mai im Alter von 84 Jahren in München.

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