Wie wir arbeiten

Wir verbreiten politische Lösungen, die zu einer Beendigung von Hunger und Mangelernährung beitragen, einen nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen fördern und auf ökologischen Prinzipien basieren. Unsere politische Lobbyarbeit beruht auf  sorgfältiger Recherche dieser Politikansätze. Wir beraten politische Entscheidungsträger weltweit und fördern und ermöglichen Süd – Süd Kooperationen zur Ernährungssicherheit und nachhaltiger Landwirtschaft.

Unser Ziel ist es, politische und institutionelle Kapazitäten für die Steuerung und Koordinierung von Maßnahmen zur Ernährungssicherheit aus- und aufzubauen.

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Nachrichten & Aktuelles
Agrarökologie
Für eine nachhaltige Ernährung

Ernährungssicherheit, Landwirtschaft und Klimawandel sind untrennbar miteinander verbunden. Angesichts des Verlusts natürlicher Ressourcen wie sauberes Wasser und fruchtbare Böden, einer wachsenden Bevölkerung und die mit dem Klimawandel verbundenen Herausforderungen müssen wir schnellstmöglich unser Ernährungs- und Landwirtschaftssystem einem Wandel unterziehen, um natürliche Ressourcen und Biodiversität zu erhalten und zu regenerieren, um Armut zu mindern und um widerstandsfähiger gegenüber Extremwettereignissen zu werden. Zudem leiden die Kleinbauern und Kleinbäuerinnen im globalen Süden, die den größten Teil der Nahrung für die Weltbevölkerung produzieren, unverhältnismäßig stark an Hunger und Armut und die negativen Effekte der globalen Erwärmung treffen sie am stärksten.

Deshalb würdigte der World Future Council, in Partnerschaft mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und IFOAM – Organics International, die weltbesten Gesetze zur Stärkung von Agrarökologie mit dem Future Policy Award 2018.

Seit Dezember 2017 arbeitet der World Future Council auch mit der grow platform GmbH und dem Start-upTechnology for Agroecology in the Global South (TAGS) zusammen. Im Januar 2019 zeichneten wir gemeinsam 15 herausragende agrarökologische Praxisbeispiele aus. Die Ehrung „Outstanding Practice in Agroecology 2019“ wurde dieses Jahr erstmalig vergeben. Während von Juni bis Juli 2018 Experten vorbildliche Praxisbeispiele nominieren konnten, führten wir von August bis Dezember 2018 einen intensiven Recherche- und Auswahlprozess durch.


Von November 2018 bis Januar 2019 arbeitete der World Future Council, gefördert durch die Schweisfurth Stiftung daran, die identifizierten Politik- & Praxisbeispiele zur Stärkung von Agrarökologie so vielen Entscheidungsträgern wie möglich vorzustellen, allen voran in Deutschland. Die Gewinner des Future Policy Award 2018 und der Ehrung „Outstanding Practice in Agroecology 2019“ wurden anlässlich der Grünen Woche in Berlin am 18. Januar 2019 vor rund 200 Entscheidungsträgern präsentiert.


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Wir setzen uns für Agrarökologie ein, welche ökologische Grundprinzipien in der Landwirtschaft anwendet und soziale Aspekte berücksichtigt.

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Unsere Recherche konzentriert sich auf vorbildliche Gesetze und Praxisbeispiele, die dazu beitragen, unser Ernährungs- und Landwirtschaftssystem umzugestalten.

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Mittels Agrarökologie fördern wir drei Ziele auf einmal: nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen, Armutsbekämpfung sowie Klimaresilienz.

Event: Hochrangige Politikexpert:innen diskutierten die aktuelle Situation in der Himalaya-Region

Am 28. und 29. April 2021 versammelten sich hochrangige Politikexpert:innen bei der digitalen Veranstaltung “Scaling up Agroecology in the Himalayas Together”, um wichtige Entscheidungsträger:innen über politische Maßnahmen zur Unterstützung von Agrarökologie und ökologischer Landwirtschaft in der Region zu diskutieren und zu inspirieren.

