Allianz „Wälder für Menschen“ in Afrika

Wir starten eine Initiative für engagierte Parlamentarier, Politiker und Experten, die sich für die nachhaltige Bewirtschaftung und Erhaltung der Wälder in Afrika einsetzen.

Dieses Projekt setzt auf unseren „best policy“ Ansatz. Die Rolle des World Future Council ist die eines Vermittlers: Wir werden Forschung und Evaluation liefern, Infrastruktur für den Dialog aufbauen, jährliche Anhörungen veranstalten und so dazu beitragen, dass erprobte politische Maßnahmen zum Schutz der Wälder umgesetzt werden. Zu den Themen gehören nachhaltige Waldbewirtschaftung, nachhaltige Holzbrennstoffe, Landbesitz, Genderfragen und Agrarforstwirtschaft.

Zum Hintergrund: Der Future Policy Award 2011

Im Jahr 2011 haben wir Ruandas nationales Waldprogramm mit unserem Future Policy Award für die  weltweit vorbildlichste und innovativste Waldgesetzgebung ausgezeichnet. Trotz anhaltendem Druck aufgrund des Bevölkerungswachstums und der damit einhergehenden intensiven Landnutzung, konnte die Waldfläche Ruandas erfolgreich vergrößert werden. Ruanda gelingt es auf diese Weise, ein klares Zeichen gegen die Abholzung zu setzten.

Seit 1990 konnte eine Zunahme der Waldbedeckung um rund 37 Prozent verzeichnet werden. Entscheidend zu diesem Erfolg beigetragen hat die ruandische Aufforstungspolitik – mit Bepflanzungsaktionen wurden neue Waldflächen geschaffen und die lokale Bevölkerung wurde in die Projekte mit einbezogen. Zudem wurden neue Maßnahmen eingeführt wie z.B. Agrarforstwirtschaft und Ausbildungsprogramme im Bereich des Waldmanagements.

Der Future Policy Silver Award 2011 ging an das US-amerikanische Lacey-Gesetz (mit der Ergänzung aus dem Jahr 2008) und die gambische Gemeinde-Wald-Politik von 1995. Mit der Ergänzung von 2008 hat sich das Lacey-Gesetz zu einem leistungsfähigen Werkzeug gegen den Raubbau an geschützten Pflanzen und Bäumen etabliert. Die USA sind damit das erste Land mit einem strafrechtlich durchsetzbaren Verbot für die Einfuhr von illegalem Holz und Produkten aus illegal gewonnenen Pflanzenextrakten. Die Gemeinde-Wald-Politik von Gambia wurde im Jahr 1995 initiiert und basiert auf einem gemeinschaftlichen Waldmanagement. Durch die Mitbestimmung von Nutzergruppen soll eine nachhaltige Forstwirtschaft erzielt und zugleich auch ein Mittel zur Armutsbekämpfung geschaffen werden. Obwohl Gambia zu den ärmsten Ländern der Welt gehört und mit einem explosiven Bevölkerungswachstum konfrontiert ist, ist es der Regierung gelungen, in den letzten zwei Jahrzehnten einen Nettozuwachs der gesamten Waldfläche von 8,5 Prozent zu bewirken. Insbesondere die ausreichend lange Übergangszeit – bis die vormals staatlichen Waldgebiete in den dauerhaften Besitz der Gemeinden übergingen – trug maßgeblich zu dieser positiven Entwicklung bei.

Preisverleihung Future Policy Award 2011

Die Preisverleihung des Future Policy Award 2011 fand am 21. September 2011 im Central Park in New York statt. Gastgeber waren neben dem World Future Council das Sekretariat des Waldforums der Vereinten Nationen (UNFF), das Sekretariat des UNO-Übereinkommens für biologische Vielfalt (CBD), die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), der Forest Stewardship Council (FSC) und die Wildlife Conservation Society. Weitere Informationen über die Gewinner des Future Policy Awards 2011 finden Sie hier

The Kigali Declaration im Jahr 2012

Im Juli 2012 haben wir in der ruandischen Hauptstadt Kigali eine Parlamentarische Anhörung zum Thema “Wälder für Menschen” veranstaltet. Die Anhörung wurde gemeinsam mit der Rwanda Natural Resources Authority (RNRA), der Rwanda Environment Management Authority (REMA), dem Waldforum der Vereinten Nationen (UNFF), der FAO and GLOBE International abgehalten. Parlamentarier, Politiker und Experten aus Burundi, Kamerun, Ghana, Kenia, Malawi, Ruanda, Südafrika, Tansania, Uganda und Sambia haben sich verpflichtet, sich in ihren Ländern für die Umsetzung erfolgreicher politischer Maßnahmen einzusetzen. Dazu gehören eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, Aufforstung, Wiederaufforstung und Wiederherstellung von degradierten Flächen und die Entwicklung der Agroforstwirtschaft.  Als Zeichen ihrer Verpflichtung haben sie die „Kigali Declaration“ verabschiedet und zugesagt, sich jährlich wieder zu treffen und über ihre Fortschritte zu berichten. Die vollständige “Kigali Declaration” finden Sie hier.