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Newsletter - 05/2008
Liebe Leserinnen und Leser, 6. Oktober 2008
die weltweite Finanzkrise zeigt mehr als deutlich, welche Schwächen die derzeitige Weltwirtschaftsordnung aufweist – und wie groß die Herausforderungen sind, sie zu beheben. In einer Welt der wachsenden Unsicherheit und Ungerechtigkeit und angesichts der Klimakatastrophe und der zur Neige gehenden Ölreserven brauchen wir ein Wirtschaftssystem, das nicht auf globaler Gier beruht, sondern auf Kooperation und dem gerechten Zugang zu Ressourcen. Denn wie Ratsmitglied Stephen Marglin in seinem neuen Buch betont: ökonomisches Denken zerstört das Gemeinwesen!

Die aktuelle Krise zeigt, dass wir es uns nicht länger leisten können, die Wirtschaft den Wirtschaftsexperten zu überlassen! Nur die Spitze des Eisberges sind die sogenannten „Finanzexperten“, die ihre eigenen Produkte selbst nicht verstehen. Weit gefährlicher sind die Liberalisierungsverfechter, die die Plünderung der weltweiten Ressourcen und die Zerstörung von Lebensräumen damit rechtfertigen, dass „der Markt“ angeblich alle Probleme löst.

Die meisten Ökonomen sind Ideologen im Dienste der Macht. „Freie Märkte“ gibt es nicht und hat es auch nie gegeben. Auch der liberalisierteste Markt hängt von staatlichen Regeln und Gesetzeswerken ab, ohne die kein Anleger jemals einen Cent investieren würde. Wenn die sogenannten „Global Players“ sich nicht auf staatlich garantierte Haftungsbeschränkungen verlassen könnten, würden sie mit dem Geld anderer Leute vorsichtiger umgehen.

Viele Kritiker glauben, die Deregulierung sei der Grund allen Übels. Doch der globalisierte Markt hat eigentlich mehr Regeln als zuvor, sonst würde er nicht funktionieren. Werfen Sie nur mal einen Blick auf die Vereinbarungen der Welthandelsorganisation (WTO) mit all ihren Bestimmungen, die tausende von Seiten füllen! Sogenannte Steuerparadiese würden ohne gesetzliche Garantien, dass dortige Verträge überall durchsetzbar sind, nicht funktionieren. Länder ohne Staat ziehen die Anleger nicht an – sonst würde Somalias Wirtschaft blühen! Wir brauchen nicht mehr Regeln – sondern Regeln, die den Menschen und seine Umwelt an die erste Stelle setzen, und nicht den Profit um jeden Preis.

Der WFC wird daher noch in diesem Jahr eine Future Finance Commission berufen. Wie die anderen Kommissionen wird sie aus internen und externen Experten bestehen und geeignete Ansätze entwickeln, um die globalen Finanz-, Geld- und Steuersysteme zu reformieren. In diesem Monat wird sich außerdem die WFC Expertenkommission für Städte und Klimawandel zum ersten Mal in Hamburg versammeln.

Im September haben ein ausverkauftes Benefizkonzert für den WFC in Berlin und die WFC-Ausstellung „Corridor of Hope“ im Hamburger Planetarium gezeigt, wie sehr die Öffentlichkeit die Arbeit des WFC für bessere Politiken für eine bessere Welt bestärkt. Wir möchten uns bei all denjenigen bedanken, die den WFC auf diese oder andere Weise unterstützt haben und weiterhin unterstützen werden!

Herzliche Grüße von Vorstand, Exekutivkomittee und Sekretariat

Jakob von Uexküll
Gründer des WFC

Inhalt
Aus der Arbeit der Kommissionen >
Neues von den Ratsmitgliedern >
Top-Termine >
September-Highlights >
Spenden für den WFC >
Medienberichte >

Vorgestellt...

Kaarin Taipale, Experten-
kommission für Städte und Klimawandel

WFC-Ratsmitglied Kaarin Taipale aus Finnland ist Expertin auf dem Gebiet nachhaltiger Städteentwicklung und zurzeit Gastprofessorin am Urban Laboratory der Chalmers University of Technology in Göteborg in Schweden. Sie ist zudem Vorsitzende und Koordinatorin der von der UNO angeregten Marrakesch-
Arbeitsgruppe für nachhaltige Gebäude und Baukonstruktionen.