Die Veranstaltung im Himalaya wurde von IFOAM – Organics International und dem World Future Council mit Unterstützung des deutschen Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) organisiert. Die zweitägigen Sitzungen boten eingehende Analysen von Ansätzen und Werkzeugen, die helfen sollen, die 10 Elemente der Agrarökologie und die vier Prinzipien des ökologischen Landbaus auf politischer Ebene in der Himalaya-Region zu fördern und umzusetzen, wo es eine aufbauende Dynamik der Politik gibt, die die Transformation vorantreibt.

Sekem | Das Wunder in der Wüste

Im Jahr 2019 erschien ein Film von besonderer Tragweite über ein Zukunftsmodell für nachhaltige Entwicklung: Sekem – Das Wünder in der Wüste, von Ramon Pachernegg und Jasmine Wagner.

Der Film erzählt wie im Jahr 1976 Ibrahim Abouleish seiner Vision folgt und von Österreich, wo er über 20 Jahre lebte, zurück in sein Heimatland Ägypten geht, um dort die Entwicklungsinitiative SEKEM zu gründen.

Er kauft ein Stück Wüstenland und beginnt es mit biologisch-dynamischer Landwirtschaft zu kultivieren. 40 Jahre später beschäftigt SEKEM über 2.000 MitarbeiterInnen, und betreibt mit der Heliopolis Universität die erste Universität für nachhaltige Entwicklung im arabisch-afrikanischen Raum.

SEKEM – DAS WUNDER IN DER WÜSTE beleuchtet die philosophischen und praktischen Hintergründe dieser Ausnahmeinitiative an deren Beispiel hochbrisante Themen wie Klimawandel, nachhaltiges Wirtschaften, Energieversorgung und Bewusstseinsentwicklung nachvollziehbar und zukunftsweisende Perspektiven sichtbar gemacht werden.

Ibrahim Abouleish wurde für seine Initiative mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet und verstarb im Jahr 2017. SEKEM wird heute von seinem Sohn SEKEM CEO und World Future Council Ratsmitglieder Helmy Abouleish weitergeführt.

Verbraucher*innenbündnis Bio-Stadt Hamburg

Das Verbraucher*innenbündnis besteht seit 2017 und ist ein Zusammenschluss von mehreren Organisationen aus dem Nachhaltigskeitsspektrum in Hamburg und Umgebung.

Das wesentliche Ziel des Bündnisses ist es, den Anteil an Bio-Lebensmitteln in der öffentlichen Verwaltung schrittweise zu erhöhen und damit eine Vorbild- und Ausstrahlungsfunktion zu erreichen sowie die Nachfrage insbesondere nach regionalen Bio-Produkten zu erhöhen. Dem Bündnis ist es dabei besonders wichtig, Bio-Strukturen vor Ort zu stärken und weiter zu entwickeln.

Die Arbeit erfolgt durch die Entwicklung von Positionspapieren, (Fach-) Veranstaltungen, Kontaktpflege zu Behörden, Parteien und Verbänden (politische Lobbyarbeit), Angebot von Schulungen und Weiterbildungen, Kontakten zu anderen Bio-Städten, wie z.B. Bremen, Berlin und Kopenhagen, die bereits viele Dinge erreicht haben, die auch für Hamburg übernommen werden können.

Das Bündnis kämpft für ein gutes Leben für alle, gibt damit Sinn und Perspektive für uns, für Sie und für die Metropolregion Hamburg.

Wir arbeiten engagiert, strukturiert und verbindlich, haben klare Ziele und suchen die ganze Breite der Gesellschaft als Ansprechpartner*innen.

Interessiert? Hier finden Sie weitere Informationen.

Wüstenbildung

Unsere Erde darf nicht austrocknen!

Im vergangenen Jahrhundert sind durch Dürren mehr Menschen ums Leben gekommen als durch jede andere wetterbedingte Katastrophe. Der Klimawandel verstärkt den Effekt der Wüstenbildung. Erfolgreiche Maßnahmen gegen Desertifikation tragen daher nicht nur zum Umweltschutz bei, sondern können auch für soziale und politische Stabilität sorgen.

