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Newsletter - 03/2009 |
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Liebe Leserinnen und Leser,
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2. April 2009
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wir brauchen eine Wirtschafts- und Finanzordnung, die in einem Verständnis natürlicher Grenzen und in Ehrfurcht für das Leben gründet. Unsere Volkswirtschaften müssen die Bemühungen für globale Gerechtigkeit, den Kampf gegen den Klimawandel und das Ende der Ressourcenverschwendung unterstützen, nicht behindern.
Das ist keine Utopie! Beim ersten Treffen der WFC-Expertenkommission für zukunftsfähige Finanzsysteme und Wirtschaft (27.-30. März) in Ägypten wurden konkrete Schritte und Politikvorschläge erarbeitet. Neue Gesetze zur Regulierung von Finanzspekulation sind zum Beispiel zeitaufwendig und komplex. Stattdessen können spekulative Finanzprodukte, die nicht von einer Aufsichtsbehörde genehmigt wurden, einfach in einen rechtsfreien Raum gestellt werden. Sie sind dann gerichtlich nicht einklagbar. Das verschiebt die Beweislast.
Das Unternehmensrecht kann ebenfalls schnell reformiert werden. Der WFC wird parlamentarische Anhörungen zu einer neuen Unternehmens- und Aktionärsgesetzgebung organisieren. Diese würde Unternehmen unter anderem dazu verpflichten, für die Ausbeutung natürlichen und sozialen Kapitals, die von ihren Aktivitäten verursacht wird, Rechenschaft abzulegen. Gesetze, die Rechte und Privilegien von Unternehmen wie eine beschränkte Haftung mit Pflichten und Verantwortlichkeiten verbinden, haben in vielen Ländern existiert und könnten leicht wieder eingeführt werden. Außerdem sollten sich Gehaltserhöhungen für das Top-Management für alle Mitarbeiter widerspiegeln, da der Unternehmenserfolg nie nur vom Geschäftsführer abhängt. Die Lücke zwischen den am höchsten und den am niedrigsten bezahlten Angestellten sollte auf das Niveau von vor der Spekulationsblase reduziert werden, also etwa 25 zu 1.
Organisationen, die den Finanzsektor überwachen und vom Steuerzahler gerettete Vermögenswerte und Institutionen managen sollen, müssen der Öffentlichkeit gegenüber rechenschaftspflichtig sein. Die Mehrheit ihrer Aufsichtsräte sollte daher von Parlamenten, der Zivilgesellschaft und dem produzierenden Wirtschaftssektor nominiert werden.
Solche Reformen sind entscheidend dafür, wieder Vertrauen und Glauben in die Wirtschaft aufzubauen – der Mangel daran macht den Kern der derzeitigen Krise aus.
Mit besten Grüßen von Vorstand und Sekretariat,
Jakob von Uexküll Vorstandvorsitzender
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Vorgestellt...
Ratsmitglied Dr. Scilla Elworthy
Dr. Scilla Elworthy gründete 1982 die Oxford Research Group und ist sehr aktiv in der Friedensarbeit und Konfliktvermeidung.
Klicken Sie hier, um Dr. Scilla Elworthys Bericht über ihre Arbeit zu lesen.
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Aus der Arbeit der Kommissionen
Zukunftsfähige Finanzsysteme
Kommissionstreffen für Zukunftsfähige Finanzsysteme und Wirtschaft in SEKEM
Vielseitig, inspirierend und mit zahlreichen konkreten Politikvorschlägen – das erste Treffen der WFC Expertenkommissionen für Zukunftsfähige Finanzsysteme und Wirtschaft vom 27. bis 30. März war ein voller Erfolg. WFC-Ratsmitglied Ibrahim Abouleish war Gastgeber des Treffens in SEKEM bei Kairo. Unter den 13 Teilnehmern waren Ratsmitglieder Frances Moore-Lappé und Olivier Giscard d´Estaing, Beiratsmitglied Margrit Kennedy und WFC-Gründer Jakob von Uexküll. Leider nicht teilnehmen konnten die Ratsmitglieder Riane Eisler, Prabhu Guptara und Chico Whitaker, die sich aber in die weitere Arbeit der Kommission einbringen werden.