Hier können Sie mehr über Kaarin Taipales derzeitige Tätigkeiten erfahren.

     
Aus der Arbeit der Kommissionen
Städte und Klimawandel
Das Hauptziel der neuen WFC-Kommission für Städte, Landwirtschaft und Klimawandel liegt darin, ein besseres Verständnis moderner Städte für ihre Produktions-, Verbrauchs-, Transport- und Abfallwirtschaftssysteme vor dem Hintergrund des Klimawandels zu erzielen. Es gibt mehrere Technologien und politische Maßnahmen, die dazu beitragen, die Auswirkungen von Städten auf die Umwelt und Atmosphäre der Erde zu verringern. Die Hauptaufgabe der Kommission ist nun, diese Chancen zu ergreifen und somit die besten Methoden aus der ganzen Welt anzuwenden und die bestmögliche Umsetzung zu diskutieren.
Klicken Sie hier, um Weiteres über unsere Arbeit im Bereich Klima und Energie zu erfahren.
Future Justice
Die Expertenkommission Future Justice hat beschlossen, eine jährliche Auszeichnung für Zukunftsgerechtigkeit einzuführen. Diese Auszeichnung wird Einzelpersonen bzw. Institutionen verliehen, die politische Maßnahmen vom Klimaschutz bis zu sozialer Gerechtigkeit erfolgreich umgesetzt haben, um gute Lebensbedingungen für zukünftige Generationen zu sichern.
Angesichts der sich verschlechternden internationalen Ernährungslage wird der erste Future Justice Award sich auf politische Maßnahmen konzentrieren, die gerechte und nachhaltige Ernährungssysteme auf regionaler, nationaler und globaler Ebene begünstigen. Die Auszeichnung wird auf einem Benefiz-Galadinner am 14. Mai 2009 während der Jahresversammlung des World Future Council verliehen.
    Neues von den Ratsmitgliedern
Prof. Prabhu Guptara,
Schweiz:
Die Götter haben versagt


Das Scheitern der beiden größten Versicherungsunternehmen, der beiden größten Hypothekenbanken und drei der fünf größten Investitionsbanken – all dies innerhalb der letzten Wochen! – bedeutet, dass wir uns entweder in einer Rezession ähnlich der zu Beginn der Weltwirtschaftskrise befinden oder zumindest zweifellos kurz davor.
Viele Menschen (auch ich) versuchen seit einigen Jahren, Lösungen für die anhaltende Instabilität des globalen Finanzwesens vorzustellen. Doch niemand ist so taub wie diejenigen, die nicht zuhören wollen! Regulierungsbehörden waren sogar bemüht, die Umsetzung der wenigen bestehenden Schutzmaßnahmen zu vermeiden! Im Westen verloren zehntausende Menschen vollkommen unnötig ihre Arbeitsplätze und weitere Zehntausende verloren ihr Zuhause, während mehr als 100 Millionen Menschen in der ganzen Welt der Armut anheim fielen.
Sogar nach einem so spektakulären Scheitern beharren einige Menschen auf ihr blindes Vertrauen in den Markt – oder in Regulierung – oder nun in verstärkte Liquidität – welcher, falls er überhaupt funktioniert, bald zu einer höheren Inflation führen wird.
Warum wollen wir auf tatsächliche Lösungen nicht einmal einen Blick werfen? Weil wir eine geistige Erneuerung durchlaufen müssen, bevor wir von unserer Sucht nach Gier und Spekulation befreit werden können und uns stattdessen sicherem und stabilem Wachstum zuwenden können.
Weitere Informationen über die Aktivitäten der WFC-Ratsmitglieder finden Sie hier.
 
Die WFC-Top-Termine der nächsten Wochen
17. Oktober 2008:
Globales UN-STAND-UP Event zeigt Videobotschaften der WFC-Ratsmitglieder

