Aktuelle Aktivitäten der Ratsmitglieder

Ahmedou Ould-Abdallah – Zeit für Vergebung in Somalien
Ahmedou Ould-Abdallah, WFC Ratsmitglied und UN-Sonderbeauftragter für Somalien, rief zum Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan alle Somalis dazu auf, sich für Frieden und Stabilität in ihrem Land einzusetzen. In einem offenen Brief an die Mitglieder der Jaaliyadda, erinnerte Ould-Abdallah die Leser, dass der Ramadan eine Zeit für Frieden und Vergebung ist. Er betonte, dass es keine Berechtigung mehr für die anhaltende Gewalt gebe, da der offiielle Grund – die Präsenz äthiopischer Truppen in Mogadischu – nicht mehr gegeben sei. "Welchen Grund gibt es jetzt, weiterhin zu kämpfen – außer, die Unsicherheit für persönliche Gewinne auszunutzen?", schrieb er. "Es wird Zeit, diesen Konflikt zu beenden, den Kampf von Somalis gegen Somalis." Er bat außerdem die Somalis, ihre Regierung zu unterstützen, als einzigen Weg zu langfristigem Frieden.

Anders Wijkman – Afrikanisch-Europäischer Dialog zum Klimawandel
WFC Ratsmitglied Anders Wijkman,Vorsitzender einer Expertengruppe der Internationalen Kommission zu Klimawandel und Entwicklung (CCCD) und ehemaliger Europaabgeordneter, hielt am 20. August in Stockholm einen Vortrag zum Thema "Afrikanisch-Europäischer parlamentarischer Dialog zum Klimawandel". Die Veranstaltung der AWEPA (Vereinigung Europäischer Parlamentarier für Afrka) war Teil eines zweitägigen Schwerpunkts zu Wasser und Klimawandel bei der Weltwasserwoche, und eines AWEPA-Seminars zur EU-Präsidentschaft im schwedischen Parlament, das Strategien für parlamentarisches Handeln zu Klimawandel und Wasser vorstellte.

Ashok Khosla – Artenvielfalt ins Zentrum stellen
Während die Finazkrise in vielen Ländern nachzulassen scheint, sind die Kosten für den anhaltenden Verlust an Artenvielfalt eine sehr viel größere – und in vielen Fällen nicht wiedergutzumachende – Bedrohung. Ashok Khosla, WFC Ratsmitglied und Vorsitzender der International Union for the Conservation of Nature (IUCN), präsentiert Nachweise für den Wert der Artenvielfalt und die Kosten ihres Verlusts. "Das bedeutet, dass wir das Nötige tun müssen, um das Thema Artenvielfalt ins öffentliche Bewusstsein, die Medienaufmerksamkeit und die politische Agenda auf lokaler, nationaler und globaler Ebene zu bringen", so Khosla.

Bianca Jagger – Erneuerbare Energien fördern
Am 7. Juli nahm Bianca Jagger gemeinsam mit dem Abgeordneten Colin Challen, deim italienischen Botschafter Giancarlo Aragona und Ralf Christmann vom deutschen Umweltministerium an einer Veranstaltung der All Party Parliamentary Group on Climate Change in London teil. Es ging um den Mittelmeer-Solarplan und das DESERTEC-Projekt. Die Vorsitzende der WFC-Expertenkommission zu Klima und Energie betonte, dass ein Paradigmenwechsel hinzu erneuerbarer Energie nötig sei. Sie drückte außerdem ihre Besorgnis aus, dass solche Großprojekte die prinzipien der Dezentralisation und Demokratisierung von Energie vernachlässigen könnten, die im Zentrum der erneuerbaren Energierevolution stehen.
Am 13. Juli nahm Bianca Jagger an der Gründungsveranstaltung des National Energy Foundation Projects Fund (NEF) teil, der zusammen mit The Carbon Trust, The Sustainable Energy Academy und The Solar Trade Association Projekte zu nachhaltiger Energie auf lokaler Ebene umsetzt. Bianca Jagger und Jonathon Porritt, Mitgründer des Forum for the Future und Vorsitzender der Sustainable Development Commission, übernahmen die Schirmherrschaft des Fonds. Mehr Information dazu bekommen Sie hier.

CS Kiang – Bessere Luft in Peking
Ein Jahr nachdem in China die Olympischen Spiele stattfanden, sind saubere Luft und weniger Stau mit Sicherheit die positivsten Ergebnisse von Olympia. CS Kiang, WFC Ratsmitglied und Vorsitzender des Umweltfonds der Pekinger Universität half der Stadt, ihre Luftqualitätsstrategie für Olympia zu entwickeln. Er sagte, dass die Luftqualität in Peking zweifellos aufgrun der Maßnahmen besser geworden sei, die während und seit den Spielen umgesetzt wurden. Ganz besonders gelang dies, indem die Schwerindustrie sauberer wurde und die Zahl der Autos in der Stadt unter der Woche begrenzt wurde – aber Kiang betont, dass die Anstrengungen der Stadt von angrenzenden Regionen behindert werden, die keinerlei Beschränkungen eingeführt haben. Er sagte: "Pekings Luftqualität ist ein regionales Problem, kein lokales."

