Klima & Energie

Mit seiner Klima- und Energiearbeit konzentriert sich der World Future Council auf die Verbreitung von Gesetzen zur Förderung erneuerbarer Energien und eines schnellen Übergangs zu effizienter Energieproduktion und -nutzung. Unser Ziel ist ein schneller und gerechter Umstieg auf erneuerbare Energien weltweit innerhalb der kommenden Jahrzehnte. Der World Future Council bietet dabei fachliche Unterstützung für politische Entscheidungsträger, die sich für dieses Ziel stark machen.

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Erneuerbare Energie

Unter Nutzung von vorhandener Technologie kann allein Sonnenenergie fast das Vierfache des gegenwärtigen Energieverbrauchs der Welt decken. Auch die gewonnene Wind- oder geothermische Energie übersteigt den weltweiten Energiebedarf. Dennoch wird 80% unserer Energie durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe erzeugt, was die CO2 Konzentration erhöht und damit für den Klimawandel verantwortlich ist. Die „bequeme Wahrheit“ ist, dass wir reichlich erneuerbare Energie zur Verfügung haben, die unserem Bedürfnis nach mehr Sicherheit entspricht und hilft, die Energieversorgung zu dezentralisieren.

Der World Future Council setzt sich seit seinem Bestehen für erneuerbare Energien ein und hat Parlamentarier, die wirksame gesetzliche Maßnahmen einführen wollen, erfolgreich beraten und unterstützt.

Der World Future Council fördert erneuerbare Energien sowohl in Ländern mit ausgebauten Stromnetzen als auch in ländlichen Gebieten ohne Netzanschluss, zum Beispiel in afrikanischen Ländern. Ein Schwerpunkt in Ländern mit ausgebauten Stromnetzen liegt auf der Verbreitung von Energie-Einspeisegesetzen - mehr dazu finden Sie in der Broschüre "Wirkung erzielen: Energie-Einspeisegesetze".

Bisher hat die Arbeit des WFC zu konkreten Gesetzesinitiativen zur Förderung erneuerbarer Energien in Südaustralien, Großbritannien und mehreren US-Bundesstaaten geführt. Heute wollen wir Entscheidungsträger in anderen Regionen dabei unterstützen, ähnlich effektive Gesetze einzuführen - mit folgenden Aktivitäten:

  • Strategieworkshops, die gemeinsam mit Partnern in Afrika, Europa, Indien und den USA durchgeführt werden.
  • der Veröffentlichung von Berichten über die Vorteile eines beschleunigten Umschaltens auf erneuerbare Energien für Klima und Wirtschaft.
  • parlamentarischen Anhörungen in Zusammenarbeit mit e-Parliament, einem weltweiten Netzwerk von Parlamentariern. Auf den zwei Tage dauernden Workshops haben Politiker die Gelegenheit, direkt mit Experten zu sprechen und untereinander Erfahrungen im Bereich erneuerbare Energien auszutauschen.
  • der Online-Plattform www.onlinepact.org, die einen wahren Schatz an Fachwissen, Zahlen und Fakten bietet. Hier finden politische Entscheidungsträger alles, was sie wissen müssen, um effektive politische Maßnahmen zur Förderung erneuerbarer Energien zu entwickeln und zu implementieren.
  • der African Renewable Energy Alliance (AREA), die afrikanische Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft vernetzt und sie dabei unterstützt, die richtigen Rahmenbedingungen für mehr erneuerbare Energie in Afrika zu schaffen.


Erneuerbare Energie Afrika
Kochstelle in Uganda (gtz)

Afrika bekommt die negativen Auswirkungen des Klimawandels bereits stark zu spüren. Gleichzeitig werden wegen der starken Abhängigkeit von Holz und Holzkohle als Brennstoff zur Deckung des elementarsten Energiebedarfs der Menschen die Wälder weiter massiv abgeholzt, was die negative Entwicklung noch verstärkt. Erneuerbare Energien sind für eine nachhaltige Entwicklung Afrikas von entscheidender Bedeutung. 

WFC Positionspapier Renewable Energy Africa

African Renewable Energy Alliance (AREA)
Prof. Sambo, Director General Nigeria Energy Commission

Bei einem Workshop des World Future Council im Oktober 2009 in Addis Abeba, Äthiopien, wurde die African Renewable Energy Alliance gegründet. AREA soll die Verbreitung erneuerbarer Energie in Afrika fördern - Politiker, Vertreter von Wirtschaft und Zivilgesellschaft aus mehreren afrikanischen Ländern haben sich zum Erfahrungsaustauch in dem Netzwerk zusammengeschlossen. Zur Pressemitteilung

Erfahren Sie mehr über den Workshop, inklusive Informatinen über Teilnehmer, Agenda und Abschlußerklärung.

Ziele

Der World Future Council will den Einsatz erneuerbarer Energieträger im ländlichen und städtischen Afrika durch die rasche Implementierung entsprechender Technologien massiv vorantreiben. Dies unterstützt die soziale und wirtschaftliche Entwicklung und hilft die Grundversorgung mit Energie zum Kochen sowie Heizung und Licht zu sichern. Die ländliche Wirtschaft wird ebenso gefördert wie der Zugang zu Informationen, Bildung und Gesundheitsversorgung in entlegenen Gebieten. Dieses Projekt kann zum Erreichen aller acht Millennium-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen beitragen, dient der Umwelt und unterstützt die globalen Anstrengungen im Kampf gegen den Klimawandel.