Die Stiftung World Future Council identifiziert die besten und effektivsten Gesetze, die Wüstenbildung verhindern und reduzieren. Wir arbeiten an der Verbreitung dieser Gesetze und tragen so dazu bei, unsere Böden und Lebensräume langfristig zu schützen.

Nahrungssicherheit
Das Recht auf gesunde und ausreichende Nahrung

Wir haben das Ziel, das Menschenrecht auf gesunde, sichere und ausreichende Nahrung zu sichern – mit guten Gesetzen kann es erreicht werden.

Wir haben in der brasilianischen Stadt Belo Horizonte eine herausragende Maßnahme identifiziert, die Unterernährung bei Kindern wirksam reduziert. Seit 1993 garantiert Belo Horizonte per Gesetz seinen BürgerInnen das Recht auf Nahrung. Wir fanden, dass sich diese Strategie auch für Afrika eignet – und machten Studienreisen und Workshops mit afrikanischen BürgermeisterInnen und Ernährungsexperten der Verwaltung. Die namibische Stadt Windhuk setzt das Modell bereits erfolgreich um: Dank unserer Hilfe schlossen Belo Horizonte und Windhuk auch 2015 ein internationales Kooperationsabkommen ab. Die Nahrungssituation für die Ärmsten und Armen hat sich seither signifikant verbessert.

Wir sind weiterhin vor Ort aktiv und unsere Projektmanagerin Ina Neuberger ist in Windhuk vor Ort. Im Jahr 2017 veröffentlichten wir beispielsweise eine Studie über best practices der städtischen Landwirtschaft in Windhuk und im Februar 2018 lancierten wir mit Partnern die Farm Okukuna.

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“Es ist ein Teufelskreis: Armut führt zu Mangelernährung. Dies verhindert, dass die Kinder lernen und später einen guten Beruf ergreifen können. Auf sie wartet abermals Armut. Ich bin froh, dass es sich der World Future Council zur Aufgabe gemacht hat, für die Rechte zukünftiger Generationen zu kämpfen”

Jörg Pilawa, Moderator, begleitete uns nach Namibia, um sich selbst ein Bild zu machen

Gesetze, die den Hunger bekämpfen:

FUTURE POLICY AWARD 2009

2009 honorierten wir mit unserem ersten Future Policy Award das fundamentalste aller Menschenrechte, das Recht auf Nahrung.  Das umfassende politische Rahmenwerk für Ernährungssicherheit der brasilianische Stadt Belo Horizonte wurde als inspirierendes Vorbild ausgezeichnet.

Studie über städtische Landwirtschaft in Windhuk

Im März 2017 veröffentlichte der World Future Council gemeinsam mit der Stadt Windhuk und der Eloolo Permaculture Initiative eine Studie über best practices der städtischen Landwirtschaft in Windhuk. Windhuk ist eine wachsende Stadt. Dies spiegelt einen globalen Trend wieder und stellt die meisten Städte vor unglaublichem sozialen, strukturellen und ökologischen Herausforderungen. Dennoch ist die Vision Windhuks, dass eines Tages all seine Bürger und Bürgerinnen Zugang zu gesunder und ausreichender Nahrung haben. Indem Bürger mehr Nahrung innerhalb und außerhalb der Stadt selbst produzieren, können wir vieles erreichen – wir können die Produktion mit dem Markt verbinden, mit Ideen und Lösungen, und mit Menschen aller Altersklassen und mit verschiedensten Biografien.

Mit diesem Handbuch fördert der World Future Council diese Verbindungen und auf dessen Grundlage werden sich weitere Ideen und Projekte entwickeln, die die städtische Landwirtschaft in Windhuk voranbringen.

