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Newsletter - 04/2009
Liebe Leserinnen und Leser, 5. Mai 2009
Städte verursachen weltweit die meisten Treibhausgas-Emmissionen – und sind gleichzeitig die ersten, die unter den Konsequenzen des Klimawandels leiden werden, etwa Stürmen und ansteigenden Meeresspiegeln. Bei ihrem zweiten Treffen vom 16. bis 17. April diskutierte die WFC Expertenkommission "Städte und Klimawandel" mögliche politische Lösungen. Die Kommission hat sich ein klares Ziel gesetzt: Sie will Wege finden, um Städte mit 100% erneuerbaren Energien zu versorgen. Als ersten Schritt stellt sie einen Bericht über Städte zusammen, die schon auf einem guten Weg sind, dieses Ziel zu erreichen.

Dass nachhaltige Stadtentwicklung ein heißes Thema ist, wurde bei einer Podiumsdiskussion im Hamburger Kesselhaus am 17. April deutlich. Über 100 Menschen besuchten die Veranstaltung mit führenden Experten wie den Mitgliedern der WFC-Kommission Prof. Peter Droege und Prof. Dr. Dieter Läpple.

Wie jeden Monat berichtet dieser Newsletter über die aktuellen Aktivitäten des WFC. Ausführlichere Informationen über die Aktivitäten des letzten Jahres finden Sie jetzt im Jahresbericht 2008. Er steht hier auf unserer Website zur Verfügung, die Druckausgabe kann beim Generalsekretariat in Hamburg bestellt werden. Unsere Projektinformationen bieten zusätzliche Informationen über einzelne Projekte.

Mit besten Grüßen von Vorstand und Sekretariat,

Herbert Girardet
Programmdirektor

Inhalt
Aus der Arbeit der Kommissionen >
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Highlights im April >
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Vorgestellt...

Ratsmitglied Marie-Claire Cordonier Segger

Lesen Sie hier mehr über Marie-Claire Cordonier Seggers Engagement im Bereich Zukunftsgerechtigkeit.
Aus der Arbeit der Kommissionen
Zukunftsfähige Finanzsysteme
Am 17. April lud die GLS Bank in Bochum zu einem Kolloquium über zukunftsfähige Finanzsysteme ein. Mehrere Ethik-Banken aus ganz Europa nahmen teil und erfuhren mehr über die WFC-Expertenkommission Zukunftsfähige Finanzsysteme, ihre aktuellen Projekte und Perspektiven. Bei einer Abendveranstaltung stellte sich der WFC den GLS-Kunden vor – mehr als 80 waren gekommen.

Bei der Jahreskonferenz von INAISE, einem Bündnis der weltweit führenden nachhaltigen Banken, stellte der Koordinator der Expertenkommission Stefan Biskamp die Vorschläge der Kommission vor. Viele Bankenvertreter unterstützen den Ansatz des WFC, der sich auf die Abschaffung perverser Anreize im Finanzsystem konzentriert. Dadurch wird Spekulation verringert, ohne Monsterbürokratien zu schaffen, die die Finanzinsdustire kontrollieren. Zur Aufklärung der Kunden sollten Warnungen für spekulative, riskante oder gefährliche Bankprodukte vorgeschrieben werden. Ähnlich wie in der Nahrungsmittel- und Tabakindustrie sollten Produkte transparent eingestuft werden. Nach dem Vorbild des fairen Handels sollten faire Finanzprodukte und Investititonen entsprechend gekennzeichnet werden. Sie können hier Stefan Biskamps Präsentation und hier das Positionspapier von Jakob von Uexküll zu zukunftsfähigen Finanzsystemen lesen (jeweils in englischer Sprache).
Klima und Energie
Das EU-Verbindungsbüro des WFC bereitet derzeit einen Bericht darüber vor, wie die europäischen Stromnetze gestärkt werden können. Warum? Die Europäische Union hat sich selbst das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2020 den Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Energiemix auf 20% zu erhöhen. Doch die derzeitigen Stromnetze sind nicht stark genug für erhöhte Auslastungen.
Eine Antwort ist ein "Supergrid" mit Hochleistungsgleichstrom, das schnell und effizient Elektrizität von den Produktionsgebieten erneuerbarer Energie zu großen Verbrauchergebieten transportieren würde.
Städte und Klimawandel
     
Das zweite Treffen der WFC Expertenkommission Städte und Klimawandel fand vom 16. bis 17. April in Hamburg statt. Die Kommission verabschiedete einen Aktionsplan für nachhaltige Stadtentwicklung. In dem Dokument wird von nationalen und lokalen Behörden ein Fahrplan gefordert, wie die Versorgung mit 100% erneuerbaren Energien erreicht werden kann.
Die Expertenkommission identifizierte zwei Hauptgründe für den langsamen Fortschritt hin zu erneuerbaren Energien:
    Von links: Christian Maaß, Prof. Dr. Dieter Läpple, Stefan Schurig, Prof. Peter Droege , Prof. Herbert Girardet
 
