Nachhaltig Shoppen: Schul-Event in Hamburg im Rahmen von Erasmus+

WFC Projektleiterin Samia Kassid und Tina Stridde von „Cotton made in Afrika“ sprechen mit Schülerinnen und Schülern über Kinderrechte, Kinderarbeit und nachhaltiges Shopping.

Wenn wir über zukünftige Generationen sprechen, sprechen wir auch über die heutigen jungen Menschen. Sie sind die Entscheidungsträger von morgen – was aber oft übersehen wird ist, dass sie auch heute bereits relevante Entscheidungen treffen. Kleidung spielt für Kinder, Teenager und junge Erwachsene eine wichtige Rolle und somit haben sie als Konsumentinnen und Konsumenten einen größeren Einfluss, als ihnen möglicherweise bewusst ist. Günstige Kleidung ist hier nicht selten die erste Wahl; diese wird jedoch oft nicht nachhaltig produziert. Doch wie können junge Menschen, die nicht mit der Wertschöpfungskette der Textilbranche vertraut sind, eine gute Entscheidung beim Kauf ihrer Kleidung treffen?

Das Erasmus+ Projekt zum Thema Nachhaltigkeit bringt Schülerinnen und Schüler aus fünf EU-Staaten zusammen.

Hierzu ist es sinnvoll, das Konzept von Nachhaltigkeit in der Schule zu unterrichten. Die Julius-Leber-Schule in Hamburg verfolgt hier einen beispielhaften Ansatz: Als Teil des Erasmus+ Programms arbeiten Schulklassen aus Deutschland, Frankreich, Belgien, Italien und Spanien gemeinsam an einem Projekt über Nachhaltigkeit. Unter dem Projektnamen „sustain.me“  setzten sie sich gemeinsam zwei Schuljahre lang mit Inhalten zu Nachhaltigkeit bei der Ernährung, beim Thema Abfall und beim Einkaufen. Die gemeinsame Projektsprache ist Englisch.

Die deutschen Schülerinnen und Schüler haben sich entschieden, das Thema Shopping und Kleidungsindustrie näher zu behandeln. Wie besonders viele Kinderrechte in der Textilindustrie verletzt werden und warum Kinderarbeit immer noch zum Alltag gehört, wollten die junge Leute von Samia Kassid wissen. Daher luden sie die Projektleiterin in der WFC Kinderrechtskommission am 9. Mai 2017 im Rahmen einer Vortragsreihe an ihre Schule ein. Sie betonte, dass Kinder Menschen mit eigenen, individuellen Rechten sind, die in den so genannten Entwicklungsländern oft missachtet werden.

Samia Kassid, WFC-Projektmanagerin im Bereich Kinderrechte, wurde von der Julius-Leber-Schule in Hamburg zum Gespräch eingeladen

Kinderarbeit findet besonders häufig in der Textilindustrie statt, weil die Produktionsketten hier besonders lang  und oft über mehrere Kontinente verteilt sind. Da im Transport Einsparungen schwierig sind,  werden zur Kostenersparnis die bereits billigen erwachsenen Arbeiterinnen und Arbeiter durch die noch billigeren minderjährigen Arbeiter ersetzt. Während sie oft in unwürdigen Arbeitsverhältnissen  arbeiten, können die Mädchen und Jungen nicht zur Schule gehen und andere, wichtige Fähigkeiten nicht erwerben, die ihnen später als Erwachsene fehlen.

Tina Stridde von Cotton made in Africa (CmiA) war ebenfalls als Rednerin geladen. Sie stellte die Arbeit von CmiA vor, einer Initiative der Aid by Trade Stiftung, deren Vorsitzender WFC Ehrenratsmitglied Dr. Michael Otto ist. Durch CmiA werden Baumwoll-Farmer in modernen, effizienten und umweltschonenden Anbaumethode geschult, um auf Dauer nachhaltigen Baumwollanbau zu etablieren. Frau Stridde stellte heraus, warum und wie Konsumentinnen und Konsumenten es in der Hand haben, eine gerechte und nachhaltige Welt zu schaffen – und, dass jeder beim Shopping Gutes tun kann.

An dem Erasmus+ Projekt nehmen Schülerinnen und Schüler aus Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich und Belgien teil.

Um bei jungen Menschen das Bewusstsein für das Thema Nachhaltigkeit zu stärken, sind Events dieser Art unerlässlich: Experten-Informationen aus erster Hand machen die komplexe Thematik für Schulklassen greifbar.

Das Feedback der Schülerinnen und Schüler war beeindruckend: Obwohl Englisch nicht ihre Muttersprache ist, wurden viele Fragen gestellt und angeregt diskutiert. Events wie diese zeigen, dass das Thema Nachhaltigkeit für junge Menschen von Relevanz ist und dass sie ein Interesse daran haben, selbst an der Gestaltung einer fairen Welt teilzuhaben.

Herzlichen Dank an Marion Walsh und das Lehrpersonal der Julius-Leber-Schule, die an der Organisation und Durchführung dieses inspirierenden, erfolgreichen Events beteiligt waren!

 

Pressekontakt

Miriam Petersen
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