Weitere Informationen

Das System basiert auf dem rechtlichen Anspruch aller Bürger auf gesunde und ausreichende Nahrung und enthält ca. 20 verschiedene Programme, welche die Einhaltung dieses Rechts gewähren. Wesentlich für den Erfolg der Ernährungssicherheitspolitik von Belo Horizonte ist die Arbeit des städtischen Sekretariats für Ernährungssicherheit, welches seine Arbeit auf das Konzept von Ernährungssouveränität stützt: das Recht von Menschen über ihr eigene Ernährungs- und Landwirtschaftsgrundsätze zu bestimmen, Produktion und Handel so zu beschützen und zu regulieren, dass sie auf eine nachhaltige Entwicklung hinwirken, den Grad an Autonomie selbst zu bestimmen und Preisdumping auf ihren Märkten zu beseitigen.

Es hat sich im Kampf gegen Hunger und Mangelernährung als extrem erfolgreich erwiesen und die Lebensbedingungen aller Bürger, durch Ankurbelung der lokalen Wirtschaft, verbessert. Außerdem wurden Kleinbauern aus der Umgebung in ein lokales und faires Ernährungssystem eingebunden und die Verbindung zwischen dem ländlichen und städtischen Raum gestärkt.  Dank dieser Erfolge hat das Modell Brasiliens nationale ‘Null – Hunger’ Strategie bedeutend beeinflusst und wurde auch von der UNESCO und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen als Vorbild für Städte im globalen Süden anerkannt. Eine Machbarkeitsstudie bestätigte die Eignung des Systems, sich in andere Kontexte übertragen zu lassen.

Ein Ziel des World Future Council ist es, afrikanische Delegationen nach Belo Horizonte zu bringen, damit sie sich vor Ort über das herausragende System informieren und von der Wirksamkeit der Maßnahmen überzeugen lassen können.

Die Teilnehmer der ersten Studienreise im August 2013, darunter der Vize – Bürgermeister von Windhuk (Namibia), der Bürgermeister von Kitwe (Sambia), der Bürgermeister von Kinondoni (Stadtteil von Dar es Salaam, Tansania) und die Bürgermeisterin von Bangangte (Kamerun), besuchten die verschiedenen Programme des brasilianischen Modells zur Hungerbekämpfung: die Volksrestaurants, die städtische Tafel, die Gemeinschaftsgärten, die Weiterbildungen zum Thema Ernährung, die Schulküchen etc. Sie trafen auch die brasilianischen Regierungsverantwortlichen, um die Regierungsführung zum Thema Ernährungssicherheit zu diskutieren.

Eine zweite Studienreise im Februar 2015 war ausschließlich darauf ausgerichtet, die namibischen Städte Windhuk und Walvis Bay bei den Anpassungen und Umsetzung des brasilianischen Modells zu unterstützen. Ein interdisziplinäres Team unterschiedlicher Stadtabteilungen Windhuks und die Bürgermeisterin von Walvis Bay vertieften dabei ihr Verständnis über die notwendigen technischen und rechtlichen Anforderungen eines politischen Rahmenwerks zur Ernährungssicherheit.

Ein Implementierungsworkshop im Dezember 2015 brachte politische Entscheidungsträger, landwirtschaftliche Experten, Vertreter der Zivilgesellschaft, städtische und stadtnahe Bauern und den Privatsektor zusammen, um in einem offenen und konstruktiven Dialog über die Zukunft der städtischen und stadtnahen Landwirtschaft in Namibia, einem der trockensten Länder im südlichen Afrika, zu diskutieren. Es wurden Erfahrungen über Landwirtschaft in Trockengebieten ausgetauscht, über die Wiederverwendung von Abwasser für die Bewässerung diskutiert und über innovative Methoden, die städtische und stadtnahe Landwirtschaft trotz Wasserknappheit ermöglichen. Eine vom World Future Council in Auftrag gegebene Studie, die das institutionelle und politische Umfeld in diesem Zusammenhang analysiert, wurde vorgestellt und diskutiert, um die Weichen für den Gestaltungsprozess eines politischen Regelwerks zu stellen.