Nationale Regierungen sehen nicht, wie dringend das Thema ist, und lokale Behörden haben nicht die notwendigen Machtbefugnisse, was Energiepolitik betrifft. Daher setzen Städte oft falsche finanzielle Prioritäten. Kommissionsmitglied Nicholas You, Leiter der strategischen Planung bei UN Habitat: "Erneuerbare Energie und Maßnahmen zur Energieeffizienz sind kein Luxus, sondern eine Überlebensstrategie. Die Machtbefugnisse von Städten müssen an die Herausforderungen des Klimawandels angepasst werden." Im Anschluss an das Kommissionstreffen organisierte der WFC eine öffentliche Podiumsdiskussion zu nachhhaltiger Stadtentwicklung im Hamburger Kesselhaus. Prof. Peter Droege (Hochschule Liechtenstein), Prof. Herbert Girardet (WFC-Mitbegründer), Christian Maaß (Hamburger Staatsrat der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt) und Prof. Dr. Dieter Läpple (Berater des Urban Age Network) diskutierten Politikansätze für nachhaltige Stadtentwicklung und Hamburgs potentielle Vorreiterrolle als "grüne Stadt".
Jugend
     
Im Januar war der WFC Mitveranstalter eines internationalen Jugendforums zum Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung. Die Appelle der jungen Leute wurden bei der UNESCO Weltkonferenz in Bonn präsentiert, die vom 31. März bis 2. April stattfand. Am 3. April lud Hamburg als offizielle Stadt der UN Dekade für Bildung für nachhaltige Entwicklung Delegierte der Weltkonferenz ins Hamburger Rathaus ein.
Am Nachmittag stand für die Delegierten eine Hafenrundfahrt mit dem WFC auf dem Programm.
    UNESCO-Delegierte auf Tour mit dem WFC  

Ratsmitglied Hans-Christof Graf von Sponeck, Vorstandsmitglied Alexandra Wandel und Projektmanager Ansgar Kiene stellten an Bord der "MS Senator" die Arbeit des WFC vor.
Ansgar Kiene nahm außerdem an einer Podiumsdikussion zum Klimawandel teil, die von der Stadt Hamburg für junge Leute organisiert wurde. Jugendliche, die sich für ein freiwilliges ökologisches Jahr interessieren, bekamen am 28. März Informationen zu Naturschutz, Meteorologie und sozialen Aspekten des Klimawandels – in Form von Workshops, Vorträgen und Diskussionen.
     
    Hier bekommen Sie einen Überblick über die aktuellen Aktivitäten unserer Ratsmitglieder.
 
Top-Termine
Solarhäuser in Freiburg
15.-16. Mai 2009:
Treffen der Klima- und Energiekommission

Vom 15. bis 16. Mai trifft sich die WFC-Expertenkommission für Klima und Energie in London. Diskutiert werden unter anderem die UN-Klimakonferenz in Kopenhagen, die Förderung erneuerbarer Energien in Afrika und der Zusammenhang zwischen Finanz- und Klimakrise. Die WFC-Vorsitzende Bianca Jagger sowie die Ratsmitglieder C.S Kiang, Tony Colman, Anders Wijkman, Nicholas Dunlop und Kaarin Taipale haben ihre Teilnahme bestätigt.
11.-20. Mai 2009:
Ratsmitglied Frances Moore Lappé auf Lesereise in Deutschland und Österreich

Das sollten Sie nicht verpassen: In sieben deutschen Städten sowie in Salzburg stellt Frances Moore Lappé im Mai ihr neuestes Werk vor. „Packen’s wir an. Klarheit, Kreativität und Mut in einer verrückt gewordenen Welt“ wurde von der „New York Times“ bereits auf die Liste der Werke gesetzt, die der US-Präsident unbedingt lesen sollte. Lesen Sie hier mehr dazu.
17.-22. Mai 2009:
Solar-Entdeckungsreise nach Spanien

Gemeinsam mit der amerikanischen Solarvereinigung SEPA hat der WFC Verantwortliche amerikanischer Versorgungsunternehmen zu einer Solar-Entdeckungsreise nach Spanien eingeladen. Teilnehmer werden die Auswirkungen von Einspeisegesetzen kennenlernen und modernste Solaranlagen besichtigen. Lesen Sie hier mehr dazu.
20.-24. Mai 2009:
WFC beim Deutschen Evangelischen Kirchentag

Der WFC wird beim diesjährigen Deutschen Evangelischen Kirchentag in Bremen an mehreren Veranstaltungen teilnehmen – unter anderem mit den Ratsmitgliedern Vandana Shiva und Marie-Claire Cordonier Segger sowie Ehrenmitglied Ernst-Ulrich von Weizsäcker. 100.000 Besucher werden beim Kirchentag erwartet – sie werden eine Vielzahl an Themen diskutieren, von interreligiösem Dialog bis hin zu bürgerschaftlichem Engagement und globalem Wandel. Lesen Siehier mehr dazu.
Ratsmitglied Vandana Shiva wird bei mehreren Kirchentagsveranstaltungen sprechen
Ratsmitglied C.G. Weeramantry wird am 28. Mai die Hauptrede halten
28.-29. Mai 2009:
WFC bei internationalem Rechtssymposium in Montreal