Zunächst wurden die Grundlagen eines zukünftigen Finanzsystems und einer lebendigen Wirtschaft diskutiert, die den Menschen und dem Planeten dienen sollen. Es ging darum, wie neue Maßstäbe für menschliches Wohlbefinden eine wirtschaftliche Wende auslösen können und welche Formulierung angemessen ist, um diesen Wandel zu fördern.
Im zweiten Teil des Treffens führten Diskussionen zur Rolle von Komplementärwährungen und einer neuen Besteuerung auf Basis des Verbrauchs an natürlichen Ressourcen zu einer Reihe von konkreten Politikempfehlungen, um Spekulation einzuschränken und die Dominanz des Finanzwesens zu brechen. Helmy Abouleish, der Geschäftsführer der SEKEM Holding, organisierte ein Abendessen mit der ägyptischen Junior Business Association. Mehr als 30 Unternehmer diskutierten mit Ratsmitgliedern und externen Experten Trends zu zukunftsfähigen Finanzsystemen, Währungspolitik und nachhaltiger Wirtschaft.
Die Kommission kam mit vielen neuen Ideen nach Hause, wie man das Finanzsystem reformieren kann – und der Einsicht, dass SEKEM der beste Platz ist, um nachhaltige Wirtschaft zu entwickeln.
Jakob von Uexküll, Margrit Kennedy, Ibrahim Abouleish und Frances Moore-Lappé beim Kommissionstreffen in SEKEM
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Notizen aus dem Rat
Prof. Dr. Hans-Peter Dürr, WFC Ratsmitglied:
Ein Informationsnetzwerk für die Zukunft
Ich bin zur Zeit in mehreren Arbeitsbereichen involviert, die von besonderem Interesse für den World Future Council sind. Eine dieser Initiativen, vom Global Challenges Network aus München, strebt ein Informationsnetzwerk an: das WorkNet:Future (WNf), das die Funktion eines "Transmissionsriemens" besitzt zwischen top-down Organisationen wie dem World Future Council und den vielen bottom-up Organisationen und Gruppen der Zivilgesellschaft, die in den letzten zwei Jahrzehnten schon so hervorragend gute und konkrete Arbeit in der Bearbeitung praktisch aller Probleme, wie sie auch der WFC in seinen 24 Beispielen aufzählt, geleistet haben.
Um nicht in Konkurrenz mit diesen Gruppen zu geraten, halte ich es für den WFC bei seinem Engagement und Zielen sehr wichtig und psychologisch angemessen, so viel wie möglich auf diese Vorarbeit wie auf einen fruchtbaren Humus zurück zu greifen. Für Kooperation besteht ja überall große Bereitschaft. Aufgrund der Vielfalt und Fülle der verschiedenen Gruppen ist es jedoch sehr schwierig, sich einen guten Überblick zu verschaffen, was eigentlich an tiefen Einsichten und guten Vorschlägen für die Lösung bestimmter Probleme existiert und bei wem und wo und mit welcher Qualität diese etabliert sind. Es ist deshalb dringend nötig, diese Gruppen im Internet geeignet zu repräsentieren und dies auf eine Art und Weise, dass Information auf vielfältige Weise abgerufen werden kann, um die vielen Fragen, die einerseits von "Oben", als auch vermehrt und in ganz anderer Form von "Unten" gestellt werden, zielführend zu beantworten. Das Netzwerk sollte auf einfache und klare Weise Antworten auf Fragen über engagierte Gruppen und deren mögliche Hilfestellungen geben können. Die Bedingungen, unter denen Interessenten im WorkNet:future zugelassen werden, sollen großzügig gehandhabt werden, sich jedoch am Wertesystem orientieren, das auch beim WFC gilt. Interessenten sollten nicht nur die Präambel der Vereinten Nationen anerkennen, sondern darüber hinaus, in Übereinstimmung mit dem Paradigma des Lebendigen, Forderungen der Erd Charta berücksichtigen. Die Struktur des Netzwerkes ist "horizontal" (wie von WFC-Ratsmitglied Chico Whitaker betont) im Gegensatz zur hierarchischen Struktur einer üblichen Dachorganisation.