Unsere Arbeit zur Förderung der Süd – Süd Kooperation zwischen Belo Horizonte und Windhuk resultierte in der Unterzeichnung eines Kooperationsabkommen im Februar 2015, welches die Zusammenarbeit der beiden Städte zu entwicklungspolitischen Themen, über Ernährungssicherheit hinaus, vereinbarte.  Ziel ist es, formale Grundlagen für den Austausch bewährter Maßnahmen zu schaffen und institutionelle Zusammenarbeit zu entwicklungsrelevanten Themen zu fördern. Die vereinbarten Kooperationsbereiche umfassen Ernährungssicherheit, Kultur, und Entwicklungsarbeit-, Bildung und Weiterbildungsmaßnahmen.

Im Oktober 2015 unterzeichnete Windhuk gemeinsam mit 110 anderen Städten den „Milan Urban Food Policy Pact“. Die Vereinbarung unterstreicht die zunehmend wichtige Rolle von Städten bei der Sicherung gesunder und nachhaltiger Ernährung für ihre Bürger. Der Pakt stellt den Bürgermeistern konkrete Handlungsstrategien bereit, um die Verpflichtungen der Vereinbarung zu erreichen. Der vom World Future Council initiierte Austausch zu Ernährungssicherheit zwischen Belo Horizonte und Windhuk wird als gutes Beispiel  für Süd-Süd Kooperation in diesem Bereich aufgeführt.


Food_Security_workshop_Nambia

In Folge der Studienreise (2013) nach Belo Horizonte lud der World Future Council gemeinsam mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen und der Stadt Windhuk im Juli 2014 Vertreter der lokalen und nationalen Regierung Namibias, Experten aus Belo Horizonte und internationale Experten aus dem Bereich Ernährungssicherheit zu einem Workshop in Windhuk ein. Ziel war es, das System mit allen Bürgermeistern Namibias zu teilen, einen Dialog mit den verschiedenen Interessengruppen über Ernährungssicherheit einzuleiten und das Verständnis über erfolgreiche Maßnahmen unter den Anwesenden zu stärken. Die Anpassung und Umsetzung des brasilianischen Modells wurde diskutiert und lokale Lösungen für den dortigen Kontext entworfen. Auf der Veranstaltung wurde zudem die Windhuk Erklärung über das Recht auf Nahrung von 51 namibischen Bürgermeistern und Politikern verabschiedet, unter den Augen des Vize – Premierministers. Sie verpflichtet alle Unterzeichnenden Maßnahmen zu ergreifen, die die Ernährungssituation ihrer Bürger verbessern, insbesondere durch die Überprüfung der nationalen Gesetzgebung, die Entwicklung von Lösungen zur Finanzierung von lokalen Maßnahmen, die Einrichtung einer technischen Arbeitsgruppe aller Gemeinden und von Netzwerken für den Dialog mit allen beteiligten Akteuren, die Förderung von Partnerschaften und den Aufbau von Kapazitäten und durch die Zusage die derzeitigen Anstrengungen um Hunger zu bekämpfen, zu harmonisieren.

Erste konkrete Schritte sind die Einführung einer Lebensmitteltafel – der ersten Namibias – und die Förderung und Regulierung städtischer und stadtnaher Landwirtschaft in Windhuk. “Wir werden euch den größten politischen Willen zeigen, den dieses Land je gesehen hat”, sagte Herr Marco Hausiku, Vize Premierminister Namibias, als er dem World Future Council für diese Veranstaltung dankte.

Alle Empfehlungen befinden sich im Workshop Bericht.


