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Newsletter - 09/2009
Liebe Leserinnen und Leser, 02.11.2009
Kopenhagen hat etwas erreicht! Die Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember 2009 markierte einen Wendepunkt: Endlich wurden angemessene Maßnahmen verabschiedet, um die Erderwärmung zu bekämpfen. Die Industrieländer erkannten ihre Hauptverantwortung für den Klimawandel an und verpflichteten sich zu einer drastischen Verringerung ihrer Treibhausgas-Emissionen um mindestes 40% im Vergleich zu 1990 und zu einer ausreichenden finanziellen Kompensation für Entwicklungsländer. Die G77-Staaten verpflichteten sich umgekehrt, nationale Maßnahmen zur Mäßigung des Klimawandels zu ergreifen.

Der obige Text ist leider nur ein Ausdruck von Hoffnung. Er ist geschrieben im Glauben daran, dass Regierungen und die Vereinten Nationen neue wissenschaftliche Warnungen ernst nehmen, dass die globale Erwärmung noch schneller voranschreitet als bisher vorhergesagt. Leider ist die Lücke zwischen dem oben beschriebenen Szenario und dem, was offizielle Vertreter der Industriestaaten für realistisch halten, immer noch riesig. Um die derzeitigen Handlungslücken zu schließen, wird der World Future Council weiterhin direkt mit Gesetzgebern in aller Welt zusammenarbeiten. Die Rahmenbedingungen müssen auf internationaler Ebene durch ein starkes Klimaabkommen gestärkt werden, genauso wie auf nationaler und regionaler Ebene durch wirksame Gesetze.

Der World Future Council wird in den nächsten Monaten seine Förderung erneuerbarer Energien in den USA und einigen afrikanischen Ländern, seine Politikempfehlungen zur Energieeffizienz sowie zur Rolle von Städten im Kampf gegen den Klimawandel weiter ausbauen. Wir danken allen, die an dieser Arbeit beteiligt sind und die den WFC – auch finanziell – unterstützen. Wir sind abhängig von dieser Unterstützung, um unsere Projekte effektiv durchführen zu können.

Mit besten Grüßen aus Hamburg,
Stefan Schurig
Direktor Klima und Energie

Inhalt
Aktivitäten der Ratsmitglieder >
Top-Termine >
Highlights im Oktober >
Spenden für den WFC >

WFC Ratsmitglied Prof. Dr. Rolf Kreibich:

Klimawandel und der Raubbau an natürlichen Ressourcen gehören zu den Mega-Trends des globalen Wandels. Die Zukunftsforschung kann dazu beitragen, mit diesen Mega-Trends auf langfristige, ganzheitliche Weise umzugehen. Lesen Sie hier den Artikel von Prof. Dr. Rolf Kreibich.
     
    Hier bekommen Sie einen Überblick über die aktuellen Aktivitäten unserer Ratsmitglieder.
 
