Costa Rica gewinnt Future Policy Award 2010

Stehende Ovationen für Costa Ricas Biodiversitätsgesetz auf UN-Konferenz in Nagoya /
Australiens Gesetz zum Schutz des Great Barrier Reef mit dem zweiten Preis ausgezeichnet

Nagoya/ Hamburg/ Montreal, 26. Oktober 2010Wie das Biodiversitätsgesetz von Costa Rica beweist, kann beispielhafte Gesetzgebung zum Schutz der Artenvielfalt erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden. Am 25. Oktober 2010 versammelten sich Delegierte, Minister, Entscheidungsträger, Medien und Spender bei der Verleihung des Future Policy Award 2010, um die Verleihung des Preises an Costa Rica mitzuerleben und das Costa Ricanische Biodiversitätsgesetz als Meilenstein auf dem Weg hin zu den Zielen der UN Konvention über Biodiversität zu feiern. Die Erfolge des Gesetzes sprechen für sich: Indem es 26 % seiner Landfläche zu geschützten Gebieten erklärte, schaffte es Costa Rica als einziges Entwicklungsland, die Abholzung nicht nur zu stoppen, sondern eine signifikante Wiederbewaldung zu erreichen. Im Ergebnis belegt das lateinamerikanische Land den ersten Platz des Happy Planet Index 2009 und ist als Pionier des Ökotourismus anerkannt.

Der Future Policy Award, der durch die Stiftung World Future Council ins Leben gerufen wurde, ehrt jährlich Gesetze mit besonders positiven Auswirkungen für die Lebensbedingungen gegenwärtiger und zukünftiger Generationen. Es ist der erste Award, der politische Programme auf internationalem Niveau auszeichnet und dadurch gezielt Lösungsansätze bekanntmacht, öffentliches Bewusstsein schafft und politisches Handeln für die Schaffung gerechter, nachhaltiger und friedlicher Gesellschaften fördert. Als Gastgeber der diesjährigen Preisgala
gewann der World Future Council das Generalsekretär der Konvention für Biodiversität (CBD), so dass die Preisverleihung zum offiziellen Teil des Programms der zehnten Vertragsstaatenkonferenz (COP 10) des Übereinkommens über die biologische Vielfalt abgehalten wurde.

Die Zeremonie wurde feierlich eröffnet durch den japanischen Vize-Umweltminister Shoichi Kondo sowie den Generalsekretär der CBD, Dr. Ahmed Djoghlaf. Djoghlaf hob die Bedeutung des Awards hervor: „Durch die Ehrung beispielhafter Gesetze und Regelungen und indem Best-Practise-Beispiele in die Öffentlichkeit gebracht werden, die den Verlust der Artenvielfalt und die irreversible Zerstörung unserer Ökosysteme stoppen, motivieren wir die Politik ausdrücklich für eine Post-2010 Biodiversitätsstrategie.“ Jakob von Uexküll, Gründer des World Future Council und des Alternativen Nobelpreises, betonte, wie wichtig es sei, dass Regierungen die richtigen Regeln und rechtlichen Rahmenbedingungen aufstellten: „Sie bringen Millionen von Menschen dazu, täglich das richtige zu tun.“

Prof. Marie-Claire Cordonier Segger, Direktorin CISDL und Vorsitzende der WFC-Kommission Zukunftsgerechtigkeit, markierte den Höhepunkt der Zeremonie, als sie in ihrer Laudatio das Costa Ricanische Gesetz als „so umfassende wie brillante politische Maßnahme“ bezeichnete, die großen Respekt für alle Formen des Lebens und der kulturellen Vielfalt zeige und den Artenschutz wie auch die Inter- und Intragenerationengerechtigkeit effektiv fördere. Sie übergab den Future Policy Award 2010 an Mario Fernandez, Botschafter von Costa Rica in Japan. Fernandez drückte seine tiefe Dankbarkeit aus und sagte: „Ich fühle mich geehrt, diesen Preis des World Future Council entgegenzunehmen. Das Biodiversitätsgesetz unseres Landes integriert den Schutz der Biodiversität und den nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen, die sie uns zur Verfügung stellt. Es ermöglicht uns, den wunderbaren natürlichen Reichtum Costa Ricas zukünftigen Generationen weiterzugeben.“

Prof. Motoyuki Suzuki, Vorsitzender des Central Environmental Council of Japan und WFCRatsmitglied, hielt die Laudatio auf Australien, den Gewinner des Future Policy Silver Award. Er führte aus, dass „das ausgezeichnete Gesetz zum Schutz des Great Barrier Reef Nationalparks gemeinsam mit dem Gesetz für Umweltschutz und Erhalt der Biodiversität darauf abzielt, das höchste Niveau an Schutz für das maritime Ökosystem zu gewährleisten.“ Prof. Suzuki überreichte den Award an Peter Cochrane, Direktor des australischen Nationalparks und Vorsitzender der CBD Delegation von Australien.

Die ausgezeichneten Biodiversitätspolitiken aus Costa Rica und Australien sowie vier weitere beispielhafte Biodiversitäts-Gesetze werden in einer World Future Council-Broschüre mit dem Titel „Celebrating the world’s best biodiversity policies“ vorgestellt. Diese kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

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Das Internationale Jahr der Biodiversität

Die Versammlung der Vereinten Nationen erklärte das Jahr 2010 zum Internationalen Jahr der Biodiversität. Das Jahr soll das Leben auf der Erde und den Wert der Artenvielfalt für unser Leben feiern. Die Welt ist 2010 eingeladen zu handeln, um die Vielfalt des Lebens auf der Erde zu schützen. Für mehr Informationen siehe www.cbd.in/2010

Die Konvention zur biologischen Vielfalt (CBD)

Ausgehandelt auf dem Weltgipfel in Rio de Janeiro 1992 und in Kraft getreten im Dezember 1993, ist die Konvention zur biologischen Vielfalt ein internationaler Vertrag für den Erhalt von Biodiversität, den nachhaltigen Umgang mit Biodiversitäts-Komponenten sowie die gerechte Verteilung von Gewinnen, die aus dem Nutzen genetischer Ressourcen gewonnen werden kann. Mit 193 Vertrags-Parteien verzeichnet die Konvention eine nahezu universale Teilnahme aller Länder. Die Konvention zielt darauf ab, alle Gefahren für Biodiversität und Ökosysteme, inklusive der Bedrohungen durch den Klimawandel, zu bannen – durch wissenschaftliche Forschung, die Entwicklung von Methoden, Anreizen und Prozessen, den Transfer von Technologien sowie Good Practise-Beispielen bis hin zu der vollständigen und aktiven Einbeziehung relevanter Stakeholder wie indigene Völker, lokale Dorfgemeinden, Jugendliche, NGOs, Frauen und Unternehmen. Das Sekretariat der Konvention hat seinen Sitz in Montreal.

Das zehnte Treffen der Vertragsstaaten der Konvention für biologische Diversität (COP 10)

Das zehnte Treffen der Vertragsstaaten der Konvention für biologische Diversität (COP 10) findet in Nagoya, Japan, vom 18.-29. Oktober 2010 statt. Für weitere Informationen siehe www.cbd.int/cop10