Future Policy Award 2012
Finalisten
Namibia: Marine Resources Act, 2000
Namibia hat eine ökologisch und ökonomisch nachhaltigere Fischereiwirtschaft geschaffen, indem ein auf Rechten basierter und durch wissenschaftliche Forschung unterstützter Managementansatz implementiert wurde. Das Land verwaltet seine Meeresressourcen seitdem erfolgreich. Als Namibia 1990 unabhängig wurde, war der Fischereisektor nicht reguliert und die Bestände waren stark überfischt. Mit dem Marine Resources Act wurden strengere Überwachungs- und Kontrollsysteme sowie Vorschriften zur Bekämpfung von Beifang, illegaler Fischerei, Subventionen und schädlichen Fangmethoden eingeführt. In der Fischerei-Industrie wurden neue Arbeitsplätze geschaffen und die Nahrungssicherheit konnte verbessert werden. Die meisten Fischbestände sind mittlerweile stabil, und die erhobenen Gebühren für Fanglizenzen sowie die Besteuerung der Fänge leisten ihren Beitrag zu Namibias Haushalt.
Palau: Protected Areas Network Act, 2003
Palaus "Protected Areas Network Act" schafft die Rahmenbedingungen für ein Netzwerk aus geschützten Meeres- und Festlandregionen und sichert eine langfristige nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen. Das Gesetz involviert die lokale Bevölkerung, indem es ihr ermöglicht, an wissenschaftlichen Erhebungen zu Sozial- und Umweltaspekten ihrer lokalen Umgebung teilzunehmen und integriert traditionelle Verfahren im Umgang mit natürlichen Ressourcen. Bisher wurden 35 Schutzgebiete errichtet, darunter Korallenriffe, Lagunen, Mangroven und ein Sardinen-Schutzgebiet. In manchen dieser Zonen ist nachhaltiger Fischfang und die Nutzung weiterer natürlicher Ressourcen erlaubt, wohingegen in anderen ein striktes Nutzungsverbot gilt. Bis 2020 möchte Palau 30 Prozent der küstennahen Meeresgebiete sowie 20 Prozent seiner Landfläche unter Schutz stellen.
Palau: Shark Haven Act, 2009
Jedes Jahr werden weltweit schätzungsweise 73 Millionen Haie gefangen und getötet. Dies führt zu immer kleiner werdenden Populationen dieser einzigartigen Geschöpfe und hat erhebliche ökologische Folgen. Palau hat mit dem Shark Haven Act von 2009 eine weltweit führende Rolle beim Schutz von Haien übernommen, indem der Inselstaat alle Haiarten in seinen Hoheitsgewässern unter Schutz gestellt hat. Das Fangen von Haien ist verboten und versehentlich in Netzen gefangene Haie müssen unversehrt freigelassen werden, ansonsten drohen hohe Geldbußen. Inzwischen zeigen sich auch die wirtschaftlichen Vorteile des konsequenten Hai-Schutzes: Das kommerzielle Tauchen mit Haien bringt der lokalen Bevölkerung 1,2 Millionen US-Dollar an Gehältern sowie der Regierung 1,5 Millionen US-Dollar an Steuern ein. Andere Länder, darunter Honduras, die Malediven und die Bahamas sind dem Beispiel von Palau gefolgt und haben das Fischen von Haien in ihren nationalen Gewässern verboten.
Philippinen: Tubbataha Reefs Natural Park Act, 2010
Die Tubbataha Riffe sind UNESCO Welterbe und ein Vorzeigemodell für erfolgreich geschützte Korallenriffe. Obwohl die Region von Überfischung bedroht ist, befinden sich die Riffe in einem ausgezeichneten Zustand. Der Tubbataha Reefs Natural Park Act zeigt, wie notwenig es ist, dass nationale Politiken lokale Institutionen darin bestärken, illegaler Fischerei, Fischwilderei und nicht nachhaltigen Fangmethoden von ausländischen Fangschiffen gegenüberzutreten. Das Beispiel Tubbataha zeigt, dass ein sorgfältiges Management dazu führen kann, dass auch die lokale Bevölkerung von geschlossenen Schutzzonen profitiert. Sie bieten den Fischen eine geschützte Kinderstube und fördern so die lokale Klein-Fischerei.
Südafrika: Integrated Coastal Management Act, 2008
Südafrika hat sich der Herausforderung gestellt, das menschliche Wohlbefinden mit der ökologischen Stabilität seiner Küsten zu vereinen. Das integrierte Küstenzonenmanagement ist das Ergebnis eines partizipativen und konsultativen Prozesses, welcher im Kontext des Übergangs von der Apartheid zur Demokratie stattfand. Im Mittelpunkt des Gesetzes steht die Wiederherstellung historischer Gemeinschaftsgüter an den Küstenregionen durch die Gewährleistung des öffentlichen Zugangs zu den Küsten. Zudem werden erstmalig Küstenzonen definiert und Leitlinien für das Management dieser Zonen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene formuliert. Komplementäre Programme unterstützen die Ziele des Gesetzes und verschaffen der lokalen Bevölkerung Arbeitsmöglichkeiten im Küstenschutz.
USA - Kalifornien: Ocean Protection Act, 2004
Ozeane und Küsten spielen eine zentrale Rolle für die kalifornische Wirtschaft und den Lifestyle. Allerdings hat die hohe Bevölkerungsdichte in den Küstenstädten und die vielfältige Nutzung der marinen Ökosysteme zu Ressourcenknappheit, einer unregulierten Entwicklung der Küstengebiete und einem Qualitätsrückgang der marinen Ökosysteme geführt. Der Ocean Protection Act hat das Management der Ozeane durch ökosystembasierte marine Raumplanung verbessert und die Gründung von 124 zusammenhängenden marinen Schutzgebieten ermöglicht. Das Gesetz schuf das Mandat für den Ocean Protection Council, der als zentrale Koordinierungsstelle zwischen staatlichen Stellen fungiert, Richtlinien festlegt und Finanzierungsmöglichkeiten auslotet. Seit 2004 gibt es eine breite Beteiligung der Öffentlichkeit in diesem Politikbereich, welcher der Öffentlichkeit in der Regel verschlossen bleibt, und wissenschaftliche Daten wurden öffentlich zugänglich gemacht. Durch die Umsetzung des Ocean Protection Act ist Kalifornien zum weltweiten Vorreiter in mariner Raumplanung sowie bei der Erschaffung eines koordinierten Netzwerkes von Meeresschutzgebieten geworden.
Nominationen