Das Zentrum für Internationales Recht für nachhaltige Entwicklung (CISDL) wird vom 28. bis 29. Mai ein Rechtssymposium zum Thema Verträge in der Praxis: Nationale Umsetzung von internationalem Recht für Nachhaltige Entwicklung abhalten. WFC Ratsmitglied und Leiterin des CISDL Marie-Claire Cordonier Segger, die WFC Vorsitzende Bianca Jagger, Ratsmitglied C.G. Weeramantry und Projektmanagerin Maja Göpel werden teilnehmen. Der WFC wird am 28. Mai bei einer offiziellen Abendveranstaltung führenden Rechtsexperten die Arbeit der Expertenkommission Zukunftsgerechtigkeit und die neue Website vorstellen.
Klicken Sie bitte hier, um Informationen über weitere Veranstaltungen zu erhalten. Mehr über den WFC und seine Projekte erfahren Sie auf unserer Website: www.worldfuturecouncil.org
Highlights im April
Von links: Botschafter Boomgarden, Abgeordneter Colin Challen, Lord Nick Stern
Globaler Grüner Aufschwung – Vorstellung des neuen Berichts von Lord Stern in der deutschen Botschaft mit Bianca Jagger
Am 30. März war die WFC Vorsitzende Bianca Jagger zur Vorstellung des neuen Berichts von Lord Stern eingeladen, der Empfehlungen an den G20-Gipfel richtet. Der Bericht "In Richtung Globaler Grüner Aufschwung" unterstreicht die Forderungen des WFC: Er fordert, dass ein großer Anteil der globalen Konjunkturpakete den Wandel zu einer weniger von fossilen Brennstoffen abhängigen Wirtschaft fördern sollte – durch grüne Infrastruktur, Forschung und Entwicklung, erneuerbare Energie und Effizienzmaßnahmen.
In ihrer Antwort begrüßte Bianca Jagger die Studie, betonte jedoch, dass die zugrundeliegenden Ziele noch ehrgeiziger sein müssten. Der Bericht steht hier online zur Verfügung.
World Future Council informiert US-Gesetzgeber über Einspeisegesetze
Als Teil seiner US-Arbeit hat der WFC seine Förderung von Einspeisegesetzen in den einzelnen Bundesstaaten verstärkt. Die Gesetze unterstützen den schnellen und kosteneffizienten Ausbau erneuerbarer Energien. Lesen Sie hier mehr über Veranstaltungen in Michigan, Oregon und Washington State. Hier können Sie den Vortrag von Klimareferentin Bianca Barth in Michigan sehen.
Von links: Toby Couture, Dr. Subhendu Guha, Paul Gipe
Internationale Konferenz zu "Sauberen fossilen Brennstoffen"
Am 6. und 7. April nahm WFC Projektmanager Ansgar Kiene an einer Konferenz zu "Sauberen fossilen Brennstoffen" in Abuja (Nigeria) teil.
Auf dem Eröffnungspodium betonte Ansgar Kiene den Bedarf und die Möglichkeiten für erneuerbare Energien in Afrika – und die Tatsache, dass es keine "sauberen" fossilen Brennstoffe gibt.
Förderung erneuerbarer Energien im Libanon
WFC Klima- und Energiedirektor Stefan Schurig sprach am 27. April an der Amerikanischen Universität in Beirut. "Erneuerbare Energie macht ein Land sicherer, weil es unabhängig von anderen wird", so Schurig. Er betonte, dass nicht nur die Energiesicherheit verstärkt werde, wenn in erneuerbare Energie investiert werde – auch mehr Arbeitsplätze und eine gesündere Umwelt könnten damit erreicht werden. Lesen Sie hier einen Artikel über Stefan Schurigs Vortrag in der libanesischen Tageszeitung "Daily Star".
Klicken Sie bitte hier, um Informationen zu bisherigen WFC-Veranstaltungen zu bekommen. Mehr über den WFC und seine Projekte erfahren Sie auf unserer Website: www.worldfuturecouncil.org
Wie Sie uns unterstützen können
Der World Future Council ist auf die Unterstützung von Partnern und Spendern angewiesen, um seine Arbeit erfolgreich fortsetzen zu können. Wenn Sie unsere Projekte fördern möchten, wenden Sie sich bitte an den Direktor Fundraising des World Future Council, Lars Knöpke. Hier erfahren Sie mehr dazu.

Wir sind dankbar für jede Spende an:
World Future Council
GLS Bank
Kontonummer: 200 900 4000
Bankleitzahl: 430 609 67
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Weitere Informationen über den World Future Council, seine Ziele und seine Aktivitäten finden Sie auf unserer Website:
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Kontakt: World Future Council, Postfach 11 01 53, D-20401 Hamburg, Tel.: +49 (0)40-30 70 914-0

Der WFC dankt der Freien und Hansestadt Hamburg, Dr. Michael Otto/otto GmbH and Co. KG, der GLS Bank, der Stiftung Drittes Millennium, der Schweisfurth Stiftung und allen übrigen großzügigen Spendern sehr herzlich für ihre Unterstützung.