Aktivitäten der Ratsmitglieder im Oktober

Tim Flannery – Handeln für das Klima, “Now or Never”

Tim Flannery, international gefeierter Wissenschaftler, WFC Ratsmitglied und Vorsitzender des Copenhagen Climate Council, hat jüngst das Buch ‘Now or Never: Why We Must Act Now to Stop Climate Change and Create a Sustainable Future’ veröffentlicht. In “Now or Never” kommen Tatsachen ans Licht, die die Leser – ob Klimaskeptiker oder Fürsprecher – erschrecken werden. Der Umweltschützer glaubt, dass es für unseren Planeten zu spät ist, ganz an den Folgen des Klimawandels vorbeizukommen. Allerdings können wir jetzt noch handeln, um den schlimmsten Konsequenzen zu entkommen. „In den nächsten 40 bis 90 Jahren werden wir die Kapazität des Planeten erreicht haben, und damit das Risiko auf weitverbreitete Hungersnot verschlimmern“, sagt Flannery. Auch in diesem Buch nimmt Flannery kein Blatt vor den Mund und kümmert sich nicht um seinen Ruf als ‚Klima-Panikmacher’. Im Vorwort schreibt David Suzuki „Nehmt die Scheuklappen runter, und sagt, wie es wirklich ist.“

David Krieger – USA sollten den Kernwaffenteststopp-Vertrag ratifizieren

Am 27. Oktober sagte David Krieger, WFC Ratsmitglied und Präsident der Nuclear Age Peace Foundation, im Wall Street Journal, dass jüngste Aufrufe über die Notwendigkeit von Atomtests falsch seien. Die USA haben schon mehr als 1.050 Atomwaffen getestet – viel mehr als alle anderen Länder – und führen weiterhin Computersimulationen durch, die man mit früheren explosiven Tests vergleichen kann. Laut David Krieger ist die Ratifizierung des Kernwaffenteststopp-Vertrags (CTBT) ausschlaggebend für die USA: als Signal, dass die USA es wirklich ernst damit meinen, eine atomwaffenfreie Welt zu schaffen, und um andere Länder davon abzuhalten, weitere Atomtests durchzuführen. Seiner Meinung nach sind US-Staatsbürger nur vor Atomangriffen sicher, wenn es keine Atomwaffen mehr gibt. Ein globales Atomtestverbot ist ein wichtiger Schritt dahin.

Maude Barlow – Uruguay Referendum: gegen die Privatisierung des Wassers

In Uruguay hat das Volk während der Wahlen am 25. Oktober eine Reform befürwortet, die Wasser als öffentliches Gut definiert und den Bürgern das Recht garantiert, sich an Entscheidungen über die Wasserressourcen des Landes zu beteiligen. Maude Barlow, WFC Ratsmitglied und Beraterin des Präsidenten der UN-Generalversammlung Miguel d’Escoto Brockman, begrüßte diese Entscheidung sehr und sagte: „Die Machtmonopolisierung in den Händen eines Konzerns und die Unfähigkeit der Regierungen, die Wasserversorgung zurückzugewinnen, ermöglicht es den Konzernen, Regierungen ihre Interessen aufzudrängen. Dies reduziert die demokratische Macht der Bürger.“ Während mindestens 51 Prozent der Wähler zum ersten Mal einen linken Präsidenten wählten, bevorzugten mehr als 60 Prozent eine gesetzmäßige Klausel, die Wasser als lebensnotwendigen natürlichen Rohstoff ansieht, und den Zugang zu Leitungswasser und Abwassersystemen als ein fundamentales Menschenrecht festschreibt.

Vithal Rajan – Unterstützung der Green Students Initative

Am 26. Oktober sprach WFC Ratsmitglied Vithal Rajan bei der Gründung von Let's Unite for a Greener Tomorrow in Hyderabad, einer Initiative von Ingenieurstudenten am Padmasri B.V. Raju Institute of Technology, einer der besten indischen Forschungseinrichtungen. Die jungen Menschen wollen mit ihrer Initiative den Klimawandel bremsen und die Regierung beeinflussen, indem sie eine starke neue Stimme bilden und alternative Technologien entwerfen. Vithal Rajan ist ein respektierter Berater in der Entwicklung von Graswurzel-Bewegungen und bei der Anwendung von lokalen Technologien in Indien.