Top-Termine
„Leben ohne Erdöl“ – Vandana Shiva in Berlin
Vandana Shiva, WFC-Ratsmitglied und Gründerin der Forschungsstiftung für Wissenschaft, Technologie und Ökologie, stellt am 3. November in Berlin ihr neuestes Buch vor. Über „Leben ohne Erdöl” wird sie mit der ehemaligen Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast diskutieren. Die Veranstaltung wird vom Rotpunktverlag in Zusammenarbeit mit Brot für die Welt, der Heinrich-Böll-Stiftung und dem World Future Council organisiert. Details: 3. November, 19.30 Uhr, Heilig-Kreuz-Kirche, Zossener Str. 65, Berlin-Kreuzberg.
Buchvorstellung: Hans-Peter Dürr in Hamburg
WFC Ratsmitglied, Kernphysiker und Philosoph Hans-Peter Dürr stellt am 19. November im Hamburger HafenCity InfoCenter im Kesselhaus sein Buch „Warum es ums Ganze geht“ vor. In diesem Buch betont Dürr, dass ein Paradigmenwechsel nötig sei und beantwortet uralte Fragen: Was wissen wir, was sollten wir tun, und worauf können wir hoffen? Details: 19. November, 19.00 Uhr, HafenCity InfoCenter im Kesselhaus, Am Sandtorkai 30, Hamburg.
Das Super-Netz: Eine realistische Vision für Energiesicherheit und den Ausbau erneuerbarer Energien?
Solaranlage in Spanien
Hochrangige Experten aus Politik, Industrie und Zivilgesellschaft werden sich am 16. und 17. November im französischen Fontainebleau mit dieser Frage auseinandersetzen und die notwendigen Schritte für den Ausbau des europäischen Stromnetzes zu einem Kontinente überspannenden Supergrid als Voraussetzung für mehr erneuerbare Energie diskutieren. WFC Ratsmitglied Nick Dunlop und der Leiter des WFC-EU Büros Dirk Hendricks werden als Podiumsteilnehmer der INSEAD-Veranstaltung die momentane politische und finanzielle Situation in der EU analysieren und Empfehlungen für den Ausbau von erneuerbaren Energien und Stromnetzen geben.
Städte und Klimawandel: Konferenz und Expertenkommission
Herbert Girardet, WFC Mitbegründer
Die WFC Kommission Städte und Klimawandel trifft sich am 19. und 20. November in Hamburg. Hauptthema wird eine Versorgung von Städten mit 100% erneuerbarer Energie sein – ein entsprechender Bericht wird in Kürze veröffentlicht. Die Ergebnisse des Treffens werden am 20. Oktober um 19 Uhr im HafenCity InfoCenter im Kesselhaus der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Kommissionsmitglieder Herbert Girardet (WFC Programmdirektor), Prof. Peter Droege (Asien-Pazifik Leiter des World Council for Renewable Energy) und Henning Thomsen (Gehl Architects, Kopenhagen) diskutieren mit Dr. Michael Beckereit (Geschäftsführer von Hamburg Energie), moderiert von Stefan Schurig, WFC Klima- und Energiedirektor.
Kurz vor dem Kommissionstreffen lädt die Stadt Hamburg als Europäische Umwelthauptstadt 2011 Bürgermeister aus den Großstädten der Welt zur Klimakonferenz ein. Der WFC ist unter anderem vertreten durch Dr. Eric Martinot, Forschungsdirektor am Institut für Nachhaltige Energiepolitik und Mitglied der WFC Städtekommission, und Herbert Girardet.
Ole von Beust, Erster Bürgermeister der Stadt Hamburg: „Angesichts der drohenden Gefahren ist es an der Zeit, dass die Städte noch mehr Verantwortung übernehmen und die Vertragsstaatenkonferenz [in Kopenhagen] zu entschiedenem Handeln drängen.“
Klicken Sie bitte hier, um Informationen über weitere Veranstaltungen zu erhalten. Mehr über den WFC und seine Projekte erfahren Sie auf unserer Website: www.worldfuturecouncil.org
Highlights im Oktober
Förderung von erneuerbaren Energien in Afrika
Prof. Sambo, Nigeria
Nur zehn Prozent der Menschen im Afrika südlich der Sahara haben Zugang zu Strom. Damit sich dies auf nachhaltige Weise ändert, will der World Future Council den Ausbau erneuerbarer Energien in Afrika verstärkt fördern. Bei einem Workshop in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba brachte der WFC Vertreter von Regierungen, Energieversorgern, privaten Unternehmen und NGOs zusammen. Sie erörterten, wie politische und technische Hindernisse für den Ausbau von Energie aus Sonne, Wind und Biomasse überwunden werden können.
Die rund 30 Teilnehmer aus Äthiopien, Nigeria und Südafrika beschlossen dabei die Gründung der African Renewable Energy Alliance (AREA), um sich künftig als Bündnis stärker für eine nachhaltige Energieversorgung einsetzen zu können. Das neue Bündnis wurde bei der International Renewable Energy Conference (IREC), die am 14. Oktober im nigerianischen Abuja stattfand, von vielen Teilnehmern als wichtiger Schritt zu einer besseren Zusammenarbeit bezeichnet.
Ansgar Kiene in Abuja
WFC-Projektmanager Ansgar Kiene sprach dort über „Erneuerbare Energien für eine nachhaltige Entwicklung in Afrika“. Die Konferenz konzentrierte sich auf Möglichkeiten, erneuerbare Energien mithilfe politischer und gesetzlicher Hebel zu fördern. Für den Ausbau der Afrika-Arbeit ist der WFC dringend auf Spenden angewiesen. Um die Afrikanische Union kontinuierlich zu Klima- und Landwirtschaftspolitik zu beraten und die African Renewable Enery Alliance auszubauen. Wenn 100 Spender je 2000 Euro spenden, können wir entscheidend zu einer nachhaltigen Entwicklung Afrikas beitragen.
"A Renewable World": WFC Buchvorstellung im Europäischen Parlament
"A Renewable World" im Europaparlament