Aktivitäten

Um den Einsatz erneuerbarer Energien in ganz Afrika zu fördern, werden wir uns zunächst auf konkrete Verbesserungen in drei Ländern konzentrieren. Wir wenden uns direkt an Parlamentarier, Regierungen und Verwaltungsvertreter in Äthiopien, Nigeria und Südafrika und handeln Hand in Hand mit Repräsentanten der Zivilgesellschaft und regionalen, nationalen sowie internationalen Gruppierungen (z. B. der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten, der Afrikanischen Union und der EU). Unsere Projekte umfassen:

  • Strategieworkshops: Workshops zu erneuerbaren Energien unterstützen die Diskussionen unter den afrikanischen Interessenspartnern über rechtliche Rahmenbedingungen und Implementierungspläne.
  • Studienreisen: Ein gezielter Erfahrungsaustausch im Rahmen der Süd-Süd-Kooperation vergrößert das Potenzial für die schnelle Einführung erneuerbarer Energien.
  • Informationspakete: Die Vorteile und das Potenzial von Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien in Afrika werden in einem Informationspaket gemeinsam mit Fallstudien über die erfolgreiche Implementierung entsprechender Politikansätze präsentiert. Dieses Informationspaket wird direkt an Parlamentarier, politische Entscheidungsträger und Repräsentanten der Zivilgesellschaft versandt, die sich in Afrika für nachhaltige Entwicklung und die politische Förderung erneuerbarer Energien einsetzen.


Im Oktober 2009 lud der WFC afrikanische Politiker und Vertreter aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu einem Strategieworkshop über erneuerbare Energien für nachhaltige Entwicklung in Afrika ein. Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung, Alliance for Rural Electrification, und der Zeitschrift Alternative Energy Africa organisiert.

Laden Sie sich die folgenden Präsentationen (englisch) des Workshops herunter:


 

Hintergrund
  • Eine Milliarde Menschen, also fast ein Sechstel der Weltbevölkerung, lebt in Afrika.
  • Nur 4 % der weltweiten Stromerzeugung stammt aus Afrika.
  • Die afrikanischen Länder südlich der Sahara haben mit 29,5 % die weltweit niedrigste Elektrifizierungsrate.
  • In den ländlichen Regionen des subsaharischen Afrika liegt die Elektrifizierung nur bei 8 %.
  • 70 % des verfügbaren Haushaltseinkommens werden in Afrika durchschnittlich für Energieträger aufgewendet (Diesel, Kerosin, Holzkohle).
  • 80 % der Afrikaner sind für ihre Energieversorgung von Biomasse abhängig (Holz oder Holzkohle).
  • Weltweit wird die Luftverschmutzung in Innenräumen für 1,6 Millionen vorzeitige Todesfälle verantwortlich gemacht.
  • 4 Millionen Hektar Wald werden jährlich in Afrika gerodet – doppelt soviel wie im globalen Durchschnitt.

Für weitere Informationen zur Afrika-Arbeit des World Future Council und zur African Renewable Energy Alliance, wenden Sie sich bitte an Ansgar Kiene.


Energie-Effizienz

Neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien stellt die Frage der Energieeffizienz alle Entscheidungsträger dieser Welt vor eine enorme Herausforderung. Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass der Großteil der Energieressourcen exklusiv von einem kleinen Teil der Menschheit verbraucht wird. Die Frage der zukünftigen Energieversorgung ist also vor allem auch eine Frage der globalen Gerechtigkeit. Die Unterstützung und Förderung politischer Lösungen zur radikalen Verbesserung der Energieeffizienz zählt daher zu den vorrangigen Zielen des World Future Council.

Die weltweite Nachfrage nach Energie wird bis 2030 gegenüber dem heutigen Stand um 45 % wachsen. Gleichzeitig werden durch die weitere Verbrennung fossiler Energieträger im großen Maßstab unvermindert hohe Mengen CO2 ausgestoßen. Die wirksame Bekämpfung des Klimawandels bei gleichzeitiger Deckung des Energiebedarfs der Menschen ist also nur möglich, wenn Energie künftig effizienter genutzt wird. Diese Broschüre stellt beispielhafte Maßnahmen und Gesetze für mehr Energie-Effizienz vor >> Download als PDF-Dokument (in englischer Sprache)


Reduzierung und Absorbierung von CO2
Biokohle-Ofen © Kelpie Wilson, International Biochar Initiative

Ziel des World Future Council ist ein neues internationales Abkommen, das auf dem Kyoto-Abkommen aufbaut. Es sollte erneuerbare Energie fördern - zum Beispiel über einen funktionierenden Emissionshandel, die Lasten gerecht zwischen Entwicklungs- und Industrieländern aufteilen - über einen Anpassungsfonds und wirksame Reduktionsziele, und Mechanismen für eine bessere Absorption von CO2 aus der Atmosphäre schaffen - zum Beispiel durch Bio-Sequestration.

Lesen Sie hier mehr zum "Renewable Energy Policy Fund", den der WFC bei der Kopenhagener Klimakonferenz vorgestellt hat.


Städte und Klimawandel

Vor allem Städte sind verantwortlich für den Klimawandel, da über 80 Prozent aller Ressourcen weltweit in Städten verbraucht werden. Gleichzeitig zählen Städte zu den ersten Opfern des Klimawandels: Schon heute kommt es zum Beispiel vermehrt zu dramatischen Hochwasserkatastrophen. Der World Future Council arbeitet mit internationalen Experten daran, beispielhafte Initiativen für eine nachhaltige Stadtentwicklung zu identifizieren, bekannt zu machen und umzusetzen.

Diese Broschüre stellt Politikempfehlungen vor, um den städtischen Verkehr vollständig auf erneuerbare Energie umzustellen. Download als PDF-Dokument (in englischer Sprache).

 


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