Nominierungen Future Policy Award

Schutz vor gefährlichen Chemikalien: 55 Nominierte im Rennen für den “Polit-Oscar” 2021

Die „pestizidfreien Kommunen“ wurde als einzige deutsche Initiative nominiert

 

Hamburg, den 10. November 2020 – 55 Gesetze und Maßnahmen aus 36 Ländern gehen ins Rennen um den „Polit-Oscar“. Der Future Policy Award (FPA) 2021 zeichnet die besten Gesetze und Maßnahmen aus, die Mensch und Umwelt vor gefährlichen Chemikalien schützen. Die Nominierungsliste wurde heute von der Stiftung World Future Council, die den Preis vergibt, veröffentlicht. Unter den Nominierten ist die Initiative „Pestizidfreie Kommunen“:  Rund 550 Städte und Gemeinden in ganz Deutschland haben sich dazu entschieden, ihre Grünflächen ohne Pestizide oder mindestens ohne Glyphosat zu bewirtschaften. Sie tragen somit zum Schutz von Bienen und anderen Insekten sowie zum Erhalt der Artenvielfalt bei.

Laut UN-Angaben kosten bestimmte schädliche Chemikalien jährlich 1,6 Millionen Menschenleben und machen viele weitere krank. Besonders Kinder leiden unter den Folgen: Weltweit gibt es eine „stille Pandemie“ von Behinderungen und Krankheiten, die mit einer erhöhten Gift- und Schadstoffbelastung in der Kindheit zusammenhängen. Viele Babys kommen bereits „kontaminiert” zur Welt. Dies ist eine massive Beeinträchtigung von Kinderrechten.

Der Future Policy Award zeichnet Gesetze aus, die bessere Lebensbedingungen für heutige und zukünftige Generationen fördern. Er ist der erste Preis, der Gesetze auf internationaler Ebene auszeichnet. Jedes Jahr wählt die Stiftung World Future Council wir ein Politikfeld aus, in dem innovative Lösungen besonders wichtig sind. Dieses Jahr sucht die Stiftung nach den weltweit besten Gesetzen und Maßnahmen, die den Einsatz von gesundheitsschädlichen Chemikalien regulieren oder verbieten. Der Nominierungsaufruf hat über 40.000 Expertinnen und Experten in diesem Bereich erreicht.

Die Kategorien, für die nominiert werden konnte, waren: Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt vor Chemikalien während des gesamten Lebenszyklus (14 Nominierungen), hochgefährliche Pestizide (23), Blei in Farben (11), Gesetze zur Bekämpfung gefährlicher (Kinder-)Arbeit im Umgang mit Chemikalien (4) und umweltpersistente pharmazeutische Schadstoffe (3). Es wurde kein Gesetz zu Chemikalien in Kunststoffprodukten nominiert.

Die vollständige Liste der Nominierungen finden Sie hier (englisch): https://www.worldfuturecouncil.org/wp-content/uploads/2020/11/FPA-2021-Protection-from-Hazardous-Chemicals-List-of-nominated-policies.pdf

Anfang 2021 werden die nominierten Gesetze von einer internationalen und unabhängigen Experten-Jury evaluiert. Die Preisverleihung wird während der 5. Internationalen Konferenz zu Chemikalienmanagement vom 5.-9. Juli 2021 bei den Vereinten Nationen in Bonn stattfinden.

Der Future Policy Award wird in Partnerschaft mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP), dem Strategischer Ansatz zum Internationalen Chemikalienmanagement (SAICM), der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), dem Ausbildungs- und Forschungsinstitut der Vereinten Nationen (UNITAR) und dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) sowie mit Unterstützung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), des Umweltbundesamts (UBA), der Michael Otto Stiftung und der Jua Foundation verliehen.

 

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Miriam Petersen

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Über die Stiftung World Future Council

Der World Future Council (WFC) verfolgt das Ziel, unseren Kindern und Enkeln einen gesunden, nachhaltigen Planeten mit gerechten und friedlichen Gesellschaften zu übergeben. Um dies zu erreichen, identifizieren, entwickeln, beleuchten und verbreiten wir zukunftsgerechte Lösungen für die aktuellen Herausforderungen der Menschheit und fördern deren Umsetzung weltweit. Der Rat besteht aus 50 internationalen Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Kultur. Jakob von Uexküll, der Gründer des Alternativen Nobelpreises, hat den World Future Council 2007 ins Leben gerufen. Wir sind als gemeinnützige Stiftung in Hamburg registriert und finanzieren unsere Arbeit über Spenden und institutionelle Partnerschaften.

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