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Newsletter - 07/2008
Liebe Leserinnen und Leser, 01.12.2008
Den Ruf des jüngsten G20-Gipfels in Washington nach einem stärker multilateralen, vernünftigeren und verantwortungsbewussteren Finanzsystem kann man nur begrüßen. Dass aber nach wie vor ein kontinuierliches globales Wirtschaftswachstum ungeachtet der ökologischen Konsequenzen angestrebt wird, muss nachdrücklich kritisiert werden. Globales Wachstum kann auf einem begrenzten Planeten nicht unbegrenzt weitergehen. Die Menschheit überzieht heute bereits die regenerativen Kapazitäten der Erde um 30 Prozent.
Die dringendste Aufgabe ist aktuell die Bekämpfung der weltweiten Armut und die Aussöhnung der menschlichen Entwicklung mit unserem Gastplaneten. Geldströme müssen umgelenkt werden, um die Wiederherstellung von Ökosystemen und eine weltweite erneuerbare Energierevolution zu finanzieren. Dies wäre die Grundlage für neue Entwicklungschancen, insbesondere für die ärmsten Länder.
Wir brauchen heute kühnere und ganzheitlichere Visionen als sie in den Stellungnahmen des G20-Gipfels zum Ausdruck kommen. Die aktuelle Finanzkrise verblasst im Vergleich zur globalen Klimakrise, dem Ergebnis eines auf fossilen Energieträgern beruhenden Wirtschaftswachstums. Angesichts schmelzender Gletscher und der drohenden Konsequenzen noch nie dagewesenen Ausmaßes, die hunderte von Millionen Menschen zu Klimaflüchtlingen machen können, sind nachhaltige Wirtschafts- und Finanzmodelle eine dringende Notwendigkeit. Der WFC appelliert an die politischen Führer der Welt einschließlich des neu gewählten US-Präsidenten, auf dem nächsten G20-Gipfel im April 2009 ganzheitlicheren langfristigeren Perspektiven Raum zu geben und sich ihrer Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen zu stellen.

Mit besten Grüßen von Vorstand, Exekutivkomittee und Sekretariat,

Herbert Girardet
Programmdirektor des World Future Council

Inhalt
Aus der Arbeit der Kommissionen >
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Vorgestellt...

Ibrahim Abouleish
Es war ein guter Monat für Dr. Ibrahim Abouleish, den Gründer von Sekem, Ägyptens erstem Produzenten von Bio-Lebensmitteln und Textilien aus ökologischem Anbau.
Lesen Sie hier mehr über Ibrahim Abouleish und seine Aktivitäten.

     
Aus der Arbeit der Kommissionen
Klima und Energie
15.-16. November: Parlamentarische Anhörung in Trinidad & Tobago – WFC schlägt Klima-Ausgleichsfonds für Inselstaaten vor
Die fünfte vom WFC und e-Parliament gemeinsam veranstaltete Parlamentarische Anhörung befasste sich dieses Jahr mit dem Thema Erneuerbare Energien für afrikanische Länder und kleine Inselstaaten.
Der WFC-Direktor für Klima & Energie Stefan Schurig präsentierte zentrale Fakten zur Einführung von Einspeisetarifen und illustrierte diese anhand praktischer Erfahrungen aus Europa und Mauritius. Er schlug vor, entsprechende Programme in kleinen Inselstaaten aus einem von den Industrieländern gespeisten Fonds zu finanzieren, da diese weitgehend für den Klimawandel verantwortlich seien.
Lesen Sie hier mehr.
Future Justice
1.-2. November 2008:
WFC-Workshop in Den Haag definiert Verbrechen gegen zukünftige Generationen

Der WFC hatte Richter des Internationalen Gerichtshofs und des Internationalen Strafgerichtshofs zu einem gemeinsamen Expertenworkshop mit Fachleuten des WFC am 1. November nach Den Haag in die Niederlande eingeladen. Thema des Workshops waren die Ergebnisse intensiver juristischer Studien zur Definition von Verbrechen gegen zukünftige Generationen und deren mögliche Verurteilung nach geltendem Völkerrecht.
Lesen Sie hier mehr dazu.
Future Justice Expertenkommission
    Neues von den Ratsmitgliedern
Exekutivausschussmitglied Vandana Shiva: Wasser ist unbezahlbar

Seit dem letzten Jahr ist der Marktwert der Firma Lehman Brothers von 38,4 auf 5 Mrd. $ gesunken, der von Merrill Lynch von 71,9 auf 33,1 Mrd. $ und der von Morgan Stanley von 70,2 auf 43 Mrd. $. Lehmann Brothers ist inzwischen ganz vom Markt verschwunden.

