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Atomwaffen in Deutschland heizen den Konflikt zwischen NATO und Russland weiter an

Pressemitteilung der Stiftung World Future Council

Hamburg/ Büchel, den 13. Juli 2018 – Die Friedens- und Abrüstungsaktivisten der Stiftung World Future Council, Büchel is Everywhere, Nukewatch, Abolition 2000 Youth Network  und anderer Organisationen, die sich dieses Wochenende bei der Luftwaffenbasis Büchel versammelt haben, wollen mit ihrer Aktion darauf aufmerksam machen, dass die in Deutschland und anderen NATO-Ländern stationierten Atomwaffen der USA den Konflikt zwischen der NATO und Russland weiter intensivieren. Dadurch würden Abwehr- und nukleare Gegenmaßnahmen notwendig gemacht, sowie stiege in Folge die Chance eines nuklearen Austausches, durch Fehlkalkulationen und durch einen Zwischenfall. Der Protest am Wochenende ist Teil eines internationalen Friedenslagers in Büchel, welches vom 10.-18. Juli stattfindet und damit das NATO- Gipfeltreffen und das Treffen der Präsidenten Trump und Putin in Helsinki umfasst. Die Delegierten des Friedenlagers kommen unter anderem aus Belgien, Frankreich, Deutschland, Kasachstan, den Niederlanden, Neuseeland und den Vereinigten Staaten.

Die Protestaktion richtet sich hauptsächlich gegen die umstrittene Stationierung der amerikanischen Atomwaffen, B61s, in anderen Ländern und den Plänen der USA, diese Bomben durch modernere Waffensysteme auszutauschen. Unter dem Programm der Nuklearen Teilhabe sind zurzeit noch 150 Wasserstoffbomben aus dem Kalten Krieg in Deutschland, Italien, Belgien, der Türkei und den Niederlanden stationiert. Abgesehen von der Teilhabe schweigen die Regierungen zu der tatsächlichen Anzahl und des Ortes der Atombomben. Ein schwerwiegender Kritikpunkt ist dabei, dass alle fünf Staaten auch Unterzeichner des Atomwaffensperrvertrages (NPT) sind, der ausdrücklich den Transfer und die Annahme von Kernwaffen anderer Staaten verbietet.

„Eine überwiegende Mehrheit der deutschen Öffentlichkeit widerspricht den US/NATO Plänen, die B61s, die in ganz Europa stationiert sind (einschließlich der 20 in der Luftwaffenbasis in Büchel), mit neuen Wasserstoffbomben, den B61-12, zu ersetzen,“ berichtet Marion Küpker (Deutschland), Aktivistin der Organisation „Büchel is Everwhere.“ „Jede einzelne dieser Bomben hat mehr als die 10-fache Sprengkraft der Bomben, die Hiroshima und Nagasaki zerstört haben. Unser vereinter Widerstand wird die Stationierung dieser neuen, illegalen Atombombe, die niemand braucht, stoppen.“

„Die Welt will, dass Kernwaffen abgeschafft werden.“ sagt Bonnie Urfer (Vereinigte Staaten), ehemalige Vizepräsidentin der Organisation „Nukewatch.“ „Es ist unerhört, dass Milliarden US Dollar für neue Atomwaffen verschwendet werden, während Millionen Menschen in Armut leben, Katastrophenhilfe, Notunterkünfte und sauberes Trinkwasser benötigen.“

„Kernwaffen bedrohen unsere und die zukünftigen Generationen,“ so Marzhan Nurzhan (Kasachstan), Vertreterin des Abolition 2000 Jugend-Netzwerkes. „Wir leiden immer noch unter den katastrophalen Nachwirkungen der jahrzehntelangen Atomwaffentests in unserem Land, daher wissen wir, dass jeglicher Einsatz der Atomwaffen in einem Krieg eine humanitäre Katastrophe nach sich ziehen würde, die hunderte und tausende Jahre andauern würde.“