Es gibt schon viele Anfragen von Gruppen, die beitreten wollen. Die offizielle Öffnung soll in allernächster Zukunft erfolgen, wenn auch die finanziellen Bedingungen erfüllt sind. Klicken Sie hier für weitere Informationen über das WorkNet:future und hier für eine Vor-Einsicht in die Datenbank.
Hans-Peter Dürr ist WFC Ratsmitglied, Kernphysiker und Philosoph.
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Weitere Informationen über die Aktivitäten der WFC Ratsmitglieder finden Sie hier.
Top-Termine
WFC Ratsmitglied Graf Sponeck, ehemaliger stellvertretender UN-Generalsekretär |
3. April 2009: UNESCO-Delegierte mit dem WFC auf Bootsfahrt Hamburg als offizielle Stadt der UN Dekade für Bildung für nachhaltige Entwicklung hat Delegierte der UNESCO Weltkonferenz, die vom 31. März bis zum 2. April in Bonn stattfindet, ins Hamburger Rathaus eingeladen. Am 3. April können Teilnehmer der Weltkonferenz Mitglieder der Initiative "Hamburg lernt Nachhaltigkeit" treffen. Am Nachmittag steht eine Hafenrundfahrt mit dem WFC auf dem Programm. Ratsmitglied Hans-Christof Graf von Sponeck, Vorstandsmitglied Alexandra Wandel und Projektmanager Ansgar Kiene stellen die Arbeit des WFC vor.
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17. April 2009: Nachhaltige Städte – wie Städte den Klimawandel bekämpfen können Der World Future Council und die Hamburger HafenCity Universität laden am 17. April zu einer Podiumsdiskussion in Hamburg ein. Prof. Peter Droege (Hochschule Liechtenstein), Prof. Herbert Girardet (WFC-Mitbegründer), Christian Maaß (Hamburger Staatsrat der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt) und Prof. Dr. Dieter Läpple (Berater des Urban Age Network) diskutieren politische Lösungsansätze für nachhaltige Stadtentwicklung und Hamburgs potentielle Vorreiterrolle. Die Einladung zur Podiumsdiskussion finden Sie hier. Die Veranstaltung findet während des zweiten Treffens der WFC-Expertenkommission für Städte und Klimawandel statt.
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Die Expertenkommission Städte und Klimawandel
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Klicken Sie bitte hier, um Informationen über weitere Veranstaltungen zu erhalten. Mehr über den WFC und seine Projekte erfahren Sie auf unserer Website: www.worldfuturecouncil.org
Highlights im März
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Klimawandel und Zugang zu Energie – Parlamentarische Anhörung in Guyana Der WFC war zu einer Anhörung für Parlamentarier aus der Karibik eingeladen, die e-Parliament in Georgetown, Guyana organisierte. WFC Klima- und Energiedirektor Stefan Schurig stellte Politikinstrumente vor, die privates Investment in erneuerbare Energie fördern – wie zum Beispiel Einspeisegesetze.
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Die Karibikregion leidet bereits jetzt unter den Folgen des Klimawandels. Gleichzeitig hat sie ein großes Potential für erneuerbare Energie. Das kam auch durch die Teilnehmer zum Ausdruck: Parlamentarier, Experten und Wirtschaftsvertreter aus elf Karibikländern, unter ihnen sowohl Guyanas Premierminister Sam Hinds als auch Präsident Bharrat Jagdeo. In einer gemeinsamen Erklärung vereinbarten die Parlamentarier, dass die Karibikländer Aktionspläne für erneuerbare Energie erstellen, Lösungen für das Problem des ansteigenden Meeresspiegels finden und Einspeisegesetze schaffen sollten.