David Krieger – neue Hoffnung am Jahrestag der Hiroshima-Bombardierung
Anlässlich des 64. Jahrestags der Bombardierung von Hiroshima and Nagasaki sagte WFC Ratsmitglied David Krieger, Präsident der Nuclear Age Peace Foundation, dass die Menschheit diese 64 Jahre mehr durch Glück als durch die Wirkung der Abschreckungstheorie überlebt habe. Unfälle, falsche Berechnungen und Missverständnisse hätten uns oft an den Rand der nuklearen Katastrophe gebracht. David Krieger glaubt aber dennoch, dass wir Grund zur Hoffung haben: in Anerkennung der moralischen Verantwortung der Vereinigten Staaten als einzige Nuklearmacht, die eine Atomwaffe benutzt hat, gab Präsident Obama eine für einen amerikanischen Präsidenten überraschende Erklärung ab. "Das Wichtigste, was wir als Bürger tun können, ist es der nächsten Generation eine intakte Welt zu übergeben", so David Krieger. "Das Zeitalter der Atomwaffen zu beenden ist eine Verantwortung, die wir der Zukunft schulden."

Maude Barlow – der Wasserdiebstahl durch Unternehmen muss bekämpft werden
Die zunehmende Kommerzialisierung von Wasser – und der große Einfluss der Abfüllindustrie weltweit – führt dazu, dass zunehmend gefordert wird, Wasser als grundlegendes Menschenrecht zu klassifizieren. "Wir brauchen definitiv einen Vertrag über das Recht auf Wasser, um ein für alle Mal sicherzustellen, dass niemandem auf der Welt Wasser vorenthalten werden darf, weil er es nicht bezahlen kann", so Maude Barlow, WFC Ratsmitglied und Beraterin des Präsidenten der UN-Generalversammlung. Laut UN-Angaben haben 880 Millionen Menschen – vor allem in Entwicklungsländern – lohne ausreichenden Zugang zu sauberem Wasser. Bis 2030 könnten fast vier Milliarden Menschen in Gegenden wohnen, die unter Wassermangel leiden, vor allem in Südasien und China. Barlow sagte: "Wir gewinnen einige der Schlachten gegen den globalen Wasserdiebstahl durch Unternehmen." Sie nannte Beispiele aus Kanada, wo einge Städte Wasser in Flaschen verboten haben, und die Stadt Paris, die zum ersten Mal ihre Wasserdienstleistungen in die öffentliche Hand bringt. Sie betonte aber, "wir müssen immer wachsam sein, da neue Formen privater Kontrolle zunehmen: Wassermärkte, Wasserbanken, Wasserhandel und Wasserspekulation."

Vandana Shiva – Vielfalt in die Landwirtschaft zurückbringen
WFC Ratsmitglied Dr. Vandana Shiva hielt am 26. August einen Vortrag bei der "Breeding Diversity"-Konferenz der Internationalen Vereinigung von Bewegungen der biologischen Landwirtschaft. Bei der Konferenz wurden Strategien diskutiert, wie durch Züchtung und bessere Produktionssysteme die Wertschöpfung bei biologischen Nahrungsmitteln erhöht werden kann. Vandana Shiva sprach über Artenvielfalt und kulturelles Wissen. Bereits im Juli wurde sie in Österreich mit einem Save The World Award für ihren außergewöhnlichen Einsatz für die Natur, die Umwelt und eine friedliche, nachhaltige Gesellschaft ausgezeichnet.

Wes Jackson – Landwirtschaft soll die Natur imitieren
Über drei Jahrzehnte lang hat das Land Institute an einem nachhaltigen Landwirtschaftssystem gearbeitet, das die Natur nachahmt und dadurch, so WFC Ratsmitglied und Direktor des Land Institute Wes Jackson, "gegenüber menschlicher Dummheit widerstandsfähiger ist." Jacksons Ansicht nach bekämpft die moderne Landwirtschaft die Natur. Durch Erosion verschwinden jährlich 13,6 Tonnen Boden pro Hektar Ackerland in den USA. Chemische Dünger und Pestizide reduzieren die Fruchtbarkeit des Bodens. Auf dem Versuchbauernhof des Land Institute in Kansas werden dagegen Anbaumethoden entwickeln, die die Prärie nachahmen. Statt einjährigen Pflanzen werden mehrjährige Gertreide entwickelt, die klein Pflügen oder Pflanzen benötigen. Dieses System macht den Boden wieder zu einem funktionierenden Ökosystem - eine zweite landwirtschaftliche Revolution. Wes Jackson glaubt, dass die erste landwirtschaftliche Revolution der Beginn unserer Entfremdung von der Natur war.