Green Week 2009

Die "Green Week" in Brüssel ist die größte Konferenz zur europäischen Umweltpolitik. Der World Future Council stellte sich mit einem Informationsstand den Besuchern vor und war prominent im Konferenzprogramm vertreten: Ratsmitglied Ashok Khosla sprach in seinem Vortrag die Frage an, wie Industrialisierung und höherer Lebensstandard in aufstrebenden Volkswirtschaften mit Klimastabilität versöhnt werden können. Sowohl Ashok Khosla als auch WFC-Gründer Jakob von Uexküll präsentierten ihre Vorstellungen dazu, was eine "grüne" Wirtschaft für unsere Industrie, unseren Lebensstil und die Gesellschaft als Ganzes bedeutet. WFC-Programmdirektor Herbert Girardet sprach über die Zukunft von Verkehr und Raumplanung ohne fossile Brennstoffe.

Vision für 2050: Unsere Wirtschaft wird grün

Jakob von Uexküll: Energie-Subsidiarität

Können wir unsere Wirtschaft grün machen? Eine Welt, die nicht von fossilen Brennstoffen und Atomenergie abhängig ist, ist eine attraktive und immer notwendigere Vision. Das Schwierige ist es, diese Vision umzusetzen. In seinem Vortrag stellte der WFC Gründer Jakob von Uexküll die konservativen globalen Institutionen in Frage und kritisierte ihren Schwerpunkt auf nicht nachhaltigem Wirtschaftswachstum. Er beschrieb, wie erneuerbare Quellen den wachsenden Energiebedarf der Welt decken können und stellte das Konzept der Energie-Subsidiarität vor: der Schwerpunkt liegt auf lokaler Produktion, die nur wenn nötig durch eine Versorgung über größere Distanzen ergänzt wird (das Prinzip wird in dem im Herbst erscheinenden WFC-Buch "A Renewable World" genauer erklärt). Diese Politik sollte laut Jakob von Uexküll durch eine mehr am Menschen orientierte politische und wirtschaftliche Entwicklung ergänzt werden, die das Wohlbefinden und Umweltindikatoren in den Vordergrund stellt.

Ashok Khosla: Gefährdete Biodiversität

Wenn wir davon ausgehen, dass die Bodenschätze bis 2050 fast völlig aufgebraucht sein werden, die Gesamtproduktion gefallen sein wird und die Welt zur nachhaltigen Nutzung anderer natürlicher Ressourcen übergegangen sein wird, werden Themen der Biodiversität eine andere Wichtigkeit haben als heute. Der Trick ist es, dahin zu kommen: Als führender Experte für Umwelt und nachhaltige Entwicklung betonte WFC Ratsmitglied Ashok Khosla die Herausforderungen, die auf unsere Gesellschaften zukommen, wenn die Weltwirtschaft wirklich "grün" werden soll. Wir müssen lernen, unsere Umwelt eher zu managen als auszubeuten und ein Gleichgewicht von menschlicher Nachfrage und natürlichen Ressourcen schaffen. Ashok Khosla erinnerte das Publikum, dass der Artenreichtum ein zerbrechliches und endliches Kapital ist. Daher müssen Abfall und Umweltverschmutzung minimiert und gleichzeitig verbindliche Standards eingeführt werden.

Vision für 2050: Transport und Raumplanung in einer Welt ohne CO2

Herbert Girardet (rechts) mit Stavros Dimas, EU-Kommissar für Umwelt

Herbert Girardet betonte in seiner Präsentation "Plätze, Räume und Fußabdrücke" die große Wichtigkeit von Städten in der modernen Welt. Als Bevölkerungszentren (bis 2050 sollen sie 70% der Weltbevölkerung beherbergen) und Konsumenten mit einem zunehmenden Ressourcenverbrauch und großem Umwelteinfluss benötigen Städte eine effiziente und innovative Politik, um wirklich nachhaltig zu werden. Herbert Girardet zeigte Beispiele aus aller Welt, wie Städte ihre CO2-Bilanz verbessern können. Er löste eine lebhafte Diskussion aus, als er demonstrierte, wie effektive Planung Landwirtschaft zurück in die Städte bringen kann. Der WFC Programmdirektor unterstrich, wie wichtig natürliche Speichersysteme für Kohlenstoff für die Bekämpfung des Klimawandels sind. Schließlich nannte er acht Prinzipien für nachhaltige Städte, eine Welt ohne Kohlenstoff möglich machen.

Mehr über die Green week erfahren Sie auf der offiziellen Seite der Europäischen Union.

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