Am 17. Oktober werden sich etwa 50 Millionen Menschen auf der ganzen Welt dafür einsetzen, die Erfüllung der acht Milleniumsziele der Vereinten Nationen zu unterstützen. Diese Ziele sollen bis 2015 extreme Armut halbieren und soziale Ungerechtigkeit reduzieren. WFC-Gründer Jakob von Uexküll wird an einer Podiumsdiskussion beim größten STAND-UP-Event in Deutschland teilnehmen. Acht WFC Ratsmitglieder werden diese Veranstaltung durch Videobotschaften unterstützen. Wir möchten Sie alle zum Mitmachen einladen! Weiteres erfahren Sie hier.
Klicken Sie bitte hier, um Informationen über weitere Veranstaltungen zu erhalten. Mehr über den WFC und seine Projekte erfahren Sie auf unserer Website: www.worldfuturecouncil.org
WFC-Highlights im September
Im September hat der World Future Council mit einem Benefizkonzert in der Berliner Philharmonie, zu dem Jakob von Uexküll und Bianca Jagger als Redner eingeladen waren, sowie der KidsCall-Ausstellung „Corridor of Hope“ im Planetarium Hamburg erfolgreich seine Arbeit präsentiert und neue Unterstützer gefunden. Eine vollständige Liste der Medienberichterstattung über den WFC erhalten Sie hier.
21. September 2008:
WFC-Benefizkonzert in Berlin
Im ausverkauften Kammermusiksaal applaudierten etwa 1.400 Gäste den Bitten der Vorsitzenden des WFC-Exekutivkomitees Bianca Jagger und des WFC-Gründers Jakob von Uexküll sowie den Klängen von Spitzenensembles der Berliner Philharmoniker. In ihren Begrüßungsreden und während der Diskussion nach dem Konzert appellierten Bianca Jagger und Jakob von Uexküll an das Publikum, sich aktiv für die Bekämpfung des Klimawandels einzusetzen. Hier können Sie Bianca Jaggers Rede lesen.
22.-28. September 2008:
WFC EC-Vorsitzende Bianca Jagger, Ehrenmitglied des Rats Dr. Michael Otto und Staatsrat der Hansestadt Hamburg Christian Maaß feiern die Eröffnung des KidsCall „Corridor of Hope” am Planetarium Hamburg
WFC-Vorsitzende des Exekutivkomitees, Bianca Jagger, Staatsrat Christian Maaß und der Direktor des Planetariums Hamburg, Thomas Kraupe, begrüßten die geladenen Gäste, Entscheidungsträger und Vertreter der Medien zur Eröffnung der einwöchigen Ausstellung „Corridor of Hope” am Planetarium Hamburg. Die Freilichtinstallation zeigte Wunschfahnen, die repräsentative Bitten von etwa 14.000 Kindern aus 47 Ländern enthielten, die sich Maßnahmen für eine umweltfreundliche Zukunft wünschen. Lesen Sie hier mehr.

12. September 2008:
WFC-Programmdirektor spricht sich bei der Architekturbiennale für nachhaltige Städte aus

Bei der Eröffnung der Architekturbiennale in Venedig verlangte der Mitbegründer des WFC, Herbert Girardet, in allen Bereichen des Stadtlebens eine schnelle Umstellung auf erneuerbare Energiequellen. Die 11. Internationale Architekturmesse mit dem Motto „Da draußen: Architektur über Gebäude hinaus” läuft noch bis zum 23. November 2008. Hier gelangen Sie zum Interview mit Herbert Girardet.
Klicken Sie bitte hier, um Informationen zu bisherigen WFC-Veranstaltungen zu bekommen. Mehr über den WFC und seine Projekte erfahren Sie auf unserer Website: www.worldfuturecouncil.org

Wie Sie den WFC unterstützen können

Der WFC ist auf die Unterstützung von Partnern und Spendern angewiesen, um seine Arbeit erfolgreich fortsetzen zu können. Wenn Sie unsere Projekte fördern möchten, wenden Sie sich bitte an den Director of Donor Relations des WFC, Lars Knöpke: lars.knoepke@worldfuturecouncil.org.

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World Future Council
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Kontonummer: 200 900 4000
Bankleitzahl: 430 609 67

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Wenn Sie diesen Newsletter abbestellen möchten, senden Sie bitte eine Mail an: regina.koerner@worldfuturecouncil.org

Weitere Informationen über den Weltzukunftsrat, seine Ziele und seine Aktivitäten finden Sie auf unserer Website:
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Kontakt: World Future Council, Postfach 11 01 53, D-20401 Hamburg, Tel.: +49 (0)40-30 70 914-0

Der WFC dankt der Freien und Hansestadt Hamburg, Dr. Michael Otto/otto GmbH and Co. KG und allen übrigen großzügigen Spendern sehr herzlich für ihre Unterstützung.