Es gibt in einer sprunghaften Veränderungen ausgesetzten, von Gier und Profitstreben getriebenen Welt ohne soziale Regulierungsmechanismen offenbar keinen verlässlichen „Marktpreis“.

Der Gedanke, die Bewirtschaftung, Förderung und Verteilung einer knappen aber lebenswichtigen Ressource wie Wasser dem Markt zu überlassen, ist ebenso absurd wie unverantwortlich. Alle Kulturen haben Wasser stets als die Grundlage des Lebens betrachtet. Wenn Wasser aber zum Spielball des Marktes wird, dann kann es wie jede andere Handelsware auch zu willkürlich festgelegten Preisen gekauft und verkauft werden, die jeder Form von Spekulation ausgesetzt sind.

Wenn man den sozialen und ökologischen Wert des Wassers ignoriert und der Markt bestimmt, wohin das Wasser fließt, dann werden die Gesetze der Schwerkraft außer Kraft gesetzt. Dann fließt das Wasser nur noch nach oben, wo das meiste Geld ist, von den Armen zu den Reichen, von der Landwirtschaft zur Industrie, vom Land in die Stadt. Der Wassermarkt zieht das Wasser dort ab, wo es gebraucht wird, und schafft es dorthin, wo die nötige Kaufkraft für diese Handelsware sitzt: in die Großstädte, die Industrie und die industrialisierte Landwirtschaft.

Eine so knappe und wertvolle Ressource wie Wasser kann nur auf Grundlage von Ressourcenerhaltung und Gerechtigkeit und in dem Bewusstsein bewirtschaftet werden, das Wasser die Quelle allen Lebens ist. Wasser ist unbezahlbar.
Weitere Informationen über die Aktivitäten der WFC-Ratsmitglieder finden Sie hier.
 
Die WFC-Top-Termine der nächsten Wochen
Der WFC konzentriert sich in diesem Monat auf zwei wichtige Ereignisse: Die Eröffnung des WFC-Büros in Brüssel und die UN-Klimakonferenz im polnischen Poznan. Beide Veranstaltungen bieten Chancen, die öffentliche Meinung von der Notwendigkeit eines Entwicklungssprungs beim Einsatz erneuerbarer Energien zu überzeugen und Entscheidungsträgern die praktischen Erfahrungen und Werkzeuge vorzustellen, die sie brauchen, um die gesetzlichen Grundlagen für diesen Sprung zu schaffen.
1.-12. Dezember 2008:
UN-Klimakonferenz in Poznan: WFC fordert ökologische Wirtschaft

Im Gastland Polen beraten die Vereinten Nationen über ein Klimaschutzabkommen für die Zeit nach dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls ab 2012. Eine Delegation des WFC, unter anderem mit Programmdirektor Herbert Girardet wird dort die Position des WFC zur Klimagerechtigkeit vertreten. Außerdem organisiert der WFC eine Begleitveranstaltung zum Thema ökologische Wirtschaft und tritt neben e-Parliament als Mitveranstalter einer nach Abschluss der Konferenz geplanten parlamentarischen Anhörung zu erneuerbaren Energien auf.
Lesen Sie mehr dazu hier.
2. Dezember 2008:
Eröffnung des WFC-Büros in Brüssel – Da sein, wo die Entscheidungen fallen

