Veranstaltungshinweis: Internationale Konferenz für Kinderrechte in Sansibar

Schutz, Jugendgerichtsbarkeit und Beteiligung: Der WFC lädt zum Austausch von besten politischen Maßnahmen basierend auf Sanisbars Kindergesetz, das den FPA 2015 gewann.

Zu den Kernzielen des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte des Kindes gehört, Kindern das Recht auf Schutz und Beteiligung zu ermöglichen. Jüngste Schätzungen zeigen, dass mindestens 1 Milliarde Mädchen und Jungen jährlich von Gewalt betroffen sind. Jede Form von Gewalt gegen Mädchen und Jungen gefährdet gleichzeitig alle Kinderrechte und schwächt die soziale und wirtschaftliche Entwicklung von Gesellschaften.

FPA 2015: Sansibars Kindergesetz ist  der Gewinner des goldenen Awards.

2009 führte Tansania und sein halbautonomer Inselstaat Sansibar als eines der ersten Staaten Afrikas eine nationale Studie über das Ausmaß von Gewalt gegen Kinder durch. Aufgeschreckt vom Ergebnis und um die verschiedenen Gesetze und Rechtsvorschriften, die Kinder betreffen anzupassen, erarbeitete die Revolutionäre Regierung von Sansibar ein umfassendes Kindergesetz. Dieses ‘Kindergesetz‘ wurde 2015 für seine effektiven Maßnahmen zum Schutz von Kindern vor Missbrauch und Gewalt und für die Einbindung von Kindern und Jugendlichen an der Erarbeitung des Gesetzes mit unserem Future Policy Award mit Gold ausgezeichnet.

Anknüpfend an die Preisverleihung organisiert der World Future Council im November nun eine internationale Konferenz für Kinderrechte in Sansibar. 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 14 afrikanischen Ländern, Indonesien, den Seychellen und Mauritius, die von ihren Ministerien nominiert wurden, werden sich von der Sansibarischen Kindergesetzgebung und deren Implementierung ein Bild machen. Gleichzeitig bietet die Konferenz Raum, sich über Herausforderungen aber auch bewährte Beispiele zu diversen Themen in Sansibar und in den Heimatländern austauschen.

 

Ziele der Konferenz:

… Einblicke geben:  internationale politische Entscheidungsträgerinnen und -träger sowie Expertinnen und Experten erhalten Einblicke in Sansibars Kinderschutzgesetz und dessen Implementierungsprozesse

… Austausch von Best-Practice Beispielen aus afrikanischen Staaten, Mauritius, Seychellen und Indonesien in den Bereichen Jugendgerichtsbarkeit, Kinderschutz, Beteiligung sowie Beendung von körperlicher Bestrafung in Schulen. Ein Aspekt der Konferenz beschäftigt sich mit der Vereinbarkeit von Religion, gesellschaftlichen Normen und der nationalen Rechtsprechung.

… eine Plattform schaffen, die einen Austausch auf Ministerial-Ebene ermöglicht und neue Ansätze vermittelt

… Synergien stärken: nachhaltiger und umfassender Kinderschutz erfordert nicht nur die nationale Beteiligung und den Austausch aller Beteiligten, sondern auch einen grenzübergreifenden Dialog, um voneinander zu lernen.

… Chancen zu erkennen, sowie Trends und Erfolgsfaktoren für Gesetzesreformen und Entwicklungen von Kinderrechten bekannt machen

Internationale Konferenz für Kinderrechte

Austausch von besten politischen Maßnahmen basierend auf Sanisbars Kinderschutzgesetz

Wann?  28. – 30. November 2017

Wo?   Sansibarastadt / Sansibar


Hintergrund der Konferenz:

Dem UN-Nachhaltigkeitsziel 16.2 der Agenda 2030 entsprechend sollen alle Formen der Gewalt gegen Mädchen und Jungen beendet werden, deren Sicherheit und Schutz garantiert, sowie deren Rechte auf Beteiligung und Information gefestigt werden. Die Agenda gibt einen internationalen Impuls, Gewalt gegen Kinder zu beenden. Gute Kinderrechtsgesetze, politische Initiativen und deren effektive Umsetzung sind zentral für das Erreichen dieser Ziele.

Seit den letzten Jahren arbeitet Sansibar in zunehmendem Maße daran, die Stellung von Kindern und Frauen zu fördern. Sansibars Kindergesetz zeichnet sich durch den neuartigen Aspekt in der Entstehungsphase aus, dass Kinder im Beratungsprozess miteinbezogen wurden und ihnen so Mitbestimmung in der Entwicklung des Gesetzes zukam. Dies führte auch zu einem besseren gesellschaftlichen Verständnis von Kinderrechten. Ebenfalls erfolgreich war die Mitwirkung  einer Vielzahl verschiedener Stakeholder/ Interessenvertreter (Ministerien, religiöse Führungspersönlichkeiten, zivilgesellschaftliche Gruppen etc.) sowohl in der Entwicklungsphase als auch danach.

Um ein besseres gesellschaftliches Verständnis für Kinderschutz in Sansibar zu verankern, wurden verschiedene Maßnahmen ins Leben gerufen: ein nationaler Aktionsplan zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen und Kinder (NAPVAC) (2011-2015), eine nationale Kampagne sowie die Implementierung einer kindgerechten Jugendgerichtsbarkeit-Strategie. Kürzlich (2017) wurde der Aktionsplan zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen und Kinder verlängert (2017-2022). Sansibars nationale Strategie für Wachstum und Armutsbekämpfung (MKUZIII) hebt hervor, wie wichtig die Förderung von Frauen, der Schutz von Kindern sowie das Konzept von Geschlechtergerechtigkeit für Sansibars wirtschaftliche und soziale Entwicklung sind.

Kontakt

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Samia Kassid
Senior Projektmanagerin Kinderrechte