Mit Herbert Girardets und Miguel Mendonças Buchvorstellung von „A Renewable World“ startete am 13. Oktober im Europäischen Parlament die neue WFC-Veranstaltungsreihe in Brüssel. Die Europaparlamentarier Rebecca Harms (Grüne) und Vittorio Prodi (Sozialdemokraten) begrüßten zahlreiche Teilnehmer, darunter WFC Ratsmitglied Hafsat Abiola und WFC Berater Anthony Simon.
Mit Beginn der neuen Legislaturperiode hat das Europäische Parlament viel zu tun, um frühere Erfolge wie die Rahmenrichtlinie zur Förderung Erneuerbarer Energien zu sichern und weiter auszubauen. Vor diesem Hintergrund gaben die beiden Autoren einen ausführlichen Überblick über Möglichkeiten zur Eindämmung des Klimawandels mit zahlreichen konkreten Empfehlungen für Entscheidungsträger. In der anschließenden Diskussion, die von der Abgeordneten Sirpa Pietikäinen (Europäische Volkspartei) geleitet wurde, debattierte das Plenum intensiv über vorgestellte Lösungsmöglichkeiten. Eines wurde an diesem Abend immer wieder betont: Um die Auswirkungen des Klimawandels noch abmildern zu können, bedarf es eines schnellen und umfassenden Politikwandels hin zu erneuerbaren Energien. Die technischen Möglichkeiten dazu seien bereits vorhanden. Die größte Herausforderung ist es laut Rebecca Harms und Sirpa Pietikäinen, eine breite öffentliche Unterstützung für erneuerbare Energien im großen Maßstab zu bekommen.
Gesetzlich garantierte gesunde Nahrung für alle
Der Klimawandel bedroht die Nahrungssicherheit weltweit bereits jetzt – Überflutungen und Dürren führen zu Hungerkrisen. Das ist ein Grund, warum eine Milliarde Menschen an Hunger leidet, mehr als jemals zuvor. Innovative Politik kann diesen Trend jedoch stoppen: Die brasilianische Stadt Belo Horizonte hat ein erfolgreiches Programm eingeführt, das innerhalb von zehn Jahren die Kindersterblichkeit um 60% reduziert hat. Dieses Gesetz wurde am 1. Oktober 2009 vom World Future Council mit dem Future Policy Award ausgezeichnet.
Ulrike Höfken, Willibald Meyer
Können deutsche Städte von Belo Horizonte lernen? Diese Frage wurde am 28. Oktober in Hamburg diskutiert. Die Teilnehmer Ulrike Höfken (Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz), Steffen Henssler (TV-Koch), Ute Hausmann (Geschäftsführerin der Menschenrechtsorganisation FIAN Deutschland), Susann Grünwald-Aschenbrenner (Stiftung Mittagskinder) und Willibald Meyer (Bürgermeister von Goldenstedt und Deutschlands Vorreiter beim Schulobstprogramm) waren sich einig, dass der Zugang zu ausreichend gesunder Nahrung für alle Bürger auch in der reichen Stadt Hamburg nicht sichergestellt sei. Verbesserungsvorschläge umfassten unter anderem kostenlose Schulessen nach dem Vorbild von Belo Horizonte. Ein zentrales Ergebnis der Diskussion war, dass Aufklärung über Ernährung unbedingt notwendig ist – und dass die Stigmatisierung benachteiligter Gruppen um jeden Preis vermieden werden sollte.
Was ist das Maß für Fortschritt?
Fast 2000 Delegierte aus über 50 Ländern diskutierten von 27. bis 30. Oktober beim Dritten OECD Weltforums „Statistics, Knowledge and Policy: Charting Progress, Building Visions, Improving Life” im südkoreanischen Busan, mit welchen Maßnahmen Politik das Wohl aller sicherstellen kann. Eine wachsende Bewegung quer durch alle politischen Lager ist sich einig, dass angesichts der heutigen Lage der Welt das Bruttoinlandsprodukt nicht als Maß für Fortschritt genügt.
Das „Global Project“ der OECD traf sich zum dritten Mal und startete eine neue Diskussionsplattform für weltweite Partizipation „von unten“. Nobelpreisträger Joseph Stiglitz präsentierte den Bericht der Kommission zur Messung wirtschaftlichen Fortschritts und sozialer Leistung.
Rae Kwong Chung, Paul Dickinson, Anders Wijkman
WFC-Ratsmitglieder Anders Wijkman und Rae Kwon Chung sowie Dr. Maja Göpel, Leiterin des Bereichs Future Justice, hielten ebenfalls Vorträge. Folgende konkrete politische Zusagen für eine bessere Information von Öffentlichkeit und Entscheidungsträgern wurden getroffen: Bis Ende 2009 soll es einen OECD-Fahrplan geben, die Europäische Kommission verpflichtete sich, bis Ende 2010 Indikatoren zu etablieren, die „für die heutigen Herausforderungen relevant“ sind, außerdem soll der Index menschlicher Entwicklung (Human Development Index) im Jahr 2010 überarbeitet werden.
Hier bekommen Sie mehr Informationen zu bisherigen WFC-Veranstaltungen.
Wie Sie uns unterstützen können
Der World Future Council ist auf die Unterstützung von Partnern und Spendern angewiesen, um seine Arbeit erfolgreich fortsetzen zu können. Wenn Sie unsere Projekte fördern möchten, wenden Sie sich bitte an das Hamburger Generalsekretariat. Hier erfahren Sie mehr dazu.

Wir sind dankbar für jede Spende an:
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Weitere Informationen über den World Future Council, seine Ziele und seine Aktivitäten finden Sie auf unserer Website: www.worldfuturecouncil.org

Kontakt: World Future Council, Postfach 11 01 53, D-20401 Hamburg, Tel.: +49 (0)40-30 70 914-0

Der WFC dankt der Freien und Hansestadt Hamburg, Dr. Michael Otto/Otto GmbH & Co KG, der GLS Bank, der Stiftung Drittes Millennium, der Schweisfurth Stiftung und allen übrigen großzügigen Spendern sehr herzlich für ihre Unterstützung.