Kapitalmarktunion: Neue Gefahr für stabile Finanzmärkte

Hamburg, 30. September 2015 – Zivilgesellschaftliche Organisationen und Gewerkschaften warnen vor neuen Risiken durch die geplante Kapitalmarktunion. Anlässlich des heute in Brüssel vorgestellten Aktionsplans für eine europäische Kapitalmarktunion haben die Stiftung World Future Council, die Brüsseler NGO Finance Watch, der europäische Gewerkschaftsverband ETUC (European Trade Union Confederation) und andere eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht.

Das Hauptziel der Kapitalmarktunion ist, den Handel mit Kreditverbriefungen, die in der Finanzkrise eine entscheidende Rolle gespielt haben, wiederzubeleben. Suleika Reiners, Finanzmarktexpertin bei der Stiftung World Future Council, erklärt: „Die Kapitalmarktunion wird den Eigenhandel im Finanzsektor vorantreiben. Das schafft neue Risiken für die Finanzstabilität und Realwirtschaft. Gewinner sind vor allem Großbanken, Versicherungskonzerne, Pensionsfonds und die als Heuschrecken bekannt gewordenen Private-Equity-Fonds. Die EU sollte stattdessen dem kanadischen Beispiel folgen. Dort ist das mehrfache Weiterverleihen von Wertpapieren als Kreditsicherheit untersagt.“

„Stabile Finanzmärkte sind eine Grundvoraussetzung für nachhaltiges Wachstum und Arbeit“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung von NGOs und Gewerkschaften. Auch sei die Kapitalmarktunion realwirtschaftlich unnötig.

Die Erklärung (Englisch) und Liste der Unterzeichner finden Sie hier.

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Der World Future Council setzt sich für ein verantwortungsvolles, nachhaltiges Denken und Handeln im Sinne zukünftiger Generationen ein. Seine Mitglieder kommen aus Politik, Geschäftswelt, Wissenschaft und Kultur – und von allen fünf Kontinenten. Der Rat identifiziert mithilfe seines Netzwerks von Wissenschaftlern, Parlamentariern und Umwelt-Organisationen weltweit zukunftsweisende Politikansätze und unterstützt ihre Umsetzung auf internationaler, nationaler und regionaler Ebene. Weitere Infos finden Sie unter www.worldfuturecouncil.org.

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