Frieden und Abrüstung

Atomwaffen haben das Potential, unvorstellbare Schäden zu verursachen, die viele folgende Generationen betreffen, oder sogar alles Leben auf der Erde auszulöschen. Als Stimme zukünftiger Generationen arbeitet der WFC daran, die existenzielle Bedrohung aufzuheben, die nukleare Waffen darstellen, damit zukünftige Generationen ihr Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit genießen können. Die Arbeitsgruppe zum Thema Abrüstung vereint Experten aus der ganzen Welt und bringt die drei Kernkompetenzen des WFC in den Kampf gegen Nuklearwaffen ein: 1) integriertes Denken; 2) Zukunftsorientierung; 3) Konzentration auf Veränderung politischer Rahmenbedingungen.
Wir fordern den weltweiten Atomausstieg
In einer gemeinsamen Erklärung fordern 50 Träger des „Alternativen Nobelpreises“ und Mitglieder des World Future Council, weltweit Atomkraftwerke abzuschaffen und sie durch alternative Energieformen zu ersetzen. „Atomkraft ist weder die Antwort auf moderne Energieprobleme, noch ein Wundermittel für die Herausforderungen des Klimawandels“, sagen die Experten, Aktivisten, Politiker, Geistlichen, Unternehmer und Wissenschaftler aus 26 Ländern. Unterstützen sie unseren Appell auf Facebook.
Die Bedrohung durch nukleare Waffen mag heute geringer erscheinen als zum Höhepunkt des Kalten Krieges, doch die Gefahren bleiben gewaltig. Die Atommächte verfügen noch immer über Tausende von Raketen, von denen jede einzelne unvorstellbares Leid über Millionen von unbeteiligten Menschen und zukünftige Generationen bringen kann. Die Nichtverbreitung von Kernwaffen und ihre Abrüstung sind zwei Seiten derselben Medaille und die Verweigerung der Atommächte, nukleare Abrüstung zu akzeptieren, hat die Verbreitung von nuklearen Waffen in Krisenregionen weiter gefördert. Zuverlässigen Schätzungen zufolge verfügt z.B. Israel über 200 nukleare Sprengköpfe.
Was kann getan werden, um dem amerikanischen Anspruch zu begegnen, das Recht auf einen nuklearen Erstschlag zu haben, selbst wenn keiner der potentiellen Feinde der Staaten auf konventionellem Gebiet militärisch überlegen ist? Wie können Nationen wie Nordkorea oder Israel, die ihre nuklearen Waffenlager als essentiell ansehen, um Sicherheit aufrechterhalten zu können, überzeugt werden, dass ihrer Sicherheit durch die Abschaffung ihrer nuklearen Waffen besser gedient ist? Wie kann eine globale Kampagne zur Stärkung der Beschlüsse über nukleare Waffen des Internationalen Gerichtshofs fortgesetzt werden? Was können Staaten ohne nukleare Waffen gemeinsam tun, um dieses Thema in der öffentlichen und politischen Diskussion zu halten? Was kann die Zivilgesellschaft tun, um das Bewusstsein für die existentielle Bedrohung, die nukleare Waffen für die Menschheit darstellen, zu steigern? Die WFC Arbeitsgruppe für Abrüstung arbeitet an der Beantwortung dieser Fragen.
Der WFC wird die Arbeit der vielen anderen Organisationen, die bereits auf diesem Feld arbeiten, sinnvoll ergänzen. Dies bedeutet, Stakeholder zusammenzubringen und mit politischen Entscheidungsträgern zusammenzuarbeiten, um Unterstützer zu gewinnen und vorbildliche Gesetze zu verbreiten. Neben Gesetzen, die die nukleare Abrüstung fördern, lenkt der WFC seine Aufmerksamkeit besonders auf Gesetze, die eine enge und multi-dimensionale Verknüpfung zwischen Abrüstung, Entwicklung und Sicherheit schaffen. Solche vorbildlichen Gesetze oder Gesetzesinitiativen können auf regionaler, nationaler oder internationaler Ebene gefunden werden.
Mehr über unsere Arbeit in diesem Handlungsfeld finden Sie in dem englischsprachigen PDF „Disarmament for Development and Security".
Einen Überblick über alle relevanten Appelle von Wissenschaftlern zur Abschaffung von Nuklearwaffen finden Sie in diesem PDF-Dokument.
Die Zeit für echte Fortschritte in der nuklearen Abrüstung scheint gekommen. US-Präsident Obama hat seine Entschlossenheit, sich für eine atomwaffenfreie Welt einzusetzen, bei verschiedenen Gelegenheiten bekräftigt. Der neue amerikanisch- russische Vertrag zur Verringerung strategischer Waffen (Strategic Arms Reduction Treaty - START) und die jüngste Neubewertung der Rolle nuklearer Waffen in der Sicherheits-Strategie der USA (Nuclear Posture Review) scheinen die Pläne der Regierung Obamas für eine bessere Nuklearwaffen-Kontrolle zu untermauern. UN Generalsekretär Ban Ki-moon hat 2008 seinen eigenen Fünf-Punkte-Plan zur Befreiung der Welt von nuklearen Waffen aufgestellt. Ehemalige amerikanische Politiker wie Henry Kissinger, Sam Nunn, William Perry und George Schultz rufen nach einer neuen Strategie, um alle nuklearen Waffen zu eliminieren und werden dabei von früheren Spitzenpolitikern aus der ganzen Welt unterstützt. 2009 drückten z.B. Helmut Schmidt, Richard von Weizsäcker, Egon Bahr und Hans-Dietrich Genscher ihre uneingeschränkte Unterstützung für diese Vision aus.
Der mythisch anmutende Glaube, dass der Besitz nuklearer Waffen strategische Vorteile und demzufolge Sicherheit biete, verliert seinen Halt - zumindest in einigen Atomstaaten. Dies hat die NATO-Mitglieder Norwegen, Deutschland, Belgien, Luxemburg und die Niederlande dazu gebracht, die Vereinigten Staaten dazu aufzufordern, die nuklearen Sprengköpfe zu entfernen, die viele Jahre in diesen Ländern stationiert waren.
Das Thema nukleare Abrüstung steht wieder hoch auf der internationalen Agenda „Keine internationale Verpflichtung hat größere Dringlichkeit als die Verpflichtung, nukleare Waffen zu eliminieren“, sagt WFC Ratsmitglied Judge C.G. Weeramantry, ehemaliger Vize-Präsident des Internationalen Gerichtshofs. Sich dieser Verantwortung nicht zu stellen, bedeute „einen Betrug an allen Werten, die wir schätzen und an allem, was die menschliche Zivilisation je hervorgebracht hat in jahrtausendelanger Anstrengung und Aufopferung.“ Es liegt an uns, aus dem aktuellen politischen Willen Kapital zu schlagen, um zu gewährleisten, dass Staaten die notwendigen Schritte ergreifen, Nuklearwaffen zu verbieten und die bestehenden Arsenale unschädlich zu machen.
Die Arbeitsgruppe versammelte sich zum zweiten Mal am 4. und 5. März 2010 in Hamburg.
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