„Die Präsidenten Trump und Putin werden während ihres Treffen in Helsinki diskutieren, wie die Spannungen und militärischen Provokationen zwischen den beiden Ländern abgebaut werden können,“ meint Alyn Ware (Neuseeland/Tschechien) in Büchel, Ratsmitglied des World Future Council. „Seit dem Ende des Kalten Krieges war die nukleare Bedrohung nicht mehr so hoch wie heutzutage. Die beiden Präsidenten sollten die Chance ergreifen und ihre nuklearen Streitkräfte von der höchsten Alarmstufe nehmen, erklären, dass sie niemals einen atomaren Angriffskrieg führen werden, der Erneuerung des New START Vertrages beschließen. Zusätzlich sollten sie im Rahmen des Intermediate Nuclear Force (INF) Vertrages den Abzug aller vorwärts stationierten taktischen Waffen beschließen. Das würde die amerikanischen Atomwaffen in Europa und die russischen in der Nähe der westlichen Grenze betreffen.“

Am 11.Juli verabschiedete die Parlamentarische Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa die Berliner Deklaration, in der sie ihre Mitgliedsstaaten dazu aufruft, Richtlinien, die einen Ersteinsatz von Atomwaffen unterbinden, zu verabschieden, sowie die Abrüstung und vertrauensbildende Maßnahmen unterstützen. Die Deklaration fordert ebenso die Regierungen der OSCE Staaten auf das ihren Willen zu bekräftigen, sich für einen Nuklearwaffen-freie Welt einzusetzen.

„Da die Parlamentarische Versammlung der OSZE die Abgeordneten der USA und Russlands, sowie der aller NATO-Staaten, umfasst, hat die Berliner Deklaration das Potential das Trump-Putin treffen nachhaltig zu beeinflussen und vielleicht auch darüber hinaus Wirkung zu zeigen,“ sagt Herr Ware, der ebenfalls Globaler Koordinator der Netzwerkes „Parlamentarier für Nukleare Nicht-Verbreitung und Abrüstung“ ist. „Die Berliner Deklaration steht im Einklang mit den Forderungen nach Dialog, Deténte und Abrüstung von Parlamentariern und der Zivilgesellschaft, welches auch den breiten Rückhalt für die Aktion in Büchel dieses Wochenende signalisiert.“

 

 

Hinweis: Die „3DnukeMissile“ des World Future Council wird am 14.Juli vor dem Tor der Büchel Luftwaffenbasis zu sehen sein.

Kontaktinformationen:

Alyn Ware +420 773 638 867, Marzhan Nurzhan +420 770 649 750 Marion Küpker +49 (0)172 771 32 66 oder Wolfgang Schlupp-Hauck +49 (0) 176 5062 8377

 

 

Medienkontakt

Miriam Petersen
Media & Communications Manager, World Future Council
Tel: +49 40 307 09 14 19

miriam.petersen@worldfuturecouncil.org

The World Future Council

The World Future Council (WFC) works to pass on a healthy planet and fair societies to our children and grandchildren. To achieve this, we focus on identifying and spreading effective, future-just policy solutions and promote their implementation worldwide. The Council consists of 50 eminent global change-makers from governments, parliaments, civil societies, academia, the arts and the business world. Jakob von Uexkull, the Founder of the Alternative Nobel Prize, launched the World Future Council in 2007. We are an independent, non-profit organisation under German law and finance our activities from donations. For information on the Future Policy Award, visit: https://www.worldfuturecouncil.org/future-policy-award

For press enquiries, please contact Miriam Petersen, miriam.petersen@worldfuturecouncil.org, +49 40 307 09 14 19.

 

Die Stiftung World Future Council begrüßt Desinvestition von fossilen Brennstoffen und Atomwaffen in Göttingen

Ein weiterer Schritt in Richtung Frieden und Nachhaltigkeit:

Hamburg/Göttingen, den 18. Juli 2018 – Die Universität Göttingen verkündete gestern, ihre Investitionen in den Bereich der fossilen und nuklearen Energieträger zu beenden. Die Ankündigung erfolgte nach einem Gesuch der Studentenschaft, organisiert von Fossil Free Göttingen und einer ähnlichen Meldung der Stadt Göttingen im Mai 2017.

