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Von der "Petropolis" zur "Ökopolis"

Nachhaltige Stadtentwicklung: Internationales Expertengremium legt Fahrplan vor

Hamburg, 4. November 2010: Städte haben als weltweit größter Hauptverursacher des Klimawandels noch immer keine ausreichenden Konzepte für eine nachhaltige Entwicklung. Dies geht aus einem neuen Report von internationalen Städteexperten des World Future Councils und der HafenCity Universität Hamburg hervor. Demnach gibt es zwar sowohl in Entwicklungländern als auch in Industrieländern zunehmend positive Beispiele für nachhaltige Stadtentwicklung. Dies seien aber vor allem Insellösungen oder staatlich finanzierte Prestigeprojekte. Eine der Ursachen dafür, so der Bericht, sei das mangelnde Bewusstsein unter Regierungen für notwendige Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung ihrer Städte.

Der Bericht mit dem Titel „Regenerative Cities“ wurde von Herbert Girardet, Mitbegründer des WFC, verfasst und mit dem 30-köpfigen Expertengremium aus international anerkannten Klimaforschern, Stadtplanern und Architekten entwickelt. Er geht nicht nur auf Naheliegendes wie das Energieeinsparpotenzial von Gebäuden und den Ausbau von Erneuerbaren Energien ein. Empfohlen werden insgesamt 38 Maßnahmen, zu denen auch urbane Landwirtschaft, Nährstoffrückgewinnung aus Abwässern und partizipatorische Maßnahmen gehören.

Herbert Girardet: „Globale Ressourcenengpässe, Klimawandel, Wasserknappheit oder Artensterben lassen sich direkt darauf zurückführen, wie unsere Städte gestaltet sind und wie wir darin leben. Vielfach sind die Städte Ergebnisse der fast zu 100% auf Kohle und Öl aufbauenden Industrialisierung. Die Frage wie schnell wir den Ausbau der Erneuerbaren Energien, die Steigerung der Energieeffizienz, nachhaltige Transportsysteme und vor allem eine Kreislaufwirtschaft in Städten erreichen, wird darüber entscheiden, ob der Mensch den Klimawandel noch in den Griff bekommt.“

Angesichts der Schlüsselrolle von Metropolen für den weltweiten Klima- und Ressourcenschutz fordert der World Future Council deshalb nationale Aktionspläne für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Girardet: „In die Stadt des 20. Jahrhunderts, die Petropolis, führt ein linearer Strom von Gütern aus aller Welt, und sie entlässt ebenso linear umweltschädliche Abfallstoffe. Die Stadtform des 21. Jahrhunderts dagegen muss die Ökopolis sein: eine Stadt, die in biologischen und technischen Kreisläufen denkt. Die Ökopolis produziert viele Ressourcen selbst oder bezieht sie aus dem direkten Umland. Die Nährstoffe, die sie der Umwelt entzieht, werden über eine kluges Abwasser- und Abfallmanagement an sie zurückgegeben“. Durch städtische und stadtnahe Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen in Kombination mit einer radikalen Steigerung der Energieeffizienz genauso wie durch stadtnahe Landwirtschaft könnten Emissionen vermieden und städtische Arbeitsplätze geschaffen werden, erklärte Girardet. Konkrete politische Maßnahmen, die zu diesem Ziel führen, hat der World Future Council auf der Website www.futurepolicy.org zusammengestellt. Hier werden erprobte Lösungen in den Politik-Bereichen „Erneuerbare Energien“, „Energieeffizienz“, „Regenerative Städte“ sowie „Ernährung und Landwirtschaft“ dargestellt.

Die Expertenkommission „Städte und Klimawandel“ ist ein Kooperationsprojekt des World Future Council und der HafenCity Universität Hamburg.

Download als PDF

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„Regenerative Cities“ kann hier als PDF-Dokument heruntergeladen oder als Broschüre beim World Future Council bestellt werden.

Am 2.11.2010 ist das jüngste Buch von Herbert Girardet „Neue Energien freisetzen – Für eine ökologische und gerechte Welt“ erschienen. Für Rezensionsexemplare wenden Sie sich bitte an den Rotpunktverlag in Zürich, Tel. +41-44 405 4 88.

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