Vorgestellt: Prof. Rolf Kreibich

Ratsmitglied Prof. Dr. Rolf Kreibich...
... gilt als "der" Repräsentant der deutschsprachigen Zukunftsforschung. Zu seinem 70. Geburtstag vor zwei Monaten wurde Prof. Dr. Rolf Kreibich von 60 Zukunftsdenkern mit der brillanten Festschrift "Zukunftsforschung und Zukunftsgestaltung" geehrt. Kurz zuvor hatte er in Berlin seine viel beachteten Szenarien zur Zukunft der dynamischsten asiatischen Wirtschaftsmacht präsentiert – mit dem Titel: "Weltmacht China 2030". Ein besonderes Anliegen sind ihm die Interessen künftiger Generationen, deshalb stellte er auch den Internationalen IZT-Zukunftspreis 2008 unter das Motto "Zukunft der Kinder. Konzepte, Projekte und Initiativen für, mit und von Kindern". Die Vergabe dieses Preises wurde durch die 103 Bewerbungen zu einem großen Erfolg. Die Auszeichnung erhielten sechs Projekte, die in ihrer zukunftsweisenden Arbeit mit Kindern beispielhaft für Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit, Chancengleichheit und Solidarität stehen.
Mögliche, wünschbare und wahrscheinliche Zukunftsentwicklungen - damit beschäftigt sich der Physiker und Soziologe Rolf Kreibich mit Verve seit über 30 Jahren. Von ihm stammt die bis heute griffigste Definition, was unter wissenschaftlicher Zukunftsforschung zu verstehen ist. Unermüdlich weist er darauf hin, dass es keine unabwendbaren Zukünfte gibt, sondern dass Zukunft gestaltbar ist und jeder Mensch mitgestalten kann und soll. Als Zukunftsforscher befasst sich Kreibich mit einem breiten Themenspektrum, so mit zukunftsfähigen Energiesystemen, ökologischem Wirtschaften, Folgen und Bewertungen neuer Technologien und mit dem demographischen Wandel und den Leitzielen Nachhaltige Entwicklung und Verbesserung der Lebensqualität für alle. Er versucht die zukunftswissenschaftliche Erkenntnisse in die Öffentlichkeit zu tragen, um so einen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit unserer bedrohten Existenz zu leisten.
Rolf Kreibich ist Professor für Soziologie der Technik, Technikfolgenabschätzung und Zukunftsforschung und war von 1969-1976 Präsident der Freien Universität Berlin. Er begründete 1981 und leitet bis heute das IZT - Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung in Berlin, eine der führenden Einrichtungen für Zukunftsforschung in Europa.
Schon früh erkannte Rolf Kreibich, wie bedeutsam ressourcenschonendes Wirtschaften ist. 1992 gehörte er zur deutschen Delegation, die mit dem damaligen Bundesumweltminister Klaus Töpfer auf der Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro die erfolgreichen Verhandlungen zum Abschluss der Rio-Deklaration, der Agenda 21 sowie der Konventionen zum weltweiten Schutz der Wälder und zum Klimaschutz führte.
Rolf Kreibich ist in einer Vielzahl von Gremien aktiv, z.B. ist er Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen (SRzG) und Mitglied des Nachhaltigkeitsbeirates des Landes Brandenburg. Für ihn ist es eine Ehre, Mitglied des WFC zu sein, da es sich beim WFC um einen der wichtigsten globalen Fürsprecher für die Interessen Nachhaltiger Entwicklung und zukünftiger Generationen in der internationalen Politik handelt.
Im Oktober 2008 initiierte Prof. Kreibich gemeinsam mit dem WFC ein sehr gut besuchtes "Berliner Zukunftsgespräch" mit 350 Teilnehmenden - zum Thema "Zukunft der Weltgesellschaft - Politik mit 9 Milliarden Menschen". rbb-Inforadio strahlte den Mitschnitt dieser Debatte bereits mehrmals aus - hier können Sie die Diskussion anhören.