„Wir loben diesen wichtigen Schritt der Universität Göttingen aus den fossilen Brennstoffen zu desinvestieren und damit dazu beizutragen, dass das Klima für die heutige und die zukünftigen Generationen geschützt wird“, so Alyn Ware, Direktor des Programmes für Frieden und Abrüstung der Stiftung World Future Council.

„Die wachsende Bedrohung unserer Zukunft durch den Klimawandel hat die Studenten zur Aktion angeregt“, sagt Luisa Neubauer, Pressesprecherin für Fossil Free Göttingen. „Die fossile Brennstoffindustrie hat die Energiewende aus eigenem finanziellen Interesse blockiert. Daher müssen wir dafür sorgen, dass es in ihrem finanziellen Interesse liegt, sich zu ändern. Desinvestitionen sind dabei ein wichtiges Mittel.“

„Gemäß unseres Wahlspruchs IN PUBLICA COMMODA – ZUM WOHLE ALLER tragen wir nicht nur Verantwortung für die Erkenntnisse der Wissenschaft, sondern auch dafür, wie diese Erkenntnisse die Gesellschaft beeinflussen und leiten können“, so Universitätspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel. „In diesem Sinne übernehmen wir auch bei unseren Investments eine gesellschaftliche Verantwortung und wählen diese nicht allein nach wirtschaftlichen Aspekten, sondern insbesondere auch nach sozial, ethisch und ökologisch vertretbaren Kriterien aus.“

Die Desinvestition umfasst 190 Millionen Euro der Stiftung. Die neuen Richtlinien sehen den Ausschluss von Kohle-, Gas-, und Erdölunternehmen vor, sowie den Sektor der nuklearen Energie.

Allerdings sind die Beschlüsse nicht so weitreichend wie die der Stadt Göttingen, welche sich vergangenes Jahr dazu entschloss auch Atomwaffenproduzenten und die Rüstungsindustrie in ihren Investitionsrichtlinien auszuschließen.

„Wir hatten gehofft, dass die Universität die Desinvestition aus Atomwaffen mit in ihrer Entscheidung berücksichtigen würde. Allerdings ist die Kampagne zur Desinvestition von Atomwaffen noch jung und so besteht die Chance, dass die Universität sich dem Beispiel der Stadt Göttingen anschließen wird, nachdem sie erste positive Erfahrungen durch die Implementierung ihrer Richtlinien sammeln konnte“, so Alyn Ware von der Stiftung World Future Council. Der Neuseeländer ist Ratsmitglied des World Future Council, Träger des Alternativen Nobelpreises und ist Gründer und Koordinator des Netzwerkes „Parlamentarier für Nukleare Nicht-Verbreitung und Abrüstung“ (PNND).

„Atomwaffen sind eine existentielle Bedrohung für die Menschheit und verschlingen darüber hinaus jährlich Milliarden an US-Dollar, die dringend in anderen Bereichen, wie zum Beispiel in den erneuerbaren Energien, gebraucht werden“, sagt Luisa Neubauer, Pressesprecherin für Fossil Free Göttingen. „In Zeiten in denen die Spannung zwischen den Atommächten wieder zunehmen, kann eine solche finanzielle Demonstration der Mäßigung den Regierungen helfen, einen Schritt vom nuklearen Abgrund zurückzutreten.”

„Die Entscheidung der Stadt Göttingen aus fossilen Brennstoffen und Atomwaffen zu desinvestieren, entspricht voll und ganz dem Geist der Göttinger Achtzehn, einer Gruppe von Nobelpreisträgern und weiteren Wissenschaftlern, die in den späten 1950er Jahren gegen die nukleare Aufrüstung Deutschland argumentierten“, berichtet Ute Finckh-Krämer, Ratsmitglied der PNND und Beraterin der Kampagne „Move the Nuclear Weapons Money.“

„Die Desinvestition schließt sich ähnlichen Prozessen auf der Landes- und Bundesebene an. Zum Beispiel hat das Land Berlin für seine Pensionsrücklage einen Ausschluss von fossilen und atomaren Energieunternehmen und von Atomwaffenproduzenten sowie Rüstungsfirmen allgemein beschlossen.”