WFC-Gründer Jakob von Uexküll und der Direktor des EU-Verbindungsbüros in Brüssel Dirk Hendricks werden als Gastgeber fungieren, wenn die Eröffnung des WFC-Büros am 2. Dezember ab 18:00 Uhr mit einem Empfang im parlamentarischen Salon des EU-Parlamentsgebäudes feierlich begangen wird. Erwartet werden über 100 Gäste, darunter Euro-Parlamentarier, Mitglieder der Kommission, Vertreter von Regierungen und Initiativen sowie Unterstützer des WFC. Ein Thema an diesem Abend werden die Verhandlungen über das Klima- und Energiepaket auf dem EU-Gipfel am 11. und 12. Dezember sein.
23.-25. Januar 2009:
Visionen, Werte und Aktionen: Der WFC als Mitveranstalter des Internationalen Jugendforums zur Vorbereitung UNESCO-Weltkonferenz „Bildung für nachhaltige Entwicklung“

Rund 160 junge Menschen aus aller Welt werden an einem Vorbereitungstreffen für die UNESCO-Weltkonferenz Bildung für nachhaltige Entwicklung im Januar teilnehmen. Der auf alternative Entwicklung spezialisierte Wirtschaftswissenschaftler Manfred Max-Neef, die Bürgerrechtsaktivistin und gewählte Abgeordnete Cyd Ho aus Hongkong, die Konfliktforscherin Rama Mani, der Kernphysiker und Philosoph Prof. Hans-Peter Dürr sowie der Zukunftsforscher Prof. Rolf Kreibich, alle vier WFC-Ratsmitglieder, werden auf diesem Forum Diskussionen leiten und die Fragen der Teilnehmer beantworten. Die Spanne der Themen reicht von ethischen Fragen über Nachhaltigkeit und zukünftige Konflikte bis zur Zukunftsgerechtigkeit. Mehr Informationen finden Sie hier.
Klicken Sie bitte hier, um Informationen über weitere Veranstaltungen zu erhalten. Mehr über den WFC und seine Projekte erfahren Sie auf unserer Website: www.worldfuturecouncil.org
Highlights vom November
Die WFC-Ratsmitglieder haben drei neue Mitglieder in den Exekutivausschuss gewählt, um ausgeschiedene Mitglieder zu ersetzen. Neben der Vorsitzenden Bianca Jagger und Vandana Shiva werden in den nächsten drei Jahren folgende Ratsmitglieder diesem fünfköpfigen Gremium angehören, das die Arbeitsprogramme und Aktivitäten des WFC vorbereitet: Der Stiftungspräsident der Nuclear Age Peace Foundation David Krieger als stellvertretender Vorsitzender, die Bürgerrechtsaktivistin und gewählte Abgeordnete aus Hongkong Cyd Ho und MDB Hermann Scheer, der Gründer von Eurosolar.
Axel Bree
11.-12. November 2008:
Der WFC auf dem EU-Workshop Erneuerbare Energien in Prag

WFC Referent für Klima & Energie Axel Bree hat auf einem Workshop der Europäischen Kommission für die neuen EU-Mitglieds- und Bewerberstaaten die verschiedenen Optionen für die Ausgestaltung von Einspeisetarifen vorgestellt.
Lesen Sie mehr dazu hier.
13. November 2008:
WFC und Umweltschutzverbände feiern Erfolg im neuen britischen Energiegesetz – Bianca Jagger und Herbert Girardet machen sich als Podiumsteilnehmer in London für das Konzept grüner Städte stark

Die Verfechter erneuerbarer Energien in Großbritannien, vom WFC über Friends of the Earth bis Greenpeace, haben Grund zum Feiern: Sie haben es geschafft, wichtige Kernelemente für die Einführung von Einspeisetarifen in dem neuen britischen Energiegesetz zu verankern. Über das Feiern versäumt der WFC allerdings nicht, sich weiter mit Nachdruck für nachhaltige Konzepte der Stadtentwicklung einzusetzen.
Mehr dazu finden Sie hier.
Von links nach rechts: Bianca Jagger, Herr Jacometti (Shell), Herbert Girardet, Herr Goss (Siemens)
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Kontakt: World Future Council, Postfach 11 01 53, D-20401 Hamburg, Tel.: +49 (0)40-30 70 914-0

Der WFC dankt der Freien und Hansestadt Hamburg, Dr. Michael Otto/otto GmbH and Co. KG und allen übrigen großzügigen Spendern sehr herzlich für ihre Unterstützung.