Die Farm Okukuna

Im Februar 2018 haben wir mit Partnern die Farm Okukuna in Windhoek eröffnet. Die Farm soll die der Ausgangspunkt für die Weiterentwicklung des Windhoeker Ernährungssystems sein, um nachhaltiger, inklusiver, sicherer und vielfältiger zu werden und gesunde und erschwingliche Lebensmittel für alle bereitzustellen. Unsere Projektleiterin Ina Neuberger Wilkie ist Mitglied des Vorstandes der Farm Okukuna. Eine aktuelle Studie des African Food Security Urban Network in Zusammenarbeit mit der UNAM ergab, dass die Nahrungssicherheit in den Siedlungen Windhoeks in den letzten 9 Jahren von 89% auf 92% gestiegen ist. Die Menschen müssen in der Lage sein, sich ausreichend, gesund und vielfältig zu ernähren. Menschen, die nicht gut essen, können nicht gut lernen und werden nicht gut arbeiten.

Zwei Frauen aus Namibia halten ein Zertifikat hoch
Kursteilnehmer begutachten Setzlinge in Töpfen

Stimmen von TeilnehmerInnen

Bild von Selma Toivo

Wir sind 7 zuhause, davon 4 Kinder. Wir essen Hirsebrei, etwa 3 Mal im Monat Gemüse. Manchmal verkaufe ich Softdrinks, um Geld zu verdienen. Ich will lernen, wie man Nahrung anbaut. Ich will für meine Mutter im Norden einen Garten anlegen.

Selma Toivo (44)

Bild von Hilia Shihepo

Wir sind zu neunt zu Hause. Ich habe bereits Spinat neben meiner Hütte angepflanzt. Nun möchte ich dazu lernen und mehr Lebensmittel für meine Familie anpflanzen.

Hilia Shihepo (24)

Bild von Enerstine Itungu

Ich gehe etwa 40 Minuten, um zu Okukuna zu kommen. Mittags esse ich hier nicht viel, ich nehme es lieber mit nach Hause. Ich lerne hier wirklich viel – es ist alles so neu und anders. Ich möchte unbedingt Geld verdienen.

Enerstine Itungu (36)

KONTAKT

Ina Wilkie
Senior Project Manager
ina@worldfuturecouncil.org

Gefördert durch

Das Logo der Liselotte Stiftung

Ozeane

Vielfalt erhalten: 30% bis 2030

Unser Einsatz zum Schutz der Ozeane

Wieviel Ozean braucht der Mensch, wieviel Ozean braucht die Erde? Diese Frage müssen wir uns jetzt stellen, bevor zuviel zerstört ist. Nach Meinung vieler WissenschaftlerInnen müssen 30 % der Meere und möglichst auch 30 % der Landflächen bis ins Jahr 2030 geschützt werde. Nur so können ir die Lebensvielfalt auf diesem Planeten wenigstens zum Teil erhalten. Sonst geht der Raubbau weiter: bereits heute sind die meisten Fischgründe überfischt, viele Haiarten und auch die großen Thunfischarten, wie der Blauflossenthun, sind fast ausgestorben. Darum fordern andere WissenschaftlerInnen wie der berühmte Insektenforscher Edward O. Wilson sogar 50 %. Denn der Klimawandel beschleunigt dieses Artensterben noch.

Das globale Ziel 30 % der Meere unter Schutz zu stellen, kann von der Weltgemeinschaft bei der nächsten Konferenz zur biologischen Vielfalt (CBD) beschlossen werden. Coronabedingt wird diese erst im Herbst kommenden Jahres verabschiedet werden. Um ein Zeichen zu setzen, haben sich einige Staaten inzwischen zur Global Ocean Alliance (GOA) zusammengeschlossen und propagieren die Forderung 30% bis 2030. Dazu gehören u.a. Großbritannien und auch Deutschland. Dies war eines der Ziele die wir im letzten Jahr erreichen wollten.

Etwa 64 % der Meeresoberfläche liegen in internationalen Gewässern. Gerade hier ist es wichtig, große Gebiete unter Schutz zu stellen. Allerding gibt es bisher – außer in der Antarktis – kaum Gebiete, in denen dies rechtlich möglich ist. Es muss erst ein Hochseeabkommen im Rahmen des internationalen Seerechtes geschaffen werden, das den Rahmen u.a. für solche Hochseeschutzgebiete bieten kann. Hier gibt es auch einen klaren Arbeitsauftrag der Vereinten Nationen.  Wir arbeiten hier aktiv, zusammen mit einer Reihe anderer internationaler Umweltorganisationen, an einem solchen Hochseeabkommen mit. Leider verzögert sich das im Moment wegen der Pandemie.