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Hoffnung für die Rechte zukünftiger Generationen auf UN-Ebene

Ratsmitglied der Hamburger Stiftung World Future Council María Fernanda Espinosa wird Präsidentin der Generalversammlung der Vereinten Nationen

New York/Hamburg, 6. Juni 2018 – Die Hamburger Stiftung World Future Council (WFC) gratuliert ihrem Ratsmitglied, der ecuadorianischen Außenministerin und Dichterin María Fernanda Espinosa zu ihrer Wahl zur 73. Präsidentin der Generalversammlung der Vereinten Nationen. Mit Espinosa als Präsidentin, so Direktorin des WFC Alexandra Wandel,  „werden zukünftige Generationen eine starke Vertretung auf internationaler Ebene bekommen.“

Dr. María Fernanda Espinosa (c) World Future Council

Alexandra Wandel, Director of the World Future Council (WFC), congratulates:

Espinosa ist Außenministerin von Ecuador und war von November 2012 bis September 2014 Verteigungsministerin. Während ihrer politischen Karriere hat sie sich dafür stark gemacht, dass die Interessen zukünftiger Generationen politisch vertreten werden. „Generations-übergreifende Fairness und Zukunftsgerechtigkeit werden“, so hofft Alexandra Wandel, „nun auch auf UN Ebene eine wichtigere Rolle spielen. Es wird höchste Zeit dass wir aufhören, zukünftige Generationen ihrer Lebensgrundlage zu berauben. Dafür hat sich Frau Espinosa beim World Future Council stark gemacht, und ich bin sicher, dass sie dies nun kompetent auf UN-Ebene tun wird.“

María Fernanda Espinosa ist die vierte Frau in dieser Position und die erste Frau aus Lateinamerika. Sie gehört seit 2011 dem internationalen Rat der in Hamburg ansässigen Stiftung World Future Council (WFC) an, welche das Ziel verfolgt, unseren Kindern und Kindeskindern einen gesunden Planeten mit gerechten Gesellschaften zu übergeben. Um dies zu erreichen, identifiziert und verbreitet der WFC zukunftsgerechte politische Lösungen und fördert deren Umsetzung weltweit.

 

Espinosa (2. von links) während einer Veranstaltung des World Future Council in Hamburg 2016. Mit im Bild die Ratsmitglieder Scilla Elworthy, Thais Corral und Rama Mani (v.l.n.r.).
Bildrechte (c) World Future Council
 

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World Future Council trauert um Hans-Peter Dürr

Hamburg, 19.05.2014 – Der World Future Council trauert um sein Gründungsmitglied Prof. Dr. Hans-Peter Dürr. Der Atomphysiker und Philosoph starb am 18. Mai im Alter von 84 Jahren in München.

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World Future Council mit neuem Vorstand

Hamburg, 15.01.2014: Stefan Keinert ist neu in den Vorstand des World Future Council eingetreten. Der 55-Jährige war zuvor u.a. Finanzgeschäftsführer der Eugen Block Holding sowie Finanzvorstand der Albis Leasing Gruppe. Zu seinem Verantwortungsbereich gehören die strategische Ausrichtung der Stiftung sowie Finanzen und Verwaltung. Im Vorstand des World Future Council folgt Keinert auf Hubertus Drinkuth, der nach vier Jahren in den Aufsichtsrat wechselte.

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Vorbildliche Unterstützung von Gewaltopfern: Vereinte Nationen zeichnen Österreich mit dem „Oscar für gute Gesetze“ aus

Deutsche Gesetze zum Schutz von Frauen genügen internationalen Standards dagegen nicht

Genf/Wien/Hamburg, 14.10.2014 – Vorbildlich! Ein Gesetz aus Österreich wurde heute mit dem Future Policy Award 2014 in Silber ausgezeichnet. Der „Oscar für gute Gesetze“ würdigte 2014 politische Lösungen zur Beendigungen der Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Ausgezeichnet wurde der rechtliche Anspruch auf psychosoziale und rechtliche Prozessbegleitung für Opfer von Gewaltverbrechen, der 2006 in Österreich eingeführt wurde.

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