Wie kann das verbliebene CO2-Budget gerecht auf die Weltbevölkerung aufgeteilt werden? Titelbild der Studie

Wie kann das verbliebene CO2-Budget gerecht auf die Weltbevölkerung aufgeteilt werden?

Eine Studie zur Problematik zusätzlicher globaler Energieverbräuche bei begrenztem CO2-Budget und endlichen Ressourcen

Das verbliebene CO2-Budget gerecht aufteilen ist eine große Herauforderung. Angesichts des immer bedrohlicher fortschreitenden Klimawandels ist klar: Die globalen Energieverbräuche müssen nicht nur dekarbonisiert werden, sie dürfen auch nicht mehr stark ansteigen. Dies macht insbesondere die begrenzte verbliebene Zeit für die Energiewende erforderlich. Nach aktuellem Wissen muss Letztere im Wesentlichen schon deutlich vor 2040 abgeschlossen sein, wenn noch eine realistische Chance auf die Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze bestehen soll. Es besteht also ein Wettlauf zwischen dem Aufbau der erneuerbaren Energien auf der einen und dem schrumpfenden CO2-Restbudget auf der anderen Seite. Jeder weitere Anstieg der Energieverbräuche erschwert es, die Klimaziele zu erreichen: Eine stagnierende oder nur langsam zunehmende Energienachfrage lässt sich leichter und schneller auf CO2-freie Energien umstellen als eine, die kontinuierlich wächst.

Diese Studie soll zunächst einen kurzen Überblick geben, wie groß das verbliebene Budget an CO2-Äquivalenten noch ist, wenn die 1,5-Grad-Grenze nicht überschritten werden soll.

Weiterhin zeigt die Studie, dass sich die globale Energiewende finanzieren lässt und dass auch genügend Potenzial an Wind und Sonne vorhanden ist, um den errechneten Bedarf zu befriedigen. Allerdings sind auf einem begrenzten Planeten in einem langfristigen Zeithorizont auch die geeigneten Flächen und die erforderlichen Rohstoffe für Solar- und Windenergiesysteme limitiert. Ein unbegrenztes Wachstum des Energieverbrauchs ist daher auch mit erneuerbaren Energien nicht möglich.

Wie kann man das verbliebene CO2-Budget gerecht aufteilen?

Die geringen Wohlstandsgewinne im Globalen Norden stehen im Kontrast zu den vielen nachholenden und daher notwendigen Energienutzungsbedarfen in den ärmeren, wenig industrialisierten Staaten des Globalen Südens. Diese Länder stehen vor der Aufgabe, die 17 SDGs umzusetzen. Die Wohlstandsgewinne pro zusätzlich genutzter Energieeinheit dürften dort also erheblich größer ausfallen, wenn Infrastrukturen bei Wohnraum, Verkehrswegen, Schulen, Krankenhäusern etc. errichtet werden, die bislang noch fehlen.

Vor diesem Hintergrund behandelt die Studie zuletzt die Frage, wie sich das restliche CO2-Budget fair zwischen dem Globalen Norden und dem Globalen Süden aufteilen lässt.

Autor: Dr. Matthias Kroll