Ein anderer wichtiger Aspekt unserer Arbeit ist die Antarktis und das umgebende Südpolarmeer. Hier sind Schutzgebiete bereits möglich und drei solcher Schutzgebiete sind in der Bearbeitung. Sie sollen gemeinsam mit dem bereits bestehenden Schutzgebiet des Rossmeeres ein Netzwerk von Schutzgebieten bilden. Es gibt hier eine starke Mehrheit der 25 Mitgliedsländer die im Rahmen von CCAMLR, der Konvention zum Schutz der antarktischen Meeresschätze, die die Schaffung dieses Netzwerkes durchsetzen will. Allerdings blockieren zur Zeit noch Russland und China diesen Beschluss. Darum auch unsere Forderung u.a. an die Bundesregierung sich auf höchster Ebene mit allen diplomatischen Möglichkeiten bei den Präsidenten Putin und Xi dafür einzusetzen. Inzwischen hat sich auch der deutsche Bundestag dieser Forderung angeschlossen. Bisher scheint noch nicht soviel passiert zu sein denn diese beiden Länder haben auch dieses Jahr mit ihrer Blockadepolitik weitergemacht – der Antrag zum Schutz des Weddellmeeres ist im Oktober 2020 gescheitert.

Wir fordern daher Frau Merkel und Herrn Maas eindringlich dazu auf hier aktiv zu werden und in ihren Gesprächen mit diesen beiden Regierung die globale Wichtigkeit dieser Schutzgebiete herauszustellen.

Der World Future Council möchte eine Zukunft für gesunde Ozeane. Daher engagieren wir uns auf der CBD, bei CCAMLR und beim Hochseeschutzabkommen und informieren die TeilnehmerInnen über die globale Situation, über Lösungsansätze und versuchen sie dahingehend zu überzeugen, wie notwendig der Schutz großer Teile der Meeresumwelt ist.

Gesetze zum Schutz der Meere

FUTURE POLICY AWARD 2012

Bereits im Jahr 2012 stellten wir die Frage: Wie können wir unsere Meere und Ozeane retten? Erfahren Sie mehr über die innovativen politischen Lösungen, die wir als weltbeste Politiken zum Küsten- und Meeresschutz mit dem Future Policy Award 2012 auszeichneten.

Die Vielfalt bewahren: 30 % der Ozeane bis 2030 schützen

Forward Thinkers Webinare

Um ein Zeichen zu setzen, haben sich einige Staaten zur Global Ocean Alliance (GOA) zusammengeschlossen. Sie setzen sich für das 30 %-Ziel bis 2030 ein. Im Webinar wurde der Gewinner des Future Policy Award vorgestellt: Der Tubbataha Reefs Natural Park Act der Philippinen. Dieses Riff ist ein Hotspot der Korallenriff-Biodiversität.

Darüber hinaus thematisierte das Webinar die Notwendigkeit eines Hochsee-Vertrags, der im Rahmen des internationalen “Law of the Sea” (UNCLOS) geschaffen werden muss. Er kann u.a. den Rahmen für solche Meeresschutzgebiete bilden. Es gibt ein klares Mandat der Vereinten Nationen für eine solche Konvention. Der World Future Council arbeitet zusammen mit einer Reihe anderer internationaler Umweltorganisationen aktiv an einem solchen Hochsee-Vertrag.

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Wälder & Biodiversität

In den vergangenen Jahren haben wir auch zu weiteren Themen im Bereich Nahrungssicherheit und Lebensräume gearbeitet. Informieren Sie sich hier über die besten politischen Lösungen, die Biodiversität fördern und Wälder erhalten. Wir haben diese mit unserem Future Policy Award ausgezeichnet.

UNSERE GESETZESEMPFEHLUNGEN FINDEN SIE AUF