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Schulden und Vermögen: Makroökonomie für Anwender/innen

Zusammenfassung

Das Denkmodel der „schwäbischen Hausfrau“ als Prototyp einer soliden und nachhaltigen Haushaltsführung ist allseits bekannt und beliebt. Und tatsächlich ist es so, dass die „schwäbische Hausfrau“ alles richtig macht, wenn sie darauf achtet nicht mehr auszugeben als sie einnimmt und dadurch nicht über ihre Verhältnisse lebt. Schwieriger wird die Betrachtung, wenn plötzlich mehrere Haushalte in das Denkmodell einziehen. Für die dann notwendige gesamtwirtschaftliche Betrachtung ist zu beachten, dass auch ein schwäbischer Haushalt nur dann mehr einnehmen als ausgeben kann, wenn wenigstens ein anderer Haushalt mehr ausgibt als er einnimmt und sich verschuldet, oder, um in der Terminologie zu bleiben, über seinen Verhältnissen lebt.

Für die finanzielle Seite der Wirtschaft bedeutet dies, dass jeder Haushalt nur dann Zinsen auf sein erspartes Geld bekommen kann, wenn sich eine andere Wirtschaftseinheit verschuldet und gleichzeitig mit dem geliehenen Geld ausreichende Erträge erwirtschaftet, um Zinsen und Tilgung zu bedienen. Stehen dafür keine Geschäftsmodelle im ausreichenden Maße zur Verfügung, können auch keine Zinsen erwirtschaftet werden. Das Geldvermögen der einen Seite ist immer exakt die Verschuldung der anderen Seite.

Bei einer globalen Betrachtung erweitert sich dieser Zusammenhang dahin, dass ein Land nur dann einen Exportüberschuss erzielen kann, wenn mindestens ein anderes Land ein Defizit in gleicher Höhe hat. Der Versuch aller Länder gleichzeitig einen Überschuss zu erzielen muss scheitern, denn der Handelsbilanzsaldo der gesamten Weltwirtschaft ist immer Null.

‘Degrowth’ allein reicht nicht

Zusammenfassung

Aktuell produzieren wir in einer klimagefährdenden Weise, die auf fossilen Brennstoffen basiert. Wie kann der Übergang zu einer dauerhaft tragfähigen Gleichgewichtssituation aussehen? Diese kurze Studie zeigt, dass die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung dieses Übergangs grundsätzlich gegeben ist.

Gleichzeitig wird der Versuch unternommen, die derzeit sehr am Wachstum des BIP orientierte Debatte so zu sortieren, dass die Unterschiede zwischen echter Endlichkeit und der Scheinendlichkeit des BIP zu erkennen sind. Wachstum und Endlichkeit sind die in Einklang zu bringenden Problemfelder, wenn wir in Zukunft in Frieden und mit einem suffizienten Wohlstand für alle Erdenbürger leben wollen. Ein gutes Leben mit einem Genug für alle Menschen ist dabei die soziale Gleichgewichtsbedingung.

Kapitalmarktunion ist vor allem ein Geschenk für die Finanzbranche

Hamburg, 8. Juni 2015 – Auf der heutigen Konferenz der EU-Kommission in Brüssel geht es um die nächsten Schritte für die geplante Kapitalmarktunion: ein Bündel von Maßnahmen, das unter anderem den Handel mit Kreditverbriefungen in der EU fördern soll.

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World Future Council: Ausnahmen beschädigen Wirksamkeit

Hamburg, 09.12.2014 – Der EU-Finanzministerrat (ECOFIN-Rat) berät heute über die genaue Ausgestaltung der Finanztransaktionsteuer. 2013 wurde es ernst für die Finanzindustrie: Die EU-Kommission legte einen Entwurf für die Finanztransaktionsteuer vor. Vorgesehen war, alle Finanzinstrumente zu besteuern – ohne Ausnahme. Wenn der ECOFIN heute über die Steuer berät, steht allerdings eine Reihe von Ausnahmen zur Diskussion. Interessenvertreter der Finanzindustrie haben in den letzten Jahren daran gearbeitet, die Steuer dort zu bekämpfen, wo sie am meisten Nutzen bringt. Auf ihrem Wunschzettel stehen Derivate und riskante Rückkaufgeschäfte sowie finanzmächtige Pensionsfonds und Staatsanleihen, die nun nicht mehr unter die Steuer fallen sollen.

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World Future Council drängt auf konsequente Regulierung von Schattenbanken

Hamburg, 14.11.2014 – Die Gruppe der 20 größten Industrie- und Schwellenländer (G20) hat die Regulierung von Schattenbanken zu einer Hauptaufgabe des G20-Gipfels ernannt, der am Samstag im australischen Brisbane startet.

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Europawahl – Parteien fehlt Mut für zukunftsweisende Finanzmarktreform

Hamburg, 22. Mai 2014 – Angesichts der zentralen Rolle eines gesunden Finanzsystems für die Gesamtwirtschaft bleiben die Parteienvorschläge für Finanzmarktreformen in wichtigen Punkten schwach. Zu diesem Schluss kommen die Stiftung World Future Council (WFC) und die NGO Weltwirtschaft, Ökologie und Entwicklung (WEED) in einer Auswertung der Europawahlprogramme von CDU/CSU, SPD, Linken, Grünen, FDP und Piraten.
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Zentralbank und Banken – Wie unser zweistufiges Geldsystem funktioniert

WFC_2014_Broschuere_Geldsystem_Einführung

Zusammenfassung

Das Zusammenwirken von privaten Banken und staatlichen Zentralbanken bei der Geldschöpfung war sowohl für die Entstehung als auch für die Überwindung der globalen Finanzkrise von erheblicher Bedeutung. Dennoch ist bisher wenig bekannt, was eigentlich genau passiert, wenn die beiden Akteure neues Geld und Kredit schaffen bzw. wieder tilgen. Daher sollen diese Grundzusammenhänge unseres Bankensystems hier kurz und allgemeinverständlich erklärt werden.

Studie: Sparpolitik kostet jährlich 2,3 Billionen US-Dollar

Hamburg, 14.01.2014 – Öffentliche Sparpolitik führt dazu, dass Arbeitskräfte und Produktionsmöglichkeiten ungenutzt bleiben. Eine Studie der Stiftung World Future Council (WFC) gibt den Wert der dadurch weltweit verlorenen Produktion mit rund 2,3 Billionen US-Dollar an. Das entspricht dem Bruttoinlandsprodukt von Großbritannien. Allein die Eurozone verliert durch die Austeritätspolitik rund 580 Milliarden Euro.

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Risiken für Finanzstabilität trotz Trennbanken

Hamburg, 17. Mai 2013 – Die Bundesregierung hat erklärt, mit ihrem Gesetz zur Abschirmung von Risiken die Finanzstabilität verbessern zu wollen (BT-Drs. 17/12601). Anlässlich der heutigen Abstimmung im Bundestag kommentiert Suleika Reiners von der Stiftung World Future Council (WFC):

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Deutsches Trennbank-Modell lässt spekulatives Kundengeschäft weiterhin zu

Hamburg, 06.02.2013 – Das Bundeskabinett hat heute ein Gesetzespaket zur Bankenregulierung beschlossen. Darin greift es die Trennbanken-Regelung auf, bleibt jedoch weit hinter dem europäischen Vorschlag zurück. Suleika Reiners von der Stiftung World Future Council (WFC) kommentiert:

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