Neun WFC-Mitglieder für Klima-Preis nominiert! 111 „Klima-Freunde“ hat das KLIMA-MAGAZIN im März für seinen erstmals ausgelobten Internationalen Klima-Award nominiert. Und gleich neun der Nominierten gehören dem World Future Council an. Auf der Shortlist stehen die beiden Gründer Jakob von Uexküll und Herbert Girardet, die Ratsmitglieder Bianca Jagger, Frances Moore-Lappé, Vandana Shiva, Tim Flannery und Hermann Scheer sowie die Ehrenmitglieder Dr. Michael Otto und Ernst Ulrich von Weizsäcker. Abgestimmt werden kann hier bis Ende Mai. Der „Klima-Freund 2009“ wird im Herbst in Hamburg ausgezeichnet.
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Wirkung erzielen: Wie der WFC weltweit Einspeisegesetze fördert Um das Klimachaos abzuwenden, ist ein konsequentes Umsteigen auf erneuerbare Energien unabdingbar. Das Instrument, mit dem die Energiewende am effektivsten beschleunigt werden kann, sind Einspeisegesetze. Klicken Sie hier, um mehr über die Erfolge des World Future Council bei der weltweiten Verbreitung von Einspeisegesetzen zu erfahren.
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Nachhaltige Städte: “Earth Matters” in Mumbai Herbert Girardet hielt bei der 361/Earth Matters-Konferenz in Mumbai einen Vortrag zu den Herausforderungen für städtische Nachhaltigkeit in Zeiten des Klimawandels. Vor 800 Stadtplanern, Architekten und Umweltschützern, hauptsächlich aus Indien, betonte er, dass weltweit Ideen für gute Politikmaßnahmen ausgetauscht werden müssten. Die Urbanisierung Indiens und Asiens ist geprägt von einem beispiellosen Vebrauch an fossilen Brennstoffen. Während schmelzende Gletscher und ansteigende Meeresspiegel Indien bedrohen, wird Indiens ganze kreative Energie gebraucht, um Strategien für die Schadensminderung und Anpassung zu finden und umzusetzen. Der WFC wird sein Bestes tun, um dabei zu helfen.
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WFC beim Bundeskongress der Zentrale für politische Bildung Beim 11. Bundeskongress für politische Bildung in Halle zum Thema Entgrenzungen. Gesellschaftlicher Wandel in Vergangenheit und Gegenwart nahmen WFC Ratsmitglied Hans-Christof Graf von Sponeck und Vorstandsmitglied Alexandra Wandel an einer Podiumsdiskussion über "Visionen des globalen Zusammenlebens im 21. Jahrhundert" teil. Vor 400 Zuhörern präsentierte von Sponeck die Perspektive der Vereinten Nationen als lebendige und wichtige Organisation des 21. Jahrhunderts, während Wandel die moralische Verantwortung gegenwärtiger Generationen unterstrich, Lösungen im Interesse zukünftiger Generationen voranzubringen. Sie können Graf Sponecks Thesenpapier hier and Alexandra Wandels Papier hier lesen.
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WFC fordert Nahrungsmittelsicherheit für alle – heute und in Zukunft Bei einem Symposium der Interessengemeinschaft FÜR gesunde Lebensmittel (IG FÜR) zum Thema "Werden gute Lebensmittel knapp?" wurden Fragen rund um Nahrungsmittelsicherheit, fairen Handel und Globalisierung diskutiert. WFC Projektmanagerin Dr. Maja Göpel stellte das WFC-Konzept zur Nahrungsmittelsicherheit vor – ihre Präsentation können Sie hier sehen. Das zentrale Ergebnis des Symposiums war, dass die Ernährungs-, Finanz- und Klimakrise nur mit einem ganzheitlichen Ansatz angegangen werden können.
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Wie Sie uns unterstützen können
Der World Future Council ist auf die Unterstützung von Partnern und Spendern angewiesen, um seine Arbeit erfolgreich fortsetzen zu können. Wenn Sie unsere Projekte fördern möchten, wenden Sie sich bitte an den Direktor Fundraising des World Future Council, Lars Knöpke. Hier erfahren Sie mehr dazu.
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Der WFC dankt der Freien und Hansestadt Hamburg, Dr. Michael Otto/otto GmbH and Co. KG, der GLS Bank, der Stiftung Drittes Millennium, der Schweisfurth Stiftung und allen übrigen großzügigen Spendern sehr herzlich für ihre Unterstützung.
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