Prinz Hassan – Menschliche Sicherheit in Westasien und Nordafrika

WFC Ratsmitglied HRH Prinz El Hassan bin Talal von Jordanien verlangt eine neue Lösung, um mit den enormen Herausforderungen in der Region Westasien und Nordafrika (WANA) umzugehen. In einer Rede bei der Post Conflict Reconstruction and Recovery Konferenz sagte Prinz Hassan, dass es sinnlos sei, über menschliche, wirtschaftliche und natürliche Ressourcen zu sprechen ohne dabei gleichzeitig die Belastbarkeit der Region anzusprechen. Er betonte auch die Notwendigkeit, Menschen zu mehr Eigenverantwortung und Autonomie zu erziehen. Prinz Hassan schlug vor, das Bewusstsein über globale und regionale Gemeinschaftsgüter zu fördern und Konzepte zu entwickeln, die mit den Hoffnungen der Bewohner für eine sichere und stabile Zukunft der Region übereinstimmen. Er fügte hinzu, dass ‚Sozialer Zusammenhalt’ das Hauptthema sein sollte und warnte, dass das Wohnen auf isolierten Inseln und die Förderung eng definierter Identitäten die regionalen Krisen verschlimmerten und das Klischee von arabischen und muslimischen Terroristen bestätigten.

Vandana Shiva – Genmanipulierte Nahrungsmittel sollten keine Zukunft haben

In einem Artikel in der New York Times vom 26. Oktober sagt Vandana Shiva, WFC Ratsmitglied und Gründerin der indischen Saatgut-Initiative Navdanya, dass genetisch verändertes Saatgut das Ziel, die Welthungersnot zu beenden, verfehlt hat. Stattdessen müsse Nahrungssicherung durch ökologischen und klimaresistenten Anbau ermöglicht werden. „Wir brauchen verstärkte Biodiversität, die nicht gegen, sondern mit natürlichen Nährstoff- und Wasserkreisläufen funktioniert“, so Shiva. Ihrer Meinung nach hat Gentechnologie die Gewinne der Bauern nicht vermehrt. Die neuesten Forschungen von Doug Gurian-Shermann, Union of Concerned Scientists, die als „Failure to Yield“-Studie veröffentlicht wurden, bestätigen, dass genetische Entwicklung in fast 20 Jahren die Gewinne nicht erhöht hat. Außerdem heißt es in der Studie, dass es keine erheblich gesteigerten Ernteerträge gebe, nachdem das Saatgut genetisch (herbizidtolerant oder insektenresistent) verändert wurde. „Die Behauptung der Gentechnikindustrie, dass wir ohne Nahrung, die nicht genetisch verändert wurde, nicht dem Klimawandel Widerstand leisten können, ist falsch. Bauern haben schon in den letzten Jahrhunderten klimabelastbare Saateigenschaften entwickelt“, sagte Shiva.

Wes Jackson – Durch Pflanzenzucht die Erde fruchtbar erhalten

Zu Gast bei einer Sendung im öffentlichen US-Radio sprach Wes Jackson, WFC Ratsmitglied und Gründer des Land Institutes, über nachhaltige Landwirtschaft. Jackson betonte, dass der Verlust von fruchtbarem Boden eines der langfristigen Probleme im Pflanzenanbau sei. Jackson und sein Team entwickeln mehrjährige Arten, um die Erosion zu verringern. Wes Jackson hat während seiner Karriere die Grundlage für eine neue Landwirtschaft gelegt, die auf den Prinzipen der Natur beruht und den lokalen Zusammenhalt fördert. Entgegen der Grundsätze der industriellen Landwirtschaft will Wes Jackson Nahrungsproduktion und die Natur so integrieren, dass beide erhalten werden.

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