Ruanda – wenig bekannte Fakten

Ruanda, das „Land der tausend Hügel“, in dem auf einer Fläche der Größe Mecklenburg-Vorpommerns elf Millionen Menschen leben, ist das am dichtesten bevölkerte Land Afrikas. Im April 2014 jährt sich der Genozid in Ruanda zum zwanzigsten Mal. Ein Anlass, auf die Ereignisse zurück zu blicken. Vielleicht auch ein Anlass, einen Blick auf die aktuelle Entwicklung des ostafrikanischen Landes zu werfen. Es steht weiterhin vor großen Herausforderungen, vor allem, was seinen Weg zur echten Demokratie anbelangt. Doch Ruanda verzeichnet auch erstaunliche Erfolge.

Ruanda, das „Land der tausend Hügel“, in dem auf einer Fläche der Größe Mecklenburg-Vorpommerns elf Millionen Menschen leben, ist das am dichtesten bevölkerte Land Afrikas. Im April 2014 jährt sich der Genozid in Ruanda zum zwanzigsten Mal. Ein Anlass, auf die Ereignisse zurück zu blicken. Vielleicht auch ein Anlass, einen Blick auf die aktuelle Entwicklung des ostafrikanischen Landes zu werfen. Es steht weiterhin vor großen Herausforderungen, vor allem, was seinen Weg zur echten Demokratie anbelangt. Doch Ruanda verzeichnet auch erstaunliche Erfolge.

Vorreiter im Umweltschutz: keine Plastiktüten, viele Bäume

Ruanda hat per Gesetz die Plastiktüten abgeschafft. Vorher waren Plastiktüten, wie in vielen anderen Ländern auch, ein großes Problem. Die leichten Tüten wehten durch die Gegend, hingen an Bäumen, lagen auf den Feldern, gelangten schließlich in die Erde, verringerten die landwirtschaftliche Produktivität. Heute arbeitet man mit alternativen Verpackungsmethoden, viele werden vor Ort produziert. Bereits am Flughafen werden Einreisende aufgefordert, alle Plastiktüten abzugeben.

Im Zentrum des Umweltschutzes aber stehen die Bäume: Um im Land der tausend Hügel der Erosion vorzubeugen, werden Terrassen angelegt, durch die sich Reihen von Bäumen ziehen. Um Feuchtgebiete, die Flüsse und Seen speisen, zu erhalten, werden breite Schutzzonen aufgeforstet. In vielen afrikanischen Ländern leiden Wälder dadurch, dass Vieh junge Bäume abweidet. In Ruanda aber gilt: weiden verboten! Kühe und Ziegen müssen im Stall stehen oder angepflockt sein.

Ausgezeichnet: Ruanda gewinnt den Future Policy Award

Zahlen der Welternährungsorganisation belegen, dass in nahezu allen Ländern südlich der Sahara die Entwaldung fortschreitet. Eine der Ausnahmen ist Ruanda. In den letzten zwanzig Jahren ist der Anteil an bewaldeter Fläche dort um 37 Prozent gestiegen. Ruanda hat ein ausgezeichnetes nationales Waldprogramm, mit Aufforstungs- und Pflanzaktionen, einer intelligenten Kombination von Land- und Forstwirtschaft, nachhaltiger Waldbewirtschaftung und Bildungsangeboten rund um das Thema Wald. Ruanda hat für diese enorme Leistung den „Future Policy Award“ des World Future Council erhalten. Die Stiftung will mit dem Preis Aufmerksamkeit für gute Gesetze schaffen und erreichen, dass andere Länder vergleichbare Maßnahmen einführen.

Höchster Frauenanteil im Parlament

Ruanda hält einen Weltrekord: Der Anteil der weiblichen Abgeordneten im Parlament ist weltweit der höchste. Mit der Parlamentswahl im Jahr 2013 hat Ruanda den eigenen Rekord geknackt. Jetzt sind über 63 Prozent der Abgeordneten im Unterhaus des Parlaments Frauen. Es ist das erste Mal überhaupt, dass Frauen irgendwo auf der Welt mehr als 60 Prozent der Abgeordneten in einem Parlament stellen. Ruanda festigt damit seine Position als das Land mit dem höchsten Frauenanteil in politischen Institutionen. Die Gleichstellung der Geschlechter ist in der Verfassung Ruandas verankert. Mindestens 30 Prozent der Positionen in allen Gremien auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene müssen mit Frauen besetzt werden.

Mehr zum Future Policy Award und weitere Fakten über Ruanda im Buch „Wälder für Menschen“: https://www.worldfuturecouncil.org/p/2011-forests/

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World Future Council
Ina Neuberger
Telefon: +49 40 30 70 914-16
ina.neuberger@worldfuturecouncil.org

The World Future Council

Der World Future Council setzt sich für ein verantwortungsvolles, nachhaltiges Denken und Handeln im Sinne zukünftiger Generationen ein. Seine Mitglieder kommen aus Politik, Geschäftswelt, Wissenschaft und Kultur – und von allen fünf Kontinenten. Der Rat identifiziert mithilfe seines Netzwerks von Wissenschaftlern, Parlamentariern und Umwelt-Organisationen weltweit zukunftsweisende Politikansätze und unterstützt ihre Umsetzung auf internationaler, nationaler und regionaler Ebene. Weitere Infos finden Sie unter www.worldfuturecouncil.org.

 

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